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Full text of "Archiv für Buchdruckerkunst und verwandte Gewerbe 28.1891"

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A ibrary of 


Princeton University. 








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Inhalt des 28. Bandes. 


Spalte 
Grössere Aufsätze. 
Elemente, neue,im Freiornamentieren 
von C. Kulbe, Leipzig 
Hand in Hand arbeiten von Setzer 
und Drucker von Heinrich Schwarz, 


82 


Leipzig . 159 
Korrekturenlesen von H. Rinenwarten. 
Leipzig . 265 


Lebensbilder yerdlhinier dier Buch. 
drucker . . 141 113 185 
Linienbiegen, Anleitung zum, von 
Hermann Hoffmann, Berlin . 122 149 
186 221 274 319 389 
Matrizen-Setemaschine »Linotype< . 313 
Numerierverfahren, ein neues . . . 227 
Scotts Maschine zum Biegen von 
Galvanos und Stereotypplatten .. 7 
Typographische Ornamentik, Ein- 
führung in die, von Friedr. Bauer i 
Unsere Lehrlinge, von Hermann 
Hoffmann, Berlin. . . . . 3 


257 


Kleinere Aufsátze. 

Herausgebers einer 

,.197 
192 


Angabe des 
Druckschrift . ; 

Anzeigenteil, der, der EE 

Drehbank, neue, zum Abdrehen von 


Galvanos, Stereotypen u. s. w. . 357 
Engelens typenlose Setzmaschine . 52 
Farbenfabrik, die, von Berger & 

Wirth von A. M. Watzulik. . 358 


Herstellen, das, gebogener Formen 116 
Holztypen kleinen Grades. . 984 
Ignaz Fuchs! Fücherbildner . . 984 


Kempes kleiner Stereotypieapparat 12 


Markmanns Bogen-Geradeleger . . 195 
Massenwalzen, Ausbessern der. . 196 
Ligaturen, die . . 39 


Musteraustausch , internationaler, 


des deutschen Buchdruckervereins 53 
Schnellpresse, neue, mit doppelt 
wirkendem Zilinder von Klein, 
Forst & Bohn Nachf. in Johannis- 
berg a. Rh. . 163 
Titelschriften, Schutzmittel für . 324 


Tonplatten-Material, ein neues, für 
Buchdruck . 261 

Werkzeugbrett und Welenkaller fü ür 
Schnellpressen von Moritz A 
Braunschweig 

Zeitungs-Provision der Post, dle, 


. 49 
. 400 
Jubiláen und Auszeichnungen. 


Benjamin Krebs Nachfolger in Frank- 
furt a. M., 75jáhriges . 285 


— — — 
Spalte 
Unterstiitzungsverein deutsch. Buch- 
drucker . 243 
Sonstiger Bericlit über Jubilüen aud 
Auszeichnungen 26 97 206 243 297 


Geschiftliche Notizen. 
97 206 242 297 334 369 


Todesfálle. 59 97 242 


Zeitschriften und Biicherschau. 


Almanach fiir Buchdrucker 1891 
von Heinrich Faber. Wien, Ge- 
nossenschafts-Buchdruckerei . 

American Dictionary of Printing 
and Bookmaking . 241 

Bericht, erster, der Innung Dresdner 
Buchdruckereibesitzer . 203 

Bibliotheca Polytechnica von Fritz 
Szczepanski. St. Petersburg und 
Leipzig, F. von Szczepanski . . 134 

Brockhaus’ Konversations-Lexikon, 

14. neu bearbeitete Auflage . 368 

Buch, das. Handbuch fir Autoren 
von J. H. Wehle. Wien, Pest, 
Leipzig, A. Hartlebens Verlag. . 205 

Denkschrift der vereinigten Farben- 


59 


fabriken Berger € Wirth und 

Frey & Sening in Leipzig . . 168 
Eilguttabelle, internationale, von 

Louis Runge, Berlin . . 169 


Erfindung, die, der Buchdrucker- 
kunst von Prof. Karl Faulmann. 
Wien, Pest, ee A. Hartlebens 
Verlag . "KR: 

Essai sur la Mise en train typo- 
graphique par Motteroz. Paris, 
Librairies-Imprimeries Réunies . 368 

Export-Verzeichnis von E. Steiger 
& Co., New-York . . 334 

Formulare zur technischen Buch- 
führung in  Druckereien von 
M. Wunder. Braunschweig, Selbst- 
verlag des Verfassers . . 933 

Gesetze, die, über das Urheberrecht 


etc. Leipzig, G. Hedeler . 168 
Gutenberg und die Buchdrucker- 

kunst im Elsass von F. A. Ihme. 

Strassburg, €. F. Schmidt . 09 


Handbuch, ausführliches, der Photo- 
graphie von Dr. Josef Maria Eder. 
Halle, Wilhelm Knapp 

Hegewald; die Vorzüge der deutschen 
Sprache. München, Litter. Institut 


Dr. M. Huttler, Konrad Fischer . 407 


798362 


Spalte 

Hieroglyphische Schriftzeichen der 
Agypter von Georg Ebers. Leipzig, 
Breitkopf & Hirtel 

Jahrbuch fiir Photographie und 
Reproduktionstechnik v. Dr. Josef 
Maria Eder. Halle, Wilhelm 
Knapp . . 204 

International Bogudatilliág Katalog 
von Nielsen & ee Kopen- 
hagen . . 134 

Kempe, Wegweiser Wiech die Stereos 
typie. Niirnberg, Selbstverlag des 
Verfassers . 407 

— Kompendien- Katalok — 

. F. Köhler. . . 994 

e der, von Sion von Bonet, 
ling. Hamburg, Verlagsanstalt und 
Druckerei-Aktien-Gesellschaft . . 133 

Kortfattet haandbog for typografer, 
af H. Scheibler. Kristiania, Marius 
Lund . 167 

Kunstakademie und Kühstgessarboe 
schule, die kónigliche, in Leipzig. 
Festschrift und amtlicher Bericht 
von Hofrat Prof. Dr. L. Nieper . 132 

Kürschner, gekrönte Häupter. . 295 

Meisterwerke der Holzschneidekunst, 
Leipzig, J. J. Weber.. 25 240 

Mitteilungen aus den Monatsver- 
sammlungen des fachtechnischen 
Klubs in Wien . 

Monatsschrift für Buchbinder nd 
verwandte Gewerbe, von Paul 
Adam. Berlin, Friedrich Pfeil- 
stiicker , ; . 169 

Murets encyklopadisches — 
buch der englischen und deutschen 
Sprache. Berlin, Langenscheidt- 
sche Buchhandlung . 295 

Notizkalender und Zeitungskatalog 
von Haasenstein & Vogler. . 168 

Photographie, Geschichte der, von 
C. Schiendl. Wien, Pest , Leipzig, 

A. Hartlebens Verlag. . . 204 

Rechts-Lexikon fiir Kaufleute und 
Gewerbetreibende von Dr. jur. 
Julius Engelmann. Erlangen, Palm 
& Enke , . 205 

Wie richtet man einen Journal- 
Lesezirkel praktisch ein? von 
H. Blumenthal. Iglau, Selbstverlag 
des Verfassers , . 

Wortteilungen, die, des Büshdeackars 
von Alexander Link, Wien, Selbst- 
verlag des Verfassers 


25 


58 


333 


Spalte 


Mannigfaltiges. 


I, Technisches. 

Buch-u. Papiergewerbe-Ausstellung, 

internationale, zu London . 
Eisenteile, kleine, von Rost zu be- 

freien 
Farbenherstellung EE Mischen 
Galvanos, leichtes Reparieren von. 
Glanz, erhöhter, für Druckfarben 
Glanzweiss von Berger & Wirth 
Höhe und Länge des blinden Satz- 


. 335 


m 


4 


208 
98 


. 205 


materials . . 369 
Illustrationen, neue Herstellung von, 
in England. . 171 
Metallrandleistenfabrik von Anton 
Reiche in Dresden-Plauen . 206 
Messinglinien von Grünspan zu be- 
freien 27 
Mittel gegen die nachteilige Ein- 
wirkung feuchter Temperatur auf 
Buchdruckwalzen . . 371 
Mittel zur Verbütung des Verschie- 
bens und Durcheinanderfallens 
von Leisten und Schrift en Cl 
Musiknotensatz, ein neues Verfahren 408 
Plakatbuchstaben zu reparieren . 298 
Schrifthochmachen der Platten . . 170 
Smaragdgriin, lackierbares, von Kast 
& Ehinger, Stuttgart . 59 
Stereotypplatten zum Druck schrift. 
hoch zu befestigen — 
Walzenmasse, englische, von 
C. A. Lindgens in Köln. . 60 
Woher stammt der harte EES 
aufzug ? a à . 208 
Zeilenmesser, ein sataker, peak: 
tischer : . 170 298 
Zinkographie, Vortrag iiber . 135 
Zugkraft bei Buchdruckwalzen . . 408 
Zusammenhaften, übermüssiges, des 
Satzes zu beseitigen . 27 
II. Allgemeines. 
Annahme von Lehrlingen durch 
Nicht-Innungsmitglieder . . 297 
Beilage von Schelter & Giesecke . 296 
Beilage von C. A. Lindgens in Kóln 169 
Bibliographie und Buchgewerbe im 
Auslande . ; . 207 
Blades, W., Fachbibliothek e . 409 
Briefcouverts, Entstehung der . 335 
Briefumschläge. Farbe der + 170 
Bucharbeiter, Zahl der, in Paris . 372 
Buchdruckerfachschule in Leipzig, 
Aufschwung der $1,504 
Chromokarten, Verwendung def . 410 
Denkmal des franz. Buchdruckers 
Firmin Didot in Sorel-Moussel . 335 
Depeschentaxe für Zeitungen 61 
Druckprobe von Beit & Philippi in 
Hamburg . 26 169 296 


Spalte 


Eigentumsrecht, litterarisches 
Elektrizitát als Kontrollmittel 
Entscheidung des Reichsgerichts 
Ermässigung der Portotaxe für 
Drucksachen . : 
Firmennamen, allzulange . 
Franzósische Nationaldruckerei, zur 
Geschichte der . : 
Friedrich König - Denkmal , 
hüllung des, in Eisleben 
Geschäft in kopflosen und Platten- 
zeitungen in Amerika 
Graphische Anstalt, die grösste 
Schwedens 
Hauptkrebsschaden w deeras, 
nach der Meinung eines fran- 
zösischen Fachmannes 
Hygiene, über die Pflege der, in 
grösseren Offizinen Amerikas 
Jahresbericht des Vereins Leipziger 
Buchdrucker ‘ 
Illustrations- und Merkantilfarben 
von Beit & Philippi in Hamburg . 
Illustrationsfarben von Kast & 
Ehinger in Stuttgart . . . . 
Kalender, gotischer, und Almanach 
national de Jeanne d'Arc von 
Dr. M. Huttler, München 
Konterfeis, verschiedenartige, des 
Altmeisters Gutenberg 
Kupons, Brief- und Stempelmarken 
als Zahlung . 
Kuriosum, kuchhändleriäches. 
Made in Germany 
Musteraustausch, internalionafer 
Musterbuch von Berger & Wirth 
in Leipzig. A HE 
Musterbuch der Hartguss-Schrift- 
giesserei Edm. Koch & Co. in 
Magdeburg S, ON Vu 
Musterbücher des  Fabrikpapier- 
lagers von Moritz Enax in Berlin 
Nationaldenkmal der Buchdrucker- 
kunst, über die Errichtung des, in 
Leipzig . 
Neujahrskarten und ——— 
Papierprobe von Moritz Enax in 
Berlin . 
Papierfabrikation in China 
Papierfabrikation, ein neuer Roh- 
stoff fiir dieselbe . foil 
Papierindustrie, über den Auf- 
schwung der amerkanischen . 
Petit Journal, über die Auflage 
desselben . 
Portrait Kaiser With olan, Il. Leipzig. 
Richard Hahn Mat" s uh 
Preisausschreiben der Bibliothek 
der Gesamtlitteratur. Halle, Otto 
Hendel .! zoG A es 
Preiskurant von Carl Derlon in 
Leipzig . 


Ent- 





Spalte 
Preiskurant von Gebr. Jünecke & 
Fr. Schneemann in Hannover . 26 
Preiskurant der Schriftgiesserei 
Flinsch in Frankfurt a. M.. . . 9 
Preisliste von C. Kempe in Nürnberg 369 
Preisliste von Klein, Forst & Bolın 
Nachf. in Johannisberg a. Rh. . 206 
Probe  prüparierter  Illustrations- 
Druckpapiere von  Borsdorff & 
Muhle, Harzburg . . 368 
Probenblütter bunter Parked von 
Kast & Ehinger in Stuttgart . . 296 
Prospekt über den Breslauer Generai- 
Anzeiger . . . . 780 
Prospekt über die neue je Auflage von 
»Waldows Lehre vom Accidenz- 
satz«, bearbeitet von Friedrich 
Bauer . Soa. . Q4 .€ 490 
EE des Comités 
zur Errichtung des König-Denk- 
mals in Eisleben . 297 
Reichspostmarken, deutsche, zufihré 


Echtheit zu prüfen . 335 
Reklamemittel . . 410 
Reklame, Verhültnisse der . . . 63 
Richters Buch- und Kunstdruckerei 

in Wiirzburg, Festschrift . 407 
Riesengebäude des Journals New- 

York World in New-York . . 972 


Rotationsmaschinen des »Standard« 136 
Schreibmaschinen, über die Ver- 
breitung der. . 370 
Schriftgiessereien, amerikanische . 207 
Spielkarten, wertvolle, . . 2. . . 63 
Stereotypfundamente, Prospekt über 135 
Stiftung eines Menschenfreundes in 
Leipzig. . . . 372 
Tableau von M. DuMont- :Schauberg 
II "KO. uo dä . 60 
Víertelistireverssmdilune des fanus 
Dresdner Buchdrucker . 135 
Xylographisches Kunstblatt ersten 
Ranges rd a E 
Zeitungsdruck mit elektrischer 
Kraftübertragung . . 408 
Zeitungswesen in den Vean 
Staaten . . 299 
Zirkular und Druckproben von 
Fischer & Wittig in Leipzig . 206 
Zwei interessante typographische 
Werke, aus dem Verlage von 
Alexander Waldow, Leipzig . . 98 


Schriftprobenschau. 
21 96 128 165 198 233 291 331 
362 404 


Satz u. Druck der Probeblätter. 


23 56 96 131 166 203 239 293 333 
367 405 

Briefkasten. 
28 98 136 172 244 300 336 373 410 





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28 Band. | wën, 1891. 





Lebensbilder berühmter alter 
Buchdrucker. 


1. Die Familie der Manutio. 





ldo Pio Manutio, der bedeutendste Buch- 
« drucker seiner Zeit, wurde zu Bassiano 





Aldo Pio Manutio. 


in Rom die lateinische Sprache und in Ferrara 
das Griechische bei den berühmtesten Lehrern 
seiner Zeit und ward hierauf Erzieher des Fürsten 
Alberto Pio zu Carpi. Um das Jahr 1490 gründete 
er in Venedig eine Buchdruckerei, welche bald 
einen Umfang und eine Berühmtheit erlangte, die 
sämtliche Offizinen Italiens in Schatten stellte. Vor 
Allem waren es die Werke der Alten, denen er 
die sorgfältigste Pflege angedeihen liess. Seine ersten 
Drucke waren die »Erotemata« des Constantin Las- 
caris und der »Musaeus« von 1494. Alle, vornehm- 
lich die Pergamentdrucke, zeichneten sich durch ihre 


Eleganz und Korrektheit aus. Aldo führte zuerst das | 


Kolon und Semikolon ein: die gotische und semi- 
gotische Schrift wurde von ihm abgeschafft, die 
griechische Tvpe sowie die Antiqua vervollkommnet 
und spüter eine neue Schrift, die sogenannte Kursiv 
oder Italie, erfunden. Mit letzterer ist der Virgil von 
1501 gedruckt. Obgleich allgemein geachtet, wurden 
ihm seine letzten Lebenstage durch mancherlei Stó- 
rungen, besonders durch kriegerische Ereignisse, die 
ihn: zu wiederholtenmalen aus Venedig vertrieben, 





Paolo Manutio. 


verkümmert. Er starb am 6. Februar 1516 infolge 
eines meuchelmórderischen Überfalls. 

Sein Sohn Paolo Manutio erbte mit der Gelehr- 
samkeit seines Vaters den Ruhm desselben. Wie 
dieser für die griechische, so wirkte er hauptsächlich 
für die lateinische Sprache und lieferte zahlreiche 
Kommentare und andere Schriften, die allgemein 
geschützt und bewundert wurden. Im Jahre 1556 
wurde er zum Direktor der Druckerei der Academia 
veneta ernannt und 1561 von Pius IV. nach Rom 
berufen, wo er die Typografia Pio-Manutiana begriin- 
dete und im Jahre 1573 starb. Am 26. April 1571 
verlieh ihm Maximilian II. von Österreich den 

1 


3 Unsere Lehrlinge. 4 


Adelsbrief und das Recht, den kaiserlichen Adler in 
sein Wappen einzufúgen. 

Der letzte Sprosse dieses berühmten Geschlechts 
war der Sohn Paolos mit Namen Aldo. Dieser, ein 
eminentes wissenschaftliches Talent, war schon in 
seiner friihesten Jugend als Schriftsteller aufgetreten, 
und hatte in der Folge als Professor der schénen 
Wissenschaften an den Universitäten zu Bologna, 
Pisa und Rom die alten Sprachen gelehrt. 1597 berief 
ihn Klemens VIII. zum Direktor der von Sixtus V. 
begründeten Typografia Vaticana. Doch starb er 
schon in demselben Jahre und mit ihm erlosch zu- 
gleich der Name dieses Geschlechts, welches durch 
anderthalb Jahrhunderte (1447—1597) der Buch- 
druckerkunst ihre Dienste gewidmet. 


Unsere Lehrlinge. 


Hermann Hoffmann in Berlin. 


dg welche sich die Schul- 
jahre und voraussichtlich 
4—5 Lehrjahre hindurch mühen 
müssen, einen Knaben aufzuziehen, 
besitzen darin ein Kapital, das ver- 
ständig angelegt werden sollte. 
Wenn man guten Eltern 9000 Mark 
(500 pro Jahr) bieten wollte für 
ein wohlgeratenes Kind, so würden 
sie — von sentimentalen Regungen 
ganzabgesehen — dieses » Geschäft « 
als nicht dem Risiko, den Sorgen und den Opfern 
entsprechend finden, welche das Kind bis zu seinem 
18. Jahre verursacht hat. Tritt Das hinzu, was 
wir Eltern- oder Kindesliebe nennen, dann kann 
von einer objektiven Wertschützung nicht mehr die 
Rede sein. 

Leider kónnen wir sehr oft beobachten, dass eine 
viel geringere Summe baren Geldes mit grósserer 
Vorsieht untergebracht wird, als ein Kind, wenn es 
in die Lehre treten soll, und zwar nur deshalb, weil 
man sich des Zahlenwertes bei dieser Begebung nicht 
bewusst ist und weil man auf die Ehrlichkeit der 
Menschen, auf die gute Natur des Kindes und andere 
Glücksumstände allzusehr vertraut. Einen Verlust 
infolge mangelhafter Lehrausbildung oder an Cha- 
rakter pflegt man kaum in Rechnung zu ziehen oder 
doch lange nicht in dem Masse, wie einen General- 
verlust durch Tod. Wenn aber ein Kind Wert hat, 
so liegt derselbe weniger in der Hülle von Haut und 
Knochen, als in der angehäuften Zahl von Fähigkeiten 





Aldo Manutio. 


und guten Eigenschaften. Ein wohlgeratenes Kind 
verzinst sich überreich, ein schlechtes garnicht. 

Derjenige Lehrherr, der nicht seine volle Pflicht 
an dem ihm anvertrauten Lehrling thut, ist gewiss 
ein abgefeimter Spitzbube an der Zukunft des Kindes 
und an dem Kapitalbesitz der Eltern. Trotzdem 
kommt Dergleichen vielfach vor und für die Eltern 
besteht daher die Pflicht, sich den Lehrherrn bezüg- 
lich dessen, was er an dem Kinde thun will und kann, 
genau anzusehen. | 

Beklagenswert ist die Art, den Beruf zu wählen 
nach der Höhe der Kostgelder, welche darin gezahlt 
werden. Die ärmere Klasse, welche 14 Jahre lang 
gezwungen war, den Unterhalt ihrer Kinder ohne 
eine Beihülfe zu bestreiten, will nun etwas von den- 
selben haben. »Der Junge muss mit verdienen helfen, 
je mehr, desto besser.« Mag auch die Frage, ob es denn 
nicht möglich war, einen Knaben 
noch 3—4 Jahre länger zu erhalten, 
eine offene bleiben — die Erwägung, 
wieviel der Beruf in der Lehrzeit 
abwirft, ist ein Unrecht an der 
Zukunft des Kindes und eine ausser 
allem Verhältnis grosse Schädigung 
des in demselben verkörperten An- 
lagekapitals. 

Während manche Gewerbe, 
die eine einträgliche Folgezeit und 
gesicherteExistenzen gewährleisten, 
sich Lehrgelder zahlen lassen, ist in 
der Buchdruckerei und andern Be- 
rufszweigen das Gegenteil der Fall. 
Der Lehrherr sieht sich infolgedessen 
genötigt, zunächst das gewährte Wochengeld nebst 
Risiko und Gewinn aus dem Jungen herauszuschlagen 
und demselben darum soviel beizubringen, dass dies 
möglich ist. Auf solche Weise kommen in das Ver- 
hältnis vom Lehrherrn zum Lehrling, das ein väter- 
liches sein sollte, geschäftliche Beziehungen zum 
Nachteil des Knaben. 

Diese und andere offenbare Übelstände schädigen 
das Gewerbe, denn sie vergrössern das Heer der Un- 
wissenden, Untüchtigen. Dagegen erfolgreich anzu- 
kämpfen ist dem Einzelnen unmöglich. Wie aber den 
Eltern daran liegen muss, ihre Kinder gut zu ver- 
sorgen, so hat auch jeder anständige Druckereibesitzer 
ein starkes Interesse daran, die geistig oder körper- 
lich Unzureichenden von der Schwelle des Berufes 
fernzuhalten. 

Wenn nun beide Teile verpflichtet und des 
eigenen Nutzens wegen gewillt sind, in dieser Frage 
streng gewissenhaft zu verfahren, so müsste eine Ver- 
ständigung bei der ausgesprochenen Wichtigkeit 


5 Unsere Lehrlinge. 6 





derselben doch ausnehmend leicht sein. Statt dessen 
wird das Buchdruckgewerbe fúr gut genug erachtet, 
alle Elemente in sich aufzunehmen, die fúr andere 
Berufszweige unpassend sind. Gehen wir dieser Er- 
scheinung auf den Grund, so finden wir eine Unter- 
schátzung der Eigenschaften, welche das Gewerbe 
von seinen Jiingern fordert, und eine úbertriebene 
Erwartung bezúglich der Eintráglichkeit desselben. 

In diese Verworrenheit der Ansichten Klarheit 
zu bringen will ich in Folgendem versuchen. 


Es wird sich eine Scheidung des Gehilfenstandes 
in einfache Hilfs- und Lohnarbeiter und in Leute, 
welche die Aufsicht fúhren, unaufhaltsam vollziehen. 
Beide Parteien werden Klassen fir sich bilden; wáh- 
rend aber die erstere zu ewigem Frohndienst ver- 
dammt' ist mit erschwerter Aussicht, in die andere 
Klasse úberzuspringen, wird diese letztere ungleich 
besser bezahlt sein und beziiglich des Fortkommens 
keine andere Schranke gesetzt finden, als die eigenen 
Fähigkeiten sie bilden. 


M Bu? €. 


u — 


—— 


-+ 1891 4+ |l 


Innigste Glückwünsche 





sendet 


Dans Eppendorf. 


Vignette von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig, Schrift von Gustav Reinhold in Berlin. 


Winke für die Eltern. 


Mittellose Eltern mögen bedenken, dass ein Buch- 
drucker, von Glücksumständen abgesehen, nicht 
selbstständig werden kann. Ehe man seinen Lieb- 
ling dazu verurteilt, sein Leben lang Gehilfe zu 
bleiben, möge man sich diese Punkte genau überlegen. 

Je mehr der Fabrikbetrieb sich des Buchdruck- 
gewerbes bemächtigt, wird die schon jetzt sehr weit 
gediehene Arbeitsteilung bis zum Äussersten durch- 
geführt werden. Infolgedessen wird es später nur 
wenige Gehilfen geben, welche von Allem etwas ver- 
stehen. In der Regel wird ein Mann eine ganz be- 
stimmte Sache gelernt haben und sonst weiter Nichts. 


Die Folge davon ist, dass die Möglichkeit, eine Stelle 


zu erhalten, sich für den Einzelnen in Zukunft 
ungemein verringern wird, was gleichbedeutend ist 
mit gedrückter Bezahlung bei einer für denkende 
Menschen uninteressanten, geistlosen Beschäftigung. 


Vielleicht wird sich eine weitere Trennung in 
technische und kaufmännische Beamte einleiten. Das 
kommt hier aber nicht in Betracht. Zweck des Vor- 
stehenden war, darauf aufmerksam zu machen, dass 
ein Buchdrucker hinfort zweierlei werden kann: 
Arbeiter oder Beamter. 

Denjenigen Eltern nun, welche ihren Sohn unserm 
Gewerbe zu übergeben willens sind, ist Folgendes zu 
raten : 

Unparteiische Prüfung daraufhin, ob der Knabe 
die Vorbedingungen des nachfolgenden Lehrpro- 
gramms erfüllt. 

Gute Wahl der Lehrdruckerei. Ganz grosse 
Geschäfte sind nur dann für die Ausbildung von 
Lehrlingen geeignet, wenn sie sich auf unser Pro- 
gramm verpflichten. In diesem Falle kann ein Knabe in 
den mitallen Arbeits-und Hilfsmaschinen ausgerüsteten 
Grossbetrieben selbstverständlich mehr lernen, als in 
Mittel- und Kleinwerkstätten. Leider geschieht heute 

1* 


7 Unsere Lehrlinge. H 


die Ausbildung in grossen Gescháften durchweg nach 
dem System der Arbeitsteilung, also einseitig. Junge 
Leute, die aus derartigen Lehrdruckereien in kleinere 
Gescháfte übergehen, sitzen an jeder Stelle fest. 
Kleine Druckereien, namentlich solche, die 
mit einer grösseren Anzahl von Lehrlingen und 
wenigen oder gar keinen Gehilfen arbeiten, sind 
Eltern, denen das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, 
nicht zu empfehlen. Die Arbeitsteilung pflegt hier oft 
strenger durchgeführt zu sein als sonstwo. Hier muss 
schnell verdient werden, damit dem Prinzipal, der 
meist sehr billig arbeitet, noch Verdienst bleibt. 


WR 





Bedingung wiirde sein: Die Druckerei muss auf 
jeden Lehrling mindestens zwei gute Gehilfen be- 
schüftigen, sie muss zum Wenigsten eine Schnell- 
presse, eine Tiegeldruckpresse und möglichst viele 
Hülfsmaschinen im Betrieb haben. Die Werkstätte 
muss hell und luftig sein. 

Gegen den letzten Punkt wird viel gesiindigt, 
namentlich in Stádten, wo die Platzfrage das Konto 
»Miethe« stark belastet. Die Buchdruckerei ist ein 
staubiges Gewerbe; wer das nicht glauben will, der 
móge einmal zusehen. wenn ein Setzkasten aus- 
geblasen wird, oder wie das Staubgewoge in ein- 


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Jahreswechsel! 


Vignette von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig, Schrift (Name) von Genzsch & Heyse in Hamburg. 


Auf die Einzelausbildung kann also nicht viel Zeit 
verwendet werden. Mitunter entspriessen solchen 
Druckereien ganz brauchbare Leute, die es im Beruf 
ziemlich weit bringen. Das ist indessen kein Zeugnis 
für die Güte der betreffenden Anstalt, sondern für die 
Tüchtigkeit der Naturen. Derart Befähigte hätten es 
eben in besseren Geschäften noch weiter gebracht. 

Allerdings kommt die Hast, mit welcher in 
Schnelldruckereien gearbeitet wird, den Lehrlingen 
sehr zu Gute. Jung gewöhnt, alt gethan! In der 
überaus grossen Zahl der Mittel- und kleineren Ge- 
schäfte ist ein fixer Durchschnittsarbeiter stets gern 
gesehen. Ich halte eine selbst mangelhafte Ausbildung 
in einer Anstalt, die den Lehrling scharf herannimmt 
und ihn in allen Berufszweigen thátig sein lässt, für 
besser, als die Erziehung in grossen, berühmten 
Geschäften, wo mit der Lehrzeit oft recht verschwen- 
derisch umgegangen wird. 


fallendem Sonnenlichte flimmert. Dass die Strahlen 
sich in der Luftlinie so scharf von dem Dunkel 
abheben, liegt allein an beleuchtetem Staube. 

Darum sollten Setzereien nur in hohen, gelüfteten 
Räumen untergebracht werden; den Staub, den 
Träger aller Krankheitskeime, müsste man im Sommer 
und im Winter durch fortwährend verdunstendes 
Wasser unschädlich machen, so gut es geht. 

Ob die Eltern in dieser Hinsicht Einfluss haben 
werden, steht dahin, ebenso ob Fragen nach der- 
artigen Einzelheiten nicht übel aufgenommen werden. 
Das Vorstehende ist daher auch mehr an die Prinzipale 
gerichtet, die ein Herz für ihre Leute haben müssen, 
und an die Gehilfen, die oft selbst viel dazu thun 
können, sich gesunde Arbeitsräume zu schaffen. 

Die neueren Forschungen des berühmten Bak- 
teriologen Robert Koch haben ergeben, dass auch die 
Schwindsucht, die Berufskrankheit der Buchdrucker, 





9 Unsere Lehrlinge. 10 








durch Lebewesen entsteht, die sich in die Lungen der 
Betroffenen einnisten. Es ist auch erwiesen, dass 
diese schlimme Krankheit durch staubige Luft auf ge- 
sunde Personen übertragen werden kann. Während 
aber bisher angenommen wurde, das die Ausathmung 
Lungenkranker gefáhrlich sei, hat sich herausgestellt, 





Programm -Vorschlage 
fiir die Annahme und Ausbildung von Lehrlingen. 
Vorbedingung. Die Eigenschaften des Aspiranten 
betreffend. 
1. Gesunde, weite Brust, kräftiger Nährzustand. 
Scharfe Augen. 


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— Ausgabe 1890. 8 — 


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Einfassungen, Schriften und Linien von diversen Giessereien. 


dass dieselbe ganz unschiidlich ist. Dagegen wirkt 
der auf Fussbóden, Treppen und Gángen ausgeworfene 
Speichel Brustkranker, dessen Keimpilze nach dem 
Trocknen mit in die Luft und in die Athemwege 
anderer gelangen, in hóchstem Grade infizierend. In 
allen Druckereien sollten daher Tópfe oder kleine 
Eimer mit etwas Wasser stehen und Niemand dürfte, 
seinen Auswurf anders als dahinein entleeren. 


2. Mittelmass. Lang aufgeschossene Knaben 
verwachsen leicht und werden brustkrank. Kleine 
Knaben wachsen meist schief (hohe Schulter). 

3? Gute Allgemeinbildung, beste Schulzeugnisse. 
Klugheit und Schnelligkeit im Auffassen von Ideen. 

Besonders gute Kenntnisse im Deutschen, im 
Rechnen und im Zeichnen. Die Prüfung im Deutschen 
darf sich nicht allein beschränken auf Rechtschreiben 


11 Unsere Lehrlinge. — Kempes kleiner Stereotypieapparat. 12 








und richtige Zeichenstellung. Zu empfehlen ist das 
zweimalige Vorlesen und das freie Nachschreiben- 
lassen eines Aufsatzes, dessen Sinn dem Kinde ver- 
stándlich sein muss. Besser noch ist die Bearbeitung 
eines Themas aus dem täglichen Leben, z. B. »die 
Jahreszeiten «, »die Steinkohle, deren Gewinnung, Ver- 
arbeitung und Bedeutung für die Menschheit«, 
»Petroleum und Gaslicht«, »die Entstehung eines 
Sehmetterlings« u. dgl. m. Man lasse den Knaben 
eine dieser Aufgaben selbst wáhlen und man wird 
sich aus der Bearbeitung derselben, die unter Ab- 
schluss nach Aussen erfolgen muss, besser über die 
Fähigkeiten eines Kindes unterrichten, als aus Zeug- 
nissen, Schreib- und Aufsatzheften. 

Die Prüfung im Rechnen hat sich zu erstrecken 
auf Schnelligkeit in den Antworten über das kleine 
Einmaleins, im Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren 
und Dividieren, sowohl mit einfachen als mit Bruch- 
zahlen. Vollständiges Beherrschen der Dezimalbrüche. 
Man gebe Aufgaben, welche die Fassungsgabe und 
die Lebensklugheit betreffen. Z. B.: Ein Bote trägt 
1 Gramm von X nach Y und erhält dafür 10 Pf. Wie- 
viel bekommt derselbe, wenn er 10 g, und wieviel, 
wenn er 10 kg an dieselbe Stelle schafft? Ein Knabe, 
der für den letzten Fall 1000 Mark herausrechnet 
und nicht von selbst auf den Gedanken kommt, dass 
eine solche Bezahlung unmöglich ist, muss entweder 
faselig oder dumm sein.*) 

Im Zeichnen muss der Knabe möglichst weit 
vorgebildet sein. Soll er Setzer werden, so ist Schrift 
und Ornament, überhaupt Formgefühl in die Prüfung 
zu ziehen. Man lasse etwas abzeichnen. Drucker 
bedürfen einer genauen Kenntnis der Schattenlehre 
mehr als man denkt. Ein Drucker, der nicht gut 
schattieren kann, wird auch ein schlechter Zurichter 
von Illustrationen sein. 

4. Der Junge muss schnell in seinen Bewegungen 
sein. Man lasse ihn etwas holen oder forttragen und 
beobachte, wie er das anstellt. Triage, ungelenke 
Buchdruckerlehrlinge gereichen dem Lehrherrn selten 
zur Freude. 

5. Liebe zum Gewerbe ist gut, doch nicht gerade 
sofort nótig. Nur darf keine Abneigung gegen das- 
selbe bestehen. Junge Leute von 14 Jahren sind 
selten so klug, dass sie sich die Folgen einer Berufs- 
wahl lediglich ihrer Neigung nach ganz klar zu 
machen verständen. Eltern oder Erzieher müssen 
verkehrte Schritte beizeiten zu verhindern suchen. 

(Fortsetzung folgt.) 


*) Der Pädagog dürfte solche Aufgaben überhaupt 
verwerfen. Red. d. Archiv. 


Kempes kleiner Stereotypieapparat. 


Rei; Stereotypieen sind schon längst als ein 
dringendes Bedürfnis mittlerer Druckereien 
empfunden worden, und hat leider das bisherige 
Angebot im Bau kleiner Apparate den Ansprüchen 
solider Arbeitsleistung nicht immer entsprochen. 
Wenn daher ein erfahrener Fachmann, wie Carl 
Kempe in Nürnberg, den Bau rationeller, kleiner 
Stereotypieen in den Rahmen seines umfangreichen 
Geschäfts mit aufnimmt, so entspricht er damit einem 
wirklichen Bedürfnis, dem die Nachfrage auf dem 


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Fusse folgen wird. Vorstehend abgebildeter Stereo- 
typieapparat besteht aus kleinem, festen Ofen aus 
einem Stück, ohne jede weitere Zusammensetzung, 
der im Innern mit einem Schmelzkessel für 25 kg. 
Stereotypmetall versehen ist. Der Oberbau des Ofens 
enthält das Giessinstrument mit schmiedeeisernen 
Säulen und schmiedeeiserner Spindel, gebaut nach 
gleichem Modell wie die grössten Giessinstrumente, 
also praktisch in jeder Beziehung; ein Versagen oder 
Ausbiegen des Bügels, wie bei der bisherigen 
Klammerkonstruktion, ist bei dieser Einrichtung, 
welche eine effektive Plattengrösse von 22 X 28 cm 
zu giessen gestattet, vollständig ausgeschlossen. 


Antiquaschriften der Schriftgiesserei Ludwig & Mayer in Frankfurt a. M. 


Nonpareille No. 159. 


Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer neuen und leistungsfáhigen 


Schriftgiesserei verbunden sind, davon kinnen sich nur Diejenigen einen Begriff machen, welche ein solches 


12345 BREMEN MANNHEIM TRIER GIESSEN 67890 


Colonel No. 160. 


Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer neuen und leistungsfähigen 


Schriftgiesserei verbunden sind, davon können sich nur Diejenigen einen Begriff machen, 


12345 BERLIN HELGOLAND LONDON 678% 


Petit No. 161. 


Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer neuen 


und leistungsfähigen Schriftgiesserei verbunden sind, davon können sich nur Diejenigen 


12345 AMERIKA AFRIKA 678% 


Borgis No. 162. 
Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer neuen 


und leistungsfähigen Schriftgiesserei verbunden sind, davon können sich nur Diejenigen 


12345 COBLENZ MAINZ DRESDEN 67890 


Korpus No. 163. 
Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer neuen 


und leistungsfähigen Schriftgiesserei verbunden sind, davon können sich nur 


12345 BALTIMORE STRASSBURG 67890 


Cicero No. 164. 
Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung einer 
neuen und leistungsfähigen Schriftgiesserei verbunden sind, davon 
12345 BERN BREMEN ROM 67890 


Mittel No. 165. 
Welche Schwierigkeiten mit der Errichtung 
einer neuen und leistungsfähigen Schriftgiesserei verbunden 
12345 KASSEL WORMS 67890 


Monumental der Schriftgiesserei Ludwig & Mayer in Frankfurt am Main. 


Nonpareille No. 329. Min. 4 kg à M. 10. Petit No. 330. Min. 5 kg a M 9. 


16 Diopbantos Märden und Erzählungen Cincinnatus 28 `. Budjbanó[ung Meineið Bremen Mauritius 
COME satire RL pone | Ermabnungen Drobne Griechenland 


Korpus No. 331. Min. 5 kg á M. 8.50. 
| Cicero No. 332. Min. 6 kg à M. 8. 


95 Ehlodwig Lüneburg Mirabeau 36 * o 
De Nordpol Mogenpalaft Gelände 


Heidelberg Köln Stuttgart 
| 


Mittel No. 333. Min. 7 kg à M. Tertia No. 334. Min. 8 kg à M. 


Albert 9 Rufilanó 8 — Georg Hühnerhof Saba 


Gin 86 Jakarandsahols 19 Chor 


31 Mammut GaribalSi Schwarm 90 


Doppelmittel No. 386. Min. 14 kg a M. 6. 





Corps 36 No. 337. Min. 14 kg à M. 5.10. 


Zug Großherzog See 


Corps 48 No. 338. Min, 18 kg á M. 5. 





Von Siefer „„Monnumenfal‘‘ find noh weitere 5 Grade vorhanden. 





Fette Renaissance von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei in Berlin. 


Nonpareille No. 1080. Min. 4 kg á M. 8. Petit No. 1081. Min. 5 kg á M. 6. 


Gebrauchsgegenstinde aus Porzellan | 


Plan des Domturmes in Speyer 
MOLZAHN 46 OELSNER | 


98 MECKLENBURG 40 


Korpus No. 1082. Min. 6 kg á M. 5.70. | Cicero No. 1083. Min. 6 kg a M. 5.70. 


Tiber Elbe Donau Rhein Karlsruhe Frankfurt 
| 


Mittel No. 1084. Min. 7 kg à M. 5.30. | 


Tertia No. 1085, Min 8 kg à M. 5.20. 
Hummer 9 Karpfen 


Emden 3 Bergen 


Text No. 1086. Min. 10 kg à M. 480. 


Schnitzer LEO Pinzette 


Doppelmittel No. 1087. Min. 12 kg à M. 4.60. 


Lug 8 HERD 9 Boa 


Kleine Kanon No. 1088 Corps 32. Min. 12 kg à M. 4.50. 


4 Rudel Denar 6 


 Verzerte Schwabacher von Wilhelm Woellmers Sehriftgiesserei in Berlin. 





Text No. 1089. Min. 10 kg à M. 7. 


Hannover Bananenbáume lnnabera 


Doppelmittel No. 1090. Min. 12 kg à M. 6.50. 


29 AWisbelfabrif 90 


Kanon No. 1091 Corps 36. Min. 14 kg à M. 6.25. 


: Km 


Missal No. 1092 Corps 48. Min. 16 kg a M. 5.50. 


Debat 310 








Mikado von der Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. 


Cicero No. 1700. Min. 7 oder 12 Pfd., à M. 4. | Tertia No. 1701. Min. 8 oder 15 Pfd., à M. 3.80. 


2 Ruf den Jagdgründen im wilden Westen 3 ^ 7 vjoitos Ruderfest zu Offenbach a. M. 
Durch die Prairien der Union | 


| 
Doppelmittel No. 1703. Min. 10 oder 18 Pfd., à M. 3 40. 
Text No. 1702. Min. 8 oder 16 Pfd., à M. 3.60. 


Chemische Fabrik von Dietze | Fritz Reuters Werke 


Canon No. 1704 Corps 36. Min. 12 oder 20 Pfd., à M. 3.20. 


Karl Herzog von Pfalzburg 


Montenegro Herzegowina 


Vignetten von Paul Leutemann in Leipzig. 


Serie K, 25 Stück M. 33. 12 Stück nach Wahl M. 17, einzeln M. 1 50. 





21 Schriftprobenschau. 22 








Der Ofen entwickelt schnell die erforderliche Hitze und 
kann bereits 30 Minuten nach angefachtem Feuer das 
Giessinstrument als Trockenpresse verwendet werden 
und nach 15 Minuten Trockendauer ist jede Matrize 
gussfertig. Diese praktische Stereotypieeinrichtung, 
welche die Nr. VI führt, zum Unterschied von den 
grösseren Einrichtungen Nr. V, IV, IMI. I und I, kostet 
incl. aller notwendigen Stereotypiematerialien M. 175. 

Die Gesamteinrichtung Nr. VI, für Gas und 
Kohlen oder andere Heizmittel eingerichtet, kann zum 
Originalpreise auch von Alexander Waldow in Leipzig 
bezogen werden. 

Die Einrichtung umfasst folgende Gegenstände: 
Schmelzofen für Gas- und Kohlenfeuerung nebst 
36flammigen englischen Doppelgasbrenner, Giess- 
instrument mit der gleichen Spindeljustierung wie bei 
den grössten Einrichtungen, also praktisch in jeder 
Weise, Cicerogiesswinkel mit facettierten Seiten- 
riindern, so dass die Bestosslade fiir kleinen Betrieb 
erspart werden kann, da die Stereotypen bereits an 
zwei Seiten mit Facettenrand versehen aus dem Guss 
kommen, Gusslóffel, Gusskeile, eine breite Kantenfeile, 
zwei Flachstichel, einen Satz schrifthohe Stereotypie- 
stege mit abgeschrágtem Rand, einen Schliessrahmen 
aus Schmiedeeisen, zwei Trockenfilze, 50 Matrizen- 
tafeln, 4/2 Ries Deckpapier, 1/2 Ries Trockenfliess- 
papier, eine Klopfbürste mit Stiel, eine Talkierbürste, 
einen Bunzenstreicher mit Kautschukzunge, drei 
Büchsen Matrizenpulver und eine Büchse Talkum. 


Schriftprobenschau. 


Schriften, die wir im Text dieses Heftes ab- 
drucken, sind zuerst die neuen Antiquaschriften der 
Schriftgiesserei Ludwig d& Mayer zu erwähnen. In 
breitem, dabei im Kegel niedrig gehaltenen, höchst 
eleganten Schnitt ausgeführt, zeigen diese Schriften 
bei aller Zierlichkeit in den Formen doch die dem 
Auge so erwünschte und notwendige Deutlichkeit, 
so dass man sie mit Recht zu den schönsten Antiqua- 
garnituren der Neuzeit zählen kann. Der Schnitt ist 
bis auf einige Zeichen in allen Teilen ein höchst 
exakter und gediegener. 

Eine zweite Schriftengarnitur derselben Firma 
bildet die Monumental, eine moderne Gotisch in 
gefälliger Form und ebenso gefälliger und gediegener 
Ausführung, für die wir alle Anerkennung haben 
müssen. Die Reichhaltigkeit dieser Monumental 
in nicht weniger als 16 Graden, also von Nonpareille 
bis zu Corps 108, machte es uns wegen Mangel an 


ar den uns in Originalguss zugegangenen 


Raum in dem vorliegenden Heft nicht möglich, alle 
Grade derselben abzudrucken. Wir hoffen jedoch, die 
grösseren derselben unseren Lesern noch in prak- 
tischerer Form, angewendet zu dem Satz des Textes 
einer Gedenktafel zeigen zu können. Bei Vor- 
führung einer solchen Anwendung haben wir auch 
Gelegenheit, die schönen, gefällig gezeichneten und 
bei allen, bis auf die zwei kleineren Grade vorhan- 
denen Initialen für Rotdruck verwenden zu können und 
sprechen im Voraus die Erwartung aus, dass uns die 
Firma Ludwig & Maver das erforderliche Material 
für diesen Zweck zur Verfügung stellen wird. 

Von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei erhiel- 
ten wir eine Fette Renaissance und Verzierle Schwa- 
bacher, beides gleich brauchbare und praktische 
Schriften, die sicher Eingang und häufige Ver- 
wendung in den Druckereien finden werden. Ins- 
besondere ist die Fette Renaissance eine Schrift von 
grosser Deutlichkeit, die sie auch zum Inseratensatz 
sehr geeignet macht und sie durch ihre praktischen 
Formen selbst bei grossen Auflagen vor frühzeitiger 
Abnutzung schützen wird. Solche Schriften kann 
man mit Recht zu dem eisernen Material einer 
Druckerei rechnen, das sich in dankbarster Weise 
für lange Jahre ausnutzen lässt und sich vorzüglich 
bezahlt macht. 

Eine Zierschrift in 6 Graden, Mikado genannt, 
übersendet uns die Schriftgiesserei Flinsch. Die 
Formen dieser Schrift lehnen sich in recht gelungener 
Weise denen der japanesischen Schriftzeichen an 
und da man gegenwürtig viel Meinung für das 
japanesische Genre hat, so dürfte diese Zierschrift 
gewiss viele Liebhaber finden. 

Kleine hübsche Accidenzvignetten in Form von 
Blumen und Früchten übergibt uns die Firma Paul 
Leutemann in Leipzig. Wir drucken einen Teil dieser 
Vignetten im Text des heutigen Heftes ab, die nied- 
lichen Sachen der Aufmerksamkeit unserer Leser 
empfehlend. 

Eine Probe mit Vignetten aller Art, darunter 
auch sehr gefällige Glückwunschvignetten und eine 
grössere Anzahl rechts- und linksseitige Eckver- 
zierungen legt Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei dem 
heutigen Heft bei. Auch diese renommierte Giesserei 
ist sonach bemüht, hübsches, leicht verwendbares 
Accidenzmaterial im Geschmack der Neuzeit zu 
bieten und es dem Accidenzsetzer zu ermöglichen, 
seinen Arbeiten eine geschmackvolle Ausstattung 
zu geben. 

Die Schriftgiesserei C. Kloberg vereinigt auf 
der beigelegten Probe 4 Garnituren Schwabacher 
Schriften, jede derselben in einer grösseren Anzahl 
von Graden und in klarem, gefälligem, modernisiertem 

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23 Satz und Druck unserer Probeblátter. 24 


Schnitt. Wir finden eine gewóhnliche, eine halbfette, 
eine fette und eine verzierte Schwabacher auf dem 
Blatt abgedruckt, daneben auch gleich ganz einheitlich 
aus diesen vier Schriften gesetzte Inseratbeispiele, 
die eben durch diese Einheitlichkeit, durch die vor- 
zügliche Deutlichkeit und durch den eleganten Schnitt 
der Schrift einen sehr guten Eindruck machen. 

Eine neue Einfassung, Sgraffitto-Einfassung be- 
nannt, finden wir von der Firma Paul Leutemann in 
Leipzig diesem Heft in Vorprobe beigegeben. Schon 
diese Vorprobe wird unseren Lesern beweisen, dass 
es sich um eine sehr reiche, práchtig gezeichnete 
Einfassung im grossen Stil handelt, die sowohl für 
kleinere, wie für ganz grosse Arbeiten bestens ge- 
eignet ist. Wir behalten uns eingehende Besprechung 
nach Erhalt der in Arbeit befindlichen Hauptprobe 
vor, móchten aber noch an dieser Stelle darauf 
hinweisen, dass auf der heutigen Probe die gróssten 
und effektvollsten Ecken nieht mit abgedruckt sind. 

Von der Schriftgiesserei Julius Klinkhardt 
erhielten wir den II. Band ihrer Oktav-Probe. Der- 
selbe umfasst zirka 400 Seiten gr. Oktav und ver- 
einigt auf denselben alle die zahlreichen und schönen 
Novitäten, welche die Firma in den letzten Jahren 
geschaffen hat. Bei Durchsicht des Bandes wird man 
der Giesserei das Zeugnis geben müssen, dass sie in 
rastloser, unermüdlicher Thätigkeit eine Fülle des 
Schönen, Gediegenen und Praktischen schuf und dafür 
alle Anerkennung verdient. Ein herrlich komponierter 
Haupttitel und zahlreiche Abteilungstitel, zu deren 
Satz schöne Einfassungen, Ornamente, Schriften und 
Linien in kunstvoller Weise verwendet wurden, 
schmücken den Band. Wir beglückwünschen die 
Firma Julius Klinkhardt zu dieser vortrefflichen Arbeit 
und wünschen ihr auch ferner gute Erfolge. 

Zum Schluss wollen wir noch bemerken, dass 
die Messinglinienfabrik von Hermann Berthold uns 
durch Lieferung der zur Einfassung der Schriftproben 
benutzten doppelfeinen Nonpareillelinien in den Stand 
setzte, diese Proben gleichmässig und einheitlich 
auszustatten. Wir danken der genannten Firma 
verbindlichst für die dem Archiv zugewendete schöne 
und solide Gabe. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


Der diesem Heft beigegebene Jahrestitel des nun 
beginnenden 28. Bandes unseres Archiv ist, wie der 
vorjáhrige nach einer Skizze des Herrn A. Watzulik 
in Altenburg in unserer Offizin gesetzt und gedruckt 
worden; seine Ausführung beweist wiederum die 


Begabung des Genannten für derartige Entwürfe 
und glauben wir wohl mit Recht sagen zu kónnen, 
dass sich dieser Titel durch einfache aber hóchst 
geschmackvolle Komposition auszeichnet und seinem 
Urheber alle Ehre macht. 

Zur Verwendung kamen hauptsüchlich neue 
schöne Materialien der Firma J. G. Schelter &: Giesecke, 
so die in Heft 12 des vorigen Jahrganges in voll- 
ständiger Probe abgedruckte Gotische Ranken-Ein- 
fassung, wie die neuen Gotischen Reihen- und Spitzen- 
Einfassungen; ferner fanden die neuen Züge und 
sonstiges Material (Initial, Verzierung unter der 
Hauptzeile, Linien etc.) der genannten Firma Ver- 
wendung. Die Strichlinien lieferte Zierow d: Meusch. 

Gedruckt wurde der Titel in chamois, blauem 
und braunem Ton, Bronzebraun, Schwarz und Gold. 
Sämtliche Farben hierzu lieferten Aast d: Ehinger 
in Stuttgart. 

Unsere Neujahrsgratulation wurde von Satz und 
geätzten Platten gedruckt, die uns ebenfalls die Firma 
d G. Scheller Æ Giesecke in freundlichster Weise 
überliess: die Zeilen in dem oberen Bande sind aus 
neuen Zierschriften dieser Firma, der Text aus der 
höchst gefälligen und klaren Zirkularschrift von 
Ludwig d Mayer gesetzt. 

Gedruckt wurde das Blatt in grtinlichem und 
blauem Ton, in blauem Lack. Rot, Rotschwarz, Schwarz, 
Gold und in grauem und gelbem Ton. Sämtliche 
Farben hierzu lieferte uns Hermann Gauger in Ulm. 

Blatt Dd. eine Adresskarte der Schriftgiesserei von 
Gustav Reinhold in Berlin ist in ihrer gesamten Aus- 
führung eine Arbeit der Piererschen Hofbuchdruckerei, 
Stephan Geibel d: Co.. in Altenburg, und speziell 
bezüglich des Satzes eine solche des Herrn A. Watzulik, 
der hier die Reinholdsche Kartuschen- Einfassung in 
höchst gefälliger Weise zur Geltung brachte und so 
den besten Beweis für deren Verwendbarkeit gab. 
Das ansprechende Kolorit verdankt diese Karte eben- 
falls dem geläuterten Geschmack des Herrn Watzulik 
und der Kunstfertigkeit ihres Druckers. 

Wir sprechen der Firma Gustav Reinhold unsern 
verbindlichsten Dank dafür aus, diese vortreffliche 
Arbeit der Piererschen Hofbuchdruckerei für unser 
Heft überlassen zu haben. 

Blatt B enthält zwei Karten, zu deren haupt- 
sächlichstem Schmuck Vignetten von Paul Leute- 
mann in Leipzig, Briiderstrasse 21, verwendet wurden. 
Diese Vignetten zeiehnen sich durch schóne und 
saubere Zeichnung wie durch vortrefflichen Schnitt 
aus, der alle die Feinheiten in wahrhaft künstlerischer 
Vollendung wiedergibt. Die Textschrift zu Karte 1 
lieferte uns Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei und 
die zu Karte 2 Genzsch «€t Heyse. Beide Schriften 


25 Zeitschriften- und Biicherschau. — Mannigfaltiges. 26 








gehören zu den gefälligsten Erzeugnissen der Neuzeit 
und erfreuen sich mit Recht besonderer Vorliebe in 
Buchdruckereien. 

Gedruckt wurde das Blatt mit einem Gränschwarz 
von Hermann Gauger in Ulm. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— Eine interessante Veróffentlichung, eine Gabe des 
berühmten Georg Ebers, hat soeben die Pressen der Firma 
Breitkopf & Härtel in Leipzig verlassen. Es sind die 
Hieroglyphischen Schriftzeichen der Ägypter, ein höchst 
wertvoller Beitrag zur Schriftenkunde, dem die ausführende 
Firma auch ein gediegenes, stilvolles Gewand bezüglich 
der gesamten Ausstattung, wie bezüglich der der einzelnen 
Teile desselben gegeben hat. Wenn der erste Teil des 
Werkes von besonderem Wert für den Gelehrten ist, so 
wird der Fachmann grosses Interesse dem angefügten 
»Verzeichnis der Hieroglvphentypen im Besitz der Buch- 
druckerei Breitkopf & Härtel zu Leipzige schenken und 
dieses ihm einen Begriff davon geben, welche Schätze die 
altberühmte Offizin birgt. 

— Meisterwerke der Holzschneidekunst aus dem Gebiete 
der Architektur, Skulptur und Malerei. 133/14#. Lieferung zu 
je 1 Mark. Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Die Meister- 
werke der Holzschneidekunst haben mit der 144. Lieferung 
ihren zwólften Band vollendet, und ist derselbe in seiner 
glanzvollen Austattung und mit seinem gediegenen Inhalt 
ein ebenbürtiger Genosse der früher erschienenen Bünde. 
Einer besonderen Würdigung der in dem Bande enthaltenen 
82 mustergültig ausgeführten Blätter bedarf es hier wohl 
nicht. Was der Titel verspricht, das bestätigt der Inhalt: 
»Meisterwerke der Holzschneidekunst«. Der Inhalt ist wie 
in den früheren Bänden möglichst ein vielseitiger und 
gegenständlich durch Nachbildung der vorzüglichsten Werke 
der Baukunst, Bildhauerkunst und Malerei bestimmt. Die 
Künstler, welche ihre Werke so trefflich vervielfältigt sehen, 
müssen der Verlagsanstalt dafür zu Dank verpflichtet sein, 
und der deutschen Holzschneidekunst erwächst eine will- 
kommene Förderung damit, dass ihr Gelegenheit zu so 
ausgedehnter Tháütigkeit geboten wird. — Der Preis für das 
einzelne Heft stellt sich auf 1 Mark. Die Verlagshandlung 
hat auch für den soeben vollendeten Band eine Einband- 
decke anfertigen lassen, welche reichen Gold- und Schwarz- 
druck auf Deckel und Rücken zeigt und 4 Mark kostet. Es 
beginnt der dreizehnte Band der »Meisterwerke«, welchem 
in nicht geringerem Mass wie den früheren das Interesse 
der kunstliebenden Welt, wie insbesondere der Buchdrucker 
als Kenner und Würdiger gediegenen Illustrationsdruckes 
sicher ist. 

— Ausführliches Handbuch der Photographie von Dr. Josef 
Maria Eder, Direktor der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt 
für Photographie und Reproduktionsverfahren in Wien. 
Zirka 40 Lieferungen à 1 Mark mit über 1000 Holzschnitten 
und 5 Tafeln. Halle, Wilhelm Knapp. Dieses gediegene 
Werk des rühmlichst bekannten Verfassers stellt das 
Gesamtgebiet der wissenschaftlichen und praktischen Photo- 
graphie in unerreichter Weise ebenso eingehend als über- 
sichtlich dar und ist unentbehrlich als Ratgeber für den 
praktischen Photographen und Photochemiker, sowie für 


den Konstrukteur von photographischen Apparaten und 
für jene Forscher, welche selbstständig den Weg des 
Experimentierens betreten wollen. Das Buch, dessen vorige 
Auflagen nach wenigen Jahren vergriffen waren, liegt nun 
in einer neuen Auflage vor uns und ist völlig umgearbeitet 
und vermehrt worden, so dass man mit Recht sagen kann, 
der auf diesem Gebiet reiche Verlag der Firma Wilhelm 
Knapp bietet hier wieder ein Werk von hervorragendem 
Wert und grossem Interesse. 


Mannigfaltiges. 


— Jubiläum. 25jähriges. Am 1. Oktober feierte Herr 
Buchdruckereibesitzer Friedrich Jasper in Wien das fiinf- 
undzwanzigjáhrige Bestehen seines Geschäftes, hochgeehrt 
an diesem Tage von seinem Personal und seinen zahl- 
reichen Geschiftsfreunden. Herr Jasper ist nicht nur einer 
der hervorragendsten Buchdrucker der Gegenwart, er gehört 
auch zu den Fachgenossen, welchen das Gedeihen unserer 
Kunst in jeder Hinsicht wahrhaft am Herzen liegt und für 
das er unermüdlich thätig ist. Der verehrte Herr Jubilar 
möge uns gestatten, dass wir ihm, bisher ohne Kenntnis von 
diesem festlichen Ereignis, noch nachträglich unsere besten 
Glückwünsche übermitteln, seinem Geschäft weiteres Blühen 
und Gedeihen und seiner Thätigkeit im Dienste unserer 
Kunst reichen Segen wünschend. 

— Einen neuen Preiskurant in gefälliger Ausstattung 
versandte die Farbenfabrik von Gebr. Jänecke d Fr. Schnee- 
mann in Hannover. Die Erzeugnisse dieser Firma sind 
bezüglich ihrer Güte so bekannt, dass wir zu deren Em- 
pfehlung nichts weiter zu sagen brauchen. Die Fabrik 
versendet diesen Preiskurant auf Verlangen gern an alle 
diejenigen unserer Leser, welche noch nicht in den Besitz 
desselben gelangt sind. 

— Die Farbenfabrik von Bett d Philippi in Hamburg- 
Stassfurt legt dem heutigen Heft eine Probe ihres Briisseler 
Blau und Hamburger Rot bei. Diese brillanten Farben 
sind nach den Angaben der Fabrik lichtecht, leicht aus- 
giebig und lackierfähig, dürften sich also ganz besonders 
für Farbendruck eignen. Die Herren Beit & Philippi 
bringen auf dem Probenblatt zugleich ein neues Fabrikat, 
ihren Glanzfirnis zur Verwendung, dessen vielfache Vorzüge 
auf dem Musterblatt ersichtlich sind. Die eine Hälfte der 
darauf abgedruckten Plakatbuchstaben ist nämlich mit 
diesem Glanzfirnis überdruckt und gibt den Farben einen 
wirkungsvollen, lackartigen Glanz. Dieser Firnis druckt 
ganz gleichmässig (ohne Blasen) bricht nicht und behält 
dauernd seine Frische. Da seine Anwendung sonach eine 
sehr einfache ist, so dürfte er bald allgemeine Verwendung 
finden. 

— Von der Messing- und Hartguss - Schriftgiesserei 
Edm. Koch & Co., vorm. Alb. Falckenberg & Co. in Magde- 
burg erhielten wir das reichhaltige Musterbuch einer 
hervorragenden Neuheit ihrer Anstalt, die in der That 
alle Beachtung verdient. Es sind dies Plakatschriften in 
Grab- und Hohlschnitt zur Herstellung von Reklamekarten, 
Reklameschildern und Schaufensterplakaten in höchst gedie- 
gener Ausführung und von prächtiger Wirkung. Die meist 
auf dickem schwarzem Kartonpapier hergestellten Schilder 
zeigen die in Blattgold gedruckte Schrift hochglänzend und 
eckig vertieft geprägt in ansprechender und auffälliger Weise 


27 Mannigfaltiges. 28 








und erfüllen ihren Zweck, die Aufmerksamkeit des Publikums 
zu erregen, bestens. Wir machen unsere Leser auf diese 
Novität genannter Firma hiermit besonders aufmerksam. 

— Das Litterarische Institut Dr. M. Huttler (Konrad 
Fischer) in München übersendet uns einen in ihrem Verlage 
erschienenen »Gotischen Kalender« und einen »Almanach 
national de Jeanne d'Arc«, beide für 1891 bestimmt und 
in altem Stil gedruckt. Beigefügt ist ein farbiges Plakat 
für den Volksgarten in Nymphenburg-München, dessen 
schóne Zeichnung und reiches Kolorit die Bewunderung 
jedes Beschauers erregen wird. Alle diese Arbeiten lassen 
die Sorgfalt erkennen, welche die genannte renommierte 
Offizin ihren Druckerzeugnissen angedeihen lässt. 

— Internationale Buch- und Papiergewerbe-Ausstellung. 
Die bereits vor einigen Monaten angekündigte »Internationale 
Ausstellung der Buch- und Papiergewerbe und verwandten 
Zweige« in der kóniglichen Agricultural Hall zu London 
ist nunmehr auf den Zeitraum vom 16. bis 31. März 1891 
festgesetzt worden. Für Deutschland und Oesterreich- 
Ungarn ist eine besondere Meldestelle bei G. Hedeler in 
Leipzig, Poststrasse 3 errichtet, von welcher Zirkulare und 
Anmeldungsformulare mit deutschem Text erhältlich sind. 

— $ Messinglinien werden in der Regel dann Grünspan 
ansetzen, wenn deren Aufbewahrung an einem wenn auch 
nur wenig feuchten Orte geschieht, oder wenn sie beim 
Ablegen nicht von der anhaftenden Nässe befreit worden 
sind. Um den Grünspan zu beseitigen, legt man die Linien 
eine oder zwei Stunden in ein zur Hälfte aus Wasser und 
zum anderen Teile aus Chlor bestehendes Bad. Hierauf 
werden sie mit reinem Wasser abgespült, gut abgetrocknet 
und an einen warmen Ort zum Trocknen gebracht. Sollten 
sich dennoch Spuren von Unsauberkeit zeigen, so ist 
dieselbe Prozedur zu wiederholen. Keinesfalls darf aber 
das Bad eine zu starke Dosis Chlor enthalten, da in diesem 
Falle die Bildfläche der Linien lädiert würde. 

— $ Das übermässige Zusammenhaften des Satzes be- 
seitigt man dadurch, dass man die betreffenden Formen 
mit Glycerin einpinselt. Nach mehrstiindigem Aufweichen 
der Farbe erfolgt ein Waschen der Form mit lauwarmem 
Wasser und sodann ein Abspiilen mit klarem Wasser. 

— $ Um kleine, leicht zu erwärmende Eisenteile von 
Rost zu befreien, gibt die Pap.-Ztg. folgendes Mittel an: 
Man nehme ein Stück Bienenwachs, binde es in einen nicht 
zu dichten Lappen und verreibe es auf dem warmen Eisen, 
welches infolgedessen einen feinen Wachsüberzug erhält. 
Mit einem zweiten Lappen, den man in pulverisiertes Koch- 
salz getaucht, reibe man das Wachs und Eisen ab, und 
die Wirkung wird eine augenfällige sein. 

— $ Ein französisches Fachblatt erzählt seinen Lesern 
von folgendem buchhändlerischen Kuriosum: Vor kurzem 
erschien im Verlage einer bekannten Firma ein Werk, das 
vermöge seiner sonderbaren Gestaltung in nicht geringem 
Masse die Aufmerksamkeit der Autoren und Bücherlieb- 
haber auf sich lenkte. Es ist dies ein Band Novellen in 
Miniaturformat mit dem Haupttitel »double face«. Beim 
Erfassen des Buches gewahrt man zunüchst auf der Vorder- 
seite den Titel des Buches und beim Blättern den rotbraun 
gedruckten Text, was ja an und für sich nichts Absonderliches 
wäre, wenn nicht plötzlich bei Seite 109 ein auf dem Kopfe 
stehendes, blau gedrucktes Inhaltsverzeichnis mit vielen 
ebenfalls blau gedruckten und verkehrt stehenden Text- 
seiten folgte. Auf den ersten Blick wird man hier ein 
Versehen des Buchbinders vermuten, dem ist aber nicht 
so, der Verleger hat ganz einfach etwas Neues bieten 


wollen, und wer möchte wohl behaupten, dass diese Idee 
nicht neu wäre. Fängt man von vorne an zu lesen, hat 
man ein Werk für sich in rotbraunem Druck, dreht man 
dasselbe herum, wieder ein solches in blauem Druck, beide 
Werke aber mit gänzlich verschiedenem Inhalte, und was 
die Hauptsache ist, beide von vorne anfangend. Obgleich 
wir eine häufige Nachahmung dieser Methode bezweifeln, 
wird man doch zugeben, dass sie ein origineller Beweis 
der buchhändlerischen Findigkeit ist. 


Briefkasten. 


Herrn A. K. in Stuttgart. Es freut uns, dass Sie «ich wieder unserer 
erinnern und uns mit einigen Ihrer gediegenen Arbeiten beschenken. 
Nehmen Sie verbindlichsten Dank dafür; wir werden nicht verfehlen 
von der uns erteilten Erlaubnis Gebrauch zu machen. — Herrn P. in 
Ludwigsburg. Nehmen Sie ebenfalls unsern Dank für die übersandten 
Arbeiten, die uns durch ihre vortreffliche Satz- wie gediegene Druck- 
ausführung sehr erfreuten. Die für den Kalender verwendeten Ton- 
farben hätten wir etwas kräftiger und wärmer gewünscht, die Arbeit 
würde dadurch sehr gewonnen haben. Das Briefköpfchen aus der 
Sanssouci-Einfassung ist ganz besonders hübsch. — Druckerei J. O. in 
Groningen. Ihre beiden Arbeiten zeigen das beste Bestreben, Gediegenes 
zu leisten, — Herrn A. B. in Neuhaldensleben. Die Druckausführung 
Ihrer Umschläge für kartonierte Werke ist, wenn auch nicht neu, 
doch immerhin eine ganz originelle und gefällige. Insbesondere gefällt 
uns der Umschlag für »Ernst und Humor« durch die dafür verwendete 
genarbte Platte. Sie würden uns zu Dank verpflichten, wenn Sie 
uns mitteilten, welcher Art diese Platte war. Verwandten Sie auch 
dazu eine Mäsersche Tonplatte, oder machten Sie für diesen Zweck einen 
Abguss von Chagrinpapier oder -Leinwand. oder druckten Sie direkt 
von diesen Materialien? Das »Waldmärchen« zeigt übrigens einen sehr 
gefälligen Satz und saubern Druck. — Herrn R. W. in Offenbach. Wir 
empfingen Ihre ansehnliche und gefällige Probensendung und danken 
Ihnen bestens dafür. Es freut uns, durch dieselbe gleich die zahlreichen 
Neuheiten Ihrer Giesserei kennen zu lernen. — Herrn A. K. in Berlin. 
Entwürfe gediegener Accidenzarbeiten nehmen wir gern an und 
honorieren sie auch entsprechend. Senden Sie das Beste was Sie 
haben. Nicht Entsprechendes folgt zurück. 





Inhalt des ı. Heftes. 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker. — Unsere Lehrlinge. — 
Kempes kleiner Stereotypieapparat. — Schriftprobenschau. — Satz und 
Druck unserer Probeblätter. — Zeitschriften- und Bücherschau. — 
Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aceidenzmuster im Text: 2 Neujahrs- 
karten. — 1 Titel. — Beilagen: 1 Blatt Titel. 4 1 Blatt Neujahrs- 
gratulationi’— 1 Blatt Adresskarte./— 1 Blatt Karten.) 1 Beilage 
von Wilhelm Gronaus Schriftgiessereif — 1 Beilage von C. Kloberge 
— 1 Beilage von Paul Leutemann. [—— 1 Beilage von F. M. Weilers 
Liberty Machine Works,/— 1 Beilage von Beit & Philippi. / 


Das Heft enthält im Ganzen 9 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. BE» Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2, Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. - 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Lündern 
M. 1440. Nach komplettem Erscheinen Preís pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf Bei hüufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr, Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M, 25 ete, 

Novitaten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben,  Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc,, wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 





Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
& Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig, auf einer 
Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf., Johannisberg a. Rh. 


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Ich empfehle dieselben der ganz besonderen Beachtung der Herren Buchdruckereibesitzer für 
thre strebsamen Lehrlinge, Volontäre und Gehilfen, sowohl Setzer wie Drucker und versende auf 
Wunsch Kataloge sofort gratis und franko. Der Katalog sei hiermit auch allen Angehörigen der 
graphischen Künste empfohlen. 


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= Erklärung. 


Mit Bezug auf die vielfachen Anpreisungen von Tiegeldruckpressen unter den Namen 
System Liberty, verbessertes System der Original Liberty, verbess. amerik. Offizial Original- 
Liberty etc. etc., erklären wir hiermit, dass alle solche Maschinen mit der F. M. Weilers 
Liberty-Maschine nichts gemein haben. Es sind das zum Teil nur Nachahmungen unserer 
Original-Maschinen, zum Teil Machinen, welche in nichts an die Konstruktion der unserigen 
erinnern. 


Alle unsere Original-Maschinen tragen auf der Hauptwelle unsere Firma eingestempelt 
und ausserdem auf dem Schwungrad oder auf dem Hauptgestell unsere Firma eingegossen. 











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A. Archiv fiir Buchdruckerkunst. 28. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


Gedruckt auf einer Original-Liberty-Tiegeldruckmaschine meiner Handlung. 





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wird hiermit zu der am 27. Oktober d. cJ. stattfindenden 







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Jreibjagd auf dem Revier - &freilholz Sowie zu 
dem darauf folgenden Diner im Hotel Our Giche’ 


ergebens! eingeladen. 


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‚Gewehre, OM fen und AREA Jeder Hr Sagdansiige, Angela und alle 
sonsligen Aschereiutensilien in bofler Ausführung. 








B. Archiv für Buchdruckerkunst. 28. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


Gedruckt auf einer Original-Liberty-Tiegeldruckmaschine meiner Handlung. 


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(Gesetzlich geschiitzt.) 


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Vorliegende Einfassung, 


entworfen im Stile italieni- 
scher Renaissance, besteht 
in ihrer Gesammtheit aus 
9 Reihen-Einfassungen und 
21 Eck- und Ansatzstücken, 
letztere, um ihre Haltbarkeit 
zu erhóhen, in galvanischen 
Niederschlägen. 


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in einigen Wochen zum Versandt 

fertigen grossen Anwendungsblatte 

mit vollständigem Verzeichniss der 

Figuren und Angabe der Preise 

ersehen, welches ich seiner Zeit 
zu verlangen bitte. 


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No. 3784 M. 4.50. 






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Lebensbilder berúhmter alter 
Buehdrucker. 
2. Christoph Plantin. 


eboren 1514 zu Montlouis bei Tours in 

Frankreich, gestorben am 1. Juli 1589 zu 

Antwerpen. Plantin, einer der hervor- 
ragendsten Buchdrucker in alter Zeit errichtete im 
Jahre 1555 in Antwerpen eine 
Druckerei, nachdem er die Kunst 
vermutlich in Paris erlernt hatte. 
Bald war seine Offizin eine der 
grössten und ausgezeichnetstenihrer 
Zeit, und ihre Einrichtung mit fremd- 
sprachlichen Lettern machte es 
ihr möglich, Werke in allen damals 
in Europa bekannten Sprachen zu 
drucken und diesen Drucken eine 
vorzügliche typographische Aus- 
stattung zu geben, der man vor 
allen Dingen Eleganz und Korrekt- 
heit nachrühmen konnte. Unter der 
grossen Masse seiner Druckerzeug- 
nisse ist das hervorragendste die 
»Biblia polyglotta« (8 Bde.), welche unter der persón- 
lichen Aufsicht des Hofkaplans Philipp II. von Spanien, 
Arias Montana hergestellt wurde. 

Während des spanisch-niederländischen Krieges 
wendete sich Plantin mit einem Teil seiner Ant- 
werpener Druckerei nach Leyden und überliess 
die Leitung des zurückgebliebenen Teiles seinem 
Schwiegersohne Franz Raphelengh, diesen jedoch, 
als er sich selbst später wieder nach Antwerpen 
zurückwandte, nach Leyden sendend, um die dort 
errichtete Druckerei weiter zu führen. 

Plantin hinterliess seinen drei Töchtern die bei 
seinem Tode existierenden drei Druckereien in 





Christoph Plantin. 





Antwerpen, Leyden und Paris. Die erstere erhielt der 
Gatte der zweiten Tochter, Johann Mourentorff 
(Moretus), die zweite Raphelengh und die dritte der 
Gatte der jüngsten Tochter Gilles (Aegidius) Bey. 
Das Druckerzeichen Plantins ist eine Hand, die 
einen ausgebreiteten Zirkel und die Inschrift »Labore 
et constantia« trägt. Die Stadt Antwerpen hat im 
Jahre 1875 das Haus Plantins und das von seinen 
Nachfolgern angelegte Museum käuflich erworben. 


Unsere Lehrlinge. 


Von 


Hermann Hoffmann in Berlin. 


(Schluss.) 


Das erste Lehrjahr. 


Aus dem Zustande der Freiheit 
heraus, die ein Schulkind geniesst, 
darf der Knabe nicht sofort längere 
Zeit nacheinander an den Kasten 
gestellt oder an der Maschine be- 
schäftigt werden. Man lasse den 
Lehrling oftmals kleine Botengänge machen, damit 
die Brust voll frische Luft gepumpt wird. Auch 
ist es nur von Nutzen für den Knaben, wenn 
er ab und zu in anderen Betriebszweigen kleine 
Handreichungen thun muss. 

Setzerlehrlinge dürfen sich das Fehlermachen 
nicht angewöhnen, sie müssen namentlich gehalten 
werden, nichts zu setzen, was sie nicht selbst ver- 
stehen — von fremdsprachlichem Satz natürlich 
abgesehen. Die billige Ausgabe von Heyses Fremd- 
worterbuch (M. 3.50) muss jeder Lehrling sich an- 
schaffen und bei jedem fremden Ausdruck gebrauchen ; 
man lasse beim Korrekturlesen den Lehrling vor- oder 
3 


43 Unsere Lehrlinge. 4 


nachlesen und frage bei Fremdwórtern nach deren 
Bedeutung. Schlechte Ausschliessung und andere 
Pfuscherei muss gerade im ersten Jahre streng ver- 
pont sein. Unarten gewóhnt man sich leichter an 
als ab. 

Man gebe dem Lehrling Gelegenheit, die er- 
worbenen Fähigkeiten zu äussern. Er bedarf der 
Anregung wie jeder andere Mensch. Vorhandener 
Ehrgeiz muss geweckt werden, derselbe ist ein vor- 
zügliches Mittel, vorwärts zu kommen. Das Auge 
Dessen, der eine Druckerei leitet, muss auf Lehrlinge 
besonders wachsam ruhen. Strenge ist nur dann 
von erziehlichem Werte, wenn sie nicht der Laune 
unterliegt, sondern sich mit Gerechtigkeit paart. 

Man soll das Tadeln nicht lassen, aber man 
darf auch verdientes Lob nicht unterschlagen, beides, 
wo es am Platze ist. Der Tadel sei nicht roh und 
äussere sich nicht in lauten Schimpfworten. Wer 
sich nicht gehen lässt, der trifft mit einigen miss- 
billigenden Worten tiefer als ein Anderer mit den 
gróbsten Superlativen. Der Zorn muss aus dem 
Verkehr mit Lehrlingen verbannt werden, denn er 
führt zu lücherlichen Übertreibungen. Ich kannte 
einen gutmütigen Drucker, der, wenn ihm ein Lehr- 
ling etwas nicht recht machte, sich also äussern 
konnte: »Ich breche Dir die Knochen im Leibe kaput!« 
Man soll nie etwas androhen, was man nicht auch 
auszuführen vermag und Willens ist. 

Als Antriebsmittel habe ich das Prämiensystem 
erfolgreich angewandt. In die Hand des Faktors 
muss es gelegt sein, für gute Einzelleistungen oder 
eine gute Gesamtführung kleine Prämien — bis zu 
50 Pfg. pro Woche und Lehrling — zu gewähren. 
Der Ausfall derselben trifft faule oder störrische 
Knaben empfindlicher als die härteste Strafe, die 
man sonst wohl verhängen könnte. In den Lehr- 
jahren bedeuten 50 Pf. ein Kapital. Die Prämien 
müssen von Fall zu Fall, also nicht ein für alle Mal 
gewährt werden. 

Bei diesem ganz vortrefflichen Mittel, das mit 
lautloser Sicherheit wirkt, fährt der Prinzipal am 
besten. Wohlerzogene, fleissige Lehrlinge sind ein 
Segen für das Haus und verdienen die geringe 
Wochenprämie zehnfach wieder. Man sei in diesem 
Falle nicht engherzig, oder man ist es zu seinem 
eigenen Schaden. 

Die Macht des Faktors wird mit dem Prämien- 
system ungemein gehoben. In Geschäften mit 4 — 5 
Lehrlingen ist es dem Leiter oft sehr schwer, die 
Ordnung aufrecht zu erhalten; ein nichtsnutziger 
Junge verdirbt die anderen mit. Auch hier wirkt 
der Prämienausfall Wunder — gegen dieses Straf- 
mittel können weder überzärtliche Eltern etwas 


einwenden, noch kann man die Polizei dagegen 
anrufen. 

Wird ein Knabe unter Aufsicht von Abteilungs- 
vorstehern oder von Gehilfen gestellt, so muss man 
tägliche Berichte über das Verhalten des Lehrlings 
einfordern. 


In den folgenden Lehrjahren 


ist das Arbeitspensum nach den Fähigkeiten des 
Lehrlings zu bemessen. Bestimmte Vorschriften 
können dafür nicht gegeben werden. Man sollte nun 
aber anfangen, dem Lehrling Aufgaben zu stellen. 
Für Setzer kann die Berechnung von Formatbreiten 
nach vorliegenden Manuskripten, die Einteilung von 
Tabellen und manches Andere als Erziehungsmittel 
dienen. Später sollte man fortgeschrittenen Lehr- 
lingen das Fertigstellen von kleinen Werken, Zeit- 
schriften u. dgl. überlassen, unter Zuteilung der dafür 
nötigen Hilfskräfte. So gibt es tausend Arten, in 
denen an das Fassungsvermögen des Lehrlings, an 
die Fähigkeit desselben, eine Arbeit zu übersehen, 
starke Anforderungen gestellt werden können. 

Dabei darf der Lehrling nicht in einer Abteilung 
bleiben, sondern er muss an alle Arbeiten, auch die 
schwierigsten, herangenommen werden. Die ein- 
seitige Ausbildung als Werk-, Zeitungs-, Anzeigen- 
oder Accidenzsetzer, ebenso die dauernde Arbeit eines 
Druckerlehrlings an einer und derselben Maschine 
liegt zwar im geschäftlichen Interesse des Prinzipals, 
ist aber ein grober Vertrauensbruch. 

Schon im zweiten Lehrjahre sollten die Lehr- 
linge in passenden Stunden mit in den anderen 
Berufszweigen beschäftigt werden. Setzerlehrlinge 
gebe man vielleicht an zwei halben Tagen in jeder 
Woche oder wie es sich sonst einrichten lässt, in 
den Maschinensaal. Druckerlehrlinge stelle man ab 
und zu an den Kasten. Nicht dass ein Buchdrucker, 
wenn er ausgelernt hat, Alles wissen soll — er muss 
Eins gründlich verstehen und in den anderen Fächern 
sich zur Not helfen können, Wie unendlich schwer 
ist es mir und Anderen geworden, den Sprung zu 
machen vom Setzer zum Faktor! Und wie manche, 
die nicht den Mut haben, einen Fehlschlag zu ver- 
winden, scheitern an dieser Klippe! 

Der Farbendruck wird, soweit die Lehrlinge 
damit zu thun haben, immer nur en passant behandelt. 
Nicht allein die Anordnung und rationelle Ausniitzung 
der Farben in einer Drucksache, auch die druck- 
technische Behandlung derselben ist fiir Setzer wie 
Drucker wissenswert, für den letzteren natürlich 
mehr als für den Ersten. Über die »Gesetze« der 
Farbenharmonie ist, seit die Physiker sich der Sache 
bemächtigt haben, ein völliges Dunkel gebreitet. 


45 Unsere Lehrlinge. 46 





Das Licht, welches einer der Herren Professoren auf- 
steckt, wird von einem andern Gelehrten als Irrlicht 
bezeichnet. Infolgedessen kann man an den Wert 
oder Unwert der Komplementärfarben glauben, an 
drei, vier oder sieben Grundfarben u. dgl. mehr, je 
nachdem man zur Fahne des einen Doktors und 
Professors der Physik schwört oder zu der des 
andern. Die Malkunst hat sich um diese Wider- 
sprüche nie gekümmert und sie hat sehr wohl daran 
gethan. Aber in den technischen Künsten hat die 
Verwirrung infolgedessen einen hohen Grad ange- 
nommen. Ich komme an anderer Stelle darauf 
zurück. 

Nicht allein in den beiden Hauptabteilungen 
sollte ein Lehrling unterrichtet werden, er muss mit 
Allem bekannt gemacht werden, was ihn dereinst 
befähigen kann, eine Druckerei zu leiten. Besonders 
wichtig ist für beide Gruppen, Setzer wie Drucker, 
die Kenntnis der Papiere. Es ist viel wert, wenn 
man nach Durchsehen, Reinheit und »Griff« den 
Wert eines Papieres beurteilen kann oder wenn man 
weiss, wie die Papiere sich im Gebrauch verhalten. 

Sind Spezial- oder Hilfsmaschinen im Geschäft 
vorhanden, so muss der Lehrling, gleichviel ob Setzer 
oder Drucker, damit bekannt gemacht werden. Ein 
Ausgelernter muss Papier schneiden, perforieren, 
drahtheften können u. dgl. mehr. Er soll auch 
etwas von der Buchbinderei verstehen. Diese weiter- 
gehenden Kenntnisse muss man natürlich nicht Kna- 
ben aufbürden, die aus Phlegma oder Beschränktheit 
sich niemals über eine Mittelstufe erheben werden. 
An geistig hervorragenden Lehrlingen aber würde 
man eine Sünde begehen, wollte man dieselben nicht 
in einer Zeit in diese Dinge einweihen, wo der Mensch 
aufnahmefähig und lernbegierig ist. 

Accidenzsetzer sind namentlich im zweck- 
mässigen Arrangement von Drucksachen auszu- 
bilden. Als zweckmässig zu erachten ist die beste 
Verwirklichung der Wünsche des Bestellers, die 
geschickteste Wahrung seiner Interessen. 

Das Augenmerk junger Accidenzsetzer ist auch 
auf diejenigen Hilfsverfahren zu richten, die einfach 
und billig genug sind, um eine allgemeine Einführung 
zu sichern. Neben der Herstellung von Tonplatten 
aus Papier und Mäsers Kreideplatten muss der 
Messerholzschnitt ein obligatorischer Lehrgegenstand 
in Druckereien werden. Kenntnisse im Stereotypieren, 
in Zinkätzung und anderen Hilfsverfahren würden, 
wenn sie nicht zu weit gehen, keinem Buchdrucker 
schaden, sei es auch nur, um seinen Gesichtskreis zu 
erweitern. 

Druckerlehrlinge müssen nicht nur im Gebrauche 
der vorhandenen Druckmaschinen unterrichtet und 


mit den Funktionen der einzelnen Teile derselben 
bekannt gemacht werden, man sollte auch diejenigen 
Druck- und Hilfsmaschinen mit in den Kreis der 
Betrachtung ziehen, welche man aus Abbildungen 
oder sonstwie kennen gelernt hat. Die Waldowsche 
Encyklopädie bietet hierfür reiches Material und die 
Fachschriften, besonders die amerikanischen, aus 
dem klassischen Lande des Druckmaschinenbaues, 
erhalten den Lehrer fortwährend auf dem Laufenden. 
Ich bezweifle jedoch selbst, ob sich überall Jemand 
finden wird, der neben den nötigen Kenntnissen das 
Lehrtalent für dieses schwierige Fach besitzt. Dann 
aber sollte man den Lehrlingen das Material in die 
Hände geben. 

Neben der eigentlichen Maschinenkunde ist eine 
kleine Praxis in der Behandlung der Metalle, also ein 
kurzer Kursus in der Geschäftsschlosserei, sehr zu 
empfehlen. Leute, denen man die teueren Druck- 
maschinen anvertraut, dürfen nicht ganz ohne dies- 
bezügliche Kenntnisse sein. 

Wer es kann, der möge seine Druckerlehrlinge 
frühzeitig daran gewöhnen, sich selbst zu helfen. 
Wie oft ist es mir und Andern passiert, dass der 
Drucker ratlos vor einer Erscheinung stand, die er 
sich nicht erklären konnte. Dann heisst es: »Die 
Sache geht nicht!« Der Prinzipal oder Faktor ist 
übel daran, der in solchen Fällen nicht weiter sehen 
kann, als sein Drucker. 

Über gewisse Vorkommnisse, wie z. B. dass die 
Form nicht ausdruckt oder schmitzt, dass die Walzen 
nicht Farbe nehmen oder ungleich abgeben, dass an 
Schnellpressen die Bogen nicht in die Höhe kommen 
oder an Tiegeldruckpressen, die mit Greifern statt 
Rähmchen arbeiten, die Anlage nicht genau wird, 
u. s. w., lasse man die Lehrlinge nachdenken und 
den Grund ermitteln. 

Ein Setzer, der sich zum Faktor ausbilden will, 
muss dergleichen auch wissen, aber er wird diese 
Dinge nicht in seiner Lehrzeit lernen können, sondern 
durch Selbststudium. Zweierlei hilft in manchem 
kritischen Fall: Augen offen halten und nachdenken! 

Ich will noch einer Unsitte gedenken, die sich 
in den meisten Druckereien eingebürgert hat — die 
Fachblätter, soweit solche gehalten werden, fein 
säuberlich einzuschliessen, damit sie ja nicht schmutzig 
werden. Druckereien, die Lehrlinge haben, sind 
moralisch verpflichtet, 2—3 Fachblätter zu halten, 
damit die jungen Leute sehen, wie es draussen zu- 
geht. Die schön gebundenen Bände alten Datums 
werden, auch wenn sie später zugänglich sein sollten, 
nie gelesen und haben darum keinen Zweck. Welche 
Hilfe gibt man aus der Hand, wenn man auf die 
Unterstützung durch die Fachpresse in der Erziehung 

3 * 


47 Unsere Lehrlinge. 48 


der jungen Leute verzichtet! Die Hefte miissen sofort 
nach Einlauf in Deckel gebunden und erst den Lehr- 
lingen, dann den Gehilfen gegeben werden. Wichtige 
Artikel müssen seitens der Geschäftsleitung ange- 
strichen und mit angehängten Bemerkungen versehen 
werden. Über besonders interessante Aufsätze müss- 
ten die Lehrlinge schriftliche Gutachten und eigene 
Äusserungen abgeben. Die beste Beantwortung würde 
nach vorgedachter Art zu prämiieren sein. 





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Die Prüfung würde eine mündliche sein müssen und 
den Gehilfen, den Eltern, vielleicht auch dem grossen 
Publikum zugángig sein kónnen. 

Die vorstehenden Auslassungen werden gewiss 
manchen Nutzen stiften, aber sie werden auch offenen 
und geheimen Widerspruch erfahren. Der letztere 
ist der schlimmste, denn man kann ihn nicht wider- 
legen und es bleibt beim Alten. Aber ich würde 
es schon als Gewinn betrachten, wenn man sich 





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Vignette von J. G. Schelter & Giesecke, Schriften und Einfassungen von 


diversen Giessereien. 


Allmonatlich kónnen Lehrlingskonferenzen ein- 
berufen werden, denen die Gescháftsleitung prásidiert. 
Bei diesen Zusammenkünften würden zurückgelegte 
Themata aus Fachbláttern oder aus dem Gescháfts- 
betriebe erórtert werden kónnen. Tüchtige Lehrlinge 
kónnte man vertretungsweise prásidieren lassen und 
damit besonders auszeichnen. 

In grossen Geschäften würden alljährlich Lehr- 
lingsprüfungen abzuhalten sein, zu denen schriftliche 
Arbeiten oder Entwürfe gefertigt werden könnten. 


manchenorts seiner Pflichten gegen die Lehrlinge 
wieder erinnerte. 

Dass die auch nur oberflächliche Kenntnis der 
von mir geforderten Dinge für einen Buchdrucker 
unnötiger Ballast sei, wird dennoch Niemand behaup- 
ten wollen, nur wird man einwenden, dass dadurch 
die Hauptausbildung in einer Richtung vernachlässigt 
werde. | 
Die reine Technik des Setzens oder des Druckens 
aber ist schnell gelernt und wo hátte man, ausser in 


49 


der Lehrdruckerei, Gelegenheit sich die geforderten 
weiteren Kenntnisse anzueignen? Mögen selbst die- 
jenigen Spezialisten, die ihr beschränktes Fach 
gründlicher gelernt haben, als die nach meinem 
Rezept Ausgebildeten, in einem augenblicklichen 
Vorteil sein, sobald es sich um eine gut bezahlte 
Lebensstellung handelt, sind diese mit ihrer Summe 
von Allgemeinwissen jenen gegenüber gewaltig vor 
und nicht wieder einzuholen. Bekanntermassen wird 
auch die Selbstausübung des Berufes seitens eines 
Faktors sehr selten verlangt — es genügt schon, 
wenn derselbe die Fähigkeiten seiner Leute zu 
schätzen weiss. 







Werkzeugbrett und Walzenhalter für Schnellpressen. 


50 


gewaschen werden. Nach dem Waschen kann man 
dieselben nicht sofort wieder in die Maschine legen, 
und da wohl selten ein bestimmter Ort dafür ange- 
wiesen ist, so lehnt man sie eben dahin, wo Platz ist: 
mit dem einen Spindelende an die Wand, an die 
Maschine etc., während das andere auf dem Fuss- 
boden ruht. Die natürliche Folge ist zunächst eine 
Beschädigung der Wand oder der Maschine sowie 
des Fussbodens, sodann gleiten die Walzen leicht aus 
und beschädigen sich dabei und schliesslich versperren 
sie den Weg, ganz abgesehen von dem unschönen 
Anblick, den es gewährt, wenn die Walzen in allen 
Ecken und Winkeln herumliegen. 





=$- Gegründet im Jahre 1852. 











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Berlin. 


Unter den Linden 26. 


Ynhaber: Alexander Wangermann. 


Vignetten von Paul Leutemann in Leipzig, Schriften von diversen Giessereien. 


Wir haben Regeln über alle möglichen Dinge, 
möchten die Typographischen Gesellschaften oder 
die Prinzipalvereine auch dieses Thema in Angriff 
nehmen. Dazu sollte das Vorstehende den Anlass 
bieten. 


Werkzeugbrett und Walzenhalter 
für Schnellpressen. 
Von Moritz Wunder in Braunschweig. 
ena mússen die in der Schnellpresse, also 
in Gebrauch befindlichen Walzen auch bei 


Verwendung englischer Masse im Laufe der Woche 
öfter, am Schlusse derselben aber jedenfalls 


Ganz ähnlich ist es mit den zu der Maschine 
gehörigen Schraubenschlüsseln, Hammer, Klopf- 
holz etc. Auch sie haben keinen bestimmten Platz, 
und man sieht sehr häufig allerlei Vorrichtungen an 
den Maschinen, die sich die Maschinenmeister zurecht 
gemacht haben, um dem Mangel wenigstens einiger- 
massen abzuhelfen. 

Viel zweckmässiger ist aber ein Werkzeugbrett, 
welches am besten links vom Anleger mittels zweier 
Schrauben an das Seitengestell befestigt wird. Ver- 
sieht man dasselbe etwas vom oberen Rande entfernt 
mit einer schmalen Leiste, so kann man durch 
Einschnitte und ausgemeisselte Löcher alleSchrauben- 
zieher etc. leicht und bequem fassbar unterbringen; 
gleichfalls wird durch eine am unteren Rande 


51 Werkzeugbrett und Walzenhalter fiir Schnellpressen. — Engelens typenlose Setzmaschine. 


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anzubringende zweite Leiste Raum zum Aufstellen 
des Klopfholzes, eventuell der Waschbürste und des 
Ausschlusskastens geschaffen, letzterer zur Aufnahme 
der Quadraten etc. bestimmt, welche die Maschinen- 
meister bei Regelung der Formen auf dem Fundament 
gern zur Hand haben. 

Was nun die Unterbringung der Walzen betrifft, 
so wird sich dieselbe je nach der Konstruktion der 
betreffenden Schnellpresse etwas anders gestalten. 
An den König & Bauerschen einfachen Maschinen z.B. 
ist der freie Raum des Seitengestells links vom 
Anleger, also unterhalb des Werkzeugbrettes sehr 
gut zum Anlegen der Reibwalzen geeignet, da die 
Länge derselben mit der Breite dieses Raumes über- 
einstimmt. Es bedarf nur des Anschraubens zweier 
Haken an den Verbindungsstellen der Seiten- mit 
den Quergestellen. 


federnden ‘?-Haken oder durch einfache Schlitz- 
leisten gebildet werden. Wir wenden einen der Form 
der Schlitzleiste nachgebogenen Eisendraht an, der 
durch zwei Verbindungsstangen an dem Seitengestell 
befestigt wird. Letzteres erhält an der inneren Seite 
zwei — Lförmige Halter angeschraubt, in welche die 
Stangen geschoben werden, die natürlich an der 
betreffenden Stelle eine Verdickung erhalten, damit 
sie nicht weiter rutschen. Da sowohl der Halter wie 
das Brett leicht entfernt resp. angebracht werden 
können und die Walzen senkrecht stehen mit einer 
ganz geringen Neigung nach der Maschine zu, so 
beschränken sie weder den Platz, noch kann durch 
sie die Maschine oder Sonstiges beschädigt werden. 

Bei kleineren Accidenz-, namentlich aber Tiegel- 
druckmaschinen, deren Seitengestell ein Anbringen 
einer solchen Vorrichtung nicht zulässt und die auch 


— Holzsatz muss an 
trockenem Orte aufbe- 
wahrt und darf nicht 
mit Lauge gewaschen 
werden. Gust. Maack. 


Hergestellt mittels Engelens typenloser Setzmaschine. 


Die anderen Walzen erhalten einen guten Platz 
in dem toten Winkel zwischen dem verlängerten 
Seitengestell der Antriebseite und dem Vorgelege und 
hat man bei Maschinen dieser Konstruktion noch den 
Vorteil zur Anbringung des Walzenhalters die obere 
Schraube benutzen zu können, welche Seiten- und 
Quergestell verbindet. Da die Walzen hier gestellt 
werden, so ist der Fussboden für jede Walze durch 
einen kleinen eisernen Teller zu schützen, der gleich 
auf dem Fussboden aufgeschraubt werden kann, weil 
die Stelle nicht begangen wird. 

Ist dieser tote Winkel nicht vorhanden, so kann 
man sich dadurch helfen, dass man die Walzen links 
vom Anleger vor dem Werkzeugbrett aufstellt, jedoch 
ist es dann nötig, den Walzenhalter so anzubringen, 
dass er nach dem Gebrauch leicht entfernt werden 
kann. Die Walzenteller bringt man auf ein gemein- 
schaftliches Brett, welches ebenfalls abzunehmen ist. 
Wir haben eine derartige Einrichtung seit Jahren an 
König & Bauerschen Zweifarbenmaschinen, und sie 
hat sich durchaus bewährt. 

Der zur Aufnahme der einen hochgestellten 
Spindel der Walzen dienende Walzenhalter kann 
durch einen sogenannten Revolverhaken, durch einen 


zumeist nur 50—60 cm lange Walzen haben, werden 
diese in ein freistehendes Gestell gelegt, dessen Rück- 
wand das Werkzeugbrett bildet. Die beiden vorderen 
Seitenstangen sind wieder schlangenförmig gebogen 
und bilden auf diese Weise die Lager. Das Gestell 
hat eine Höhe ton 1 m; die erste Walze liegt 5 cm 
unter der oberen Querleiste und tritt gleich den 
anderen so weit hervor, dass das Werkzeug nicht 
davon berührt wird. Befestigt wird das Gestell mit 
Schrauben auf dem Fussboden dicht an der Maschine, 
so dass dasselbe überall nicht im Wege ist. 


Engelens typenlose Setzmaschine. 


AR" 26. Jahrgange, Heft 5 von 1889 machten wir 


unsere Leser mit der höchst interessanten 

Erfindung des Herrn Engelen bekannt, die Worte 

und Zeilen eines glatten Satzes gleich auf Zeilenlänge 

in Holz zu stanzen und dann zum Druck zu ver- 
wenden. 

Wir gaben in dem fraglichen Heft Abbildung 

der Maschine und Proben ihrer Leistungsfähigkeit, 


53 Internationaler Musteraustausch. 54 


wiesen auch darauf hin, auf welche Weise der 
Erfinder den komplizierten Mechanismus der kost- 
spieligen Setzmaschine durch diese nur 400 M. netto 
ab Fabrik kostende, hóchst einfache Maschine ersetzt 
hat. Wegen der Erfindung selbst und der Konstruk- 
tion der Maschine müssen wir unsere Leser auf das 
fragliche Heft zu spezieller Informierung verweisen. 

Seit der von uns angegebenen Zeit nun haben 
Erfinder und Erbauer, die Maschinenfabrik Gustav 
Maack in Köln-Ehrenfeld, eifrig an der Vervollkomm- 
nung der Maschine gearbeitet und uns jetzt die vor- 
stehend abgedruckte Probe übersandt. Ein Blick 
auf dieselben gibt allerdings den Beweis, dass die 
Vervollkommnung des Stanzmechanismus ein ganz 
wesentlich besseres Resultat erzielt wie früher, denn 
das Aussehen der Buchstaben, selbst dieser grossen 
Egyptienne ist ein schärferes und reineres wie früher, 
die Zeilenlänge und deren Brechung ist eine exaktere, 
so dass man allerdings kaum den Typensatz vermisst. 
Die Fabrik liefert, wie erwähnt. die Maschine zum 
Preise von 400 M., 1000 Holzzeilen 44 Cicero lang 
zum Preise von 20 M. inkl. Kiste, andere Längen zu 
entsprechendem Preise. 


Internationaler Musteraustausch 


des deutschen Buchdruckervereins. 


A diesem verdienstvollen Unternehmen des 
deutschen Buchdruckervereins ist vor Kurzem 
der zweite Jahrgang zur Ausgabe gelangt. Ein Ver- 
gleich mit dem vor Jahresfrist erschienenen ersten 
Bande erweist einen Fortschritt in der Entwickelung 
dieses Unternehmens in mehr als einer Beziehung. 
Zunüchst hat sich die Teilnehmerzahl von 163 auf 
223 erhöht und hat an dieser Vermehrung auch das 
Ausland verhältnismässigen Anteil; gegen 49 aus- 
ländische Beiträge im vorigen enthält der zweite 
Band deren 72, von welchen 26 auf Österreich-Ungarn, 
je 13 auf England und Russland, 10 auf die Schweiz, 
je 2 auf die Niederlande und Kalifornien und je 1 auf 
Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Norwegen 
und Pennsylvanien entfallen. 

Fassen wir zunächst die in Buchdruck aus- 
geführten Beiträge näher ins Auge, so ist bezüglich 
der Ausstattung ein Fortschritt unverkennbar. Wir 
werden gewiss nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, 
dass die eingehende Besprechung und Würdigung, 
welche der erste Band allseitig gefunden, einen Anteil 
an dem Erfolge des zweiten Bandes hat. So sind die 
im vorigen Jahre noch vielfach zu tadelnden Verstösse 
gegen die einfachsten Regeln der Ornamentik fast 


gänzlich verschwunden und gewagte Kompositionen 
mit unzureichendem Material vermieden. Es ist eine 
erfreuliche Thatsache, dass die Bestrebungen unserer 
technischen Fachpresse in solcher Weise ihre Aner- 
kennung finden. Die Satzausführung der Arbeiten 
zeigt mit wenigen Ausnahmen eine sich immer mehr 
befestigende solide Technik, welche mit dem vorhan- 
denen Typenmaterial nur das erreichen will, was ihr 
die Eigenart des letzteren gestattet und das ist jeden- 
falls die einzig richtige Auffassung des modernen 
Accidenzsatzes. Mehr wie in früheren Jahren finden 
wir die Verwendung bildlichen Schmuckes, aber doch 
nichtin dem Masse, wie es die massenhafte Produktion 
an derartigem Material vermuten lassen könnte. Man 
kann daraus schliessen, dass sich die Buchdrucker 
gegen das allzu aufdringliche Angebot von Vignetten 
einigermassen ablehnend verhalten, worin sie nach 
unserer Meinung nicht ganz unrecht handeln; ein 
Missgriff in der Wahl einer Vignette ist leichter gethan, 
als in anderem Zierrat und rächt sich ungleich 
schwerer. 

Wir müssen es uns leider für diesmal versagen, 
auf einzelne Beiträge näher einzugehen, es würde uns 
zu weit führen, wollten wir alle die wirklich vortreff- 
lichen Arbeiten namentlich hervorheben, wollen es 
aber nicht unterlassen, auf eine aus Leicester (England) 
stammende Reihe von Arbeiten aufmerksam zu 
machen und dem deutschen Accidenzsetzer zum 
Studium zu empfehlen. In diesen sind mit dem 
einfachsten Material besonders durch originelle 
Gruppierung wirklich gediegene Effekte erzielt. 

Die Druckausfúhrung der Beiträge des Muster- 
austausches verrät fast durchgehend eine Entwickelung 
des Farbensinns und die Neigung zu lebhaften Farben- 
zusammenstellungen; die Verwendung des Goldes 
spielt dabei eine Hauptrolle. Selten ist das Mass des 
Schónen hierin úberschritten, soweit es sich um die 
farbige Ausstattung von Ornamentkompositionen 
handelt, dagegen ist die Kolorierung von natura- 
listischen Vignetten ein Gebiet, auf welchem unsere 
Farbendrucker noch viel lernen können. Das Grün 
der Blätter, das Rot und Blau der Blumen und die 
Färbung der Gewänder wurde in vielen Fällen noch 
in unnatürlichen und deshalb unschönen Tönen 
wiedergegeben. Als Muster für solche Arbeiten können 
viele der lithographischen Beiträge dienen. Unter 
diesen befinden sich, freilich auch neben mittel- 
mässigen, vielehervorragende Leistungen, von welchen 
nur mit höchster Bewunderung gesprochen werden 
kann. Um nur eine zu nennen, wollen wir das Blatt 
der Wiener Staatsdruckerei erwähnen, ein chromo- 
lithographisches Meisterstück. Bei Betrachtung dieses 
Blattes kommt dem Referenten der Gedanke, warum 


55 Satz und Druck unserer Probebliitter. 56 








in dem vorliegenden Bande wohl die deutsche Reichs- 
druckerei fehlen mag, deren Beiträge im vorigen 
Bande und in den früheren Jahrgängen des englisch- 
internationalen Musteraustausches doch immer 
Meisterwerke typographischen Farbendrucks waren. 
Das Blatt aus der deutschen Reichsdruckerei wird 
jeder Teilnehmer ungern vermissen. 

Der Lichtdruck ist in dem Bande mit nur wenigen, 
bescheidenen Arbeiten vertreten, was zu dem 
bedeutenden Fortschritte, welchen gerade dieser 
graphische Kunstzweig während der letzten Jahre zu 


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Donnerstag, den 1. Januar 1891. 


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Satz und Druck unserer Probeblätter. 


es 1. Heft des diesjährigen Jahrganges unseres 
Lo! Archiv besprachen wir den II. Teil der Oktav- 
ausgabe der Klinkhardtschen Schriftproben und 
wiesen insbesondere auf die wahrhaft gediegene und 
ansprechende Komposition und das Kolorit des Haupt- 
titels und der Abteilungstitel dieser Proben hin. 

Es freut uns, unseren Lesern heute den einen 
dieser Abteilungstitel, von dem Originalsatz gedruckt, 


























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Einfassungen und Schriften von diversen Giessereien. 


verzeichnen hatte, nicht recht in Einklang steht; die 
Ursache davon liegt aber wohl mehr in dem Charakter 
des Musteraustausches, welcher zur Hauptsache doch 
immer ein typographischer bleiben wird. 

Im allgemeinen ist also vom neuesten Bande des 
Musteraustausches nur Gutes zu berichten. Móge nun 
das vorliegende Gute als Lernstoff und als Antrieb 
fúr immer noch bessere Leistungen dienen, so wird 
das Unternehmen des deutschen Buchdruckervereins 
seinen Zweck aufs beste erfüllen. Wir wünschen dem 
Musteraustausch auch für die Zukunft die Unterstützung 
aller dem Fortschritt huldigenden Fachgenossen — 
zu ihrem eigenen Besten. F. B. A. 


als Blatt I unserer Beilagen vorführen und so am 
besten beweisen zu kónnen, dass das ihnen erteilte 
Lob ein wohl verdientes ist und dass jene Titel den 
Accidenzsetzern wie -Druckern der Klinkhardtschen 
Offizin zu grosser Ehre gereichen. Wir danken der 
Klinkhardtschen Schriftgiesserei verbindlichst, uns 
diese schóne Arbeit ihrer Druckerei überlassen zu 
haben. 

Blatt C der heutigen Beilagen gibt eine Tanz- 
Ordnung und ein Programm zum Zusammenlegen, 
gedruckt in Gold, Braun und Rot auf blaues Chromo- 
papier wieder. Den Hauptschmuck dieser Arbeit 
bilden Einfassungen, Leisten aus zweifarbigen Ein- 
fassungen und Ecken. sämtlich neuere sehr verwend- 
bare Erzeugnisse der Schriftgiesserei Flinsch. 


07 Bezugsquellen. — Zeitschriften- und Bücherschau. 58 








Blatt K endlich zeigt ein Menu, dem zur Haupt- 
sache einfach schöne Schriften und gefällige Vignetten 
zur Zierde gereichen sollen. Wir möchten die Leser 
unseres Archiv immer wieder auf diese Art der Aus- 
stattung von Druckarbeiten hinweisen, denn eine 
solche verdient entschieden durch ihre einfach 
gefällige, elegante und dabei doch höchst billige, weil 
schnell auszuführende Satz- und Druckausführung 
die allgemeinste Beachtung und wird sich sicher den 
Beifall der Auftraggeber mehr erwerben wie eine 
komplizierte teure und umständliche Arbeit, zu der 
oft nicht einmal die nötige Zeit vorhanden ist. Wir 
wandten auf diesem Menu zwei zierliche Vignetten 
von Paul Leutemann (Leipzig) an und benutzten die 
eine zur Ausschmückung der unteren, rechten Ecke 
in der Weise wie dies heut zu Tage mit Vorliebe 


Bezugsquellen 
der angewendeten Schriften, Einfassungen ete. 


Blatt I. Originalsatz der Klinkhardtschen Schriftgiesserei. 
Schriften, Einfassungen und Vignetten sämtlich Erzeugnisse 
des eigenen Hauses. Blatt C. Spitze um beide Seiten von 
Numrich & Ko. Nonpareilleeinfassung der oberen Seite, 
die vier oberen und unteren zweifarbigen Leisten, beide 
Aufsatzstücke des Mittelschildes, die inneren Füllstücke 
desselben, sowie die Ecken rechts und links auf beiden 
Seiten stammen sämtlich aus der Schriftgiesseret Flinsch. Die 
acht Ecken im oberen und unteren Mittelteil von Wilhelm 
Woellmers Schriftgiesserei. Viertelciceroeinfassung “= von 
Ferd. Theinhardt. Von den Schriften lieferten uns Winter- 
fest und Programm Ludwig d Mayer, Urania und Textschrift 
zum Gedicht Benj. Krebs Nachf., Krystall-Palast zu Leipzig 
Roos & Junge, Rheinlied und Tanzfolge Genzsch € Heyse; 
die Mediaeval-Antiqua und -Egyptienne zum Programm, 


= H. BERTHOLD. |= 





Briefkopf aus Messinglinien und Ecken von Hermann Berthold in Berlin. 


geschieht. Wenn der eigentlich zur Ausschmückung 
einer oberen Ecke bestimmte Strauss in dieser Lage 
auch vielleicht nicht so ganz richtig schattiert erscheint, 
so mag damit der Beweis geführt sein, dass uns 
eigentlich noch derartiges Material fehlt, welches sich 
für jede Art der Anbringung eignet. 

Von den heute im Text gegebenen Beispielen 
sind besonders hervorzuheben, der mit einer Vignette 
von J. G. Schelter & Giesecke geschmiickte Titel 
eines Preiskurantes, eine Adresskarte, verziert mit 
Leutemannschen Vignetten, eine Tanzordnung, auf 
der eine gefállige Einfassung der Schriftgiesserei 
Gronau zur Bildung von Leisten Verwendung fand 
und ein Briefkopf von der Firma H. Berthold, aus 
prachtigem Material ihrer Messinglinienfabrik gesetzt. 

Das gesamte Linienmaterial auf unseren Probe- 
blattern und den Beispielen im Text lieferten uns 
Zierow d: Meusch in bester und gediegenster Weise. 

Zum Druck der Blátter wurden mit Ausnahme 
des Gaugerschen Rot Farben von Berger & Wirth 
verwendet. 


sowie die Kursiv zur Tanzfolge sind von Brendler & Mar- 
klowsky. Blatt K. Beide Vignetten von Paul Leutemann 
in Leipzig. Der Schmetterling in der oberen rechten Ecke, 
sowie die drei Schwalben am Schluss von J. G. Schelter & 
Giesecke. Zeile Menu und Datum von der Schriftgiesserei 
Flinsch, Textschrift von Genzsch & Heyse. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— $ Die in einem mit No. 1 (1890) bezeichneten Hefte 
weiteren Kreisen zugänglich gemachten » Mitteilungen und 
Vorträge aus den Monatsversammlungen des fachtechnischen 
Klub der Beamten und Faktoren der k. k. Hof- und Staats- 
druckerei« in Wien dürften das Interesse der Fachgenossen 
in hohem Masse erregen, denn sie geben in erster Linie 
Aufschluss über die lebhafte Thätigkeit des fachtechnischen 
Klubs und bringen im ferneren eine längere Reihe technisch- 
wissenschaftlicher, instruktiver Abhandlungen zum Abdruck, 
deren Kenntnisnahme entschieden eine nutzbringende Er- 
weiterung des fachtechnischen Wissens zur Folge haben 
wird. Von den abgedruckten Vorträgen seien folgende 
erwähnt: »Reform der deutschen Schreibweise<, von 
Dr. Anton Ritter von Beck, k. k. Hofrat, Ȇber die Anwen- 
dung der römischen Ziffern, von Friedrich Straas. Ober- 
Korrektor, »Über Mikrophotographie«, von Dr. H. Kowalskv, 
k. k. Regimentsarzt, »Úber Alizarinfarben<, von Dr. Wilhelm 


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59 Mannigfaltiges. 60 








Suida, Privatdozent, »Über Schreibmaschinen«, von Paul 
Reich, Ȇber Numeriermaschinen und Numeriermethoden:, 
von Georg Fritz, k. k. technischer Inspektor der Staats- 
druckerei in Wien. 

— Almanach fiir Buchdrucker 1891, herausgegeben von 
Heinrich Faber, IV. Jahrgang. Druck und Verlag der Ge- 
nossenschafts-Buchdruckerei in Wien. Auch in diesem 
Jahr ist das praktische Notizbuch wieder in bester Aus- 
stattung und mit sehr wertvollen Nachrichten und sozialen 
Notizen ausgestattet erschienen. Geschmiickt ist dasselbe 
mit den Porträts von F. Maver und H. Kleiber, Männer, 
die sich um die Gehilfenschaft Verdienste erworben haben. 

— $ Als Nachläufer zur 450 jährigen Jubelfeier der 
Erfindung der Buchdruckerkunst ist im Verlage von 
C. F. Schmidts Universitätsbuchhandlung in Strassburg i. E. 
zum Preise von 80 Pf. ein Werkchen unter dem Titel 
»Gutenberg und die Buchdruckerkunst im Elsass« von F. A. 
Ihme erschienen, das wie bereits der Titel besagt, ın der 
Hauptsache die Thätigkeit Gutenbergs im Elsass und 
besonders in Strassburg schildert und dann einige interes- 
sante Daten über die chronologische Entwickelung des 
Buchdruckes dortselbst gibt. Besonders empfehlenswert 
dürfte das Büchelchen für Solche sein, die das Elsass ihre 
Heimat nennen, während es andererseits auch geeignet 
erscheint, als willkommene Ergänzung der geschichtlichen 
Abteilung von Fachbibliotheken zu dienen. 


Mannigfaltiges. 


— In Prag starb am 11. Dezember Herr Buchdruckerei- 
besitzer etc. Ignaz Fuchs im 67. Lebensjahre. Die zahl- 
reichen schönen und gediegenen Arbeiten, welche seine 
Offizin seit jeher geliefert hat, sichern ihm ein ehrendes 
Gedenken seiner Verdienste um unsere Kunst seitens seiner 
österreichischen und deutschen Kollegen. 

— Am 10. Januar starb der verdiente Prokurist und 
leitende technische Vorsteher der Schriftgiesserei J. G. 
Schelter & Giesecke in Leipzig, Herr John K. Tetlow aus 
Philadelphia nach mehrwöchentlichem Leiden. Aus einem 
warm empfundenen Nachruf der Chefs genannter Firma ersieht 
man, welche vorzüglichen Eigenschaften der Verstorbene 
besass und welcher hohen Wertschützung er sich erfreute. 

— Die Farbenfabrik von Berger d Wirth in Leipzig 
sendet uns ein Musterbuch ihrer bunten Farben und gibt 
uns dadurch Gelegenheit, uns ein Bild von der reichen 
und gediegenen Auswahl zu machen, welche ihr Lager 
bietet. Da die genannte Firma uns einzelne Farben nach 
unserer Wahl zur Verfügung stellt, so haben wir Gelegen- 
heit, unseren Lesern die vorzügliche Güte derselben durch 
Vorführung auf unseren Musterblüttern zu beweisen. 

— Ein lackierbares Smaragdgrün legen Kast d Ehinger, 
die rühmlichst bekannte Stuttgarter Farbenfabrik unserem 
heutigen Heft bei. Wir machen unsere Leser auf diese 
schóne Farbe hiermit noch besonders aufmerksam, dabei 
zugleich erwähnend, dass uns die Fabrik ein höchst 
gediegen ausgeführtes, schón gezeichnetes Empfehlungs- 
tableau in Lithographie zusandte, das in seiner Farben- 
pracht so recht anschaulich die Güte der bunten Farben 
der genannten Firma beweist. Gedruckt ist das Tableau 
in der berühmten lithographischen Anstalt von Meissner 
& Buch in Leipzig. 





— Seit Einführung der so überaus brauchbaren, so 
mannigfache Vorteile bietenden sogenannten Englischen 
Walzenmasse ist es besonders die Firma C. A. Lindgens 
in Köln a. Rh., deren Empfehlungskarte dem heutigen 
Heft beiliegt, welche sich seit einer langen Reihe von 
Jahren durch ein ganz vorziigliches, ausdauernd gutes 
Fabrikat das vollste Vertrauen ihrer zahlreichen Abnehmer 
erworben hat. Die Lindgens'sche Masse zeigt alle die 
Eigenschaften, welche man an eine vollkommene Walzen- 
masse stellen muss, sie ist fest, dabei doch elastisch, 
ausdauernd im Gebrauch und nimmt die Farbe ganz vor- 
züglich an, so dass man besonders in dieser so höchst 
wichtigen Hinsicht nie einen Anstand hat. Die Fabrik 
liefert ausser der Masse für gewöhnliche Schnellpressen 
auch solche für Rotationsmaschinen und versieht ihre 
Kunden mit einer sehr guten Zusatzmasse, mit welcher 
diese jede ältere Walze wieder brauchbar und arbeitsfähig 
machen können. Diejenigen unserer Leser, welche die 
Lindgens'sche Masse noch nicht verwendeten, werden uns 
nach einem Versuch gewiss Dank wissen, sie auf dieselbe 
aufmerksam gemacht zu haben. 

— $ Die bei Gelegenheit der in Leipzig stattgehabten 
450 jáhrigen Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst 
von Herrn Dr. Oscar von Hase angeregte Denkmalsfrage 
nimmt nach verschiedentlichem  Meinungsaustausch in 
Fachkreisen jetzt greifbare Gestalt an und zwar versandte 
der endgültig zusammengetretene »Gutenberg - Ausschuss« 
einen Separat-Abdruck der s. Z. von Herrn Dr. Oscar von 
Hase gehaltenen Festrede, begleitet von dem »Aufruf zur 
Errichtung eines allgemeinen deutschen Ehrendenkmals zur 
Erinnerung an die Erfindung und Vervollkommnung der 
Buchdruckerkunst« nebst dem »Plan der Organisation des 
Gutenbergpfennigs zur Beschaffung der Mittel für ein in 
Leipzig zu errichtendes grosses Nationaldenkmal der Buch- 
druckerkunst<. Da sich der grösste Teil der Fachpresse 
bereits eingehend mit dem Gegenstande beschäftigt hat, 
beschränken wir uns darauf, zur Kenntnis zu bringen, 
dass jedwede auf diese Angelegenheit Bezug habende 
Frage oder Mitteilung an den Vorsitzenden des Gutenberg- 
Ausschusses Herrn Dr. Oscar von Hase in Firma Breitkopf 
& Härtel in Leipzig oder an den Sekretär des Ausschusses, 
Herrn Ernst Wiener in Leipzig, Gutenbergstrasse 3 zu 
richten, Geldspenden an den Schatzmeister des Ausschusses, 
Herrn Bruno Klinkhardt in Firma Julius Klinkhardt in 
Leipzig einzusenden sind. 

— Ein grosses, prachtvoll ausgestattetes Tableau, 
Arbeiten in Buchdruck und in Lithographie enthaltend, 
übersendet uns die Offizin M. DuMont-Schauberg in Köln 
durch gütige Vermittelung ihres Oberfaktors Herrn Robert 
Aehnelt. Zahlreiche, in jeder Hinsicht schöne und gediegene 
Arbeiten beider Schwesterkünste, geschmackvoll gruppiert. 
zieren das Blatt und sprechen in beredtester Weise für den 
wahrhaft gediegenen Geschmack und die Kunstfertigkeit 
ihrer Mitarbeiter. Bewunderungswürdig ist für den Buch- 
drucker insbesondere die markige Ausführung des Satzes und 
das ebenso markige, dabei doch harmonische und keines- 
wegs zu bunte Kolorit des Blattes, das allerdings, wie uns 
scheinen will, auch für die Buchdruckarbeiten in Steindruck 
ausgeführt wurde. Wir beglückwünschen die DuMont- 
Schaubergsche Druckerei, deren oberen Leiter Herrn Aehnelt 
und die beteiligten Mitarbeiter zu dieser Meisterleistung. 

— Der Verlag des Breslauer General- Anzeiger (F. A. Werle) 
hat jüngst einen Prospekt versandt, auf welchem derselbe 
dem allgemeinen Publikum Mitteilungen über die Lokalitäten 


61 Mannigfaltiges. 62 


und die maschinellen Einrichtungen seiner Druckerei 
macht. Deutlich gezeichnete Pläne geben einen Begriff 
von ersteren und die Abbildung einer Rotationsmaschine 
erleichtert das Verständnis für letztere. Wir entnehmen 
diesem Prospekt, dass neben anderen gewöhnlichen Maschi- 
nen und Pressen drei grosse neue Rotationsmaschinen, eine 
Dynamomaschine, eine Dampfmaschine von 25 Pferdekräften 
und ein Dampfkessel mit sieben Atmosphären Druck und 
zwei Sicherheitsventilen für die Druckerei im Betrieb sind, 
gewiss ein Beweis für die praktische Einrichtung derselben. 
Die Auflage des Breslauer General-Anzeigers beträgt nach 
diesem Prospekt gegenwärtig 42000 Exemplare. 

— $ Nach einer neuen Entscheidung des Reichsgerichts 
ist der Verleger einer Zeitschrift, welcher einen verantwort- 
lichen Redakteur angestellt hat, bei einem vorkommenden 
unberechtigten Nachdruck wegen fahrlässiger Veranstaltung 
eines solchen neben dem Redakteur mit strafbar. 

— $ Bezüglich der vor kurzem erfolgten Ermässigung 
der Portotaxe für Drucksachen ist zu erinnern, dass die 
fragliche Bestimmung, laut welcher Drucksachen im Gewicht 
bis zu 100 g zum Satze von 5 Pf. expediert werden 
können, sich nur auf das Gebiet des deutschen Reiches 
erstreckt; Sendungen nach Österreich-Ungarn unterliegen 
nach wie vor den früheren Bestimmungen. 

— Die Depeschentaxe für Zeitungen wurde vom 
ungarischen Handelsminister vor kurzem auf 1 Kr. pro 
Wort für jene Blätter herabgesetzt, welche jährlich min- 
destens 120000 Worte ın Anspruch nehmen und 1200 
Gulden im vorhinein erlegen. Nunmehr hat der Minister 
die Wortzahl auf 60000 und die Sicherstellungssumme auf 
600 Gulden herabgemindert. 

— $ Die vor kurzem erfolgte Einrichtung der ersten 
Papierfabrik in grossem Massstabe in China hat daselbst 
nicht geringes Aufsehen erregt und kennzeichnet von neuem 
den bisher sich nur mit einheimischen Fabrikations- 
zweigen befassenden kaufmännischen Unternehmungsgeist 
der Chinesen. Die von englischer Seite und nach englischem 
Muster eingerichtete Fabrik firmiert: »Papier-Manufaktur-Co. 
zu Canton« und ist ausschliessliches Eigentum eines 
Konsortiums Eingeborener. Selbstverstündlich findet das mit 
allen modernen Verbesserungen versehene Etablissement 
die vollste Bewunderung der in unzühliger Menge herbei- 
strómenden Besucher, und dürfte der Papierfabrikation in 
China noch ein weites Absatzgebiet offen stehen. Die 
aufgestellte Papiermaschine liefert pro Woche 30 Tonnen 
Papier (aus Reisstroh), besitzt 15 Trockenzilinder und 
produziert ein fertiges Papier von 80 engl. Zoll Breite mit 
einer Schnelligkeit von 250 engl. Fuss pro Minute. Ausser- 
dem besitzt die Fabrik 10 grosse Zerkleinerungsmaschinen, 
eine Bleich- und chemische Abteilung und eine Dampf- 
maschine von 400 Pferdekraft. Die Einrichtungskosten 
betragen insgesamt ca. 30000 Pfd. St. Beschäftigung finden 
in dem ausgedehnten Betriebe ca. 100 Personen. 

— $ Zur Geschichte der französischen Nationaldruckerei 
in Paris enthält die »Typ.-Tucker« folgende beachtenswerte 
Notizen: Trotz aller Abgeschlossenheit vom öffentlichen 
Verkehr ist die französische Nationaldruckerei eines der 
interessantesten und merkwürdigsten Institute der Seine- 
hauptstadt, dessen Gründung bis in die Zeit Franz I. 
zuriickfállt. Um diese Zeit schuf man die von Robert 
Estienne zum Bücherdruck verwandten Typen. Später, 
unter Ludwig XV. goss man chinesische und hebräische 
Schriften, zu welchem Zeitpunkt auch die Umwandlung 
zur Staatsdruckerei sich vollzog und welcher es beschieden 


sein sollte, sich unaufhaltsam zu entfalten und auszudehnen. 
Nach vielerlei Sitzveränderungen im Laufe von zweiund- 
einhalb Jahrhunderten befindet sich das Etablissement zur 
Jetztzeit im früheren Hotel Rohan, rue Vieille-du-Temple 
No. 87, woselbst es einen Komplex von 10000 [Metern 
einnimmt. Der Personalbestand beziffert sich auf 1200 
Personen, wovon 400 weibliche. Die Druckerei selbst 
befasst sich nur in den Fällen mit der Anfertigung von 
Privatverkehrsarbeit, wo eine nur durch das Material der 
Nationaldruckerei zu erzielende Ausstattung Bedingung ist. 
Unter ihrem Schriftenbestande befinden sich allein 158 
verschiedene fremdländische Schriftcharaktere, welche ein 
Gewicht von ca. 62000 kg repräsentieren. Desgleichen 
befinden sich in den Lagerräumen über 40000 druckfertige, 
zur Herstellung der laufenden Arbeiten bestimmte Satz- 
formen. Die Einnahme der Nationaldruckerei erfolgt in 
der Weise, dass jedes staatliche Institut, Verwaltung, 
Bureau etc., einen von einer bestimmten Kommission 
festgesetzten fixen Jahresbetrag für die gesamten herzu- 
stellenden Arbeiten entrichtet. — Für Drucksachen im Werte 
von jährlich 20000 Fres erhält die Nationaldruckerei keine 
Vergütung, sie dienen den verschiedenen Instituten der 
Wissenschaften u. s. w.; desgleichen hat sie jährlich für 
20000 Fres von einer bestimmten Kommission ausgewählte 
Werke unentgeltlich herzustellen. 

— $ Über die Pflege der Hygiene in den grösseren Offi- 
zinen Amerikas geben einige der >»Impr.< entnommene 
Notizen Aufschluss: »Reinigungsräume mit komfortabler 
Einrichtung stehen den Arbeitern in grösserer Zahl zur 
Verfügung, desgleichen dient ein bestimmtes Zimmer als 
An- und Auskleideraum für die Beschäftigten. Ein weiterer, 
in Gestalt eines Speisesaales eingerichteter Raum dient 
den Arbeitern als Aufenthaltsort bei der Einnahme ihrer 
Mahlzeiten, die je nach der Dringlichkeit der vorliegenden 
Arbeiten zeitweilig sehr  unregelmüssig eingenommen 
werden. — Ein Hausbursche ist speziell mit der Entfernung 
des sich in den Füchern der Schriftküsten ansammelnden 
Staubes beschäftigt, welcher bekanntlich auf den mensch- 
lichen Organismus viel nachteiliger einwirkt als das an 
den Fingern haftende schwarze Bleioxyd. Unzählige Rat- 
schläge, welche zu beachten sich auch jeder nichtamerika- 
nische Buchdrucker zur Pflicht machen sollte, befinden 
sich ın Plakatform an den Saalwänden. Einige davon 
mögen auch hier Platz finden: »Führet Euch stets vor 
Augen, welch ungeheures Kapital in den zahlreichen 
verstreut umherliegenden und sich allmählich zu Zwiebel- 
fischhaufen ansammelnden einzelnen Buchstaben und Linien- 
stücken steckt und ein wertloses Dasein fristet! Welch 
enormen Aufwand von Zeit und Mühe Ihr verschwendet 
durch das Suchen vorstehender, sich nicht an Ort und 
Stelle befindender Bestandteile der Setzerei und Ihr werdet 
finden, dass die Abstellung derartiger Missstände durch 
Euch selbst nur Euer Nutzen ist. — Überreste von Zigarren 
wirken nichts weniger als desinfizierend auf den an und 
für sich schon mit schädlicher Luft durchschwängerten 
Arbeitsraum. Abgetragene Kleidungsstücke und Schuhe 
stempeln den Arbeitsraum zu einer »Schusterbude« und 
vermeide man daher einen möglichen Vergleich seines 
Platzes mit einer solchen. Der Arbeitsraum ist kein Speise- 
raum, und verbinde man daher niemals das Essen mit der 
Arbeit, denn es ist an und für sich widerlich einen mit 
Speiseresten belegten Arbeitsplatz zu betrachten, geschweige 
denn die aus ersteren entsteigenden Gerüche einzuatmen. 
Ausserdem trägt dieses Gebahren vielfach dazu bei, 

4* 


63 Mannigfaltiges. — Sprechstelle, 64 








vorhandenes Mäusevolk grosszuziehen, welches dann mit der 
ihnen angeborenen Nagesucht auch vorhandene Manuskripte 
nicht verschmäht. Sammelt keine Trinkgefässe und Flaschen 
auf Euren Plätzen, denn das würde den Arbeitsplatz einer 
>Trinkbude< gleichmachen. Viel Flaschen, wenig Arbeit! 
Viel Getränke, wenig Eifer! Kurzum die Anwesenheit all 
dieser, so grundverschiedenen Objekte, wirft ein schlechtes 
Licht auf das gesamte Personal einer Buchdruckerei, und 
nicht zum kleinsten Teile auf den Leiter oder Faktor der- 
selben. Jeder »Foreman< sollte sich bewusst sein, dass 
Reinlichkeit und Ordnung die Grundbedingung zu einem 
geregelten Betriebe ist.<e Zum Schlusse ist noch ein Rat- 
schlag für Prinzipale angefügt, der wenn auch nicht neu, 
so doch erwähnenswert erscheint: »Seid verschwiegen in 
Euren Geschäftsangelegenheiten, vertraut Eurem intimsten 
Freunde auch nicht scherzweise an, dass der Geschäftsgang 
ein flauer ist und Ihr über kurz oder lang der Kunst Valet 
sagt, denn er wird Kapital aus den Andeutungen schlagen, 
indem er Eure Kundschaft dupiert und an sich reisst, 
Nach einiger Zeit wird dann der betreffende Kunde Euch 
mit Euren eigenen Worten Aufschluss über sein Weg- 
bleiben geben.« 

— $ In welchem Gegensatze sich das Verhältnis der 
Reklame in den europäischen Staaten gegenüber dem in 
den Vereinigten Staaten Amerikas befindet, dürften folgende 
Angaben beweisen: So erzielt z. B. die >Tribune< in 
Chicago jährlich durchschnittlich 130000 Frcs aus einer 
einzigen Spalte, die »Tribune« in New-York 150000 Fres; 
der »New-York-Herald« erzielt aus der billigsten Spalte 
jährlich 185000 Frcs, aus der teuersten dagegen 
1740000 Fres. 

— 8 Der Gebrauch, bei Zahlungen jeder Art im Privat- 
und Geschäftsverkehr Kupons, Brief- und Stempelmarken 
zu verausgaben, ist schon des öfteren verurteilt worden. 
Die Verwaltung der preussischen Staatsschulden weist 
neuerdings wieder auf das Vorkommen falscher Zinsscheine 
hin und erwähnt dabei, dass hierfür in keiner Weise 
Ersatz geleistet wird. Der einzige Schutz bestehe darin, 
dass man deren Annahme verweigere. Die Zinsscheine 
seien kein Zahlungsmittel für den Verkehr, sondern hätten 
lediglich den Zweck, von den betreffenden Kassen eingelöst 
zu werden. 

— § Es muss wiederholt darauf hingewiesen werden, 
dass jedwede in Deutschland produzierte und nach England 
zu exportierende Drucksache oder Papierware die Be- 
zeichnung »Made in Germany« zu tragen hat, sollen nicht 
unangenehme Eingriffe der englischen Zollbehórden Ab- 
sender und Empfänger wesentlich schädigen. So unterliess 
vor kurzem ein belgischer Fabrikant diese Signierung bei 
einem grösseren Posten nach Glasgow bestimmter Papiere, 
und musste infolgedessen der Empfänger die unliebsame 
Wahrnehmung machen, dass jedem Bogen auf der Grenze die 
Bezeichnung »Made in Belgium« aufgedrückt ward, welcher 
Umstand das Papier in seinem Preiswerte wesentlich 
verringerte. 

— Ein Spiel Karten, und noch ein bereits »abgespieltes« 
ist dieser Tage in München für den Preis von achttausend 
Francs verkauft worden; allerdings handelt es sich dabei 
nicht um eine gewöhnliche Whistkarte, sondern um eine 
Seltenheit allerersten Ranges. Nach dem Börsenblatt für 
den deutschen Buchhandel ist die 47 Blatt starke, sogenannte 
Mantegna-Spielkarte des Baccio Baldini aus dem fünfzehnten 
Jahrhundert, ein anerkanntes Kunstwerk aus der Zeit der 
Erfindung des Kupferstichs, von seinem bisherigen Besitzer, 


dem Antiquar Ludwig Rosenthal in Miinchen fiir den 
genannten Preis verkauft worden. Es wird  allseitig 
bedauert. dass dies Entzücken der Sammler seinen Weg 
nicht in ein deutsches Museum, sondern ins Ausland 
genommen hat. 


Sprechstelle. 


Geehrter Herr Redakteur' 


Mit Bezug auf Ihr Referat in Band 28, Heft 1 Ihres 
geschätzten Blattes »Glanzfirnis zum Druck« betreffend, 
erlauben wir uns zu bemerken, dass dieser Glanzfirnis 
schon seit über + Jahren von uns fabriziert und vielfach 
von unsern Kunden zu deren vollster Zufriedenheit ver- 
wendet wird. 

Es ist somit der Glanzfirnis der Hamburger Firma nichts 
Neues*) und wenn unsere Konkurrenz denselben jetzt eben- 
falls herstellt, so ist dies für uns eine erfreuliche Bestätigung 
seiner Brauchbarkeit. 

Hochachtungsvoll 


Kast & Ehinger, Farbenfabrik Stuttgart. 


*) Dies ist von uns auch nicht behauptet worden; für die Fabrik 
Beit & Philippi war der Firnis jedenfalls ein »neues< Fabrikat. Ledig- 
lich dies sollte unsere Notiz besagen. Red. des Archiv. 





Die Besprechung der eingegangenen Neujahırs- 
karten und Kalender erfolgt in Heft 3 des Archiv. 
Die Redaktion des Archiv. 





Inhalt des 2. Heftes. 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker. — Unsere Lehrlinge. — 
Werkzeugbrett und Walzenhalter für Schnellpressen. — Engelens 
typenlose Setzmaschine. — Internationaler Musteraustausch. — Satz 
und Druck unserer Probeblätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften- und 
Bücherschau. — Mannigfaltiges. — Sprechstelle. — Annoncen. — Acci- 
denzmuster im Text: 1 Titel. — ı Karte. — 1 Briefkopf. — 1 Tanz- 
programm. — Beilagen: 1 Blatt Titel/— 1 Blatt Programm -— 1 Blatt 
Menu. /— 1 Beilage von K st & Ehinger in Stuttgart. % 1, Beilage 
von C. A. Lindgens in Kóln.VlA A 7] qa ` C — MB 

Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen| Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monutsheften. (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2, Heftes ganzjiibrig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M. 12,-—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porte. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei hiiutiver 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort, Betriige vor Abdruck zu 
zahlen, undernfalls 25 Pf. Extragebiihr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50 -2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichereje nach Gewicht M. 25 etc. . 

Novitáten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterbliitrern 
ohne Berechnung, «doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben, — Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mít uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farbeu, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haven 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen, 


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Weisert, Stuttgart. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
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Typographen-Vereines in Sophia bringt 
hiermit den löbl. Schriftgiessereien, 
Maschinen- und Papier-Fabriken, so- 
wie sämtlichen Buchdrucker - Uten- 
silien-Anstalten, die Herausgabe des 
ersten 


Bulgarischen 
Buchdrucker-Almanachs 1891 


zur Kenntnis, der in ganz Bulgarien, 
sowohl unter den Buchdruckereibesitzern, 
wie Arbeitern verbreitet wird, und 


werden für denselben Inserate zum 
Preise von Francs 20 per Kolumne 
aufgenommen. 


Diesbezügliche Annoncen etc. wolle 
man in deutscher oder französischer 
Sprache verfassen und an den Präsi- 
denten des Vereines Herrn Theodor 
Tscholakoff, Staatsdruckerei in Sophia, 
samt dem Einschaltungsbetrage per Post- 
Mandat, senden. 


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Der Besitzer, weil selbst nicht 
Fachmann, wünscht das Etablissement 
an einen geeigneten Unternehmer unter 
den für den Käufer denkbar vorteil- 
haftesten Bedingungen abzugeben; ausser 
dem Grundstück selbst kann auch 
noch ein grosses Areal mit zur Ver- 
fügung gestellt werden. Nühere Auskunft 
wird bereitwilligst erteilt auf Anfragen, 
die unter 8 4018 an Rudolf Mosse in 
Leipzig zu richten sind. 





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Liberty-Maschine nichts gemein haben. Es sind das zum Teil nur Nachahmungen unserer 
Original-Maschinen, zum Teil Machinen, welche in nichts an die Konstruktion der unserigen 
erinnern. 


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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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I. Archiv für Buchdruckerkunst. 28. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


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Archiv für Buchdruckerkunst. 





28. Band, Druck und Verlag von Alexander Waldow. Leipzig 


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Scotts Maschine 


zum Biegen von Galvanos und Stereotypplatten. 


— 
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Ir 


flache hintergossene Galvanos für die 
, Rotationsmaschine verwendbar zu machen, 





Vertikalschnitt. 


Papierstereotypie fúr Zwecke des Rotationsdrucks 
hergestellt werden, pflegt man zwar gleich im Rund- 
giess-Instrument zilindrisch gekrümmt zu giessen, 
doch kann es vorkommen, dass man für Flachdruck 





Scotts Biegapparat. 








bestimmte Stereotypen nachträglich für Rotations- 
druck verwenden möchte, ohne erst von Neuem zur 
Papierstereotypie seine Zuflucht zu nehmen; auch 
kann es vorkommen, dass man Stereotvpplatten, 
welche für grosse Zilinder gegossen wurden, für Zilin- 
der von kleinerem Durchmesser benutzen móchte, 
indem man sie nachbiegt. Solche Platten zilindrisch zu 


| 





Seitenansicht. 


biegen ist aber so ohne Weiteres nicht leicht zu bewerk- 
stelligen; es werden dabei leicht die feinen Linien auf 
der Platte beschädigt und es ist oft schwierig, wegen 
der ungleichen Stärken an verschiedenen Teilen der 


5 


Platten eine genaue Kurvenform zu erzielen. Der 
amerikanische Maschinenbauer Walter Scott verwen- 
det neuerdings zum Biegen, wie Vertikalschnitt Fig. 1 
andeutet, einen Zilinder (oder das Segment eines 
solchen) von etwas kleinerem Durchmesser als der 
Zilinder (oder das Segment). worauf jene Druckplatte 
aufgesetzt werden soll und legt über die flache Platte 
einen starken Bogen Pappe oder anderes nachgiebiges 
Material, sowie eine dünne Metallplatte, vorzugs- 
weise aus Stahl. Dann wird der Zilinder gedreht 
und die Papp- und Metallplatte in ein festliegendes 
Sesment oder hohles Gehäuse eingeführt, wobei eine 
aus einer Reihe paralleler Walzen gebildete Kette 
zwischen die nach aussen liegende Fläche der Stahl- 
platte und die nach innen liegende Fläche des 
festliegenden Segments eingeführt wird, um die 
Stereotypplatte möglichst genau zu biegen. — 

Der aus kleinen, auf genannten Flächen hin- 
rollenden Walzen gebildete Walzenzug vermindert 
die Reibung und drückt mit gleichmässiger, sich 
allmählig steigernder Kraft gegen die Platte, während 
das zwischengelegte Papier die feinen Linien schützt, 
indem dieselben sich in das Papier eindrücken und 
hierdurch der Druck auf die eigentlichen Flächen der 
Platte übertragen wird, so dass die Linien sich nicht 
breit drücken. -— 

Das festliegende Segment ist, um verschiedenen 
Plattenstärken angepasst werden zu können, ein- 
stellbar angeordnet und am Maschinengestell sind 
Führungsstangen für die Walzen des Walzenzuges 
und Gegengewichte mit Schnüren vorgesehen, um 
die Walzen in ihre normale Stellung zurückzuführen. 
Mit der Maschine nach vorliegender Erfindung können 
Metallplatten aller Art, mit oder ohne aufgelegte 
Stahl- und Papiertafel, umgebogen werden. — 

Unsere Fig. 2 gibt eine Seitenansicht vor- 
stehend gekennzeichneter Biegmaschine. Auf dem 
Maschinengestell A K ist die Querwelle B gelagert, 
die durch geeignete Räderübersetzung in Drehung 
versetzt wird. Zu letzterem Zwecke dient die Quer- 
welle C, sowie das kleine Zahnrad D und das mit 
letzterem in Eingriff stehende Rad E. 

Zilinder oder Segment G ist von geeignetem 
Durchmesser, aber etwas kleiner als die Innenfläche 
der gebogenen Stereotvpplatte, damit letztere mit 
dem Durchmesser des Zilinders in der Druckpresse. 
in welche die gebogene Platte eingesetzt werden soll. 
oder sonst mit dem Durchmesser des auf genannten 
Druckzilinder gesetzten Blockes zur Aufnahme der 
dünnen Stereotypplatte übereinstimmt. — 

An dem einen Ende des Segments G ist 
mittelst einer geneigt stehenden (Juerschiene 2 und 
Befestigungsschrauben, die am besten aus Stahl 


Scotts Maschine zum Biegen von Galvanos und Stereotypplatten. 


SU 


bestehende Platte H so befestigt, dass die Befestigungs- 
vorrichtungen innerhalb eines Kreisbogens liegen, der 
mit der Umfláche der gebogenen Stereotypplatte 
zusammenfällt und sich über dieselbe erstreckt, so 
dass die Befestigungsvorrichtungen für die Platte H 
mit den das Biegen bewirkenden Walzen nicht zu- 
sammenkommen. Die Blechplatte H muss, damit sie 
wegen des Biegens der Stereotypplatte nicht 
dauernd gebogen bleibt, sehr dünn sein, damit sie 
nach erfolgtem Umbiegen wieder ihre flache Lage 
annimmt, um die umgebogene Stereotypplatte zur 
Herausnahme freizulegen. Am Gestell K des Unter- 
teiles A ist ein hohles Segment L angeordnet, das 
durch die durch Schlitze hindurchgehenden Bolzen 3 
mit dem Gestell verbunden ist und mittelst der durch 
die an letzterem angegossenen Augen 5 gehenden 
Stellschrauben 4 eingestellt werden kann. — 

Die kleinen Walzen N sind aus Stahl: sie 
erstrecken sich über die Maschinenbreite und sind 
länger als die zu biegende Platte. Die Enden der 
Walzenachsen sind durch Gelenke O unter einander 
verbunden, welche Verbindungsketten für die Walzen 
in Form von Gliederketten bilden. Es empfiehlt sich, 
auf den Innenfláchen des Gestells K Führungs- 
schienen P fiir die Walzen anzuordnen und denselben 
eine solche Form zu geben. dass die Ketten O mit den 
von ihnen getragenen Walzen richtiges Auflager 
finden, wodurch die Walzen bei allmahlicher Drehung 
des Segments G mit der Welle B zwischen dem 
Segment L und Blechplatte H hindurchgefúhrt werden. 
Die Gliederkette fiir die Walzen N liegt in normaler 
Stellung und beim Einführen der Stereotvpplatten h?, 
Fig. 1. ausserhalb der Bahn der letzteren. 

Im Oberteil der Maschine ist eine Welle Q mit 
den Scheiben 8 und den nach dem Walzenzug O 
führenden Riemen oder Bändern 9 gelagert. An dem 
einen Ende der Welle Q sitzt eine Seilscheibe R mit 
spiralfórmiger Seilrille; das in letzterer liegende Seil T 
ist mit einem Gewicht S belastet. Durch das Gewicht 
wird die Walzenkette immer nach oben gezogen, so 
lange letztere nicht in anderer Weise bethätigt wird. 
Das Moment des Gewichts nimmt mit Zunahme der 
Aufwickelung des Riemens der Walzen ab und ist 
daher je nach der Stellung des Walzenzuges während 
des Biegens verschieden gross. 

Die Wirkungsweise dieser Maschine ist also 
folgende: Die Stereotvpplatte h? wird zunächst auf 
die Oberfläche des Zilinders oder Segments G aufgelegt; 
wobei das Vorderende der Platte gegen die Quer- 
schiene 2 anliegt, und wird dann am besten zwischen 
Platte H und der Oberfläche der Stereotypplatte ein 
Blatt dickes Papier oder Kartonpapier h! eingelegt, 
worauf der Zilinder oder das Segment G in Drehunz 


— 


sl Neue Elemente im Freiornamentieren. 82 


versetzt und die Platte H mit dem Walzenzug N in 
Berührung gebracht wird. 

Bei weiterer Drehung biegen die Walzen die 
Stereotypplatten h?, wobei die Walzen sich gegen die 
hohle Fláche des Segments L und die Aussenfláche 
der Platte H anlegen. 

Nach vollendeter Biegung der Stereotvpplatte 
wird die Welle C in entgegengesetzter Richtung gedreht 
und dadurch der Zilinder G in die aus Fig. 1 ersicht- 
liche Stellung zurückgeführt, oder es wird der Zilinder 
so lange weitergedreht, bis die Platte H von den 
Walzen N freigegeben ist, und die gebogene Platte 
behufs Einsetzens einer neuen Platte weggenommen 
werden kann. In beiden Fàllen werden die Glieder- 
ketten O durch Gewicht S wieder in die aus Fig. 1 
ersichtliche Stellung zurückgeführt. Die Einstellung 
des hohlen Segments L durch die Stellschrauben 4 
macht sich nótig, um die Maschinen den zu biegenden 
stärkeren oder dünneren Platten bezw. dem aufge- 
legten Papierbogen anpassen zu können, damit die 
Oberfläche der Platte ohne Gefahr des Zerstörens der 
Druckfläche mit dem richtigen Druck gepresst werden 
kann. Es empfiehlt sich, das hohle Segment L an der 
Eintrittsstelle der Walzen abzurunden, wie aus Fig. 1 
ersichtlich, damit der Biegevorgang je nach dem 
Eintritt der Teile in das hohle Segment nur allmählich 
anfängt. 

Macht man den Bogen der gekrümmten Flächen 
des in Fig. 1 ersichtlichen Bogenzilinders von ver- 
schiedenen Radien, so kann letzterer für solche Platten 
Verwendung finden, die an der einen Seite stärker als 
an der anderen sind; durch Auswechselung des 
Walzenzuges durch einen Zug von Walzen mit 
kleinerem oder grösserem Durchmesser kann die 
Biegemaschine für verschieden starke Platten Ver- 
wendung finden. 

Aus Fig. 1 ist zu ersehen, dass, wenn Zilinder G 
zurückgedreht wird und das Gewicht S die Glieder- 
ketten O hochgezogen hat, die untersten Walzen N 
sich immer noch unterhalb des hohlen Segments L 
befinden; wird demnach Zilinder G wieder vorwärts 
gedreht, und kommt die Platte H mit einer der Walzen 
in Berührung, so dreht sich diese Walze auf der 
Innenfläche von L sowie auf der Aussenfläche der 
Platte H und ist die hierbei auftretende Reibung so 
gross, dass die Gliederketten mit fortgezogen werden 
und das (sewicht S emporgehoben wird. Dieses 
Gewicht dient nur als Gegengewicht, das schwer 
genug ist, um die Gliederketten mit den Walzen N 
wieder emporzuziehen, wenn Segment G mit Platte H 
nach dem Biegen der Stereotypplatte zurückgedreht 
wird und sich von dem feststehenden Segment L 
entfernt. 


Übrigens bauen unsere heimischen Maschinen- 
fabriken ebenfalls gute Biegemaschinen, so z. B. die 
Maschinenfabrik > Augsburg«, sowie C. Hummel. 

—Z. 


Neue Elemente im Freiornamentieren. 
Von C. Kulbe, Leipzig. 


ie sich in der gesamten Ornamentierung unserer 
A modernen Drucksachen eine bedeutende Um- 
wandlung vollzogen hat und noch vollzieht, wie ein 
Streben nach Freiheit im Arrangieren und Schmücken 
und deshalb ein Emanzipieren von beengenden Regeln 
und Gesetzen sich im gesamten Äussern unserer 
modernen Ausstattungsweise immer mehr bemerkbar 
macht, wurde notgedrungen manche alte Grundlehre 
auch im sog. Frreiornamentieren*) längst über Bord 
geworfen. Das sich immer mehr einbürgernde zwang- 
lose Anordnen und Gruppieren der einzelnen Teile 
einer eleganten Drucksache überhaupt, sowie speziell 
das die strengen Titelregeln vollends über den Haufen 
werfende Verschieben und Schrägstellen einzelner 
Zeilen verlangt eine luftigere und flottere Behandlung 
des Freiornaments als der streng titelförmige Satz. 

Freilich wird durch die jetzt häufig angewandten 
Vignetten figuralen und landschaftlichen Genres 
manche sonst notwendige Linienornamentierung 
ersetzt, es bleiben aber noch genug Fälle, wo gerade 
die willkürlichen Zeilenverschiebungen eine eigen- 
artige flotte Belebung oder künstlerische Befestigung 
und Ausgleichung durch Linienornamente verlangen. 

Wenn beim streng titelfórmigen Satz (den 
gleichmássig untereinander stehenden Zeilen) sich das 
Freiornament stets regelmässig von der Mitte nach 
den beiden Seiten oder auch umgekehrt entwickelte 
und links und rechts genau die gleichen Stücke ange- 
ordnet wurden, so entsprach dies eben ganz dem 
Wesen dieser Zeilenanordnung selbst. Bei dem ver- 
schobenen Zeilenfall — wie wir ihn kurz bezeichnen 
wollen - mit seinen einseitig angebrachten Initialen, 
seinen Unterstreichungen, seinem kecken Vermischen 
von einfachen und verzierten. stehenden und Kursiv- 
schriften etc. kommen wir naturgemiiss mit dem nach 
beiden Seiten regelmássigen Ausbauen von Ornamen- 
tierungen nicht mehr aus. 

Hat der streng titelfórmige Satz stets in der Mitte 
seinen Ruhepunkt, wo dann auch der Schwerpunkt 
seiner Freiornamentierung liegt, so kann dies natur- 
gemiiss fiir nach rechts und links verschobene Zeilen 
keine Geltung haben. Von einem in der Mitte liegenden 
Schwerpunkt zu reden, wäre in solchen Arrangements 


*) Siehe hierzu die Beispiele der Beilage M dieses Heftes. 
3* 
1) 


83 Neue Elemente im Freiornamentieren. HÄ 








meist widersinnig: oft haben einzelne Zeilen derselben 
gerade das Wuchtigste — vielleicht eine Initiale — 
vorn resp. nicht in der Mitte. so dass ein gewisses 
Gleichgewicht und der notwendige äussere Zusammen- 
hang der Zeilen erst durch eine geschickt ange- 
brachte Freiornamentierung hergestellt werden muss. 

Dem Freiornament wird in solchen Füllen neben 
seinem eigentlichen Zweck: zu schmücken, auch noch 
die Aufgabe zufallen, das Ungleichmässige und 
Unruhige, wie es verschobener Zeilenfall in der Regel 
zeigt, auszugleichen und die verschiedenen Zeilen also 
künstlerisch zu befestigen. Je nachdem nun, ob diese 
Ornamentierung neben dieser zweiten Aufgabe: zu 


erste Zeile, denn hier liegt am ehesten die Gefahr 
nahe, bei einem ungeübten Leser den lrrtum zu 
erregen, als fehlten in der betreffenden Zeile einige 
Worte, da sie wohl vorn anfüngt, aber rechts noch 
freien Raum zeigt. Sieht jedoch selbst ein ungeübtes 
Auge ein abschliessendes Ornament hinter dem letzten 
Wort der ersten Zeile, so wird es hierdurch gleichsam 
mit deren ofliziellem Ende bekannt gemacht und auf 
die nüchste Zeile verwiesen. Der innere Grund aber, 
weshalb ein solches Füllstück notwendig, besteht 
darin, dass das immerhin harte und plötzliche Auf- 
hören des Zeilenbildes einer künstlerischen Auflösung, 
einer »freien Endigung« bedarf. 


Deutsche Messingwerke &._. 


...„@ Markgraf & Rauch 


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DEUTSCHE MESSINGWERKE -3-—- 


—: MARKGRAF & RAUCH 


Beispiel 1. 


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"DEUTSCHE MESSINGWERKE @= su. 


—« 559 MARKGRAF & RAUCH 


Beispiel 2. 


binden, auch mehr oder weniger schmücken soll, 
wird die Auswahl der zu verwendenden Orna- 
mente und die Art und Weise der Anbringung zu 
geschehen haben. 

Auf eine sehr einfache Weise werden z. B. zwei 
verschobene Zeilen durch das Anbringen eines oder 
auch zweier sogenannter Zeilenfüllstücke oder auch 
langgestreckter grösserer Ornamente verziert. Bei 
Verwendung von zwei derartigen Figuren würde dann 
jede Zeile nur eins erhalten, und brauchen die beiden 
Verzierungen deshalb auch nicht gleich zu sein, 
müssen aber einander ähnlich sehen (Beispiel 1). 

In der Regel bringt man also nicht auf beiden 
Seiten einer Zeile ein Ornament oder Füllstück, 
sondern nur nach der sozugagen »oflenen«, und 
wählt man vorteilhaft das Füllstück der oberen Zeile 
etwas grösser als das der zweiten. Will man aber 
nur ein Füllstück anbringen, so erhält dieses stets die 


Willman an Stelle von grösseren Figyren kleine 
Linienornamente zusammenbauen, wären dieselben 
vielleicht wie folgt auszuwählen und anzubringen: 

b 


Bei der Auswahl dieser Ornamente ist streng auf die 
Grósse und vor allem auf die Konstruktionsrichtung 
derselben zu achten. Als grösste Figur wird die der 
Zeile am nächsten zu setzende betrachtet, die nächste 
muss dieser schon untergeordnet sein und so fort, 
damit eine von der ersten Figur nach dem äussersten 
Ausläufer gezogene schwach gebogene Linie a—b die 
dazwischen liegenden Teile der Ornamentgruppe nur 
schwach streift. 

Die Richtung oder Bewegung der beiden Orna- 
mentgruppen muss stets so gewählt werden, dass 
dieselben der Zeile, welcher sie beigeordnet sind. 


85 


Neue Elemente im Freiornamentieren. 


86 


EE 





gleichsam entgegenwachsen, wie dies auch das zweite 
Beispiel zeigt. Trotzdem muss jedoch jede Gruppe an 
und für sich abgeschlossen sein, was durch die richtige 
Auswahl des letzten Ausläufers erzielt wird. Wäre die 
Richtung der Ornamente im Beispiel 2 nicht den 
betreffenden Zeilementgegenwachsend gewählt. würde 
von einer künstlerischen Befestigung nicht gesprochen 
werden können. Zwei derartige Zeilen erregen stets die 
Empfindung. als wollten sie — die doch eng zu 
einander gehören — fortrennen: eine nach rechts, 
die andere nach links. Soll aber diese Unruhe durch 


( 


i 


— — — 


- DEUTSCHE MESSINGWERKE 





Nachdem nun wohl Klarheit darüber sein wird, 
was wir unter einseitigem - - modernem - - Frei- 
ornamentieren zu verstehen haben, mógen einige 
Betrachtungen uns noch weitere Eigentümlichkeiten 
desselben vorführen. 

Wie schon aus den erwühnten kleinen, noch 
mehr aber aus den grósseren Beispielen auf Beilage M 
zu ersehen, ist gerade bei dem einseitigen Freiorna- 
mentieren auch in der Bestimmung der Anzahl und 
der Grösse der einzelnen Figuren äusserst vorsichtig 
und feinfühlend zu verfahren. Je mehr eine genau 


S Ka G. ! 


e 





, 
+1 MARKGRAF & RAUCH 
Beispiel 3. 
ga Gane. * Se AE | i 
Dzvrscuz Mzssimwewznkzg, HANAD. 
: Beispiel 4. 
| 
| 


die Ornamentierung behoben werden, muss diese eine 
aufhebende, paralysierende Bewegung zeigen und 
deshalb wie beschrieben ausgeführt werden. 

Auch wenn man reicher ornamentiert, bleibt die 
wagerechte Bewegungsrichtung dieselbe: einander 
entgegenlaufend; kommt jedoch noch eine senkrechte 
Ornamentierung hinzu, wie bei den Beispielen 3 und 4 
(nach Art von offenen markierten Kástchen), so sind 
die Ornamente Aierzu stets aufstrebend zu wählen 
und anzuordnen, da dieselben die Thätigkeit des 
Tragens und Zusammenhaltens ausdrücken müssen. 
Die Eckenbildung kann in solchen Fällen sehr will- 
kürlich geschehen: entweder diagonale Figuren oder 
irgend eine passende grössere Figur mit senkrechter 
oder wagerechter Bewegung, nur muss im letzteren 
Falle sich die entgegengesetzte Ornamentierung glatt 
und fliessend anschliessen. 


abgewogene Mässigkeit und bei allem eigentlichen 
Schwung eine elegante Ruhe im Gesamteindruck zu 
Tage tritt, um so schöner wird die betreffende 
Ornamentierung genannt werden können. Man hüte 
sich vor Überladungen, wie sie bei den früheren 
gleichmässigen Ornamentierungen gern verbrochen 
wurden und leider noch immer werden. Man setze 
nicht Ornament an Ornament, sondern stelle eines so 
weit vom andern, dass es in Rücksicht auf seine Grösse 
und Konstruktion richtig zur Geltung kommen kann, 
ohne von seinem Nachbar erdrückt zu werden oder 
selber irritierend zu wirken. 

Das moderne Ornamentieren legt vielmehr gerade 
auf das vorteilhafte und mannigfache Verwenden der 
Linie selbst — als dem einfachsten Ornament — 
grossen Wert, so dass die äusserst reiche Anwendung 
namentlich der feinen Linie, oft bis drei- und vierfach 


87 Nene Elemente im Freiornamentieren. 88 


unter einander, als charakteristisches Element gelten 
kann. Durch die abtönende Wirkung derartiger 
Linienanordnungen können oft sehr reizende Effekte 
erzielt werden. und namentlich ist es eine vornehme 
Ruhe, welche an denselben am meisten gefällt. 

Aber noch andere neue Elemente zeigt uns das 
moderne Freiornamentieren. So wird heute die fette 
Linie mehr als früher angewandt, namentlich in 
senkrechter Stellung und in dieser alsdann oben mit 
einer stilisierten Blüte oder einem Blatte, unten aber 
durch eine Spitze oder einen »Spiess« abgeschlossen 
(Beisp. 4 und auf Beil. M Beisp. 6). In wagerechter 
und schräger Anwendung wird indes die achtel- oder 
viertelpetitfette Linie auch zugespitzt. so dass sie durch 
die übliche Ornamentspirale abgeschlossen werden 
kann. Weiter spielen auch die schraffierten und - — 
allerdings erst in letzter Linie- - auch die gemusterten 
Linien eine immer bedeutendere Rolle. 

Es wirkt überraschend für den, welcher das 
erste Mal solche Kombinationen versucht, auf welche 
leichte Art sich mannigfache und interessante, zier- 
liche und elegantkräftige Ornamentierungen herstellen 
lassen. Namentlich dadurch, dass man durch ent- 
sprechende Linien- und Ornamentanordnungen aller- 
lei Formen und Flächen bildet oder einschliesst, bei 
denen sich dann in der Regel der Innenraum mit 
der Schrift recht wirkungsvoll heraushebt, erregen 
solche Arbeiten Lust und Liebe zu weiterem Üben 
darin und die Phantasie des Setzers kann sich gerade 
auf diesem Gebiete sehr zeigen und nützlich machen. 

Das typographische Ornamentieren ahmt darin 
namentlich lithographische Vorbilder nach, welche 
gerade durch ihre effektvollen Abtönungen in der 
Zeichnung das Auge gefangen nehmen. Und dieses 
Abtönen und kecke Auflósen und Verschwindenlassen 
von Leisten, Kartuschen, Bändern etc. wird vom 
Accidenzsetzer um so lieber versucht, als er 
durch dasselbe manche technischen Schwierigkeiten 
umgehen und sich deshalb auch im Entwurf freier 
bewezen kann. Das Ornamentieren wird dadurch 
fruchtbarer und in der Auswahl der Motive ein weit 
grósserer Spielraum gelassen. Gesimse, Friese und 
die mannigfachen Formen der Wandstuckarbeiten, 
Kreise (offene), gekröpfte offene Rahmenecken, 
fliegende markierte Bänder und plastisch wirkende 
Schilder ete. ete. liefern denn auch eine äusserst 
reiche Anregung zum Nachbilden. Freilich ist der 
Setzer durch unsere leidige Technik oft gezwungen, 
die gebotenen Motive zu vereinfachen, doch lässt 
sich — wie schon gesagt — in vielen Fällen durch 
das geschickte Auflösen eines Rahmens, Bandes oder 
einer Leiste manche Satzschwierigkeit umgehen und 
zugleich ein origineller Eflekt erzielen. 


Hierbei wäre allerdings ein Hindernis in den 
Linien vorhanden, für welche wir in unserem Orna- 
mentmaterial keine Endigungsstücken besitzen, so 
für die fetten, schraffierten und gemusterten Linien. 
Doch da ist bald geholfen, indem man sich event. 
selbst die Linien durch Stichel und Schnitzer zurecht 
schneidet und sie entweder in einzelne Punkte oder 
in Schraffierungen auflóst. Erwähnt muss hierbei 
werden — und die gesamten beigegebenen Beispiele 
sollen dies zeigen — dass es durchaus nicht not- 
wendig ist, jede Linie mit einem Schlussornament 
zu versehen. Zudem würde sonst in vielen Fällen 
hierdurch ein Überladen gerade der Stellen statt- 


finden. welche am zartesten erscheinen und ver- 
laufen sollen. 
Wie indes unsere Beispiele weiter zeigen, 


begnúgte sich das moderne Ornamentieren nicht mit 
der Verwendung von allerlei Linien, es verlangte 
vielmehr auch nach figuralen Schmuckstiicken. nach 
Blättern, Blüten. Zweigen, nach Gestalten, fliegenden 
Vögeln etc. Unsere Giessereien sorgten denn auch 
für das entsprechende Material. Wir erinnern 
nur an den »Typographischen Zierrath« und an die 
vielen Sächelchen, welche auch einzeln von ver- 
schiedenen Giessereien auf den Markt kamen und 
immer noch kommen. Der Accidenzsetzer hat 
übrigens in dieser Hinsicht auch entsprechende 
Schule machen kónnen und thatsüchlich gemacht an 
dem neuerdings so beliebten Japanischen Stil. den 
wir ja auch in unserem tvpographischen Material 
vertreten finden und so recht geeignet ist, den Sinn 
für die besprochene Art Ornamentation zu heben 
und zu beleben. — 

Man kónnte allerdings einwerfen, dass solche 
gróssere Ornamentierungen, wie die auf der Beilage 
gezeigten Beispiele 5, 6 und 7, eigentlich mehr ein 
Ubergangsstudium zur Rahmenornamentik bildeten; 
dennoch aber können wir hier von einem faktischen 
F'reiornamentieren sprechen. In Anbetracht dessen 
übrigens, dass durch die Fülle der sich in diesem 
Genre bietenden Motive gewiss jeder Setzer erfreut 
ist, vermag jene rein akademische Frage keinen 
Kummer zu bereiten. — 

Wenn wir für heute mit diesem Thema schliessen 
wollen, geschieht dies in der Hoffnung, dass der 
geehrte Leser manche hier nicht erwähnte Eigen- 
tümlichkeiten der einseitigen Ornamentierung aus 
den Beispielen selbst ersehen wird. Wir versagen 
uns auch, auf die Druckausführung solcher Arbeiten 
[für diesmal näher einzugehen; dieselben sind für das 
Anbringen von Tönen — speziell der verlaufenden — 
besonders geeignet. Hiervon ein ander Mal! 


89 | Neujahrskarten- und Kalenderschau. 90 








Neujahrskarten- und Kalenderschau. 


Wenn die der Redaktion des »Archiv« gelegentlich des 
Jahreswechsels in mannigfachster Gestalt zugegangenen, 
zum Teile mit schmeichelhaften Glúckwunschschreiben 
begleiteten Beweise des Wohlwollens und der Freundschaft 
emen die Vorjahre bedeutend überragenden Umfang ange- 
nommen haben, so kann wolıl der Herausgeber des »Archiv« 
darin, neben dem Zeichen der Aufmerksamkeit gleichzeitig 
eine wohlthuende Genugthuung für seine während einer 
langen Reihe von Jahren entfaltete Thätigkeit zu Nutz und 
Frommen des gesamten Buchgewerbes erblicken, und sei 
auch auf diesem Wege für die vielen Liebeszeichen den 
Einsendern der wärmste Dank ausgesprochen. 

Bei dem regen Interesse, das den Erzeugnissen der 
graphischen Künste allseits entgegengebracht wird. dürfte 
es wohl ebenso den Intentionen der Einsender als denen 
der Hersteller entsprechen, wenn wir, allerdings nur in 
Kürze, die gesamten Einsendungen eine Revue passieren 
lassen und hier und dort ein jedenfalls auch für unsere 
geehrten Leser Interesse bietendes kritisches Wort einfügen. 

Fast ausnahmslos treten die gesamten Arbeiten in 
geschmackvollem farbigen und ornamentalen Gewande auf, 
eine Erscheinung, die um so erfreulicher ist, als das ganze 
Streben der Jetztzeit dahin zielt, den Farbendruck sowohl 
wie auch die mit Geschick ornamentierte Accidenz in 
vollstem Masse eingebürgert zu sehen, 

Vorausschicken müssen wir, dass die von uns bei allen 
Arbeiten gewählte Reihenfolge als eine rein zufällige zu 
betrachten ist und keinesfalls als Massstab für die Vor- 
züglichkeit dieser oder jener Arbeit gelten soll, und zwar 
um so weniger, da viele Eingänge gleichwerlig sind. 

Wir eröffnen den Reigen mit den Wunschkarten und 
müssen konstatieren, dass auch in diesem Jahre allerorts 
das Bestreben herrschte, dieser Art Druckarbeit die erforder- 
liche, sich selbst empfehlende Sorgfalt in bezug auf kunst- 
volle Herstellung angedeihen zu lassen. 

Die Karten lassen sich durch eine besonders interessante 
Erscheinung im Entwurfe in zwei Arten teilen, und 
zwar in eine in der Anzahl grössere, welche im vollsten 
Masse die Eigentümlichkeiten der durch die neuen Giesserei- 
Erzeugnisse hervorgerufene »freie« Richtung dokumentiert, 
und in eine weniger vertretene, welche mehr ilteren 
Grundsätzen, der sogenannten »Rahmenforme huldigt. 

Eine besonders exakt und sauber in Buchdruck 
ausgeführte Aufklappkarte, bei welcher hauptsüchlich die 
angewandte tadellose Schreibschrift überrascht, macht nicht 
allein ihrem kunstliebenden Absender, Herrn Hermann 
Smalian vom Hause Gustav Reinhold in Berlin W., sondern 
auch dem Drucker derselben (Wohlfeld, Magdeburg) alle 
Ehre. Die Karte von Ferd. Theinhardts Schriftgiesserei in 
Berlin zeigt in einem aus reingotischem Materiale gesetzten 
Rahmen neben einem äusserst schwungvollen, im Genre 
der altdeutschen Wandmalereien kolorierten Rankenmotiv 
noch weitere Erzeugnisse der best eingeführten Firma. 
Satz und Druck sind gut zu nennen. Durchaus abweichend 
von vorstehenden Karten ist diejenige der ebenfalls durch 
ihre sehr brauchbaren Erzeugnisse renommierten Schrift- 
giesserei Ludwig d Mayer in Frankfurt a. M.; eine in 
gotischer Federzugmanier gehaltene Einsatzvignette lässt 
die Schönheit des neuesten Erzeugnisses der Firma, die 
von uns bereits vorgeführte »Monumental« zur vollsten 
Geltung gelangen, Die Schriftgiesserei Bauer d Co. in 


Stuttgart liess ihre Karte unter den Händen unseres 
bewährten Mitarbeiters Herrn Watzulik, in der Hofbuch- 
druckerei Altenburg entstehen. Die in reichstem Farbendruck 
auf einem durch Untergrundtvpen erzielten fliesschenartigen 
Goldfond liegende Karte führt in geschicktem Satz- 
arrangement eine Anzahl der vorzüglichen Erzeugnisse 
der rührigen Giesserei vor Augen. In wirkungsvollem 
Entwurfe präsentiert sich die auf feinstem Glaceekarton 
und in dezenten Farben gedruckte Glückwunschkarte der 
Schriftgiesserei Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. 
Neben dem angewandten schönen gotischen Materiale ist 
es besonders der reizende »Serviteur«, der unsern Beifall 
findet. Die Schriftgiesserei Müller «* Hólemann in Dresden 
hat in glücklicher Weise aus ihrer Zeitungseinfassung, 
Serie Il, eine durch geschickte Satzkombination und guten 
Farbendruck wirkungsvolle Karte herstellen lassen. Von 
ausländischen Giessereien oder deren Vertretern verzeichnen 
wir Eingänge von Richard Gans in Madrid, C. Giacchetti 
in Rom und Schomburg Caballero d Comp. in Bilbao, 
deren Herstellung ohne Ausnahme Anerkennung verdient. 
Kine in Satz und Druck viel Fleiss verratende Gliickwunsch- 
karte in Hochformat aus der Emil Bergerschen Renaissance- 
einfassung liess sich die Maschinenfabrik Klein, Forst d 
Bohn Nachf. in Johannisberg anfertigen (s. unsere Beilage L). 
Die Karte der Maschinenfabrik Andreas Hamm in Franken- 
thal wurde aus der Victoriaeinfassung von Numrich-Leipzig 
in dem ihr eigenen etwas kräftigen Satzarrangement in der 
Offizin von Schirmer & Mahlau in Frankfurt hergestellt. Satz 
und Druck sind lobenswert. Albert Stolzenwald in Berlin 
erfreute uns mit einem gut gedruckten eleganten Buntdruck- 
kärtchen. Der von der Buchdruckerei Garl Laubner in Essegg- 
Oberstadt komponierte Satzbau ist in seiner Anordnung ganz 
lobenswert, wohingegen uns der Text als Hauptsache des 
Ganzen bei einem so grossen Formate bedeutend zu klein 
erscheint. Freundlichere Farben würden die Schwere der Orna- 
mente etwas gemildert haben. Die vollstándig aus Kúnstler- 
grotesk von Schelter & Giesecke in freiester Satzgruppierung 
hergestellte Karte der Schellenbergschen Hofbuchdruckerei in 
Wiesbaden liefert den Beweis, dass guter Geschmack und 
saubere Technik in dieser Offizin keine fremden Gäste sind. 
In geschicktem Entwurfe ist die Karte von Herm. Hampels 
Buchdruckerei in Züllichau hergestellt. Etwas zu reich 
im Ornament erscheint uns die sonst gut ausgeführte 
Karte vou J. Gottslebens Buchdruckerei in Mainz. Eine 
sehr geschmackvoll ausgeführte Karte in Buntdruck 
lieferte F. Lehmann-Ritters Buchdruckerei in Hinweil und 
Rüti (Schweiz). Domels Erben in Waldenburg i. Schl. 
setzten aus Woellmers Rokokoeinfassung einen sehr effekt- 
vollen, hübsch kolorierten Rahmen mit aufgelegter Karte; 
im ferneren liegen noch einige Karten derselben Offizin 
(durch H. Uebigau) vor, welche durch die schön gedruckten 
landschaftlichen Vignetten gewisslich Stimmung machen. 
Gustav Lágel in Hamburg liess seine sauber gedruckte Karte 
durch eine in schónem Kolorit erscheinende naturalistische 
Leiste schmiicken. Ein besonders nobles, im Satz und 
Druck tadelloses Kärtchen sandte der durch seine Arbeiten 
vorteilhaft bekannte Accidenzier der Hoffmannschen Buch- 
druckerei in Stuttgart, Herr A. Kirchhoff. Herr Chr. Schnepf 
(Buchdruckerei Greiner & Pfeiffer in Stuttgart) hat auf 
alle Fálle eine gute Idee geschickt zu Papier gebracht. 
indem er den Jahreswechsel an der vom gestirnten Himme! 
beleuchteten  Kirchturmsuhr zu veranschaulichen ver- 
sucht hat. Weitere Karten in effektvoller Ornamentierung 
und lobenswerter Druckausführung sandten noch: der 


91 Neujahrskarten- und Kalenderschau. 92 








Drucker- und Maschinenmeisterklub München, Herr Otto Krüger 
in Neustadt a. H., Ulrich Tobler in Rüti (Schweiz), Carl Meyer 
in Frankfurt, F. Schiesseck in Züllichau, sowie Herr Emil 
Winter in Breslau. 

In Zirkularform sandten ihre Neujahrswiinsche die 
Brühlsche Buchdruckerei in Giessen (effektvolles Satzarran- 
gement in schöner farbiger Ausführung), k. und k. Hofbuch- 
druckerei Josef Feichtingers Erben in Linz (anerkennenswerte 
Leistung), sowie C. Romwalter d Sohn in Oedenburg. 
Letztere Arbeit kann als ein ganz vorzüglicher, farbiger 
Bronzedruck gelten, und wollen wir den Herstellern unser 
Lob nicht vorenthalten. 

Unter den uns vorliegenden Kalendern eine Wahl zu 
treffen, wäre selbst für den Fachmann ein Kunststück, zeigt 
sich doch in ihnen ausnahmslos, dass thatsächlich in der 
Lieferung des künstlerischsten und vollendetsten das Wahr- 
zeichen unserer Zeitperiode liegt. Beginnen wir mit der 
Durchsicht der Abreisskalender: 

Als gern gesehenen Gast begrüssten wir auch dieses 
Jahr den unter der Mitwirkung des unerschöpflichen Fach- 
litteraten Theodor Goebel von der Farbenfabrik Gebr. 
Jünecke & Fr. Schneemann in Hannover in Buch- und 
Abreissform verausgabten, üusserst instruktiven Kalender. 
Derselbe besteht aus zwölf japanisch gehaltenen, natura- 
listischen Monatssujets, deren vierfarbiges Kolorit für jeden 
Monat verschiedenartig gewählt wurde. Ausser mit der 
Datum- und Monatsangabe sind die einzelnen Blätter mit 
praktischen Notizen jeder Art sowie mit den hauptsäch- 
lichsten bei der 450jährigen Jubelfeier der Erfindung der 
Buchdruckerkunst verfassten dichterischen Geistesprodukten 
versehen. Im ganzen genommen gibt der Kalender nicht 
allein beredtes Zeugnis von dem künstlerischen Geschmack 
der seit Jahren mit ihren Produkten der Farbenbranche 
auf der Höhe der Zeit stehenden Firma, sondern ist auch 
in der gewählten Form dazu angethan, die angewandten 
Erzeugnisse in äusserst günstiger Weise vorzuführen. Die 
äussere Ausstattung beider Kalender lässt nichts zu 
wünschen übrig. Das Begleitzirkular zum Kalender ist eine 
äusserst effektvolle Satzarbeit im Stile des »Mikado«, welche 
in einer solchen Ausführung nur empfehlend wirken kann. 
Die Buch- und Kunstdruckerei von Förster d Borries in 
Zwickau hat es verstanden, durch die Wahl eines stimmungs- 
vollen Jahreszeitenmotives in Amorettenform ihrem äusserst 
praktisch angelegten Abreiss- und Notizkalender ein in jeder 
Weise schönes Gepräge zu geben. Die farbige Ausführung 
ist die den Arbeiten von Förster & Borries stets eigene, 
vorzügliche, Robert Wapplers Buchdruckerei in Magdeburg 
hat ihren Kontorkalender in origineller ornamentaler Aus- 
führung angefertigt. Das gewählte lebhafte Kolorit trägt 
nicht wenig dazu bei, die Arbeit zu einer ansprechenden 
zu gestalten. Als stilvoller Wandschmuck muss der Abreiss- 
kalender der L. Schellenbergschen Hofbuchdruckerei in Wies- 
baden bezeichnet werden. Derselbe veranschaulicht auf 
Vorder- nnd Rückseite in zwei von Schulte v. Brühl im 
altdeutschen Stile entworfenen Zeichnungen beide Geschäfts- 
häuser der Offizin. In wirklich sinnreicher Weise erfolgte 
gleichzeitig die Empfehlung des Wiesbadener Tageblattes, 
und wir können behaupten, dass der in Münchener Art 
erfolgte Farbendruck ein äusserst gelungener ist. 

Eine in jeder Beziehung künstlerisch originelle farbige 
Buchdruckleistung ist der von E. Terschak entworfene und 
mit Zuhilfenahme der Klinkhardtschen Mikado-Dekoration 
in durchaus einheitlichem Gepräge, die Dekorationsweise 
der Japaner vorzüglich charakterisierende Notizkalender 


in Heftform der auf dem Gebiete des orientalischen Druckes 
äusserst thiitigen Offizin W. Drugulin in Leipzig. 

Von den Wandkalendern ist besonders der von 
R. v. Waldheim in Wien hergestellte hervorzuheben. In 
äusserst sinnreicher Weise finden wir auf ihm die »Zeit« 
illustriert. Die Ausführung dieser äusserst geschmack- 
vollen Arbeit erfolgte in tadellosestem Kupferdruck und 
Buchdruck. Als ganz gediegenen Zimmerschmuck müssen 
wir auch den von C. Allers entworfenen Kalender der 
rühmlichst bekannten Buch- und Steindruckfarbenfabrik 
Beit & Philippi in Hamburg und Stassfurt bezeichnen. 
Die in schónster Farbenharmonie erscheinende Arbeit ist 
eine kunstvolle Chromolithographie von Wezel £ Naumann 
in Leipzig und diirfte in hohem Masse zur Empfehlung 
der Fabrikate obiger Firma beitragen. Eine recht glück- 
liche Verbindung von Buch- und Steindruck zeigt der 
Wandkalender der Hofbuchdruckerei und Hofsteindruckerei 
von Gebr. Jünecke in Hannover. Je zwei prüchtige Pflanzen- 


motive auf Vorder- und Rückseite in überraschender 
Farbenzusammenstellung charakterisieren die zwei in 
Fücherform gruppierten Halbjahre in wirkungsvollster 
Weise. Der Kalender ist einer der effektvollsten. 


Der illustrativen Richtung ebenfalls entsprechend, wurde 
der Kalender von Otto Elsners Buchdruckerei in Berlin 
hergestellt. Die zum Druck verwandten, dem Gaillardschen 
Institute entstammenden Platten lassen an Schärfe nichts 
zu wünsehen übrig, so dass der Kalender durch das 
dezente Kolorit einen sehr feinen Gesamteindruck macht. 
Wilhelm Gronaus Buchdruckerei und Schriftgiesserei in 
Berlin stattete ihren Kalender einfach aber geschmackvoll 
gesetzt und gut gedruckt aus. Als recht hiibsche Neuheit 
erscheint uns die angewandte Kartuscheneinfassung. Die 
Buchdruckerei Gebr. Grunert, sowie die Lewentsche Buch- 
druckerei in Berlin haben zwei Prachtleistungen des typo- 
graphischen Farbendruckes mit ihren Wandkalendern 
hervorgebracht. Die Begleitzirkulare entsprechen der Aus- 
führung der Kalender ebenfalls. Als sehr schóne Arbeit 
ist der Kontorkalender mit originell angefügtem Notiz- 
kalender von Max Lichtwitz, Buch- und Steindruckerei in 
Berlin, zu bezeichnen. Zum grössten Teil aus Material 
von Schelter & Giesecke gesetzt ist der Satzbau ein sehr 
geschickt und exakt komponierter zu nennen, so dass wir 
nicht umhin können, dem Kalender unsere Anerkennung 
zu zollen. Wir finden kein Moment, welches geeignet 
wäre, die vom Einsender, Herrn Max Lichtwitz selbst auf 
den Kalender angewandte Bezeichnung »Angstprodukt« zu 
rechtfertigen, sondern kónnen im Vergleich zum Vorjahre 
unser Lob nur erhóhen. Die Arbeiten der Buchdruckeret 
Lindner in Breslau tragen bekanntlich das Signum »originell«, 
was auch bei dem diesjährigen Kalender zur Wahrheit 
wird. »Mikado« war auch hier die Parole und ist es dem 
Setzer und Drucker gelungen unter Verwendung der 
Klinkhardtschen Dekoration und entsprechender Farben, 
ein recht effektvolles Erzeugnis hervorzubringen. In recht 
schóner chromolithographischer Ausstattung erscheint der 
uns durch Herrn Faktor Karl Bayer zugesandte Kalender 
der A. v. Hagenschen Buchdruckerei, Weber & Kölblin in 
Baden-Baden. Besonders ist es die aufgelegte, geschmack- 
volle Wunschkarte die unseren Beifall findet und den 
Kalender zu einer recht gediegenen Arbeit stempelt. In 
rein gotischem Gewande (Material von Schelter & Giesecke) 
erscheinen die Kalender der Firmen Louis Pasenow, 
graphisches Institut in Stettin, sowie der Stämpflischen 
Buchdruckerei in Zürich. Exakter Satz, sowie sauberster 


Enge fette Steinschrift von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig. 
Geschiitzt. 
Petit No. 1270. Min. ca. 2,5 kg. Korpus No. 1271. Min. ca. 2,9 kg. 
D Naturgeschichte des Pflanzenreiches 34 | 56 Neue Ausgabe klassischer Werke 78 
Strassburg Braunschweig DEUTSCHLAND Aschaffenburg Mannheim Halle Vereinigte Staaten FRANKREICH Spanien Österreich Mainz 


Cicero No. 1272. Min. ca. 3,6 kg. Mittel No. 1273. Min. ca. 4 kg. 
67 Freud und Leid aus der Jugendzeit 90 | T Leipzig Vereinigung Saxonia à 


ERZÄHLUNG Schiller Goethe Lessing Werther DICHTUNG | SIEGFRIED Fúnfzehn Bilder ohne Worte KRIEMHILD 


Tertia No. 1274. Min. ca. 4,8 kg. | 


Besitrungen 8 NORDAMERIKA 5 Reichsland | Liederhain 2 HARMONIE 4 Connewitz 


Text No. 1275. Min. ca. 5 kg. 





DEUTSCHES 18 Bundesctiessen 79 FRANKFURT 


Doppelmittel No. 1277. Min. ca. 6,2 kg. 


Thüringen 1234 HANDEL UND VERKEHR 5078 Schlesien 


3 Cicero No. 1279. Min. ca. 7,4 kg. 


FRÜHJAHR 82 Weihnachtszeit 60 SOMMERRUH 


3'a Cicero No. 1280. Min. «a 7,8 kg. 


Meisebriete 19 EIOENBAHNEN Länderkunde 


+ Cicero No. 1281. Min. ca. 10 kg. 


MEIER 6 Waldesrauschen 9 KRONE 


Von dieser Schrift sind noch zwei grössere Grade vorhanden. 


95 


Druck sind die Kennzeichen dieser stilvollen Arbeiten, 
unter den noch verbleibenden Kalendern nimmt der des 
Artistischen Instituts L. V. IEinders in Neutitschein (Mähren) 
in Bezug auf originellen Entwurfeine hervorragende Stelle ein. 
Die Ausführung erfolgte in lebhaftestem lithograpluschen 
Farben- und Buchdruck und verdient alle Anerkennung. 
Aus Holland liegen uns vier Kalender in ganz verschiedenem 
Genre vor. Blikmann «6 Sartorius in Amsterdam lieferten 
einen Prachtsatzbau in modernster Ausführung (Bergersche 
Renaissanceeinfassung). als Mittelgruppe eine Meisenbachsche 
Autotypie (Ansicht aus der Nähe des k. Palais in Amsterdam) 
benutzend. Setzer und Drucker haben mit vereinten 
Kräften etwas Gediegenes geliefert. Der Kalender von 
De Brakke Grond ın Amsterdam führt eine Gruppierung 
der holländischen Tageszeitungen in einem schön aus- 
geführten Lichtdrucke vor Augen, so dass der im Salz und 
Druck gut ausgefallene Kalender neben seinem praktischen 
Zweck des Interessanten nicht entbehrt. Th. A. van Zeggelen 
in Amsterdam schmückte seinen Kalender mit einer aus- 
gezeichnet wirkenden. autotypischen Zeichnung. eine teils 
symbolische und teils landschaftliche Darstellung wieder- 
gebend. Der Gesamteindruck ist ein vorzüglicher. H. C. 
Thieme in Nijmegen baute wie im Vorjahre seinen Kalender 
aus Schelter & Gieseckschem Materiale und hat durch 
Verwendung der Holbeineinfassung, sowie durch die erzielte 
effektvolle Farbenharmonie ein mustergültiges Erzeugnis 
geschaffen. 

Bevor wir unsere Revue schliessen, wollen wir noch 
mehrere Arbeiten erwähnen, welche uns durch Herrn 
Paul Berger, Leipzig aus Anlass der mit diesem Jahr 
erfolgten Einverleibung des Fachblattes Graphische 
Künste in das Archiv, übermittelt wurden. Es ist dies 
zunächst ein ausserordentlich eleganter Salonkalender in 
reinster Rokokoausführung. Zwölf einzelne Monatsblätter, 
deren Rückseite eine Anzahl der innerhalb des Geschäfts- 
hauses des Einsenders Herrn Hofbuchbinder Gustav Fritsche 
in Leipzig angebrachten Sinnsprüche vorführen, sind in 
einem feinen Umschlage, der eine Prachtleistung der 
Buchbinderkunst (Pressung) genannt werden kann, auf 
sinnreiche Weise durch eine seidene Quastenschnure zu 
einem Ganzen vereinigt. Diese Arbeit stellt der Leistungs- 
fähigkeit und dem in diesem Etablissement vorherrschenden 
Kunstgeschmack ein vortreffliches Zeugnis aus. C. T. Wiskott, 
Kunst- und Verlagsanstalt in Breslau, wählte zu seinem 
Wand- und Abreisskalender ein reizendes Motiv: eine mit 
Rosen und Weinlaub umgebene Gartenlaube. Während 
sich auf dem unteren Teile das Kalendarium befindet. ver- 
sinnbildlichen zwölf hinter- und nebeneinander gruppierte, 
allerliebste Kindergestalten in entsprechendem Kolorit die 
Hauptmerkmale jedes einzelnen Monats. Die farbige 
chromolithographische Ausführung ist eine überraschend 


schöne und wirkungsvolle. Der auf dem Tableau an- 
gebrachte Miniatur - Abreisskalender mit ausgewählten 


Sprüchen nimmt sich sehr appart aus und macht den 
Kalender recht ansprechend. Der nochmals vorliegende 
Kalender von De Brakke Grond in Amsterdam fand bereits 
weiter oben Erwähnung. — Max Krause, Papieraustattungs- 
geschäft in Berlin W. sandte seinen Geschäftsfreunden als 
Festgruss eine Folge der regelmässigen Mitteilungen über 
die Papierwarenbranche in Gestalt eines sich in einem 
mit hübschem Winteridyll geschmiickten Umschlage befind- 
lichen Heftchens. Der Inhalt desselben bietet manches 
Interessante und fúhrt eine besonders umfangreiche Kol- 
lektion Menukarten vor Augen. Der Druck erfolgte in 


Neujahrskarten- und Kalenderschau. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblitter. 


06 


sehr sauberer Ausführung im eigenen Hause des Herrn 
Max Krause. 

Wir kónnen unsere Besprechung nicht schliessen, ohne 
nochmals den Herstellern für das bei der Entstehung der 
Arbeiten entfaltete Streben nach künstlerischer Vollendung 
unsere Anerkennung auszusprechen, den Wunsch damit 
verknüpfend, dass auch das begonnene Jahr in jeder 
Weise für die gesamten gewerblichen Verhältnisse ein 
recht gedeihliches sein möge und die künstlerische Thätig- 


keit in den betretenen Bahnen mit lohnendem Erfolge 
fortschreite. $ 


Schriftprobenschau. 


der" in dem Text des Heftes abgedruckte Stein- 
5 schrift ist ein Erzeugnis der Schriftgiesserei 
von J. G. Schelter d: Giesecke. Solche Schriften sind 
dem Buchdrucker immer willkommen und bilden für 
den Schriftgiesser ein dauernd verwertbares Material, 
für das er unter allen Umständen Abnehmer findet. 
Trotz des schmalen Schnittes exakt. deutlich und 
leserlich, bilden solche Steinschriften insbesondere 
ein höchst verwendbares Material für den Inseraten- 
satz, sind jedoch auch für den Titel- und Accidenz- 
satz ein brauchbares Material, wenn es gilt, Zeilen 
mit vielem Texte in entsprechender Breite zu bilden. 
Diese neue Steinschrift der Giesserei J. G. Schelter & 
Giesecke dürften deshalb wohl mit Sicherheit ihren 
Weg machen und bald in allen Druckereien Eingang 
linden. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


Be L, eine Neujahrs-Gratulationskarte der 
rühmlichst bekannten Schnellpressenfabrik von 
Klein, Forst & Bohn Nachf. in Johannisberg a. Rh. 
ist eine Arbeit der Piererschen Hofbuchdruckerei. 
Stephan Geibel & Co. in Altenburg und speziell ihres 
vortrefflichen, unseren Lesern durch viele vom Archiv 
früher gebrachte hübsche Proben wohlbekannten 
Accidenzsetzers Herrn A. Watzulik. Auch von der 
Komposition dieser Karte lásst sich nur Anerkennen- 
des sagen und die Bergersche Renaissanceeinfassung 
kommt auf derselben zu bester Geltung. Wir hätten 
nur gewünscht, dass die obere Bekrónung etwas 
höher und reicher gehalten worden wäre, denn sie 
tritt gegenüber den angefügten beiden, die Gehänge 
tragenden Verzierungen zu sehr zurück. Die Druck- 
ausführung des Blattes ist. wie die aller Arbeiten der 
Piererschen Hofbuchdruckerei, eine höchst gediegene. 

blatt M soll die Art und Weise der Ornamen- 
tierung erklären, für welche Herr Kulbe in seinem 


07 Mannigfaltiges. — Briefkasten. 98 








heutigen Artikel auf Spalte 82 u. f. eintritt. Das Blatt 
ist eine Arbeit der Klinkhardtschen Druckerei in 
Leipzig und repräsentiert zugleich den in dieser 
renommierten Offizin gepflegten Geschmack. Es unter- 
liegt wohl keinem Zweifel, dass diese Art der Satz- 
ausführung eine erhebliche Kunstfertigkeit von dem 
ausführenden Accidenzsetzer verlangt, denn sie kennt, 
wie man sieht, keine Hindernisse, sucht vielmehr mit 
grosser Gewandtheit alle die Schwierigkeiten zu über- 
winden. welche unser ungefügiges Material uns sonst 
in den Weg legt. So gediegene Resultate, wie wir sie 
hier vor Augen haben, dürften allerdings nicht allzu 
vielen Accidenzsetzern erreichbar sein. dazu gehören 
ausser der Kunstfertigkeit des Ausführenden selbst 
oft noch die zahlreichen Hilfsmittel einer wohl- 
eingerichteten Schriftgiesserei, Messinglinienfabrik, 
Zinkographischen und Gravier-Anstalt, die da ein- 
treten, wo die Hilfsmittel des Accidenzsetzers nicht 
mehr ausreichen. Wir glauben unseren Lesern in 
diesem Blatt eine interessante Illustration zu dem 
Artikel des Herrn Kulbe und der in der Klinkhardt- 
schen Offizin geübten Geschmacksriehtung geboten 
zu haben, danken deshalb dem verehrten Chef der 
Offizin, Herrn Bruno Klinkhardt, seinem Accidenz- 
faktor Herrn Bóhme, der sich gerade um diese Art 
der Satzausfiihrung grosse Verdienste erworben hat, 
wie dem ausfiihrenden Setzer, Herrn Kulbe selbst, 
verbindlichst, uns dieses gefallige Blatt iiberlassen, 
resp. fiir unseren Zweck angefertigt zu haben. 

Herr Klinkhardt war auch so giitig, uns die in 
dem Artikel angewendeten Miniatur-Verzierungen 
für unsere Druckerei zu überlassen. 


Mannigfaltiges. 


— Am 26. Januar starb in Köln nach kurzer Krankheit 
Herr Doktor Nicolaus August Otto, Mitglied der Direktion 
der Gasmotorenfabrik Deutz. Die Direktion verliert in dem 
Verstorbenen den bahnbrechenden Erfinder der Gasmotoren 
und den Begründer der Fabrik. 

— In den ersten Wochen des Januar feierte die Offizin 
von C. G. Naumann in Leipzig hier ihr 89. Stiftungsfest 
und wurde dieses Fest durch Tafel und Tanz begangen. 
Ungeführ 200 Personen befanden sich aus diesem Anlass 
im Kaisersaal der Centralhalle und wechselten die Tänze 
mit gediegenen Vortrágen in bunter Reihe ab. Auch zeigte 
sich hierbei wieder einmal das gute Einvernehmen, welches 
zwischen Chef und Arbeitern der genannten Firma besteht. 
Wir kónnen nur wünschen, dass die Firma C. G. Naumann 
fortblühen móge, zum Wohle ihrer Inhaber und zum Wohle 
der Arbeiter. 

— Die Schriftgiesserei Flinsch übersandte uns die 
Oktoberausgabe 1890 ihres Preiskurantes über Maschinen 
und Dtensilien. Das hóchst sauber ausgestattete, vortreff- 
lich illustrierte und ausgezeichnet gedruckte Heft gibt eine 


Übersicht über alle Maschinen und Utensilien, welche die 
Firma führt, sowie über deren Preise und Bezugs- 
bedingungen. 

— hn Verlage von Richard Hahn, Buchdruckerei und 
Verlag in Leipzig ist ein Portrüt Kaiser Wilhelm II. in 
ganz vorzüglich ausgeführtem Holzschnitt und ebenso vor- 
züglicher Druckausführung erschienen. Es ist dieses Kunst- 
werk eine Arbeit des rühmlichst bekannten Holzschneiders 
Martin Hónemann in Berlin, von dessen Hand bereits die 
Portráts des Kaiser Friedrich, Bismarks und Moltkes her- 
vorgingen und der in nächster Zeit diese gediegene patrio- 
tische Porträtsammlung noch um das ebenso gelungene 
Porträt Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta Viktoria ver- 
mehren wird. Das ansehnliche Format 48:66 cm und der 
billige Preis von Ausgabe A à 1 M. und Ausgabe B à 3 M. 
machen es jedem Patrioten möglich sich diese Porträts als 
einen wertvollen und ansprechenden Zimmerschmuck zu 
erwerben. Sämtliche Sortimentsbuchhandlungen nehmen 
Bestellungen darauf an. 

— § Um Druckfarben einen erhöhten Glanz zu verleihen. 
füge man denselben beim Gebrauche etwas Eiweiss zu. ein 
Mittel, das nebenbei noch deren Bindekraft erhöht. 

— Im Verlage von Alexander Waldow in Leipzig erscheinen 
im Laufe dieses Jahres zwei interessante typographische Werke 
und zwar 1. der III. Teil des Hilfsbuch fiir Maschinenmeister 
an Buchdruckschnellpressen, die Rotationsmaschinen behan- 
delnd, 2. Die Lehre vom Accidenzsatz von Alexander Waldow 
in zweiter bedeutend vermehrter und vollständig umgearbeiteter, 
dem jetzigen Standpunkt entsprechender Auflage. Beide 
Werke sind bereits in Druck und wird die Lehre vom 
Accidenzsatz in Heften erscheinen, wodurch die Anschaffung 
allen Accidenzsetzern möglich wird. 


Briefkasten. 


Herrn Otto M. in Schweidnitz. Das von Ihnen hergestellte Muster- 
buch enthält eine Anzahl sehr anerkennenswerte Arbeiten, zu deren 
Schmuck mit vielem Geschick gefällige Vignetten verwendet wurden. 
Wenn nach unserer Meinung noch bezüglich der verwendeten Farben 
eine grössere Frische zu wünschen wäre, so wollen wir gern zu- 
gestehen, dass gerade dies vielléicht Ihrem Geschmack mehr entspricht. 
— Herrn Chr. S. in Stuttgart. Wir freuen uns sehr, dass Sie uns 
als eifriger Leser unseres Blattes das Vertrauen schenken, Ihre 
Arbeiten unserem fachmännischen Urteil zu unterbreiten. Nun, die 
Arbeiten einer so renommierten Offizin, deren einer Mitinhaber einst 
ebenfalls unser Schüler war. kónnen keine schlechten sein und wollen 
wir Ihnen gern und aus voller Überzeugung unsere Anerkennung 
für dieselben zollen. Die Ausführung des Satzes ist in den meisten 
Fällen eine vortreffliche, die Wahl der Farben eine gute, wenn wir 
auch mehr Leben und mehr Frische bezüglich der letzteren ge- 
wünscht hätten. Wir finden das Kolorit in vielen Fällen etwas 
monoton; eine oder die andere Farbe in jeder Arbeit sollte mehr 
belebend hervortreten und wenn wir auch zugeben wollen, dass ins- 
besondere bei den Arbeiten in altem Geschmack ein weniger 
frisches Kolorit üblich, so glauben wir doch, dass dies nicht unbe- 
dingt zu rechtfertigen ist. Man druckte in alten Zeiten wohl haupt- 
sáchlich so, weil man oft keine so frischen Farben zur Verfügung hatte, 
die alten Drucker háufig auch bunte Farben weniger gut zu behan- 
deln verstanden, was ja aber doch nicht in allen Fállen zutrifft, 
denn wir finden auch Drucke aus jener Zeit, die jetzt noch volle Frische 
zeigen. Es interessierte uns, aus Ihrem Briefe zu ersehen, dass auch Sie 
ein ungünstiges Urteil über die fraglichen Tonplatten fällen; wir be- 
nutzen nach wie vor einfach guten Karton, Celluloid oder Holz. Auch 
die Hoffmannschen Messerbolzschnittplatten sind ein vortreffliches, 
leicht zu bearbeitendes Material für diesen Zweck. Sprechen Sie gef, 
Ihren Kollegen, den Herren B. und H. ebenfalls unsere beste Aner- 
kennung aus und senden Sie uns auch in Zukunft einzelne besonders 
wertvolle Arbeiten, die Sie entwarfen und setzten. — Herrn A. K. in 
Stuttgart. Die gesandte Karte ist bezüglich des Entwurfs ohne Zweifel 


6* 


99 Briefkasten. — Annoncen. 100 








eine sehr gefallige und gediegene Arbeit und verdient recht wohl die 
gewordene Anerkennung. Was uns an derselben nicht so ganz gefállt, 
das ist folgendes: Wir finden es nicht hübsch, dass die goldene Ein- 
fassungslinie von beiden Seiten gerade bis an den Hals der Guten- 
bergstatue geführt ist und diesen somit einzwängt; ferner finden wir, 
dass der Fuss des Ganzen gegenüber dem oberen Teil zu leicht und zu 
schmal erscheint und endlich würden wir das Braun ein Wenig 
kräftiger gewählt haben. um etwas mehr Leben zu erzielen. Immerhin 
beweist das Blatt, dass es aus den Händen eines tüchtigen Zeichners 
hervorgegangen ist. Haben Sie auch mit konkurriert?* Wollen Sie uns 
Ihre Einsendung nicht zugänglich machen? Sie dürfte wohl in jeder Hinsicht 


Inhalt des 3. Heftes. 
auch der Beachtung wert sein. — Herrn B. S. in Pulsnitz. Der Briefkopf 


Scotts Maschine zum Biegen von Galvanos und Stereotypplatten. 
— Neue Elemente im Freiornamentieren. — Neujahrskarten- und 
Kalenderschau. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer 
Probeblátter. — Zeitschriften und Biicherschau. — Mannigfaltiges. — 
Annoncen. — Beilagen: 1 Blatt Neujahrs-Gratulationskarte/— 1 Blatt 
Beilage zum Artikel »Neue Elemente im Freiornamentierens 

Das Heft enthält im Ganzen 2 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
gurantiert werden. 





Bezugsbedingungen fiir das Archiv. 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. BEP Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband d rekt M. 13,50 nach ausserdeutschen Liindern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis Iro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pm Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt, Kostenanse hliige sofort. Betriige vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50 —2,50 

ett Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 ete. 

Novitáten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterbliinern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschiidigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wiinschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farbeır, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Li iger. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 


dürfte den beschränkten Materialverhältnissen Ihrer Oflizin entsprechen, 
zeigt aber immerhin das löbliche Bestreben, selbst unter solchen 
Umständen etwas Gutes zu schaffen. — €. G.sche Offizin in Leipzig. 
Wir müssen den uns übersandten Arbeiten alle Anerkennung zollen. 
Der Satz ist geschmackvoll ausgeführt, der Druck ein hócht sauberer 
und scharfer und die Farbenwahl in den meisten Fállen eine durchaus 
gute. Das Briefköpfchen der Firma gefällt uns ganz besonders. Wir 
freuen uns, dass die alte berühmte Firma unter ihrem jetzigen Inhaber 
und seinen tüchtigen Leitern die alten Ehren, welche ihr stets gebührten, 
aufrecht erhält. — Herrn E. K. in Stendal. Wir danken Ihnen für Ihre 
Mitteilung, dass Herr Buchdruckereibesitzer Otto Fuhrmann einst den 
hübschen Briefkopf der Bertholdschen Messinglinienfabrik gesetzt hat. 
— Herrn Th. H. in Sao Paulo, Brasilien. Die gesandten 20 M. haben 
wir empfangen und schreiben Ihnen demnächst ausführlich. — 
Herrn H. C. B. in Aschersleben. Wir können Ihnen nur wiederholen, 
was wir früher bereits zum Lobe Ihrer Papierwaren sagten: Sie sind 
ausserordentlich geschmackvoll bedruckt und in jeder Hinsicht 
sauber ausgeführt, so dass sie sicher kaum ihres Gleichen finden werden. 
Die geprägten und kolorierten Karten verdienen das gleiche Lob und 
wir finden, dass sie sich den besten Erzeugnissen an die Seite stellen. 





Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, —— Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
& Giesecke, ipzi Do puie, Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruc xt mit Farbe von Frey «€ Sening, Leipzig, auf einer 
Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf., Johannisberg a 


























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und slavischer Sprachen ver-|$| Russ, Firnis, Etikettenlaek, Seifenlauge, Walzenmasse Le 
wendbar sein sollen. 4 | Ke, E 

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gute Zeugnisse mehrjähriger Leistungen | % — — e F 
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durablen Bauart und dem vorziig- 
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des Cylinder-Farbewerks, welche die 77 
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schont wird, sichern dieser Presse ihre 
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garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
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lediglich von der Befähigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
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Mit Bezug auf die vielfachen Anpreisungen von Tiegeldruckpressen unter den Namen 
System Liberty, verbessertes System der Original-Liberty, verbess. amerik. Offizial Original- 
Liberty etc. etc., erklären wir hiermit, dass alle solche Maschinen mit der F. M. Weilers 
Liberty-Maschine nichts gemein haben. Es sind das zum Teil nur Nachahmungen unserer 
Original-Maschinen, zum Teil Machinen, welche in nichts an die Konstruktion der unserigen 
erinnern. 


Alle unsere Original-Maschinen tragen auf der Hauptwelle unsere Firma eingestempelt 
und ausserdem auf dem Schwungrad oder auf dem Hauptgestell unsere Firma eingegossen. 





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54 Frankfort Street. LIBERTY MACHINE WORKS Kronenstrasse 8. 
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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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NACHFOLGER 


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Originalsatz und Druck der Pierer'schen Hofbuchdruckerei Stephan Geibel & Co., Altenburg i. S. 


L. Archiv für Buchdruckerkunst. 28. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 







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‚n Blätter, humerum n M 


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| : Beispiel 5. 


Leipzig, den 







Die „verlaufenden“ Linien 


leicht herzustellen. 








[ PHOTOGRAPHIE- 
? RAHMEN. 


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LEIPZIG- 
REUDNITZ > 





48 onstantin-Strasse An. | 


TELEPHON 78. 


-- Beispiel 7. -- 


Material, Satz und Druck von Julius Klinkhardt in Leipzig. 


M. Archiv fir Buchdruckerkunst. 28. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 





sind mittelst Stichel und Feile 


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SMehe den Aufsatz « 


S T gleicher Überschrift. 
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28. Band. 


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Git | Heft 4 











Lebensbilder berühmter alter 
Buehdrucker. 
3. Die Familie Breitkopf. 


ie Familie Breitkopf ist eine der berühm- 

testen und ältesten Buchdrucker- und Buch- 

händlerfamilien Deutschlands und der Welt, 
die zu Leipzig ihren Sitz 
hat und durch den aus 
Klausthal im Hildesheim- 
schen stammenden Buch- 
drucker Bernhard Chri- 
stoph Breitkopf, geboren 
am 2. März 1695, im Jahre 
1719 begründet und schon 
durch diesen in der Buch- 
druckerei sowohl wiein der 
Schriftgiesserei zu nicht 
unbedeutendem Ruf und 
Ansehen gebracht wurde. 
Das berühmteste Glied der 
Familie Breitkopf aber ist 
der Sohn des vorigen, der 
als Buchdrucker und als 
Gelehrter gleich bedeu- 
tende Johann Gottlob Im- 
manuel, geb. zu Leipzig 
am 23. November 1719. 
Schon frühzeitig legte er einen hohen Grad wissen- 
schaftlichen Eifers an den Tag, hörte, während er 
nebenbei im väterlichen Geschäfte arbeitete, akade- 
mische Vorlesungen über historisch-litterarische und 
philologische Disziplinen und widmete sich später 
besonders dem Studium der Mathematik. Albrecht 
Dürers Werk »Unterweisung der Messung mit dem 
Zirkel«, in welchem der berühmte Meister auch die 
Buchstaben auf mathematische Grundlehren zurück- 
führen wollte, übte auf den jungen Breitkopf eine 





Bernhard Cristoph Breitkopf. 


besondere Anziehungskraft aus und wandte ihn bald 
ausschliesslich dem Geschäft seines Vaters zu, das 
er in der Folge zu einem eminenten Ansehen erhob. 
Durch die Verbesserung des Schnittes der als 
geschmacklos verschrieenen deutschen Lettern rettete 
er diese vor dem Untergange, und er gilt daher mit 
Recht als der Regenerator und Erhalter der deutschen 
Frakturschrift. Mehrere 
der wichtigsten Erfin- 
dungen im Gesamtgebiet 
der Typographie, wie die 
Kunst, musikalische Wer- 
ke,mathematischeFiguren, 
Landkarten u. s. w. mit 
beweglichen Typen zu 
drucken, ferner chinesische 
Bücher »statt mit festen 
Holztafeln, durch eigens 
geschnittene Metallcharak- 
tere zu vervielfältigen« 
sind sein Verdienst. Mit 
der von seinem Vater ge- 
erbten Offizin, welche über 
400 Alphabete aus den 
verschiedensten Sprachen 
besass und eine Schrift- 
giesserei von 12 Öfen zur 
Verfügung hatte, verband 
er eine Musiknotendruckerei, mit welchem neuen 
Zweige er den Grunde legte zu dem heute in allen 
Ländern der Erde geschätzten grossartigen Musik- 
verlag des Hauses; ferner legte er eine Spielkarten- 
fabrik und eine Tapetendruckerei an. Diesen 
Erweiterungen auf technischem Gebiet folgte in 
kurzer Zeit durch Errichtung einer Buch- und 
Musikalienhandlung der Anfang zu den spätern 
Schöpfungen auf kommerziellem Gebiete. Um diese 
Zeit (Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts) 
7 


115 Das Herstellen gebogener Formen. 116 








waren gegen 150 Personen in Breitkopfs ver- 
schiedenen Etablissements beschäftigt. Nicht weniger 
bedeutend ist Johann Immanuel Breitkopf durch 
seine gediegenen historischen Forschungen auf dem 
Gebiete der Typographie, durch die er sich um deren 
Entwicklung ein unschätzbares Verdienst erworben 
hat. Aus der zahlreichen Reihe seiner typographisch- 
literarischen Werke ist vor allem sein Werk Ȇber 
die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst, 
Leipzig, 1779< hervorzuheben, sowie das für die 
damalige Zeit epochemachende Ȇber den Druck 
der geographischen Karten, Leipzig 1777«, welchem 
Werkchen die in beweglichen Typen gesetzte Karte 
der Gegend um Leipzig bei- 
gegeben war; ferner sein 
» Versuch, den Ursprung der 
Spielkarten, die Einführung 
des Leinenpapiers und den 
Anfang der Holzschneidekunst 
jn Europa zu erforschen, 
Leipzig 1781«; «Exemplum 
typographiae sinicae, figuris 
charaeterum e tvpis mobilibus 
compositium« zur Erläuterung 
seiner chinesischen Typen, 
Leipzig 1789; Ȇber Biblio- 
graphie und Bibliophilie. Leip- 
zig 1793«; endlich das von 
1780—1782 herausgegebene 
> Magazin fiir Kunst- und 
Buchhandel«. Behufs der 
Herausgabe eines grósseren 
Werkes über die Buch- 
druckerkunst im Allgemeinen 
war er bereits seit Jahren 
mit den hervorragendsten 
Gelehrten, u. a. mit Lessing, in regen Briefwechsel 
getreten, als ihn der Tod am 28. Januar 1794 über- 
raschte. Johann Immanuel Breitkopfs Verdienste 
um die Buchdruckerkunst können nicht hoch genug 
geschätzt werden; ausser idol dürfte es kaum noch 
einen Buehdrueker geben, der ihm gleichgestellt 
werden könnte. — Sein Sohn Christoph Gottlob 
verband sich mit Gottfried Christian Härtel. am 
27. Januar 1763 zu Schneeberg geboren, so dass 
von nun an die Firma die noch heut bestehende 
Firma Breitkopf d Härtel erhielt, und erweiterte das 
Geschäft durch eine Zinn- und Steindruckerei und 
eine (später wieder aufgegebene) Musikinstrumenten- 
fabrik, begründete auch die erste musikalische Zeit- 
schrift in Deutschland. Nach Breitkopfs bereits im 
Jahre 1800 erfolgenden Tode wurde Härtel alleiniger 
Besitzer der Firma Breitkopf & Härtel, und im Besitz 





Johann Gottlob Immanuel Breitkopf. 


seiner Söhne Hermann (geb. 27. April 1803, gest. 
4. August 1875) und Raymund (geb. 9. Juni 1810, 
gest. 10. November 1888) vereinigte das Geschäft eine 
Musikalienverlagshandlung, Buchhandlung, Buch- 
druckerei, Schriftgiesserei mit Stereotypie und Gal- 
vanoplastik, Steindruckerei, Notenstecherei und 
Notendruckerei in sich und hat eine hoch bedeutende 
Ausdehnung erlangt. Die gegenwärtigen Inhaber 
und Leiter des Geschäftes sind die Herren Wilhelm 
Volkmann und Dr. Georg Oskar Immanuel von Hase. 


Das Herstellen 
gebogener Formen. 


TN urch einen neuen paten- 
We tierten Bieg- und Ge- 
raderichtapparat, »Spiralia« 
genannt, welcher schon ın 
vielen Druckereien des In-und 
Auslandes eingeführt ist, wird 
die Herstellung der jetzt so 
beliebten gebogenen Formen 
sehr vereinfacht und können 
die Linien nach Benutzung 
auch wieder in die gerade 
Richtung zurückgebracht wer- 
den, um in ihrer ersten Form 
wiederholt Verwendung zu 
finden. 

Nachstehend wollen wir 
unsere geehrten Leser mit 
dem neuen Apparat »Spiralia« 
(Patent Hentschel), welcher 
von der bekannten Firma Reinhardt d: Bohnert in 
Leipzig in den Handel gebracht wird, náher bekannt 
machen (s. Fig. 1). 

Der Apparat wird entweder auf einen Tisch oder 
eine angebrachte Erhóhung so angeschraubt, dass 
das vordere Ende des Fusses mit dem Tischrande 
oder dergleichen abschneidet und die Kurbel bequem 
bewegt werden kann. Um gebogene Formen her- 
zustellen legt man die Linie, mit der Bildfläche nach 
rechts, auf den mit einer kleinen Schraube ver- 
sehenen, zum An- und Abstellen eingerichteten 
Führungstisch, öffnet die Walzen durch Linksdrehen 
der am hinteren Ende angebrachten Stellschraube, 
führt die Linie ein und klemmt dieselbe durch 
Anziehen der besprochenen Stellschraube leicht fest. 

Hierauf macht man die Linie durch Zurück- 
drehen der Kurbel wieder frei, stellt die Richtschiene 


117 


Das Herstellen gebogener Formen. 


118 








vermittels Drehung an dem links angebrachten Hebel, 
auf die an der Skala angegebenen Ziffern, doch so, 
dass erst eine kleine Biegung entsteht, führt die Linie 





wieder zwischen die Walzen ein und dreht dieselbe 
durch. 

Die jetzt entstandene gebogene Linie kann man 
nun zu irgend welchem Radius durch fortgesetztes 














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Fig. 8. 












Fig. 3. 


Durchdrehen derselben und allmähliches Nähern der 
Richtschiene an die obere Walze verkleinern. Der 
Apparat reinigt zugleich die zu biegenden Linien von 
allem Schmutz. 

Kreise, Halbkreise u. s. w. werden, nachdem die 
Richtschiene gestellt und die Linie in vorgeschriebener 
Weise eingeführt ist, vermittelst der Kurbel durch- 
gedreht, wobei die Richtschiene der unteren Walze 
nach und nach genähert wird, bis der Kreis u.s.w. 


entstanden ist (s. Fig. 2). 
Ovale sind sehr leicht herzustellen, indem man 


den Zeiger wiederholt verstellt und vermittelst Durch- 
drehen der Linie den grossen und kleinen Radius 
derselben hintereinander biegt. Die Linie wird hierbei 
nicht aus der Maschine herausgenommen (s. Fig. 3). 

Geknickte Bogenformen. Die zum Biegen zu 
verwendende Linie wird genau in gleiche Teile 


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Fig. 6. 


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Fig. 7. 


Fig. 5. 


119 


Das Herstellen gebogener Formen. 


120 





eingeteilt und bei den Abschnitten tief eingeritzt, unter 
Berúcksichtigung des Bildes. Die Richtschiene wird 
auf den entsprechenden Radius gestellt, die Linie 
eingefúhrt und zwar so, dass die Einschnitte nach 
unten zeigen. Jetzt wird an der Kurbel gedreht und 
die Linie, wenn dieselbe die Richtschiene passiert 


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Hochheimer . 
Scharzberger 


Liebfrauenmilch 


Moselbliimchen 


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unten. Die Richtschiene ist ganz, oder auf nur wenig 
Druck abgestellt. Die Linie wird durchgedreht und 
vermittelst des Gegendruckes gestreckt. Ist sie noch 
nicht ausgerichtet, so stelle man die Richtschiene 
etwas an und lasse die Linie nochmals durch den 
Apparat laufen. 


EA 


Oppenheimer Goldberg 


Trabener Vorlese . 
Berncasteler Doctor 


Zeltinger Schlossberger . 


Josephshófer Ausbruch . 





Vignette und Schriften von Ludwig & Mayer. 


hat, bei den Einschnitten leicht zurück gebogen und 
entsteht jetzt eine Biegung, wodurch eine äusserst 
gefällige und dankbare Form geschaffen wird (s. Fig. 4). 

Geraderichten der Linien. Die gebogene Linie 
wird, wenn nótig, etwas auseinander gezogen, damit 
sie bequem zwischen die Walzen eingeführt werden 
kann und festgeklemmt. Das Ende hángt jetzt nach 


Fortgesetzte Wellenlinien. Die Richtschiene wird 
auf den Radius des gewünschten Bogen gestellt, die 
Linie durch Striche in gleiche Teile eingeteilt und 
jeder für sich durchgedreht (s. Fig. 5). 

Spirale Formen. Die Richtschiene wird soweit 
an die obere Walze herangestellt, dass die durch- 
zuführende Linie den Mittelradius der Spirale ergibt. 


121 


Anleitung zum Linienbiegen. 


122 





Der Anfang der gebogenen Linie wird nach der ersten 
Umdrehung úber die obere Walze gehoben und fort- 
gesetzt an der Kurbel gedreht. Die Linie wickelt sich 
spiralfórmig auf so lang sie ist. Die Richtschiene 
bleibt von Anfang bis zu Ende in derselben Stellung 
(s. Fig. 6 und 7). 

Kombinierte Linien. Durch Selbstkombination 
kann man unter Beriicksichtigung des Vorhergesagten 
eine undenkbar grosse Anzahl von gebogenen Formen 
herstellen und so die Brauchbarkeit und Leistungs- 
fähigkeit des Apparates vollständig ausnützen. Bei 
jedem Versuche wird man immer wieder Neues 


Anleitung zum Linienbiegen. 


Von Hermann Hoffmann, Berlin. 


B dem heutigen Stande der Typographie muss 
die Vorfrage, ob man die gerade Linie im Acci- 
denzsatze unter gewissen Bedingungen verändern 
dürfe, entschieden bejaht werden. Indem ich dies aus- 
spreche, hoffe ich nichtmissverstanden zuwerden. Man 
weiss, dass ich ein Feind der ziellosen Satzklempnerei 
bin, und wenn ich der Linienbiegerei das Wort rede, 
werde ich meiner Vergangenheit dennoch treu bleiben. 


°C und Utensilien- 


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Hanälungs — 


— 


9 —— & 


finden und dadurch zu weiteren Arbeiten veranlasst 
werden (s. Fig. 8). 

Schon nach einigen Versuchen wird Jeder im 
Stande sein, ohne Schwierigkeit den Apparat praktisch 
zu verwenden und zu verwerten. Alle verbogenen, 
ungeraden Linien können wieder brauchbar gemacht 
werden und erwächst schon hieraus jeder Buch- 
druckerei ein grosser Nutzen. Diese Maschine ist 
eine äusserst praktische zeitgemässe Neuerung und 
wird sich sehr bald überall einführen. 


Wir bemerken hiermit, dass wir zu eigenen 
Versuchen auf der Maschine noch keine Gelegenheit 
hatten, dass wir uns aber solche vorbehalten. 


Red. des Archiv. 





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Leia den 
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7: 9 


Mein Ideal eines Accidenzsetzers ist ein Universal- 
genie in typographischer Beziehung. Er muss alles 
verstehen, sich um alles kiimmern und vor keiner 
Schwierigkeit zuriickschrecken. Die 25 Lettern miissen 
ihm eine angenehme Zugabe sein, nicht seine einzige 
Habe. Wer an dem Erbe Gutenbergs teilnehmen will, 
der übernimmt zugleich die Pflicht, dasselbe zu ver- 
bessern und, wenn es angeht, zu vermehren. Wer 
aber meint, es sei alles wohlgemacht und müsse so 
bleiben, derhatnichtdas Zeug zum modernen Accidenz- 
setzer in sich. 

Kein Gesetz verbietet uns, Druckformen anders 
zu bilden, als aus gegossenen Einzeltypen. Im Gegen- 
teil werden wir dem Gebote der Pietüt gegen den 
Meister besser genügen, wenn wir uns bemühen, seine 
kostbare Erfindung nach Kräften zu erweitern. Wir 
werden in Holz schneiden, in Zink ätzen, in Kreide 
gravieren, in Karton arbeiten, werden aus Glas und 
Eisen Formen bilden lernen und die Wissenschaften, 





123 


insbesondere die Chemie, in den Dienst der schwarzen 
Kunst stellen. Der Accidenzsetzer wird nach und 
nach aussterben, um dem Accidenzformer Platz zu 
machen. 

Verfahren, welche seiner typographischen Natur 
nahe liegen, wird der Buchdrucker bei Herstellung 
von Druckformen bevorzugen. Bietet sich ihm in der 
»Linie« ein Mittel, durch Federziige, Ornamente und 
Bandformen seinen Drucksachen besondern Reiz zu 
geben oder mit der Linie Bilder, Landkarten u. s. w., 
namentlich aber aussergewóhnliche Konturen fiir den 
Buntdruck herstellen zu kónnen, so wird er zu solchem 
Verfahren um so lieber greifen, wenn dasselbe weder 
besondere Einrichtungen noch Spezialisten erfordert, 
das Material billig ist und die Arbeitszeit auf ein 
Minimum beschránkt werden kann. 

Ein solches Verfahren ist mein System des Zink- 
streifen-Satzes. 

Zuvor jedoch werde ich den Linien- Bogensatz 
besprechen. In Verbindung mit entsprechenden Er- 
zeugnissen der Schriftgiessereien, z. B. Kreis-Ab- 
schnitten, Halb- und Viertelkreisen, hat diese einfache 
Form des Linien-Kunstsatzes eine Menge von Pikan- 
terien im Accidenzsatze ergeben, auf welche Verzicht 
zu leisten Thorheit wáre. 

Damit soll kein General-Pardon versichert wer- 
den fúr jene unsinnige Vergeudung von Material und 
Zeit, deren sich grausame Linienkúnstler befleissigen, 
gleichsam als wollten sie uns weismachen, es sei ein 
besonderes Verdienst, die Dinge auf den Kopf zu 
stellen. Wenn auch die Veränderung der »Geraden« 
im allgemeinen erlaubt sein muss, so wird der ein- 
sichtige Accidenzsetzer sich doch in jedem Einzelfalle 
gewissenhaft zu prüfen haben, ob und wie weit das 
nötig ist. Er wird nie des puren Vergnügens wegen 
biegen, sondern nur da, wo die erforderliche Wirkung 
auf einfachere, billigere Weise nicht erreichbar war. 

Vernünftig denkende Setzer erzielen mit einigen 
vorrätig gehaltenen Kreisen, Segmenten oder dergl. 
oft bessere Effekte, als andere irregeleitete Köpfe, die 
nicht von Säge und Hobel kommen und alles zer- 
schneiden, was ihnen vor die Finger gerät, Schrift 
und Durchschuss eingeschlossen. 

Leute letztgedachter Art sind gemeingefährliche 
Individuen, die der Kunst schaden, indem sie schlechte 
Beispiele geben, und dem Prinzipal, dessen Material 
sie dezimieren. Die Sucht, originell zu wirken, ver- 
führt sie nicht selten zu Scheusslichkeiten. 

So gewiss nun aber das Falsche verdient, be- 
kämpft zu werden, so wenig ist jene Pedanterie am 
Platze, welche mit dem Unkraut auch das aufkeimende 
Talent ausrottet. »Na, wenn ich in meiner Druckerei 
einen Linienkünstler entdeckte«, sagte kürzlich ein 


Anleitung zum Linienbiegen. 


124 


bekannter Faktor zu mir, »der sollte fliegen!« Dieser 
Standpunkt ist überstreng. Der ins Kraut schiessende 
Accidenzsetzer ist eine ehrgeizige Natur, seine ge- 
legentlichen Fehlgeburten sind Folgen des unklaren 
Dranges, Grosses zu thun. 

Langsam denkenden Setzern werden solche 
»Verrúcktheiten< nicht leicht passieren, dafiir fehlt 
deren Arbeiten aber auch die kóstliche Frische einer 
überschäumenden Jugend. Gereifte Anschauungen 
sind in der Regel nur bei ültern Setzern zu erwarten, 
doch gar zu leicht geht mit den Jahren auch der 
kecke Wagemut verloren. Man leite den ungestümen 
Wildbach in die rechten Wege, und man wird finden, 
dass er Mühlen treibt. — 

Solchen Anschauungen ist die vorliegende Arbeit 
entsprungen. Dieselbe nimmt den Idealismus unbe- 
dingt in Schutz und wird sich bemühen, demselben 
ein guter Führer zu sein. Allen bärbeissigen Fach- 
philistern sei ein frischer, fröhlicher Krieg erklärt. 
Der grämliche Ordnungsmann soll unsern Ideenflug 
nicht hindern. 

Allen Bedenken brechen wir von vornherein die 
Spitze ab: Wir wollen keine schrankenlose Freiheit. 
Wir werden uns in die herrschenden Anschauungen 
über Stil und Ästhetik fügen und wollen besonders die 
Zweckmässigkeit zu Worte kommen lassen. Den 
Wert des Geldes wissen wir sehr wohl zu schätzen. 
Wir werden das Material schonen und mit der Zeit 
geizen. Bringt uns das Linienbiegen nichts ein, dann 
lassen wir es bleiben. 

Die teure Messinglinie werden wir für Biegereien 
nur da verwenden, wo kein anderes Material zur 
Stelle, wo die Auflage sehr hoch ist oder die geboge- 
nen Teile (Kreise, Schriftzüge) aufgehoben und wieder- 
holt benutzt werden können. Niemals werden wir 
zu solchen Arbeiten systematisch geschnittene Linien, 
sondern die billigeren Linienbahnen verwenden. 

Uns guten Setzern ist der System -Linienkasten 
sozusagen ans Herz gewachsen, wir sind bekümmert, 
wenn die überhandnehmenden Blessuren darin vom 
Alter predigen. Andere hingegen bleiben davon un- 
gerührt, ja sie verwüsten mit Hobel und Feile mehr, 
als der Zahn der Zeit es je vermöchte. Auf jene 
Barbaren wollen wir mit Fingern weisen. 


Vorbereitendes. 


Bevor wir in die eigentliche Technik eintreten, 
müssen wir uns klar darüber werden, wie wir 
Linienbogensätze und andere Arbeiten, welche mit 
gewóhnlichem Ausschluss nicht sicher befestigt 
werden können, zu einem dauerhaften Ganzen ver- 
einigen wollen. 


125 Anleitung zum Linienbiegen. 126 


Uber die Art, derartige Sátze durch hinein- 
ceklemmte Regletten, sowie kleine und kleinste 
Ausschlussstúckchen auszuflicken, ist der heutige 
Accidenzsetzer lángst hinaus. Ebenso findet das 
Papierkauen bei der schlechten Beschaffenheit des 
Zeitungspapiers und der zweifelhaften Herkunft 
moderner Zeitungsfarbe nur noch wenige Anhänger. 
Statt dessen knetet man aufgeweichtes Lóschpapier, 
bis es jede Steifigkeit verloren hat, und stopft die 
betreffenden Lücken damit aus. Bei nur wenigen 
Flickstellen mag dieses Verfahren am Platze sein, 
kommen aber viele und grosse auszufüllende Lócher 
vor, dann greift man besser zu Gvps. Messinglinien, 
die guten Zusammenschluss haben sollen, z. B. 
Kreise, werden bisweilen gelótet. Man kann auch 
wohl fliessenden Siegellack in Lücken hinein tropfen 
lassen, das geschieht namentlich, wenn Linienteile 
oder dergl. mit Holzstócken verbunden werden sollen 
und Ausstopfen unthunlich ist. Im Grunde aber sind 
jene drei Verfahren — Papierpfropfen, Gyps und 
Lóten — diejenigen, welche sich bis auf den heutigen 
Tag die Gunst des Accidenzsetzers erhalten haben 
und die daher nachstehend einzeln beschrieben 
werden sollen. 


a. Das Ausstopfen. 


Wer die frühere Mode des Papierkauens mit- 
gemacht hat, der wird sich erinnern, dass die Pfropfen 
beim Ablegen des Satzes sehr hart und fest geworden 
waren. Das kam von dem im Papier enthaltenen 
Leim her. Wenn man nun Löschpapier, d.h. schwach 
oder gar nicht geleimtes Papier zu diesem Zwecke 
benutzt, so muss man zum Aufweichen desselben 
Klebwasser nehmen. Man taucht das Papier in 
eine Dextrinlósung ein und verarbeitet es zwischen 
den Fingern, bis es genügend geschmeidig geworden 
ist, um in kleinen Stücken mit einer stumpfen Ahle 
in die betreffenden Lócher gestopft zu werden. Je 
nach dem Gummigehalt werden die Füllstücke nach 
dem Austrocknen eine solche Festigkeit und einen 
Zusammenhalt angenommen haben, der sie befáhigt, 
aufgehoben und wiederholt verwandt zu werden. 
Von Gyps kann man das bekanntlich nicht sagen, 
denn sehr leicht springt die spróde Masse schon beim 
Anschliessen der Druckform und kann spáter nicht 
mehr benutzt werden. 

Unter Umstánden kann man also das Ausstopfen 
als sicherer und dauerhafter dem Ausgiessen vor- 
ziehen. Doch darf nicht vergessen werden, dass es 
oft nicht möglich ist, sehr empfindliche Sätze, die 
sich bei rauher Behandlung nach allen Richtungen 
hin verziehen, durch Stopfen fest zu bekommen. 


Man muss sich also die Sache daraufhin ansehen, 
kommt man mit Stopfen aus, dann möge man das 
Gypsen lassen. 


b. Das Ausgiessen mit Gyps. 


In der Schnellpresse erleidet der hin- und her- 
geführte Satz Stösse und Vibrationen, welche bei 
nicht genügend ausgefüllten Hohlräumen komplizierter 
Sätze leicht immerwährendes Steigen des Ausschlusses 
zur Folge haben. Der verzagende Drucker wird ver- 
geblich sein ganzes Arsenal kleiner Hilfsmittelchen 
erschöpfen, solange der Herd jener Erscheinungen 
nicht durch Ausgiessen beseitigt ist, hört die Unruhe 
nicht auf. Zu dem Zwecke muss aber die Form 
aufgeschlossen werden, denn der Gvps trocknet etwas 
zusammen und man hat sonst die alte Geschichte 
aufs Neue. Ehe fortgedruckt wird, muss der Gvps 
genügend erhärtet sein. versäumt man diese Vorsicht, 
dann bröckelt die Masse auseinander und man sieht 
noch schwereren Verdriesslichkeiten entgegen. 

Gyps muss schnell und so dick angerührt werden, 
dass er eben noch in die mittleren Hohlräume des 
Satzes zu fliessen vermag. Man lässt die Masse über 
eine vorgehaltene Linie abfliessen, da man dann den 
Strom besser leiten kann. Will der Brei nicht ın 
feine Fugen dringen, dann sticht man mit einem 
Kartenspahn oder einer Achtelpetitlinie einigemale 
hinein und lenkt die noch flüssige Masse an Ort 
und Stelle. 

Zu sehr grossen Hohlräumen kann man ganz 
dicken Gyps anrühren, der kaum noch fliesst. Auch 
hier muss man mit einer Linie nachhelfen, damit alle 
Ecken gefüllt werden. 

Hat man dagegen viele kleine Löcher aus- 
zugiessen, so muss der Gvps fliessen etwa wie 
Mehlsuppe. Man schütte das Gemenge, wenn das 
Vollwerden der kleinen Ráume zu viel Zeit erfordern 
sollte, ohne Rücksicht über den ganzen in Rede 
kommenden Satzteil, sodass auch das Bild bedeckt 
wird. Nun muss man aber gut aufpassen. Sobald 
der Gyps anfángt zu erhárten, wischt man mit einem 
trockenen Schwamm den Uberfluss von oben ab, 
driickt den Schwamm in Wasser aus, wischt wieder 
ab und so fort, bis das Satzbild rein und klar 
hervortritt. Nach dem vólligen Hartwerden, aber 
nicht eher, kann man den Satz noch einmal mit 
Búrste und vielem Wasser behandeln. Denn sobald 
der Gyps fest geworden ist, schadet ihm Wasser 
nicht mehr. 

Doch hüte man sich, mit dem Gyps unnötig 
herum zu schleudern. Kein Tropfen dieses Materials 
sollte anderswohin kommen, als beabsichtigt war. 


127 Schriftprobenschau. 128 








Man muss nicht jedes Gerát damit beschmutzen, die 
Kleider, den Fussboden und alle Gegenstánde einen 
Meter in der Runde mit Gvps bespritzen. Wessen 
Gasse nach dem Gvpsen aussieht wie der Hausflur 
eines Neubaues, der beweist nur Mangel an Fertigkeit. 

Der unrichtigen Anwendung von Gvps ist auch 
die grosse Abneigung zuzuschreiben, die manche 
Geschäftsleiter gegen dieses bequeme, billige. allezeit 
bereite sichere Hilfsmittel hegen. Wird der Gvps mit 


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Sehriftprobenschau. 


SEN Form eines stattlichen Oktavbandes von gegen 
600 Seiten hat Wilhelm Gronaus Schriftgiesseret 
kürzlich ihr sàmtlichen Erzeugnisse veróffentlicht. Das 
recht sauber gedruckte und gediegen gebundene Buch 
enthält in übersichtlicher Folge das seit länger als 
fünfzig Jahren angesammelte, überaus reichhaltige 
Material von Original- und anderen beachtenswerten 


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Vorsicht gebraucht, dann gibt es kein schnelleres, 
reinlicheres Verfahren, beliebige unsystematische 
Hohlräume zuverlässig genau zu füllen. 

Damit man beim Ablegen weniger Mühe habe, 
den Gyps von der Schrift zu lösen, kann man diese 
vor dem Ausgiessen mit einer Mischung von 2 Teilen 
Petroleum zu 1 Theil Schmieröl behandeln. Man 
schüttet dieses Gemenge gut durch und bläst es 
mittelst eines sogen. Zerstäubers auf und in den 


Satzteil. 
(Fortsetzung folgt.) 


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qe e ds e es eom Wem E EN 


Erzeugnissen, durch welches sich die Firma Gronau 
von jeher den Ruf einer soliden und mit der Zeit vor- 
würtsstrebenden Schriftgiesserei zu erhalten wusste. 
Es kann nicht unsere Aufgabe sein, auf den Inhalt 
des Probebuches einzeln einzugehen, doch wollen 
wir bemerken, dass dasselbe eine selten reiche Aus- 
wahl von Brotschriften, als auch von eleganten Titel- 
und Zierschriften enthált, die den weitgehendsten 
Wünschen genügen kann. Auch die Abteilungen über 
Initialen, Kursiv-, Schreib- und Rundschriften, Rus- 
sische und Griechische Schriften, Zeichen, Musiknoten 
sind äusserst reichhaltig ausgestattet. An Einfas- 
sungen und anderen Ornamenten, wie sie der moderne 


129 


Schriftprobenschau. 130 





Geschmack fordert, als auch an Kopfleisten und 
Schlussverzierungen, hat Gronaus Schriftgiesserei 
dem Buchdrucker manches schnell und mit Recht 
beliebt gewordene Originalerzeugnis geboten. Vignet- 
ten für die verschiedensten Zwecke enthált das Buch 
auf ca. 150 Seiten, ohne damit den Schatz an der- 
artigem Material der Firma zu erschópfen. Eine 
Beilage in grossem Plakatformat enthált noch eine 
weitere Anzahl Vignetten und eine andere eine 
Auswahl von Schriften und Einfassungen fiir Plakate. 
Das ganze Buch ist sehr wohl geeignet, von der 
Leistungsfáhigkeit der herausgebenden Firma eine 
äusserst günstige Meinung zu erwecken und als beste 
Empfehlung für dieselbe zu dienen. — 

Zwei Serien neuer Einfassungen veröffentlicht 
im vorliegenden Hefte die Schriftgiesserei Nies Nach- 
folger. Die Serie 35 umfasst Stücke auf Nonpareille, 








untere Leiste eines Rahmens verlangt, in der folgen- 
den Weise: 





ist jedenfalls nicht korrekt. Der gleiche Mangel, wenn 
auch nicht in solch auffallender Weise, kehrt bei den 
folgenden, in ihrer Wirkung übrigens ganz vortreff- 
lichen Figuren der Serie 42 wieder: 







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IS Ga 


CRA IES 












Nonpareille. 


L t. P & Dn. 


S ood Fe A Ger OR 












Cicero. und 3!/ Cieero. Die beiden kleineren Ein- 
fassungen eignen sich sowohl zur Umrahmung 
kleinerer Drucksachen ganz vorzüglich, wie sie auch 
als Begleitformen in Gemeinschaft mit der grósseren 
verwendet werden kónnen. Die Anwendung dieser 
neuen Einfassungen ist eine sehr einfache und durch 
Aneinanderreihung der zusammengehórigen Stücke 
gegeben. Nur bei der 3!» Cicero Einfassung erscheint 
uns die glatte Rahmenbildung etwas gewagt, obwohl 
nach dem vorhandenen Eckstücke und dem aus- 
gegebenen Probeblatte zu urteilen, diese Art von 
Verwendung ausschliesslich vorgesehen ist. Der im 
übrigen sehr schönen Zeichnung nach lässt sich diese 
Einfassung körrekt nur zu horizontalen Leisten 
verwenden: 





Ein Seitwärtsstellen dieser Formen oder gar eine Ver- 
wendung, wie sie das vorhandene Eckstück für die 


Neue 


Messing-Ecken 








| H. BERTHOLD | 


BERLIN SW. 


88 Belle-Alliance-Strasse 88 








Ls — — 

















Die übrigen Figuren der beiden Serien sind als 
in der Zeichnung wohl gelungen zu bezeichnen und 
werden gewiss, wenn sonst am rechten Ort ver— 
wendet, stets ein Schmuck der betreffenden Druck- 
sache sein. — 

Die Messinglinienfabrik H. Berthold hat jüngst 
eine reiche Kollektion von in Messing gearbeiteten 
Ecken auf Nonpareille- und Cicerokegel heraus- 
gegeben, von denen wir unseren Lesern heute eine 
kleine Auswahl in Abdruck vorführen kónnen. Ist 
schon die Dauerhaftigkeit solcher Ecken für sie ein 
empfehlender Umstand, so wird im vorliegenden 
Falle auch die gefällige Zeichnung der meisten dazu 
beitragen, sie in Buchdruckerkreisen beliebt zu 
machen und ihnen weite Verbreitung zu sichern. — 

Die Schriftgiesserei A. Numrich & Co. legt dem 
heutigen Heft ein Blatt mit neuen Inserat- Einfassungen 
bei, das wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. 
Die in vier Graden vorliegenden Figuren bilden eine 
originelle Zierde von Inseraten und werden ihren 
Zweck, Anzeigen auffällig zu schmücken, aufs beste 
erfüllen. 


3 


131 : Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeitschriften- und Bücherschau. 132 





Satz und Druck unserer Probeblätter. 


erstere einen Umschlag, die zweite eine Karte 
darstellt, wirken trotz ihrer äusserst einfachen Aus- 
stattung durch Benutzung stimmungsvoller Vignetten 
sehr reich und elegant. Die obere Vignette ent- 
stammt der reichhaltigen Auswahl derartigen Zier- 
materials von Schelter € Giesecke, die untere erhielten 
wir von Paul Leutemann. Die zum oberen Beispiel 
verwendete Cicero-Einfassung ist ein Erzeugnis der 
Firma Bauer «€ Co., die inneren und äusseren Ecken 
sowie die halbfette und magere Kursiv-Zierschrift 
solche von Ludwig d Mayer. Die Kursiv der zweiten 
Anwendung erhielten wir von Wilhelm Woellmers 
Schriftgiesserei. Die beiden Schwalben gehören zum 
Accidenzschmuck von Schelter & Giesecke. 
Gedruckt wurde das Blatt mit Braunlack von 
Hermann Gauger in Ulm mit Zusatz von etwas Violett. 
Auf Blatt H unserer heutigen Beilagen bringen 
wir zwei reich in Gold und Farben ausgeführte kleine 
Oktavtitel, wie sie zu Titeln und Umschlägen für 
Drucksachen aller Art oft verlangt werden. Von 
dem benutzten Material stammen aus der Schrift- 
giesserei Flinsch die zu den Leisten des Titels »Lehr- 
brief« verwendete Deutsche Renaissance-Einfassung, 
welcher auch die quadratischen Eckfüllungen ent- 
nommen sind, und für den Titel »Märchen und Sagen « 
die inneren Ecken sowie die Titelzeile aus der neuen 
» Mikado«-Zierschrift. Von J. Œ. Schelter d: Giesecke 
erhielten wir zum »Lehrbrief« die Nonpareille-Ein- 
fassung, die Medaillons und die Zwickelfüllungen, 
zum anderen Titel die Spitzen und die für die Leisten 
benutzte Einfassung Serie 74. Die im zweiten Titei 
angewendeten dreieckigen Zierstücke erhielten wir 
von Mever & Schleicher in Wien, die Einfassung 
ist aus der Viktoria-Einfassung von Numrich d: Co. 
Die zum Druck verwendeten Farben: blaugrauer, 
griingrauer und Chamoiston, Braun und Geraniumrot 
lieferten Berger de Wirth in Leipzig. Die Töne wurden 
mit Glanzweiss angerieben, einem neuen Produkt 
aus derselben Fabrik, welches die angenehme Eigen- 
schaft hat, die damit gemischten Farben geschmeidiger 
zu machen und längere Zeit frisch zu erhalten, wäh- 
rend andere weisse Farben durch zu schnelles Ein- 
trocknen den Druck oft umständlicher machten. 
Unsere Beilage N ist eine Arbeit der Buch- und 
Kunstdruckerei von C. Grumbach in Leipzig. Der 
jetzige Inhaber dieser alten berühmten Leipziger 
Druckerei, Herr Curitz, hat es sich zur Aufgabe 
gemacht, nicht nur den bewährten Ruf der Offizin 
zu erhalten, sondern ihr auch auf dem Gebiete des 


qo Anwendungen auf Blatt F, von welchen die 


modernen Buch- und Kunstdruckes neue Verdienste 
zu erwerben. Höchst sauber und geschmackvoll 
ausgeführter Werk- und Accidenzdruck, dem wir in 
den Spalten unseres Blattes oft Anerkennung zu 
zollen Gelegenheit hatten, haben dieser gediegenen 
Offizin die alten Freunde erhalten und so manchen 
neuen erworben. Das vorliegende Blatt N unserer 
Beilagen soll unsere Leser mit einer Spezialität der 
Grumbachschen Druckerci, dem »Glanzbuchdruck« 
bekannt machen. Derselbe wird erzielt mittelst 
präparierter Unter- und Überdruckfarbe und hat 
derselbe eine grosse Dauerhaftigkeit und ein höchst 
gefälliges, der Photographie auf Albuminpapier 


ähnliches Aussehen. Die Anwendung dieses Druckes 


ergibt speziell bei Autotypien eine Wirkung, welche 
die Photographie täuschend nachahmt und kann der 
Druck auf jedes beliebige Papier geschehen, auch 
kommt das Aufkleben in Wegfall. 

Wir danken Herrn Curitz bestens für die 
Überlassung der vorzüglich gelungenen Beilage, die 


jedenfalls das Interesse unserer Leser erregen wird 


und bemerken zugleich für die letzteren, dass der 
genannte Herr gern bereit ist, Blätter in dieser Manier 
für Fachgenossen auszuführen. 


Zeitschriften- und Bticherschau. 


— Die Kónigliche Kunstakademie und Kunstgewerbeschule 
in Leipzig, Festschrift und Amtlicher Bericht, verfasst und 
erstattet vom Direktor der Akademie und Schule Hofrat 


. Prof. Dr. phil. Ludwig Nieper. Mit 40 Abbildungen und 


einer wissenschaftlichen Abhandlung über die Aufgaben der 
Graphischen Künste vom Geheimen Rat Prof, Dr. A. Springer. 
Der Zweck der Leipziger Kunstakademie und Kunst- 
gewerbeschule ist bekanntlich in erster Linie: Pflege der 
graphischen Künste nach Massgabe des in Leipzig hervor- 
ragenden blühenden Buchgewerbes. Einen vortrefflichen, 
überzeugenden Beweis von dem Streben der genannten 
Anstalt, diesen Zweck voll und ganz zu erfüllen, gibt oben 
erwühnte Festschrift, welche der verdienstvolle Direktor 
Herr Hofrat Prof. Dr. phil. Ludwig Nieper zur Feier des 
Einzuges der 125 Jahre bestehenden Kunstakademie und 
Kunstgewerbeschule in das neue zweckentsprechend 
erweiterte prachtvolle Schulgebäude an der Wächterstrasse 
verfasste und auch uns als ein höchst interessantes und 
wertvolles Geschenk zugehen liess, für das wir hiermit 
unseren verbindlichsten Dank abstatten. Die Festschrift 
repräsentiert ein Prachtwerk ersten Ranges und gibt ehrendes 
Zeugnis von dem Können der Schüler, die unter Aufsicht 
ihrer Lehrer gegen 40 Blätter in den verschiedenen 
graphischen Manieren ausführten und der Festschrift so 
einen reichen und höchst interessanten illustrativen Schmuck 
verliehen. Von den gegebenen Holzschnitten hätten wir 
allerdings gewünscht, dass sie, besonders in den tiefsten 
Schattenpartien, etwas kräftiger gehalten worden wären, 
denn der Drucker konnte bei der Art der Schnittausführung 
mit satterer Farbegebung nicht Abhülfe schaffen, ohne den 


133 Zeitschriften und Biicherschau. 


134 








feinen Schnitt zu verschmieren. Grosse Verdienste um die 
Herstellung dieser Festschrift hat sich auch die Drugulinsche 
Offizin in Leipzig erworben. Der Satz in Cicero Mediaeval 
und der Druck sind wie immer ausgezeichnete Leistungen 
dieser altberühmten Druckerei. — Was die Schrift besonders 
interessant macht, das ist die Wahl der Motive für die 
Illustrationen. Das alte Schullokal befand sich nümlich 
in einem Flügel des als Kaserne dienenden Schlosses 
Pleissenburg und die fortwáhrende Berührung mit dem 
Militir gab wohl die Veranlassung zu einigen humorvollen 
Soldatenbildern, welche der Festschrift zu besonderer 
Zierde gereichen, und die selbst in den Augen des Laien 
erhóhtes Interesse erwecken. Wir sind überzeugt, dass 
die Festschrift schon aus diesem Grunde allen Denen ein 
willkommenes Geschenk gewesen sein wird, welche Herr 
Prof. Nieper damit beehrte. Alle Angehórigen der Graphi- 
schen Künste aber werden mit uns dem Herrn Direktor 
besonderen Dank sagen, ihnen neben dem interessanten 
und fesselnd geschriebenen Text eine so gefüllige, trefflich 
ausgeführte und übersichtliche Sammlung der verschiedenen 
graphischen Manieren geboten zu haben. 

— Das von uns ófter lobend besprochene Prachtwerk: 
Der Kónig von Sion von Hamerling, Hamburg, Verlags- 
anstalt und Druckerei Aktien-Gesellschaft, vorm. J. F. Richter, 
ist mit der 30. Lieferung nunmehr vollständig erschienen. 
Die gediegene Durchführung dieser Prachtausgabe macht 
der Verlagshandlung wie der Druckerei alle Ehre und wir 
können am Schluss nur Das wiederholen, was wir dem 
schönen Werk in früheren Besprechungen empfehlend mit 
auf den Weg gaben. Möge die Verlagshandlung durch 
recht reichlichen Absatz für die Mühe belohnt werden, 
welche sie dem Werk widmete. 

— * Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den 
neuesten Forschungen. Dem deutschen Volke dargestellt 
von Prof. Karl Faulmann. Mit 36 in den Text gedruckten 
Abbildungen und einer Stammtafel der Familie Gänsfleisch- 
Gutenberg. Wien, Pest, Leipzig. A. Hartlebens Verlag. 
Preis brosch. M. 4, geb. M. 5. Die hier vorliegende Arbeit 
des Verfassers der vor zehn Jahren erschienenen »Illustrierten 
Geschichte der Buchdruckerkunst« bildet gewissermassen 
eine Ergänzung dieses letzteren Werkes. indem sie über 
viele bisher noch dunklen oder streitigen Punkte in der 
Erfindungsgeschichte des Buchdrucks auf Grund neuerer 
Forschungen Aufklürung gibt und manche in anderen 
Geschichtswerken infolge mangelhafter Fachkenntnis ver- 
tretene oder durch neuere Entdeckungen veraltete An- 
schauungen berichtigt. Das Werk darf das Interesse aller 
Angehörigen der Kunst Gutenbergs in hohem Masse bean- 
spruchen, es sei uns deshalb gestattet, den Inhalt desselben 
kurz zu skizzieren. Zunächst wird der Ansicht der meisten 
bisherigen Geschichtsschreiber entgegengetreten, dass der 
Schwerpunkt in der Erfindung des Buchdrucks auf die 
Herstellung der einzelnen Lettern im Gegensatz zu den 
früher benutzten Holztafeln zu legen sei, und die Erfindung 
der Presse als das vorwiegend Wichtigste bezeichnet. 
Als Vorbild für die Buchdruckpresse habe Gutenberg nicht, 
wie bisher angenommen, die Weinpresse gedient, sondern 
die Miinzpresse. Gutenbergs Vater sei Geldwechsler 
gewesen und habe als solcher mit der Münze in Ver- 
bindung gestanden. Beim Betrachten des Münzprägens 
könne der Wechslerssohn auf den Gedanken gekommen 
sein, so wie hier die geprägte Schrift auf jeder Münze 
erzeugt wurde, mittelst gleicher Stempel, wenn sie gefärbt 
würden, ein Buch zu drucken. Die Herstellung einer 


Presse, welche sich zum Abdrucken von Schrifttafeln, wie 
sie in den von den Briefdruckern benutzten vorhanden 
waren, musste naturgemäss das nächste Ziel des Erfinders 
sein und nachdem dieses erreicht, lag erst der Gedanke 
nach einer einfacheren Herstellungsweise der Schriftformen 
nahe. Diese wurde gefunden in der Zerlegung der Schrift- 
tafeln in einzelne Buchstaben, welche zu beliebigen neuen 
Schriftsätzen zusammengestellt werden konnten. Faulmann 
hält an der schon früher von ihm ausgesprochenen 
Behauptung fest, dass die ersten Typen aus Holz gefertigt 
seien und dass der Erfinder seine erste Bibel, die 36zeilige, 
mit solchen Holzbuchstaben gedruckt habe. Die Beweis- 
führung hierfür ist ein sehr interessanter Abschnitt des 
Buches. Von den Holzbuchstaben sei man zunächst zu 
aus  Sandformen  gegossenen  Messingbuchstaben  über- 
gegangen und die 42zeilige Bibel Gutenbergs und Fusts von 
solchen gedruckt; der Guss aus Matrizen, welche mittelst 
Stahlstempel geschlagen, sei eine spätere Erfindung. 
Bezüglich des Erfinders der Buchdruckerkunst führt Faul- 
mann aus, dass eine bestimmte Person nicht festzustellen 
sei. In einer eingehenden Darstellung der Familien- 
verhältnisse des Erfinders und an einem Stammbaum 
weist der Verfasser nach, dass zu gleicher Zeit mehrere 
gleichnamige Personen derselben Familie in Mainz lebten 
und dass es somit nicht klar ist, welcher Johann Günsfleisch, 
genannt Gutenberg, die Buchdruckerkunst erfunden. Zum 
Schluss werden die Sagen von der angeblichen Armut des 
Erfinders vor und nach der Erfindung ausführlich behandelt 
und als den Verhältnissen und Umständen nicht ent- 
sprechend bekämpft. — Wir können die sauber ausgestattete 
Schrift allen Freunden der Geschichte unseres Berufs als 
recht interessant zur Anschaffung empfehlen. 

— Bibliotheca Polytechnica. Wissenschaftlich in Schlag- 
worten geordnetes Repertorium der gesamten deutschen, 
französischen und englischen Technischen Litteratur, ein- 
schliesslich ihrer Beziehungen zu Gesetzgebung, Hygiene 
und täglichem Leben. Herausgegeben von Fritz von 
Szczepanski. Jahrgang 1, 1889. St. Petersburg und Leipzig, 
Verlag von Fritz von Szezepanski. In diesem Repertorium 
finden wir die technische Litteratur etc. übersichtlich nach 
Branchen geordnet vor, so dass man sich über alle Er- 
scheinungen auf dem Gebiete derselben schnell und voll- 
ständig orientieren kann. 

— * International Bogudstilling 1891 Industriforeningen 
i Kjobenhavn. Katalog, Gedruckt in Nielsen & Lvdiches 
Buchdruckerei in Kopenhagen. Zur 400jáhrigen Jubelfeier 
der Einführung der Buchdruckerkunst in Kopenhagen 
veranstaltete der dortige Industrieverein eine Ausstellung, 
welche die Entwickelung des Buchdrucks von seiner 
Erfindung bis zur Gegenwart illustrieren soll. Der uns 
freundlichst zugesandte Katalog dieser Ausstellung ist ein 
Buch von eigenartig reizender Ausstattung und gibt Zeugnis 
von der hohen Stufe, welche die typographische Kunst 
zur Zeit in Kopenhagen einnimmt. Der Titel des Katalogs 
ist getreu im Charakter der ersten Druckwerke gehalten, 
während der übrige Theil rein aus Mediaeval gesetzt und 
mit schönen Zierleisten und Schlusstücken geziert wurde. 
Das Buch wird nicht nur als Führer durch die Ausstellung 
gute Dienste leisten, sondern auch wegen seines Äusseren 
manchen Liebhaber finden. 


R* 


135 


Mannigfaltiges. 


136 








Mannigfaltiges. 


— * Die Stereotypieapparaten- und Materialienfabrik 
von Karl Kempe in Nürnberg legt dem heutigen Heft einen 
Prospekt über eiserne Stereotypfundamente, systematische 
Bleiunterlagen mit angegossenen Bleifacetten und über 
systematische Unterlegstege von Gusseisen mit Messing- 
facetten bei, welchen wir der Beachtung unserer Leser 
empfehlen. 

— Die Innung Dresdner Buchdruckereibesitzer hielt am 
19. Januar dieses Jahres die erste diesjährige Vierteljahrs- 
versammlung unter dem Vorsitze des Herrn Oskar Siegel 
im Vereinslokale ab. Der erfolgte Beitritt von weiteren 
sieben dortigen Druckereifirmen zur Innung wurde mit- 
geteilt und sieben Lehrlinge in die Innungsrolle auf- 
genommen. Nach erstattetem Vortrag der Jahresrechnung 
seitens des Kassierers wurde demselben auf Antrag der 
Revisoren einstimmig Decharge erteilt. Der Vorsitzende 
gedachte hierauf in längerer Rede des heutigen fünfjährigen 
Bestehens der Innung sowie des früheren Vorsitzenden und 
Mitbegründers derselben Herrn Geh. Kommerzienrat von 
Baensch, ganz besonders des Letzteren grosser Verdienste 
um das Zustandekommen und Gedeihen der Innung. Die 
Versammlung ehrte denselben durch allseitiges Erheben von 
den Plätzen. Nach erfolgter Berichterstattung über die 
Vorgänge des letzten Vierteljahres referierte Herr Heinichen 
über die nunmehr zurückgelegten drei Jahre der Fach- 
schule, wobei er der an derselben amtierenden Lehrer 
lobend gedachte. Herr Ottomar Lehmann beantragte unter 
allgemeiner Zustimmung Herrn Heinichen für seine Be- 
mühungen um die Hebung der Schule und die Disziplin 
der Schüler den Dank aller Innungsmitglieder zu Protokoll 
zu bringen. Herr Niescher teilte über die Prüfung der 
diese Ostern die Lehre verlassenden Lehrlinge Weiteres 
mit und Herr Stadtrat Schróer berichtete über die statt- 
gehabten Verhandlungen beim hiesigen Schiedsgericht für 
Tarifstreitigkeiten. Die Versammlung wählte hierauf für 
dieses Jahr den Vorstand. Nach Schluss der Versamm- 
lung fand seitens der Anwesenden Mitglieder zur Feier des 
fünfjährigen segensreichen Bestehens ein solennes Abend- 
essen statt. 

— D. In einer Extraversammlung des Maschinenmeister- 
vereins Hamburg-Altonaer Buchdrucker am Sonntag den 
18. Januar, hielt Herr Th. Gries in Firma Gries & Urban 
einen Vortrag über Zinkographie und deren Herstellungs- 
weise. Nach einer allgemeinen Einleitung über Wesen und 
Zweck der Zinkätzung, erläuterte Redner, mit dem Präpa- 
rieren der Zinkplatten beginnend, den ganzen Ätzungs- 
prozess, sowie die verschiedenen Übertragungsmethoden, 
vom einfachen lithographischen Überdruck bis zur kom- 
plizirten photographischen Reproduktion ın Verbindung mit 
dem Meisenbachschen Verfahren. Durch erläuternde Zeich- 
nungen, vorgezeigte photographische Negative und nach 
deren Übertragung gefertigte Cliches, sowie eines Heftchens 
der von den Clichés hergestellten Drucke, wusste der Vor- 
tragende seine Zuhórer zu fesseln und deren Aufmerksam- 
keit bis zum Schlusse rege zu erhalten. Lauter Beifall 
lohnte den Redner für seinen lehrreichen Vortrag. An- 
schliessend an die Ausführungen des Herrn Gries entwickelte 
Kollege H. Schulze in gemeinverstándlicher Weise die Be- 
handlung der Zinkcliches vor, während und nach dem Druck. 
Auch hier wurde mit Beifall nicht gekargt. An die beiden 
Vorträge schloss sich eine längere anregende Diskussion. 


Zum Schluss sei Schreiber dieses gestattet, den Herren 
Vortragenden sowohl, wie auch der Firma Beit & Philippi 
(deren Bereitwilligkeit die Versammlung die prächtig 
ausgestatteten Heftchen verdankt), sowie dem Drucker 
H. Schulze für den saubern Druck, den herzlichsten Dank 
abzustatten. Möchten immer hervorragende Kräfte aus den 
graphischen Hilfsgewerben bemüht sein, den Buchdruckern 
in verständlich kurzgefasster Weise einen Einblick in ihre 
Thätigkeit zu gestatten, zum Besten und Gedeihen unserer 
schönen Kunst. 

— $ Die Besitzer des täglich erscheinenden » Standard« 
lassen gegenwärtig vier Rotationsmaschinen zum Drucke 
eines 8 oder 12 seitigen Formates aufstellen, deren Leistungs- 
fähigkeit sich auf 120000 Exemplare pro Stunde beläuft. 
Zum Blatte gehörende Beilagen werden während dem 
Drucke mechanisch eingeschaltet und angeklebt. 


Briefkasten. 


Herrn C. M. in F. Die uns übersandten Proben sind ein über- 
zeugender Beweis von der Güte und dem vortrefflichen Geschmack, mit 
welchem in Ihrer Offizin gearbeitet wird. Gerade das ungemein zarte 
und gefällige Kolorit hat uns sehr gefallen und können wir Ihnen des- 
halb unsere beste Anerkennung zollen, da Sie ja speziell für ein solches 
sorgten. Wir werden uns gerade in dieser Hinsicht Ihre geschmackvollen 
Arbeiten zum Muster dienen lassen. Fernere Zusendungen werden wir 
mit Dank annehmen. — Herrn E. S. in H. Wir können auch Ihnen 
nur Anerkennendes über die uns gesandten Arbeiten sagen. — Herrn G. D. 
in C. Wie wir [hnen bereits in unserem ersten Briefe direkt mitteilten, 
haben die uns gesandten Skizzen durch das geschmackvolle und originelle 
Arrangement und durch ihre so hóchst saubere und korrekte Ausführung 
unseren vollsten Beifall gefunden. Wir wollen offen gestehen, dass uns 
kaum je noch so Schónes gesandt worden ist. Wir nehmen Ihren Vor- 
schlag, eine oder die andere Skizze zu benutzen, gern an und betrachten 
Sie mit Genugthuung und Vergnügen als einen neuen Mitarbeiter. 
hoffend, dass Sie uns auch manche Arbeit in der Ausführung senden 
werden, wie wir solche speziell von Ihnen erbaten. Das Archiv wird 
Ihnen gern zugesandt werden, wenn Sie uns gefälligst eine Buchhand- 
lung nennen wollen, an die wir die: Hefte expedieren können. — 
Herrn D. S. in M. Das sind allerdings glünzende Beitrüge zu der 
»Freien Richtunge. Besten Dank. 





Inhalt des 4. Heftes. 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker. — Das Herstellen 


gebogener Formen. — Anleitung zum Linienbiegen. — Schriftproben- 
schau. — Satz und Druck unserer Probeblütter. — Zeitschriften und 
Bücherschau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aceidenzmuster im 


Text: 1 Weinkarte. — 1 ,Briefkopf. — Beilagen: 1 Blatt Umschlag und 
Karte. < 1 Blatt Titek — 1 Blatt »Glanzbuchdrucke von €. Grumbach. 
— 1 Blatt Inserat-Einfassung von A. Numrich 4 Co/— 1 Beilage von 
Karl Kempe in Nürnberg. Un, PLUS NMA, 

Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagdn. Fir das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nieht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv. 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche, Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede pohang; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband dírekt M. 13,50 nach ausserdeutschen Liindern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto, 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 3, zweisp. 5), dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc. : 

Novitäten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen umd Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Original preisen. 





Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
& Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. ruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig, auf einer 
Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf., Johannisberg a. Rh. 


= 


137 Annoncen. 138 








=2 Annoncen. sa- 








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Generalvertretung ftir 


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Einige besondere Vorziige der Original-Liberty-Maschine. 


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Die Form kann verbessert und gereinigt werden, ohne dass man dieselbe aus dem flachen 
Fundament herauszunehmen braucht. Schnellster Farbenwechsel. 

Neues verbessertes Farbenwerk. Praktische Metall-Verreiber unter Extraberechnung. 

Vorzüglichste Verreibung. Die Walzen arbeiten ohne jedwede Anwendung von Federn, und 
wirken auf die Typen durch ihre eigene, stets gleichmässige Schwere. 

Tadelloses Register. Sofortige Drnckabstellung. 

Der Gang der Maschine ist leichter und die Leistungsfühigkeit grösser, als die jeder anderen 
Tiegeldruckpresse. 

Unilbertroffen in Bezug auf Stürke der Konstruktion; einzelne Maschinen sind Uber 20 Jahre im 
Gebrauch und erforderten wihrend dieser Zeit nur ganz unwesentliche Reparaturen. 

Das Format des zu bedruckenden Papiers kaun bedeutend grösser sein, als das Fundament. 


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> Innere ER Erforderlicher Gewicht 

co | : Preis : t 
"as Rahmenweite | Raum Netto Brutto r^ dc 
= | c m. 
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e = No.2 | 18K 28 em | 900 M. | 1.00 X( 1.20 m | 380 kg | 490 ky 8 = 
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=> » 5 | 87X 56 4 1860 „ 1.50 X 2.20 „ | 1300 ,, 1650 ,, 

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tiges in Accidenzarbeiten leisten 
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Drei geiibte Schriftsetzer, die na- 
mentlich für Werke franzósischer 
und slavischer Sprachen ver- 
wendbar sein sollen. 

Es wollen sich nur solche, 
Angabe ihrer Ansprüche melden, die 
gute Zeugnisse mehrjähriger Leistungen 
in grossen Anstalten aufweisen können. 

Dauernde und angenehme Stellung 
gesichert. 

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ders auf das hóherstohendo Ne- Hi 23 i dung von Teilwalzen, 
Zeichcn bewirkt die solbstthätigo m 
Umdrohung der Zitfernrädchen. 








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Figuren -Verzeichnis. 
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Anleitung zum Linienbiegen. 


Von Hermann Hoffmann, Berlin. 


(Fortsetzung.) 


c. Das Lóten. 







ie Verbindung zweier Metalle durch ein 
EL drittes auf heissem Wege nennt man »Lö- 
| AS ten<. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch 
wird derselbe Ausdruck schon gebraucht, wenn man 
einen Metallklecks auf ein zweites Metall aufschmilzt 
zum Zwecke einer Reparatur oder dergleichen. 

Löten ist also nichts anderes als unser Kleben 
auf kaltem Wege, nur dass man als Klebstoff ein leicht 
fliessendes Metall, das »Lot«, gebraucht und die 
getrennten Teile mit Feuers Hilfe vereinigt. Schmilzt 
man dagegen nicht das Bindematerial, sondern die 
Metalle selbst, z. B. Eisen, und bringt diese ohne 
drittes Glied durch Hämmern zusammen, so heisst 
der Vorgang »Schweissen<. 

Das am meisten gebrauchte »Lot« ist das leicht 
schmelzbare Lötzinn, sogenanntes »Schnelllot«. Dann 
gibt es noch das nur in Glühhitze schmelzbare für 
Eisen gebrauchte Messing-Schlageloth, sogenanntes 
»Hartlot«, verschiedene andere Kupferlegierungen 
und die Edellote Gold und Silber zum Verbinden 
feiner Gegenstände. 

Für uns Buchdrucker kommt nur das Lötzinn in 
Betracht, wir können die Messinglinien nur mässig 
erwärmen, wenn nicht alle Härte, aller Halt daraus 
verloren gehen soll. Denn durch das Erhitzen werden 
alle Metalle weich. 

Die Lötstellen müssen frisch abgeschabt oder 
gefeilt sein, man darf weder mit den Fingern noch 
mit einem Lappen daran kommen. Die beiden Teile 
werden dicht aneinander gebracht, in dieser Lage 
durch umgelegten Draht oder sonst eine Klemmvor- 
richtung gehalten, etwas Kolophoniumpulver darauf 








gestreut, ein kleines Stückchen Lötzinn auf die 
Schnittstelle gelegt und darauf das Lötstück in eine 
Spiritusflamme gehalten, solange, bis das Lot ge- 
schmolzen und in die Fugen gelaufen ist. Dann lässt 
man das Stück langsam erkalten, löst den Draht, 
kratzt das überflüssige Lot ab, und die Arbeit ist fertig. 

Zum Löten bedient man sich einer Spirituslampe 
nach Figur a (siehe nächste Seite). Dieselbe wird im 
Ruhestande durch eine Kapsel, die man über die 
Dochthülse schiebt, verschlossen. 

Aus Figur a und b geht auch hervor, wie Kreise 
gelötet werden. Zunächst wird der Kreis genau 
gebogen, wenn er auch noch nicht ganz schliesst. 
Dann feilt man die zu lötenden Kanten leicht über, so 
dass sie völlig rein werden, macht 
mit einer Dreikantfeile zahlreiche 
kleine Einschnitte in dieselben (siehe 
Fig. b), damit das Lot grösseren 
Angriff hat, und umschniirt den Kreis 
mit starkem sogen. Bindedraht. 

Vor dem Lóten vergewissere 
man sich, ob die Signatur inein- 
ander liiuft und Bild an Bild steht. 
Man stellt den umschniirten Kreis 
auf eine ebene Platte und driickt 
von oben scharf an, benutzt 
auch wohl das Klopfholz. Erst 
nachdem diese beiden Punkte 
erledigt sind, kann man an 
das Lóten gehen. 

Soll der Kreis schnell er- 
kalten, so stellt man ihn auf 
eine Eisenplatte. Dann wird 
der Draht abgenommen; wenn er 
mit angelótet sein sollte, genügt ein 
leichter Ruck und er ist los. Darauf 
wird das Lot, welches aussen und 
innen im Überfluss sitzt, abgeschabt 











Liniensatz. 


151 Anleitung zum Linienbiegen. 152 


wie schon zuvor angegeben. Der Anfänger im Löten 
verwendet durchschnittlich zu viel Lötzinn und hat 
deshalb eine Menge Lot abzukratzen. Übung macht 
auch hier den Meister. 


Fig. b. 


Das Einfeilen der 
Lötstellen. 





Fig. a. Das Löten. 


Das Kolophoniumpulver, welches wir auf die 
Lötstelle streuten, vertritt die Stelle des sogenannten 
»Lótwassers« und hat den Zweck, die zu lötenden 
Teile während des Erhitzens vor Oxydation zu 
bewahren. Geschähe das nicht, so würden die Löt- 
stellen unrein werden und das Lot würde nicht fliessen. 
Für Messing gebraucht man auch wohl Stearin zum 
Löten. Das sonst allgemein verwandte, aus Salzsäure 
mit darinaufgelósten Zinkschnitzeln und etwas Salmiak 
hergestellte Lötwasser hat die unangenehme Eigen- 
schaft, dass alles damit in Berührung kommende Eisen 
stark rostet. 


Erster Abschnitt. 


1. Bogenteile. 


Neben Vollkreisen finden im Linienkunstsatze 
Segmente oder Kreisteile weite Verwendung, da ent- 
sprechende Kernstiicke auf abgerundetem Fuss von 
den Schriftgiessereien geliefert werden und, mit nur 
wenigen Linien und Zierstiicken verbunden, ganz 
allerliebste Muster ergeben. 

Die Herstellung solcher Liniensegmente und die 
Anordnung derselben ist im Grunde so leicht, dass 
es fast überflüssig erscheinen dürfte, diesen Teil des 
Linienbogensatzes anders als streifend zu behandeln. 
Indessen treten hier schon gewisse Grundfragen auf, 
z. B. ob man auf das Federn des Materials bei 
Liniensátzen zu rechnen habe, oder wie derartige 
Sätze druckfertig zu befestigen seien. Diese Fragen 
erfordern bestimmte Antworten. Da nun gleiche 
oder ähnliche Verhältnisse immer wiederkehren, so 
soll das ganze Kapitel von den Segmenten an einem 
einfachen Beispiel erläutert werden (Fig.1,Sp.153 4). 


In den Winkelhaken wird eine starke gerade 
Messinglinie mit vollem Bilde gestellt und darauf 
eines der Kernstücke. Auf dieses wieder lege man 





die Rundung entlang Gevierte derjenigen Kegelstärke, 
welche zwischen Kernstück und Aussenlinie an- 
senommen werden soll — hier also Korpus. 





Darauf werden die Linien paarweise mit einem 
Male, aber jedes Paar für sich, gebogen und über die 
improvisierte Schablone so lange eingepasst, bis sie 
völlig schliessen, aber noch etwas zu lang sind. 
Dann werden die gebogenen Paare auf eine grosse, 
mindestens 3!/» em breite Schlichtfeile gebracht und 
unter sanftem Druck die Gehrungen an beiden Enden 
zugleich angefeilt. Der durch das Feilen entstandene 
»Grat« wird abgekratzt, an der Bildfläche dagegen 
durch einmaliges Überziehen des Bildes auf einem 
feinen sog. Ölstein abgeschliffen. 

Danach wird das Schiff flach gestellt und aus 
festgeklemmten Konkordanzstegen ein Hohlraum 
gebildet, der die Satzgrösse hat. In den Raum, 
direkt an den vorderen Steg, wird die für sich aus- 
geschlossene Mittelleiste samt allen Ansätzen gestellt. 
Auf dieser festen. unnachgiebigen Anlage wird zu- 
nächst der obere Bogen ausgebaut und völlig fertig 
gemacht. Es liest auf der Hand, dass der Satz auf 
solche Weise solider werden und schneller vor sich 
gehen muss, als wenn man ihn frei inmitten des 
Hohlraumes hinstellen und oben und unten zugleich 
anbauen wollte. 

Auf den angesetzten Kern wird nun die Oberzeile 
»Die herzlichsten« gestellt, und zwar, des »Fleisches: 
wegen, ohne Zwischenschlag. Damit nichts umfallen 
kann, hált man (etwa in dem Blechdeckel einer 
Farbenbüchse) etwas Wasser zur Hand, in welches 
man die Zeile und alle folgenden Teile, welche sonst 
noch eingesetzt werden sollen und nicht für sich 
feststehen, zuvor mit dem Fusse eintaucht. 

Über die angesetzte Zeile muss eine Viertelpetit 
gesehlagen werden. Statt für dieselbe eine gebogene 
Reglette zu benutzen, nehme man in Wasser getauchte 
kleine Ausschlussstücke von entsprechender Stärke 
(hier also Petitviertel oder Nonpareilledrittel), denn 
diese schmiegen sich der Rundung williger und 
genauer an, als eine vielleicht nicht einmal tadellos 
gebogene federnde Reglette. 

Werden nun die Bogenlinien angelegt, so ist 
darauf zu achten, dass dieselben ohne Nachdrücken 


153 


anschliessen. Linien dieser Art müssen stets genau 
so gebogen werden, wie es die Arbeit erfordert, also 
ohne falsche Rücksichtnahme auf das »Federn« des 
Materials und ohne sich darauf zu verlassen, was 
jetzt noch nicht stimme, werde beim Schliessen schon 
zusammen gehen. Jeder Liniensatz soll vielmehr von 
vornherein so kompakt, so unnachgiebig angefertigt 
sein, dass der Schlüssel des Druckers keine Wirkung 
darauf zu üben vermag, weder zum Guten noch zum 
Bösen. 

Setzer, dieandersarbeiten, verursachen stunden- 
lange Pressrevisionen, häufige »Spiesse« im Druck 
und bringen Faktor und Drucker zu heller Verzweif- 
lung. Bald ist hier dies vergessen worden, bald klafft 
dort eine Ecke; ist das eine notdürftig gemacht, dann 
zeigt sich plötzlich 
mitten im Druck ein 
Anderes. So tanzt der 
unordentliche Setzer 
ohne Aufhören von 
der Druckform zum 
Auslegetisch und zu- 
rück, bewaffnet mit 
Ahle und Pinzette, 


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Anleitung zum Linienbiegen. 


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154 


richtige Lage gebracht. Die kleinen Ornamente, mit 
dem Fusse in die flache Wasserschale getaucht, kann 
man lose anstellen. Wo vieleOrnamente ohne weiteren 
Hinterhalt, z. B. um Kreise gruppiert werden sollen, 
verwendet man statt des Feuchtwassers eine Gummi- 
lósung oder man bestreicht den Umfang des Kreises 
mit dickem Gummi beziehungsweise Dextrin und 
»mauert« die einzelnen Zierstücke darin fest. Diese 
Methode ist überall zu empfehlen, wo man keinen Halt 
in schwierige Sätze hineinbringen kann, oder wo man 
Hohlräume mit Gips ausgiessen will, ohne leicht ver- 
schiebbare Einzelteile besonders zu befestigen. Wird 
der Satz nach dem Ausdrucken gut gewaschen, dann 
ist beim Ablegen vom Dextrin nichts mehr zu bemerken. 
In dem vorliegenden Fall kann man über die kleinen 
Ornamentstúcke eine 
cut gebogene Zink- 
reglette legen, die 
grossen Hohlräume 
mit grobem Aus- 
schluss füllen und die 
kleinen Lücken mit 
Papier ausstopfen. 
Leichter und sicherer 


D 270 HOCH? 





Schraubenzieher, ist das Ausfúllen mit 
Hammer und was " "ës — — Gips. Doch auch in 
. di MN e . .. 
dergleichen gefáhr- RELA diesem Falle müssen 
liche Werkzeuge M starke Ausschluss- 
mehr sein mógen. In Fig. 1 stücke, z. B. Quadra- 


seiner Angst wird er 

vergesslich, verschleppt den Formschlüssel, sodass ein 
aufregendes Suchen losgeht, er wirft dieses und jenes 
um und Alle atmen erleichtert auf, wenn der letzte 
Bogen der Auflage »herunter« ist und der Satzkünstler 
hinter der Thür verschwindet. 

Ich habe diese Skizze nach dem Leben mit 
Absicht so ausgedehnt gegeben, um ein Spiegelbild 
zu schaffen, in dem sich Mancher erkennen wird. 
In allen Druckereien gibt es Setzer, die mit ihrer 
fehlerhaften Arbeit eine Quelle dauernden Ärgers für 
ihre Mitarbeiter sind. Möchten diese sich das Vor- 
stehende zu Herzen nehmen. — 

Wir haben nun an unserem Satz die Ornamente 
anzubringen. Es ist eine Stilwidrigkeit, zu den plasti- 
schen Ornamenten des Schildes und der Aufsatzstücke 
ausgesprochene Flachornamente zu gesellen. Hätte 
man die »architektonischen Ornamente« flach und 
nicht plastisch gezeichnet, dann wäre dieser jetzt 
unvermeidliche schwere Fehler in den Accidenzsatz 
nicht hineingekommen. Also daran ist nichts mehr 
zu ändern. 

Das grosse Mittelstück wird zunächst angesetzt 
und von beiden Seiten mit grossem Ausschluss in 


ten, Textgevierte, die 
grossen Satzteile in ihrer Lage festklemmen. 

Gips trocknet nach dem Erhärten etwas zu- 
sammen. Bei grösseren Flächen macht sich diese 
Erscheinung recht bemerkbar, da sie Differenzen oft 
bis zu Viertelpetitstärke veranlasst. Es ist dann gut, 
wenn man sich durch eingelegte Regletten die Möglich- 
keit offen lässt, hier und dort nachstopfen zu können. 

Nach dem Festwerden des Satzes wird der 
Stegrahmen gelöst, der fertige Oberteil samt Mittel- 
schild herumgedreht und darauf der untere Teil in 
derselben Weise vollendet. 

Das vorstehend geschilderte Verfahren hat sich 
in der Praxis bewährt. Es verdient nicht nur da den 
Vorzug. wo ein Doppelbogen das sichere Arbeiten er- 
schwert,sondern kann auch angewendet werden, wenn 
Bogenlinien oder Bogenzeilen den Kopf einer Arbeit 
bilden. Man fängt dann stets unter dem Bogen an, dreht 
den fertigen Satz herum und baut über dem verkehrt 
stehenden Ganzen den Bogen frei und leicht auf. Man 
bearbeitet wohl auch den Teil, welcher den Bogen 
enthält, in der beschriebenen Weise für sich und fügt 
ihn später dem ebenfalls besonders fertig gestellten 
glatten Satze ein. 

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Linien, die guten Anschluss haben sollen, werden 
bisweilen unterfeilt. Das heisst, man nimmt, vom 
Kopfe der Linie anfangend, schriig nach unten hin 
etwas Material fort, damit der Anschluss der Linien 
allein an der Bildfläche erfolgt. Diese Manipulation 
hat aber auch ihre Schattenseiten. Man wird oft 
beobachten, dass derart behandelte Linien beim 
Anschliessen der Form steigen. Diese unliebsame 
Erscheinung rührt daher, dass der rechte Winkel a 
(Fig. 2) durch das Anfeilen der schrägen Ebene b 


ZN TII Illi wf |! ime 


Anleitung zum Linienbiegen. 


156 


anpassen zu kónnen, stellt man eine gute Achtelpetit- 
Systemlinie auf die Schliessplatte (Fig. 3) oder in den 
Winkelhaken und wird beim Gegenhalten der neu 
geschnittenen Linie etwaige Fehler sofort bemerken. 


Achtelpetit-Linie. 


Eisenplatte. 


Rechter 
Winkel 


Figur 3. Anpassen des rechten Winkels. 


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Beispiel A. Linien von Zierow & Meusch. 


vernichtet worden ist. Aus diesem Grunde ist das 
Aufwiirtsstreben von b beim Andruck in der Pfeil- 
richtung unausbleiblich. Man muss deshalb ein kleines 


b 


Senkrechte. 
Senkrechte. 


Senkrechte. 





Figur 2. Das Steigen unterfeilter Linien. 


Stück c der Senkrechten beibehalten. Um bei neu 
geschnittenen Linien einen genau rechten Winkel 


2. Vollkreise. 


Der Kreis ist unter den aparten Figuren im 
modernen Accidenzsatze die beliebteste. Einmal, weil 
er sich in scharfen Gegensatz zu der sonst gebrüuch- 
lichen Rechteckform stellt, dann auch seiner leichten 
Herstellung und vielfachen Verwendung wegen. Selbst 
Ordnungsfanatiker, die einen prinzipiellen Wider- 
willen vor jeder Art des Linienbiegens haben, pflegen 
gegenüber der Kreisform nachsichtiger zu sein. Im 
Liniensatze kann auch wohl kaum eine dankbarere 
Art, gewissen Drucksachen interessantes Geprüge 
zu geben, gefunden werden. Mit einem Sortiment von 





157 : Anleitung zum Linienbiegen. 158 


Kreisen, gelegentlich nach einem Plane gebogen, und 
einer kleinen Auswahl hübscher Begleitornamente 
bringt der erfinderische Accidenzsetzer stets neue 
Wirkungen zuwege, ohne dass er befürchten müsste, 
man könne der Kreisform doch endlich müde werden. 

Noch ehe an Linienbiegapparate gedacht wurde, 
hat man Kreise gebogen. Das war aber eine äusserst 





G 
| 













Sport-Vignette 
von Paul Leutemann, 
Leipzig. 


Zierrat von Ramm & Seemann, 


Leipzig. 


miihselige Arbeit, gegen welche die heutige gar nicht 
in Betracht kommen kann. So leicht es nun erscheint 
und dem ausgebildeten Accidenzsetzer auch wirklich 
sein mag, mittels des Biegapparates Kreise jeder 
Grósse ohne Fehlschlag herzustellen, so schwierig 
und dunkel ist das Gebiet der Kreisfabrikation dem 
Neuling, der vor die Aufgabe gestellt wird, Kreise 
von bestimmtem Durchmesser oder solche herzu- 
stellen, die ineinander passen sollen. Ja es ist 
schon eine Aufgabe, úberhaupt nur druckfáhige Kreise 
zu biegen. 


PAR Erinnerung 
y 


an die 


— 


Zwanzig Bilder UL 


nach 


Zeichnungen von Michael Scheu. 


—w £380 por — 


Bayreuth 


Verlag von Eugen Kórbitz. 


An scheinbar ganz korrekten Kreisen hat schon 
mancher Drucker die ärgerliche Wahrnehmung ge- 
macht, dass dieselben beim Schliessen an einem Ende 
in die Höhe gingen und weder durch Klopfen noch 
sonstwie dauernd in die richtige Lage gebracht werden 
konnten. Die gleiche Erscheinung kann man in ver- 
stärktem Masse hervorrufen, wenn man eine Linie 











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So 





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Sport-Vignette 
von Paul Leutemann, 
Leipzig. 






im Biegapparat absichtlich schief stellt, so dass das 
eine Ende die Bodenplatte nicht berúhrt. Wird ferner 
ein Papierstreifen schief gewickelt, so faltet sich das 
eine Ende in die Höhe. 

Alle diese Erscheinungen haben gleiche Ursache. 
Während des Biegens verändert sich die erforderliche 
senkrechte Lage der Linieim Apparat, die Linie steht 
an einem Ende nicht auf der Bodenplatte auf. Bei 
den durch Schrauben angetriebenen Linienbiegappa- 
raten hebt sich durch die Drehung der Schraube das 
eiserne Klammerstück samt den Einlagen an der linken 


159 Das Hand in Hand arbeiten von Setzer und Drucker. 160 


Seite etwas in die Hóhe. Statt also die Linie fest auf 
die Bodenplatte zu drúcken, muss man das Klammer- 
stiick vor dem Steigen bewahren. 

Bei der Herstellung von Kreisen nach Mass ist 
Folgendes zu beachten: Das Material der Linie dehnt 
sich beim Biegen an der áusseren Seite und schrumpft 
nach innen zusammen. Bei der Berechnung der 
genauen für einen Kreis erforderlichen Linienlänge 
muss man daher die Mitte zwischen innerem und 
äusserem Durchmesser zu Grunde legen und diese mit 
der Ludolfschen Zahl 3,14 malnehmen. 

Soll z. B. je ein Kreis aus !/s-, Y4- und *2>-Petit- 
material gebogen werden und ist für alle drei Kreise 
der äussere Durchmesser 29 Viertelpetit, so entstehen 
folgende Zahlen: 


Achtelpetitmaterial: 
Äusserer Durchmesser 29 
Innerer d 28 
Die Hálfte von 57 ist 28,5. 
Berechnung: 28,5 X 3,14 = (89.49) 
= 89!/ Viertelpetit Linienlänge. 
Viertelpetitmaterial: 
Ausserer Durchmesser 29 
Innerer * — 
Die Hälfte von 56 ist 28. 
Berechnung: 28 X3,14= (87.92) 
= 88 Viertelpetit Linienlánge. 


Halbpetitmaterial: 
Ausserer Durchmesser 29 
Innerer ah 25 


Die Hälfte von 54 ist 27. 
Berechnung: 27X 3,14 = (84,78) 
= 8) Viertelpetit Linienlánge. 


(Fortsetzung folgt.) 


Das Hand in Hand arbeiten von Setzer 
und Drucker. 


Von Heinrich Schwarz, Leipzig. 


úberall. auch bei einer Buchdruckarbeit die 
harmonische Thátigkeit aller bei der Herstellung 
beteiligten Kráfte ein unbedingtes Erfordernis und 
dürfte in der Regel die verschiedenartige Umfäng- 
lichkeit des mit der Ausführung des betreffenden 
Auftrages betrauten Geschäftsapparates dafür mass- 
gebend sein, mit welchem Grade von Verantwort- 
lichkeit oder Selbständigkeit die Arbeit des Einzelnen 
verknüpft ist. 


EE guten Gelingen jedweder Sache ist wie 


Bei der verantwortungsreichen Stellung, welche 
Setzer und Drucker im buchdruckerischen Betriebe 
stets einnehmen, ist es selbstverstándlich, dass 
beide nach Möglichkeit Hand in Hand arbeiten 
müssen, soll der Prinzipal von ihrer Thätigkeit einen 
möglichst grossen Nutzen zu ziehen in der Lage sein. 

In wie weit Setzer und Drucker Hand in Hand 
arbeiten können und sollen, mag in folgendem kurz 
angedeutet sein. 

Es bedarf wohl keiner Frage, dass der Setzer 
in bedeutend höherem Masse dem Drucker entgegen 
zu arbeiten vermag, als es letzterem dem ersteren 
gegenüber möglich ist. In erster Linie ist wohl zu 
beachten, dass jedwede Zeitersparnis des Druckers, 
je nach der Art der von ihm bedienten Maschine 
oder Presse um drei-, vier- bis achtmal wertvoller 
ist als die des Setzers, und schon aus diesem Grunde 
von letzterem alles gethan werden sollte, um unnötige 
Zeitversäumnisse in dieser Beziehung zu verhindern. 

Schon beim glatten Werksatze kann der Setzer 
dem Drucker vorarbeiten, dergestalt, dass er auf 
genaueste Grösse seiner Kolumnen, sorgfältiges 
Ausbinden, regelrechtes Ausschliessen u. A. m. 
richtige Sorgfalt verwendet, defekte Buchstaben 
bereits beim Setzen entfernt u. s. w., eigentlich nur 
Kleinigkeiten, die aber alle zusammen ein schwer- 
wiegendes Ganze bilden. 

Mehr als beim Werksetzer ist es des Accidenz- 
setzers Pflicht, eine ungehinderte Druckbeförderung 
zu ermöglichen, da ihm in der Regel in ausgedehn- 
terem Masse die Zeit hierzu zur Verfügung steht. 

Exakteste Auszählung nach Punkten ist ein 
Erfordernis bei jedwedem Satze und gibt dessen Stand 
auf dem Schiffe bereits Zeugnis davon, welche Art 
der Genauigkeit das Satzbild im Drucke zeigen wird. 

Viele Setzer finden ihren Trost in dem recht 
verfänglichen und trügerischen Mittel, dass der Satz 
noch durch das Schliessen zusammengeht und in der 
Maschine schon passen wird. In der Regel müssen 
jene aber die Erfahrung machen, dass sie dem 
Drucker keinen regelrechten Satz, sondern leicht- 
fertige, viel Mühe verursachende Arbeit geliefert 
haben, bei welcher wohl durch alle erdenklichen 
Gewaltmittel die Zeichen der Ungenauigkeit möglichst 
verdeckt werden, niemals aber ein Anspruch auf 
Tadellosigkeit erhoben werden kann. 

Sehen wir uns beispielsweise die einfachste 
Arbeit an, eine Visitenkarte aus Schreibschrift. 
Mehrere durch die ungleiche Abnutzung unbrauch- 
bare Buchstaben, unrichtige Sperrung u. V. m. 
kennzeichnen die mangelhafte Arbeit des Setzers: 
bei Zirkularen sind ungleich grosse, das Format- 
machen und den richtigen Stand erschwerende 


161 Das Hand in Hand arbeiten von Setzer und Drucker. 


Kolumnen, falscher Stand der Druckfirma, nach- 
trágliche Veránderung der Sperrung regelmássige 
und unliebsame Vorkommnisse, bei Titeln desgleichen. 

Sind vorstehende Mángel leicht zu beseitigen, 
so ist dies schwieriger bei komplizierten Sátzen. Bei 
diesen hat es der Setzer in der Hand, die Múhe und 
den Zeitaufwand des Druckers um ein bedeutendes 
zu verringern, vorausgesetzt, dass er hierzu den 
Willen hat und nicht von der irrigen Meinung 
beherrscht wird, dass der Drucker einfach Alles 
muss drucken kónnen. 

Dichtes Aneinanderreihen von ungleich gebrauch- 
tem Schriftmaterial und Messinglinien erschweren 
dem Drucker die Zurichtung dermassen, dass er 
häufig ausser Stande ist, einen sauberen Druck zu 
erzielen. Nicht minder zeitraubend als das Passend- 
machen des Satzes in der Maschine ist das unauf- 
hörliche Erneuern von unvorsichtiger Weise zur 
Verwendung gelangten defekten Buchstaben, Orna- 
menten, Linienstücken u. dergl. mehr. 

In ganz bedeutendem Masse kann der Setzer 
dem Drucker entgegen kommen bei mehrfarbigen 
Druckarbeiten und zwar dadurch, dass die ver- 
schiedenen Eindruck- oder Passformen von vorn- 
herein bereits so angelegt sind, dass ein bequemes 
Rücken beim Registermachen möglich ist, indem der 
zwischen den einzelnen Teilen liegende Durchschuss 
oder die verwandten Quadraten und Bleistege in 
vielfachster Teilung zur Verwendung gelangten und 
es dem Drucker dadurch leicht wird, eventuell selbst 
bequem in der Satzform zu operieren, d. h. hier und 
da an einer Stelle herauszunehmen und an anderer 
Stelle einzufügen, wie es das Register gerade verlangt 

Etwaigen Einwendungen, es sei nicht Sache des 
Druckers, sondern des Setzers, im Satze zu rücken, 
ist entgegenzuhalten, dass vielfache Umstände gerade 
für ersteres sprechen und ein näheres Eingehen darauf 
überflüssig erscheint. nur die Praxis allein vermag 
davon zu überzeugen. 

Ein weiteres, sehr empfehlenswertes Verfahren 
ist das Schliessen von komplizierteren Sätzen durch 
den Setzer, da er dadurch in der Lage ist, seinen Satz 
sorgfältig aufzulösen und vor dem festen Anschliessen 
und Einheben nochmals zu prüfen, eventuell vor- 
gekommene Verschiebungen zu beseitigen, kurzum 
seinen Satz vor dem Verschliessen zu bewahren. 
Nicht minder ratsam ist das Ausbinden derartiger 
Sätze nach dem Druck durch den Setzer, da von 
seiten des Druckers dem Satze dann nicht mehr die 
sorgfältige Behandlung zu Teil wird, die zu seiner 
beabsichtigten Aufbewahrung notwendig ist. 

Nachdem wir uns bisher mit den täglichen Vor- 
kommnissen im Berufe befasst haben, wollen wir zu 


162 


einem Punkte übergehen, der nicht minder wichtig 
sein dürfte, und zwar betrifft dies solche Arbeiten, 
die durch die ihnen zu gebende reichere Ausstattung 
bereits vor der Satz- und Druckausführung durch 
eine sauber hergestellte Skizze die beabsichtigte 
Wirkung erkennen lassen. 

Wer sich eine solche, in der Regel vom Setzer 
allein hergestellte vielfarbige Skizze beschaut, wird 
unumwunden zugestehen, dass die eigentliche künst- 
lerische Thätigkeit (d. h. wenn von Kunst überhaupt 
die Rede sein kann und die schön ausgemalte Skizze 
nicht etwa eine Kopie von längst Dagewesenem vor- 
stellt) doch ausschliesslich dem Setzer zufällt, denn 
er gibt der Arbeit eine seiner Auffassung entsprechende 
Form, er koloriert dieselbe nach seinem, häufig nicht 
mit jedem anderen übereinstimmenden Geschmacke, 
kurzum er lässt die Arbeit bis aufdie Druckausführung 
aus seiner mehr oder weniger von vorausgeschickten 
Bedingungen beinflussten Gedankensphäre entstehen. 
Dem Drucker bleibt einzig und allein noch die mecha- 
nische Verrichtung der nach der Satzausführung noch 
verbleibenden Arbeit laut den genauen Angaben der 
vorliegenden Skizze. | 

Ist das richtig? Wir wollen nicht versuchen, 
diese Frage hier zu lósen, sondern kommen bei ober- 
flächlicher Beschäftigung mit derselben nur zu dem 
Schlusse, dass es unter Umständen in ganz bedeuten- 
dem Masse in den Händen des Druckers liegt, eine 
Arbeit mehr oder minder künstlerisch aus der Presse 
hervorgehen zu lassen; die Hauptsache dabei ist aber, 
dass er vermöge seiner persönlichen Praxis und seiner 
technischen Erfahrungen sehr gut im Stande sein 
kann, mit viel geringerem Zeitaufwande und weniger 
Mühe Effekte zu erzielen, die der Setzer auf der 
angefertigten Skizze vorher gar nicht anzudeuten 
vermag. 

Wir verstehen hierunter z. B. das Übereinander- 
gehenlassen einzelner Töne und Farben, die mehr 
oder minder satte Auftragung der Tonfarben, die 
verschiedenartige Nüancierung der Konturfarben und 
vieles andere, das lediglich die individuelle Befáhigung 
des Druckers hervorzubringen im Stande ist. 

Ein fernerer Umstand der für die thátige Mit- 
wirkung des Druckers bei der Anlage einer Druckarbeit 
spricht, ist die Auswahl des Papieres auf welches der 
Druck erfolgen soll, denn gar häufig ist die Wahl 
desselben dafür entscheidend, ob die projektierte 
farbige Ausführung sich auch thatsächlich wird 
praktisch bewerkstelligen lassen. 

Selbstverstándlich kann ein diesbezügliches 
Zusammenarbeiten von Setzer und Drucker nur 
dann nutzbringend sein, wenn sich beide Teile über 
die oben angedeuteten Punkte sowie über die im 


163 Neue Schnellpresse mit doppelt wirkendem Cylinder. | "WW 





allgemeinen zu überwindenden technischen Schwierig- 
keiten in der Ausführung rechtzeitig verständigen und 
beraten, denn naturgemässer Weise vermag der 
Drucker z. B. die Schwierigkeiten des Farbendruckes 
eher zu erkennen, als es dem Setzer möglich ist. 

Aus dem Angeführten ist nach unseren Begriffen 
die Thätigkeit des Druckers unbedingt von Bedeutung 
für das Gelingen einer wirklich künstlerischen Druck- 
arbeit, denn mag der Setzer einen noch so schönen 
Entwurf gemacht haben, ein ganz vorzügliches Kolorit 
herstellen und einen tadellosen Satz liefern, alles wird 
illusorisch durch einen schlechten oder misslungenen 
Farbendruck. 

Aus allen diesen Ursachen versuche der Setzer 
wie der Drucker nach Möglichkeit in guter Harmonie 
vereint zu arbeiten, durch gegenseitiges Verständnis 
darnach strebend, etwas Gutes zu liefern. 

So wird jeder für sich Anteil an dem künst- 
lerischen Gelingen der Arbeit haben, sei es der Setzer 
durch seine mehr ideale Thätigkeit, oder der Drucker 
durch seine unerlässliche technische Mithülfe. 


Neue Schnellpresse 
mit doppelt wirkendem Cylinder 


von Klein, Forst & Bohn Nachf. in Johannisberg a. Rh. 


ie Wirkungsweise dieser Maschine ist folgende: 
M Der Druckevlinder ist mittels Zahnrädern fort- 
während in Verbindung mit den an dem die Form 
tragenden Karren befestigten Zahnstangen. Der Cylin- 
der muss deshalb auch den hin- und hergehenden 
Bewegungen des Karrens folgen, weshalb der Cylinder 
in eine schwingende Bewegung gesetzt wird. Auf 
jeder Seite des Cylinders liegt ein sehr wirksames, 
mit 4 Auftragwalzen versehenes Farbewerk, wodurch 
die Form, indem sie für jeden Abdruck diese 4 Auf- 
tragwalzen zweimal passiert, eine vorzügliche Fär- 
bung erhält. 

Das zu bedruckende Papier wird auf zwei Tischen 
aufgestapelt. Von diesen Papierstössen nimmt der 
Einleger die Bogen einzeln und legt sie so auf das 
Einlegebrett, dass die Greifer des Druckcylinders in 
dem Moment, wo ein Bewegungswechsel eintritt, den 
bereit. gelegten Bogen erfassen und ihn zum Druck 
führen. Sobald Karren und Cylinder ihre Bewegung 
in der einen Richtung beendet, erfasst ein zweites 
Greifersystem den auf dem andern Brett eingelegten 
Bogen bei dem Rückgang zum Druck. Die Abführung 
der Bogen geschieht in der in der Zeichnung ange- 
gebenen Weise. 


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165 Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblitter. 166 








Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Maschine 
eine doppelt wirkende ist. Während bei der ein- 
fachen Maschine der Druck nur während der Be- 
wegung des Karrens nach der einen Richtung erfolgt, 
wird hier auch der Rückgang zum Druck benutzt. 
Es ist also die Leistung der Maschine die doppelte 
und liefert sie demnach von einer Form die doppelte 
Anzahl Abdrücke, die eine einfache Maschine in 
gleicher Zeit liefern würde. Da ausserdem die Färbung 
den höchsten Anforderungen entspricht, so ist diese 
Maschine besonders zum Druck illustrierter Werke 
und Zeitschriften in grossen Auflagen geeignet. 


Sehriftprobenschau. 


N Spalte 157/8 unseres heutigen Heftes bringen 
wir einige neue Vignetten zum Abdruck. Die 
den als Satzbeispiel gegebenen Titel schmiickenden 
grósseren Eckverzierungen wurden einer reichen 
Kollektion derartigen Zierrats entnommen, welche 
die Firma Ramm & Seemann in Leipzig herausgab. 
In friiheren Heften hatten wir bereits Gelegenheit, 
unsern Lesern auf besondern Beilagen eine grosse 
Anzahl Vignetten von der gleichen Firma vorzufúhren 
und sind dieser nun recht dankbar dafiir, dass sie 
uns mehrere derselben im Original úberliess und uns 
so in den Stand setzte, unsere Satzbeispiele und 
Probenblatter damit zu schmiicken. Die Verwendung 
solchen Zierrats, wie er hier geboten, ist bereits so 
allgemein beliebt geworden, dass es kaum noch nótig 
ist, darauf hinzuweisen, in welch vorteilhafter Weise 
Drucksachen der verschiedensten Art durch derartiges 
Material ausgestattet werden kónnen. 

Das Gleiche gilt auch von den beiden Sport- 
Vignetten von Paul Leutemann in Leipzig, nur dass 
hier die Zeichnung direkt auf diejenige Art von Druck- 
arbeiten hinweist, fúr welche die Vignetten bestimmt 
sind. Schóne Zeichnung und sauberer Schnitt sind 
Vorziige der vorliegenden wie aller frúher heraus- 
gegebenen Leutemannschen Vignetten. Die Sport- 
Vignetten werden jeder fiir sie geeigneten Drucksache 
eine Zierde sein. 


Wir erhalten das folgende Schreiben des Herrn 
Direktors der Reichsdruckerei in Berlin, welches wir 
zur Kenntnis unserer Leser bringen: 

»Im vierten Heft des Archiv für Buchdruckerkunst 
für 1891 sind die Serien 35 und 42 angeblich neuer 
Einfassungen der Schriftgiesserei Nies Nachfolger in 
Frankfurt (Main) abgedruekt und einer Besprechung 
unterzogen worden. 


Wie aus der Ihnen unterm 16. Márz 1889 zur 
Verfügung gestellten Neuen Folge der von der 
Reichsdruckerei herausgegebenen Sammlung von 
Randeinfassungen, Initialen und Zierleisten für den 
Buchdruck ersichtlich ist, sind die in den vorgedachten 
Serien enthaltenen, angeblich neuen Einfassungen 
Nachbildungen von den auf den Blättern 47, 51, 52, 
56, 58 und 62 der bezeichneten Sammlung veróffent- 
lichten Originalerzeugnissen der Reichsdruckerei. 

Es findet sich zwar meinerseits nichts dagegen 
zu erinnern, dass der Inhalt der Sammlung nach- 
gebildet wird, auch habe ich der Schriftgiesserei 
Nies Nachfolger auf ein bezügliches Ansuchen die 
Genehmigung erteilt, einige Muster in vergrössertem 
oder verkleinertem Massstabe nachzubilden. Dagegen 
erscheint es mir nicht unbedenklich, dass solche 
Nachbildungen den Fachkreisen als neue Einfassungen 
angeboten werden, weil dadurch die Vermutung 
hervorgerufen wird, dass es sich um wirklich neue 
und eigene Erzeugnisse der betreflenden ankündigen- 
den Schriftgiesserei handelt. 

Aus diesem Gesichtspunkte stelle ich ergebenst 
anheim, in einem der nächsten Hefte des Archiv für 
Buchdruckerkunst eine Richtigstellung der in der 
Schriftprobenschau des vierten Heftes enthaltenen 
unzutreffenden Angaben bezüglich der Neuheit der 
als Serien 35 und 42 ausgegebenen Einfassungen der 
Schriftgiesserei Nies Nachfolger in Frankfurt (Main) 
gefälligst folgen zu lassen. 

Der Direktor der Reichsdruckerei, 
Geheime Ober-Regierungs-Rath 
Busse. « 

Wir bemerken zu dieser Richtigstellung, dass 
wir in der Annahme, es handle sich um Neuheiten 
der genannten Giesserei, das W ort » neue« Einfassungen 
gebrauchten. Wir glaubten zu dieser Annahme um 
so eher berechtigt zu sein, als sich auf den Probe- 
blättern der Giesserei die Bemerkung »Original-Ein- 
fassungen« vorfand. Dieses zu unserer Entschuldigung. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


irculare in eleganter Ausstattung, besonders für 

Modewaren- u. dergl.Geschäfte, sind heutzutage 
für den Accidenzbuchdrucker keine seltenen Aufträge 
mehr. Neue Muster für solche werden deshalb stets 
willkommen sein. Auf unserer Beilage P bieten wir 
unsern Lesern ein derartiges Muster. Die Zusammen- 
setzung desselben ist eine äusserst einfache und lässt 
sich auch mit anderm Material in entsprechender 
Weise ermöglichen. Wir verwendeten zu der Leiste 
die Italienische Einfassung von Benj. Krebs Nachf. 

10 


167 Satz und Druck unserer Probeblitter. — Zeitschriften- und Bücherschau. 168 


mit einem Begleitornament von Theinhardt. Die das 
Schild oberhalb des Textes haltende Hand entstammt 
einer Kollektion von Inseratenhánden aus Wilhelm 
Gronaus Schriftgiesserei. Die Schriften zu »Frühjahrs- 
Saison« im Schilde und im Text sind von Flinsch. 
die magere und halbfette Mediaeval-Rundschrift des 
übrigen Textes von Woellmer. 

Zum Druck verwendeten wir zwei sich vorzüg- 
lich druckende Farben, Schwarzblau und blaugrüner 
Ton, von Berger «€ Wirth in Leipzig. 

Für Programme zu Vereinsfestlichkeiten wird 
oft eine aparte, farbenschóne Ausstattung verlangt. 
Es stellen solche Auftráge an die Leistungsfühigkeil 
der ausführenden Offizin ziemlich hohe Anforderungen 
und werden deshalb zweckentsprechende Muster gern 
gesehen sein. Unser Blatt G bietet ein Festprogramm 
in dreiteiliger Einrichtung, an den beiden Seiten des 
Haupttitels gebrochen gedacht und zwar derart. dass 
die Seite rechts die als Schlussseite zu betrachtende 
linke verdeckt. Die inneren Seiten werden in ein- 
facherer Ausstattung das eigentliche Programm, die 
Tanzordnung ete. enthalten. Von dem von uns ver- 
wendeten Material verdienen besonders hervorge- 
hoben zu werden die den mittleren Titel zierenden 
dreieckigen Füllungen von Meyer & Schleicher, die 
quadratischen Ecken aus der Silhouette-Einfassung 
von Kloberg, die Einfassung && von Gronau, dann 
die zu den seitlichen Sátzen benutzte kleine Rómische 
Kinfassung von Weisert. welcher auch diese Ex an- 
gehört. Die Spitzen «i: sowie die beiden kleinen 
Vignetten sind von Schelter €: Giesecke. Die Schriften 
lieferten Emil Berger, Flinsch, Schelter d“ Giesecke 
und Brendler € Marklowski. 

Gedruckt wurde das Blatt mit einer Chamois- 
tonfarbe (gemischt aus Chromgelb, Terra de Siena 
und etwas Amarantlack), Gold, Griinlack und Violett- 
braun, letztere beiden Farben von Hermann Gauger 
in Ulm. 


Leitsehriften- und Bücherschau. 


— * Kortfattet haandbog for typografer og korrektur- 
lesere tillige indeholdende veiledning for forfattere, over- 
siettere og forlæggere af H. Scheibler, faktor. Kristiania, 
Forlagt af Marius Lund. — Das uns unter diesem Titel 
vorliegende Werk ist ein kurzgefasstes Handbuch für Buch- 
drucker und Korrektoren in dänischer Sprache, dessen 
Beurteilung uns freilich durch eben diese uns nicht 
geläufige Sprache etwas erschwert wird. Wir haben uns 
trotzdem bemüht, das Buch auf seinen Inhalt zu prüfen 
und haben dabei gefunden, dass das Werk wohl geeignet 
ist, Anfänger und solche Leute, welche zwar nicht inmitten 
der eigentlichen Praxis des Buchdrucks stehen, aber doch 
mit der Technik desselben infolge ihres Berufs in Berührung 
kommen, also Korrektoren, Autoren und Übersetzer sowie 


Verleger, in die Geheimnisse unserer Kunst einzuführen. 
Einige Abschnitte bieten auch noch mehr und werden 
selbst dem in seinem Berufe schon erfahrenen Schriftsetzer 
noch viel Lernenswertes bringen; wir meinen damit 
zunächst die Abschnitte über die Stellung der Initialen 
und Illustrationen und dann besonders den fünften Teil: 
Om sætning af aksidenser. Weitere Abteilungen behandeln 
den Satz fremder Sprachen und die Farbenlehre. Den Schluss 
bildet die Darstellung der verschiedenen Schriftarten und 
Grade. Die Ausstattung des Werkes in Satz und Druck 
ist eine recht geschmackvolle. Fassen wir zum Schluss 
Inhalt und Ausstattung zusammen, so müssen wir das Ganze 
als eine dankenswerte Arbeit des Verfassers bezeichnen, 
welche ihren Erfolg in einer weiten Verbreitung des Buches 
zu finden würdig ist. 

— * Die vereinigten Farbenfabriken von Berger d: Wirth 
und Frey & Sening in Leipzig 1923—1890. Unter diesem 
Titel hat die rühmlichst bekannte Firma Berger & Wirth 
gelegentlich ihrer Anfangs dieses Jahres erfolgten Vereinigung 
mit der Firma Frey & Sening eine Denkschrift heraus- 
gegeben und ihren Geschäftsfreunden gewidmet, welche 
ein Stück Leipziger Buchdruckergeschichte enthält, insofern 
als die Herstellung der Druckfarbe ein wichtiger Teil der 
Ausübung des Buchdruckereigewerbes genannt werden kann. 
Danach datiert die Entstehung der Fabrik in den Anfang 
der zwanziger Jahren zurück, in eine Zeit, da die meisten 
Buchdrucker ihre Farbe noch selbst bereiteten und die 
Leipziger Buchdrucker auf den Glockenplatz hinauszogen, 
um ihren Firnis zu kochen. Vergleicht man jenen 
bescheidenen Anfang mit der grossartigen Einrichtung der 
heutigen Fabrik, so muss man staunen über die Menge 
von Arbeitslust und Arbeitskraft, welche die verschiedenen 
Inhaber darauf verwendeten. um eine derartige Entwicklung 
des Geschäftes herbeizuführen, und ihnen unumwundene 
Anerkennung zollen. Andererseits darf aber auch nicht 
vergessen werden, dass diese Entwicklung nur bei jener 
ausgezeichneten Güte des Fabrikats möglich war, welche 
wir noch gegenwärtig zu erproben und zu würdigen 
Gelegenheit haben. — Zahlreiche Illustrationen veranschau- 
lichen die Entwicklung des Geschäfts, während andere uns 
durch die verschiedenen Fabrikräume führen und uns so 
einen Einblick gestatten in das Getriebe des mit allen 
technischen Errungenschaften der Gegenwart ausgestatteten 
Hauses. 

— $ In altgewohnter Weise liess auch dieses Jahr die 
Annoncen-Expedition von Haasenstein & Vogler, A.-G. ihren 
Notizkalender und Zeitungskatalog in eleganter Ausstattung 
auflegen. Jeder Fachmann, der die mannigfachen Umstünde 
die bei Herausgabe selbst des kleinsten Blattes in Betracht 
kommen kennt, wird die guten und nützlichen Eigenschaften 
dieses Vademecums zu schätzen wissen. Deshalb möchten 
wir allen Denjenigen, welche noch nicht Gelegenheit hatten, 
den Kalender kennen zu lernen, anraten, sich denselben 
zu bestellen. 

— Von der Textausgabe der Gesetze und Verträge über 
das Urheberrecht (Leipzig, G. Hedeler) liegt jetzt die zweite 
Abteilung vor. Dieselbe enhält den Wortlaut der Gesetze 
folgender Länder: Belgien, Dänemark, Finland, Griechen- 
land, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Russ- 
land, Schweden, Spanien, Türkei, Ungarn. Die dritte (Schluss-) 
Abteilung, mit deren Erscheinen sich der Subskriptionspreis 
von 6 M. auf 8 M. erhöht, wird nicht nur die Verträge 
Deutschlands mit anderen Staaten, sondern auch diejenigen 
der fremden Länder untereinander enthalten. 


169 Zeitschriften und Biicherschau. — Mannichfaltiges. 


170 








— * Monatsschrift fiir Buchbinderei und verwandte 
Gewerbe. Kunstgewerbliche Blätter für Buchbinder, Buch- 
händler, Bibliotheken und Bücherliebhaber. Schriftleitung 
von Paul Adam, Kunstbuchbinder. Verlag von Friedrich 
Pfeilstücker in Berlin. Zweiter Jahrgang. Jährlich 12 Hefte 
zum Preise von M. 7.50. Diese nun in ihren zweiten 
Jahrgang eintretende Fachzeitschrift bietet nicht nur 
für die Angehörigen des Buchbindergewerbes, sondern 
ebensosehr auch für Bücherliebhaber und überhaupt für 
Jeden, der lebhaftes Interesse für Litteratur hat, eine 
Fülle interessanten Lehr- und Unterhaltungsstoffes. Durch 
zahlreiche Illustrationen im Text und auf besonderen 
Kunstbeilagen wird das Verständnis des geschriebenen 
Wortes erhöht und dem Fachmann Anregung zu eigenem 
künstlerischen Schaffen gegeben. Das vorliegende erste 
Heft bringt ausser vielen kleineren fachtechnischen Auf- 
sätzen auch den Anfang einer gross angelegten, klar und 
verständlich geschriebenen, illustrierten Anleitung über 
»Die Kunst des Blinddruckes, der Handvergoldung und der 
Ledermosaik«. Wir wünschen der vorzüglich geleiteten 
Monatsschrift eine fernere gedeihliche Entwicklung und eine 
weite Verbreitung, deren sie durchaus würdig ist. 

— Die schnelle Ermittelung von Frachtsätzen und 
Lieferfristen, namentlich nach ausländischen Stationen, 
stiess bisher sowohl- bezüglich der Kostspieligkeit des 
erforderlichen Materials, als auch wegen dessen Unüber- 
sichtlichkeit auf grosse Schwierigkeiten. Abweichend von 
den sonstigen Gepflogenheiten der Handelswelt, die 
gesammelten Geschäftserfahrungen und Materialien ängst- 
lich geheim zu halten, hat Herr Louis Runge, Fabrikant 
in Berlin N. O., Licht in die verworrenen Tarifverhültnisse 
des Auslandsverkehrs gebracht, indem derselbe, auf Grund 
des umfassenden, seinem Etablissement zu Versandt- 
zwecken dienenden amtlichen Tarifmaterials (ca. 900 Tarif- 
werke enthaltend) eine Internationale Eilguttabelle nebst 
Tarifkilometerzeiger bearbeiten liess und dem Publikum 
durch den Buchhandel zugänglich machte. Die Tabelle 
weist in Rotdruck die Frachtsätze in Franks, in Schwarz- 
druck die Frachtsätze in Markwährung nach und enthält 
zum Überfluss eine Karte der jetzt bestehenden telepho- 
nischen Fernverkehre. Ihr reicher Inhalt und ihre hoch- 
elegante Ausstattung machen sie bei ihrem billigen Preise 
von 2 Mk. jedem Geschäftsmann empfehlenswert. 


Mannigfaltiges. 


— Die Walzenmassefabrik von C. A. Lindgens in Kóln, 
deren vorzügliche Fabrikate sich einer sehr weiten Ver- 
breitung und dauernden Benutzung erfreuen, legt unserm 
heutigen Heft eine Beilage bei, auf der alle die guten Eigen- 
schaften ihrer Masse angegeben sind. Wir empfehlen diese 
Beilage der Beachtung unserer Leser und machen zugleich 
auf die angefügte Offerte über bunte Farben aufmerksam. 

— * Ein interessantes Blatt, die Reproduktion eines 
venetianischen Holzschnittes aus dem Jahre 1560, eine 
prachtige Titelumrahmung darstellend, legt die Farbenfabrik 
von Beit & Philippi in Hamburg dem heutigen Hefte als 
Druckprobe einer schwarzen Accidenzfarbe bei. Das Blatt 
wird vielen unserer Leser sowohl als Probe einer guten 
und billigen Druckfarbe, wie auch als Beispiel der Biicher- 
ornamentik früherer Zeit willkommen sein und deshalb 
freundliche Beachtung finden. 


— Von der renommierten Firma Carl Derlon in Leipzig 
liegt dem heutigen Hefte wieder, wie in jedem Jahr, ein 
Preiskurant über bunte Farben und Firnisse für Buch- und 
Steindruck, Bronzefarben, Blatimetalle und Blattgold, sowie 
diverse Waren für Lithographiezwecke bei. Wir empfehlen 
diesen Preiskurant angelegentlichst der Beachtung unserer 
Leser, da uns die genannte Firma durch eigene Bezüge seit 
jeher vorteilhaft bekannt ist, daher einer angelegentlichen 
Empfehlung wert erscheint. 

— * Die Farbenfabrik von Kast & Ehinger in Stuttgart 
hat für ihre Gescháftsfreunde ein prüchtiges Buch heraus- 
gegeben, in welchem sie die von ihr fabrizierten Illustrations-, 
Werk- und Zeitungs-Druckfarben durch Probedrucke von 
Bildern aus angesehenen illustrierten Zeitschriften und durch 
mehrere Textkolumnen vorführt. Neben den Proben von 
schwarzen Farben enthält das Buch auch Proben solcher 
bunter Farben, welche sich zum effektvollen Druck von 
Illustrationen eignen, auch sind einige Bilder mit Ton unter- 
druckt und wird damit die Wirkung dieser Tonfarben ver- 
anschaulicht. Den Titel ziert eine sehr schöne mit Kupfer- 
druckfarben gedruckte künstlerische Umrahmung und die 
das Ganze umschliessende Einbanddecke wurde recht ge- 
schmackvoll mit Kast & Ehingerschen Buchbinderfarben 
gedruckt. So liefert das Buch einen neuen überzeugenden 
Beweis von der hervorragenden Leistungsfähigkeit der her- 
ausgebenden Firma. 

— Das Schrifthochmachen der Platten ist heutzutage 
in vielen Druckereien eine bedeutende Arbeit geworden 
und so mancherlei Methoden werden angewandt, um diese 
Arbeit so viel wie möglich zu vereinfachen. Kürzlich ist 
durch die Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. ein 
neues Hilfswerkzeug dazu in den Handel gebracht und 
zwar die von dem Faktor Hampel in Hannover ersonnenen 
sog. Plattenformen, deren Anwendung aus einer von der 
genannten Firma gratis zu beziehenden Beschreibung nebst 
Abbildung klar zu ersehen ist. Ein Versuch dürfte wohl 
zu empfehlen sein, da die Plattenformen augenscheinlich 
recht praktisch sind und das Material derselben stets 
seinen Wert behält. 

— Einen einfachen, billigen und praktischen Zeilenmesser 
für Nonpareille-, Kolonel-, Petit-, Korpus- und Cicerozeilen 
übersandte uns das Gutenberghaus Franz Franke, Berlin W., 
Mauerstrasse 33. Dieser Zeilenmesser ist einfach aus halt- 
barer Pappe gefertigt und enthält zugleich ein Konkordanz- 
und ein Centimetermass. 

— Farbe der Briefumschläg. Am Sortierspind der 
Postbeamten befindet sich ein Korb, angefüllt mit 800 bis 
1000 Briefen, darunter über die Hälfte mit blauen, grau- 
blauen, grünlichgrauen Umschlägen (Kuverts). Die Adresse 
ist mit grünlicher oder rötlicher Tinte geschrieben. Der- 
artige Adressen zu lesen strengt die Augen sehr an, be- 
sonders Nachts bei Gas- und Lampenlicht und solche Briefe 
bilden ein Attentat auf die Sehkraft der Postbeamten. Die 
Absender dieser Briefe sind nur Kaufleute. Fragt man 
nach dem Grunde, weshalb farbige Umschläge verwendet 
werden, so wird man keine erschöpfende Antwort erhalten, 
man wird höchstens sagen, es ist so Brauch, es ist Mode; 
dass aber durch diese Mode sich die Postbeamten die 
Augen verderben, bedenken die Absender nicht. Es ergeht 
also an alle Kaufleute im deutschen Reiche die dringende 
Bitte, zu den Briefumschlägen künftig nur weisses Papier, 
und zur Aufschrift schwarze Tinte zu verwenden, denn 
weisse Briefe sind viel leichter zu sortieren als blaue, 


graue und grüne. 
10* 


171 Mannigfaltiges. — Briefkasten. 172 








— * Ein einfaches Mittel zur Verhiitung des Ver- 
schiebens und Durcheinanderfallens von Leisten und Schrift 
in nicht völlig gefüllten Titelschriftkästen bietet die Aktien- 
gesellschaft für Schriftgiesserei und Maschinenbau in 
Offenbach a. M. in ihren Zackenstegen. Zur Verhütung des 
erwähnten Übelstandes wird in der Regel durch Füllung 
der in vielen Kästen übrig bleibenden Räume mittelst 
Blei- oder Holzstegen viel Material nutzlos verbraucht, 
während es auf der anderen Seite oft unangenehm daran 
mangelt. Die Form und die Art der Anwendung der 
Zackenstege, mit deren Hülfe derartige Räume auf einfache 
Weise und ohne weiteren Bedarf an Material unschädlich 
gemacht werden können, ist aus der folgenden Skizze leicht 
zu ersehen. Die beiden Stege a und b legt man mit den 


Kastenrand 





















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gtt um Leiste (mung. 


1. Zackensteg. 2. Schutzklammer. 


Einschnitten gegeneinander in den Winkel, welchen die 
letzte Holzleiste mit den Wänden des Kastens bildet. 
Die beiden anderen Stege (c d) legt man an der entgegen- 
gesetzten hinteren Kastenwand so an, dass sie in der Mitte 
zusammenstossen. Darauf*klemmt man zwei Holzleisten 
(die man sich genau passend schneidet) in die entsprechen- 
den Zacken und zwar móglichst in der Mitte des Steges, 
und das Ganze ist fertig. Der Verschluss ist durchaus 
sicher. Da die Holzleisten stets etwas elastisch sind, so 
lüsst sich auf diese Weise eine federnde Spannung erzielen, 
welche ein bequemes Herausziehen der Schrift gestattet 
und doch die Leisten sicher in Ordnung hält. Der Preis 
der Stege beträgt für 1 Stück 30 Pf., 50 Stück 15 M., 
100 Stück 27 M. Für jeden Kasten sind 4 Stück nötig. — 
Eine weitere Neuheit derselben Firma sind Schuteklammern, 
welche das Umfallen der Buchstaben zwischen den Leisten 
der Titelschriftkästen verhüten sollen. Ihre Form und 
ihre Anwendung ist aus obiger Skizze ebenfalls zu ersehen. 
Die Klammer wird an das Ende der Zeile gestellt. Die 
vordere zusammengefalzte Seite kommt an die Schrift, 
während die Schenkel auseinanderfedern und gegen die 
Holzleisten drücken, sich also nicht verschieben können. 
Das Ganze ist aus !/s Petit starkem Messingblech auf 
ungefähre Kegelhöhe und -Stärke gearbeitet. Ein leichter 
Druck mit zwei Fingern auf die Schenkel genügt, die 
Klammer an die Schrift an- oder abzudrücken, während 
die schwerste Zeile dieselbe nicht nach hinten verschieben 
kann, weil die Schenkel bei einem Druck von vorn sich 
gegen die Holzleisten auseinanderspreizen, infolge dessen 
ganz fest sitzen. Für jede Zeile genügt eine Klammer. 
Die Klammern werden in Kegelstärken von Cicero aufwärts 
geliefert und kosten 100 Stück M. 4.50. 

— § Englischerseits wird eine ganz neue Herstellungs- 
art von Illustrationen besprochen, die nicht ganz ohne 
Interesse für illustrierte Journale sein dürfte. Durch das 


Verfahren kann binnen kurzem ein druckfertiges Klischee 
entstehen, da weder die Photographie noch andere zeit- 
raubende Manipulationen in Betracht kommen. Der Zeichner 
trágt sein Bild einfach auf eine mit einer prüparierten 
Kreideschicht belegte schwarze Platte auf, vertieft dann 
mittelst der Graviernadel alle Teile der Zeichnung in die 
Kreideschicht so weit bis ihm durch die dann sichtbare 
schwarze Unterlage die Wirkung seiner Arbeit ersichtlich 
ist. Hierauf dient das nunmehr fertige Original zum Ab- 


gusse einer beliebigen Anzahl Stereotypplatten. Über die 


Komposition der Kreideschicht sowie über das Verfahren 
selbst gibt der Erfinder vorläufig noch keinen Aufschluss. 


Briefkasten. 


Herrn J. W. in Wesel. Wir können durchaus nichts darin finden, 
dass der Maschinenmeister seine Form in der Maschine mit Lauge 
abbürstet, vorausgesetzt, dass es eine gewöhnliche Werk-, also keine 
Form mit Holzschnitten ist. Solche wäscht man lieber mit Terpentin 
oder Benzin. Verwerfen kann man nur, wenn der Betreffende mit 
leinenem Lappen abreibt; dies halten wir auf die Dauer entschieden 
schädlich für die Schrift und verlangen deshalb stets, dass die Form 
mit einen feinen weichen Lappen überrollt wird, indem man den 
letzteren zu einer Rolle formt und ihn mit den flachen Händen über 
die Form führt. Wir setzen natürlich voraus, dass eine richtig gemachte, 
also nicht zu scharfe Lauge benutzt und darauf gesehen wird, dass 
der Lappen alle Feuchtigkeit mit fortnimmt; ein Abziehen mittelst 
mehrerer Makulaturbogen macht dann die Form bald wieder druckbar. 
Wir können um so weniger etwas bei diesem Verfahren finden, wenn 
der Betreffende wie Sie schreiben »ausgedruckte Formen« so behandelt. 
— Herrn Louis K. in Freiberg. Bei den Arbeiten, welche unter Ihre 
Hände kommen, muss der einfache und lang bewährte Ölbogen für 
den Widerdruck unbedingt genügen, vorausgesetzt, dass er richtig 
präpariert ist. Wir drucken einfache, oft sehr fette (z. B. unsere 
Inseratformen) und komplizierte bunte Formen bis zu 6-8 Farben in 
dieser Weise ohne Anstand. Suchen Sie den Fehler lediglich in Ihrer 
Farbe. Die sonstigen komplizierten Hilfsmittel für diesen Zweck, wie 
solche z. B. neuerdings an Schön- und Widerdruckmaschinen sich 
befinden, eignen sich für den gewöhnlichen Gebrauch an einfachen 
Maschinen nicht. In Waldow, »Wörterbuch der graph. Künste« finden 
Sie über dieses Kapitel sehr vollständige Angaben. 





Inhalt des 5. Heftes. 


Anleitung zum Linienbiegen. — Das Hand in Hand arbeiten von 
Setzer und Drucker. — Neue Schnellpresse mit doppelt wirkendem 
Cylinder. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probe- 
blátter. — Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — 
Annoncen. — Accidenzmuster im Text: 1 Karte — 1 Titel. — 
2 Vignetten. — Beilagen: 1 Blatt Circular, 1 Blatt Programm / 
Je eine Beilage von C. A. Lindgens in Koln,4Beit & Philippi in am / 


burg und Carl Derlon in Leipzig. y ' Y Du D 18, — 

Das Heft enthält im Ganzen ande Far das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureithender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen fiir das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12, -, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt.  Kostenanschlüge sofort, Betriice vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblutt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc... 

Novitäten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben.  Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mít uns vereinbaren. I 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farbeu, 
Bronzen, Papiere ctc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Hinfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 





Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
& Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, — auf einer 
Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf., Johannisberg a. Rh. 


173 Annoncen. : 174 








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Die Form kann verbessert und gereinigt werden, ohne dass man dieselbe aus dem flachen 
Fundament herauszunehmen braucht. Sehnellster Farbenwechsel. 

Neues verbessertes Farbenwerk. Praktische Metall -Verreiber unter Extraberechnung. 

Vorzliglichste Verreibung. Die Walzen arbeiten ohne jedwede Anwendung von Federn, und 
wirken auf die Typen durch ihre eigene, stets gleichmiissige Schwere. 

Tadelloses Register. Sofortige Druckabstellung. 

Der Gang der Maschine ist leichter und die Leistungsfühigkeit grösser, als die jeder anderen 
Tiegeldruckpresse. . 

Unübertroffen in Bezug auf Stürke der Konstruktion; einzelne Maschinen sind über 20 Jahre im 
Gebrauch und erforderten wührend dieser Zeit nur ganz unwesentliche Reparaturen. 

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as | Rahmenweite | Raum , Netto | Brutto pS 
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A 5 85&1.983X 48 100] OCA 770 ,, | 1000 ,, = E 
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Mit Bezug auf die vielfachen Anpreisungen von Tiegeldruckpressen unter den Namen 
System Liberty, verbessertes System der Original-Liberty, verbess. amerik. Offizial Original- 
Liberty etc. etc., erklären wir hiermit, dass alle solche Maschinen mit der F. M. Weilers 
Liberty-Maschine nichts gemein haben. Es sind das zum Teil nur Nachahmungen unserer 
Original-Maschinen, zum Teil Maschinen, welche in nichts an die Konstruktion der unserigen 
erinnern. 

Alle unsere Original-Maschinen tragen auf der Hauptwelle unsere Firma eingestempelt 
und ausserdem auf dem Schwungrad oder auf dem Hauptgestell unsere Firma eingegossen. 





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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 




















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28. Band. 





Lebensbilder berúhmter alter 
Buchdrueker. 


4. Die Familie Elzevir. 


«per Begründer der holländischen Buch- 
druckerfamilie der Elzevir (auch Elsevier 
oder Helscheviers), deren unvergleichlicher 
Ruhm während des 17. Jahrhunderts die gelehrte 
und litterarische Welt erfüllte, war 1) Louis oder 
Ludwig Elzevir. Im Jahre 1540 zu Löwen geboren, 
kam er nach mannigfachen Querziigen in seinem 
Heimatland im Jahr 1580 nach Leyden und liess sich 
dort als Buchbinder und Buchhändler nieder, erhielt 
später auch die Pedellstelle an der Universität und 
eröffnete 1587 im Universitätsgebäude eine Buch- 
handlung, mit der er später eine Buchdruckerei 
vereinigte. Sein Todesjahr: 1647. — Von seinen 
sechs Söhnen erlernten und betrieben deren fünf das 
väterliche Geschäft, nämlich: 2) Mathys oder Mathieu, 
1565—1615, in Leyden. — 3) Ludwig, seit 1590 
Buchhändler und Buchdrucker im Haag. Todes- 
jahr: 1621. — 4) Ägidius, besass 1599 eine Buch- 
handlung im Haag, später in Leyden. Todesjahr: 1651. 
— 5) Joost oder Jodomus, war Universitätsbuch- 
händler in Utrecht. Todesjahr: 1647. — 6) Bona- 
ventura, der berühmteste der Familie, geb. 1583, 
gest. 1652, trat 1622 mit Mathieus Sohn, Abraham I. 
(1591—1651), seinem Neffen, in Verbindung. Beide 
erwarben dann die Offizin des zweitgeborenen Sohnes 
von Mathieu, Jsaaks (gest. 1628), später die orien- 
talischen Typen der Jaromire Boyer, der Frau des 
berühmten Orientalisten Thomas van Erpen und 
wurden die eigentlichen Begriinder des Rufes, der 
sich an die kleinen Duodez- und Sedezausgaben der 
Elzevir wegen der Reinheit und Zierlichkeit ihres 
Druckes sowohl als auch der Korrektheit des Textes 
kniipfen und auf welche neuerdings der Buchdruck 




















und Buchhandel als auf unübertroffene Muster mit 
Vorliebe wieder zurückgreift. — 7) Jakob, war bis 
1629 Buchhändler im Haag. 

Die Seitenzweige der Familie sowohl in Leyden, 
wie in Amsterdam und Utrecht starben schon im 
letzten Viertel des 17. Jahrhunderts für die Buch- 
druckerkunst ab. Zu erwähnen sind aus ihnen: 
8) Ludwig, Sohn von Joost (5), seit 1638 Buchdrucker 
in Amsterdam, dessen Druckerei als Merkwürdigkeit 
von Reisenden besucht und beschrieben wurde. 
Todesjahr 1670. — 9) Daniel, Sohn von Bonaven- 
tura (6), geb. 1617, 1655 —1662 mit Ludwig (8) in 
Verbindung, druckte später allein, starb 1680. Sein 
Geschäft kam 1681 an Moetjens im Haag. Der Haupt- 
zweig Abrahams I. (s. unter 6) setzte sich aber noch 
fort in seinem Sohn 10) Jean oder Johann, geb. 1622, 
gest. 1661 als Universitätsbuchdrucker in Leyden, 
dessen Witwe Eva van Alphen das Erbe treulich für 
ihren Sohn Abraham von 1661—1681 bewahrte. 
Dieser, Abraham II., der letzte Elzevir, hatte auf der 
Universität seiner Vaterstadt die Rechte studiert und 
war in den Advokatenstand getreten, liess sich zwar 
1681 noch in die Liste des Buchdruckergewerbes 
einschreiben, enthob sich aber schon 1710 jeder 
weiteren Sorge um das Geschäft durch den Verkauf 
desselben. Todesjahr: 1712. 





Anleitung zum Linienbiegen. 
Von Hermann Hoffmann, Berlin. 
(Fortsetzung.) 


De genaue Kreise wird man durch 

Biegen nie erreichen können. Das verhindert 

schon anhaftender Schmutz. Die ungleiche Härte 

des Materials gibt ferner zu manchen kleinen 

Abweichungen Anlass. Man muss daher Linien für 

einzupassende Kreise etwa eine Achtelpetit kleiner, 
11 


187 Anleitung zum Linienbiegen. 188 








diejenizen für übergreifende Kreise etwas grósser 
nehmen als die herausgerechnete Zahl. 

Jener Fehler wegen kann ich auch nicht anraten, 
eine Reihe von Linien, welche fiir ineinander zu 
passende Kreise bestimmt sind, auf einmal zu 
berechnen. Man biegt stets nur einen Kreis oder 
zwei und legt den abgemessenen neuen Durchmesser 
der Berechnung der folgenden Linie zu Grunde. 

Vereinzelt begegnet man der Ansicht, so genau 
sei das mit der Kreisbiegerei nicht zu nehmen, und 
wenn ein Kreis gebogen werden solle, so kónne man 
den Durchmesser mal 3,14 und etwas zu- oder 
abnehmen. Aus den im vorigen Heft gegebenen 
Beispielen sehen wir aber, dass oberfláchliches 
Taxieren der betreffenden Differenzen gar nicht 
möglich ist. Selbst wenn nun das Aufbiegen und 
Kleinerschneiden zu gross geratener oder das Aus- 
flieken zu klein bemessener Kreise nicht eine so 
sehr widerwürtige Arbeit würe, so würde doch gar 
kein Grund vorliegen, eine falsche Zahl zu multi- 
plizieren, wo man die richtige wissen kónnte. Es 
kostet nichts mehr und die Freude am Gelingen ist 
grósser, wenn man die Arbeit genau macht. 

Wir stellen nun den Winkelhaken auf die 
herausgerechnete Länge ein und schneiden von 
einer entsprechenden Linienbahn ein Stück ab. 
Dasselbe wird an beiden Enden genau rechtwinklig 
bearbeitet, von »Grat« befreit und in einer weiteren 
Ringlage vorgebogen. Stellt man Linien, die viel 
Spannung haben, sofort in stark gebogene Einsatz- 
ringe hinein, so drücken die Enden der letzteren 
sich in das Material der Linie ein und verursachen 
Stufen und verdrückte Stellen. 

Das Bild voller Linien wird überhaupt leicht 
verletzt, sodass man gut thut, aussen einen Streifen 
ganz diinnen Zinkblechs anzulegen und mitzubiegen. 

Die Einsatzringe des Biegapparates sind etwa 
Halbpetit stark. Eigentlich muss, wenn man korrekt 
verfahren will, bei jedem Biegen ein Ringstück 
herausgenommen und das Fehlende durch Zink- 
streifen von passender Stärke ersetzt werden. Eine 
solche Genauigkeit ist jedoch nicht nötig bei zu 
biegendem Material bis Viertelpetitdicke. Darüber 
hinaus aber rate ich, es so zu machen wie angedeutet. 

Messinglinien unter Viertelcicerostärke sollte 
man nicht glühen, denn dadurch verliert das Material 
an Härte. Die Kreise ändern dann schon bei sehr 
geringem Druck von Aussen her (z. B. beim Schliessen) 
ihre Form, werden unrund, voller Knicke und sind 
schwer zu reparieren. Auch das Bild der Linie ist 
aus gleichem Grunde weit weniger widerstandsfähig 
als zuvor. Muss trotzdem gegliiht werden, so geniigt 
es, die Linie úber einer Gas-, besser Spirituslampe 


so weit zu erhitzen. bis ein Wassertropfen darauf 
zischt und rollt. Die Linie muss mit einer Zange 
langsam durch die Flamme gezogen werden, damit 
das Material gleichmässig erhitzt wird. 

Ganz sorgfältig im Apparat gebogene Kreise 
weisen doch noch kleine Abweichungen von der 
richtigen Kreislinie auf. Bei grossen Kreisen tritt dieser 
Fehler oft sehr störend auf. Kreise von 5 Cicero 
Durchmesser an sollten deshalb stets auf ihre Form 
hin geprüft und nötigenfalls durch Nachbiegen ver- 
bessert werden. Man findet solche Fehler leicht, 
wenn man auf weissem Karton einen Kreis schlägt, 
der etwas kleiner ist als die gebogene Linie. Stellt 
man letzteren dann so über die gezogene Kreislinie, 
dass zwischen dieser (Fig. 4 a) und der Material- 
linie b ein ganz schmaler Raum bleibt, so bemerkt 
man die geringste Abweichung. 


Fig. 4 Korrektur des Kreises. 


Dünnwandige übereinander geschobene Kreise 
korrigieren ihre kleinen Fehler gegenseitig. Doch 
sollte dann wenigstens der Aussenkreis gelótet sein, 
damit dieser nicht durch die federnden Innenkreise 
auseinander geschoben werden kann. 

Sollen weder Ornamente an den äusseren Kreis 
gesetzt werden, noch Satzteile dicht an denselben 
herantreten, so kann man das Löten umgehen. Man 
bindet alsdann eine feste Schnur um den Kreis, 
feuchtet dieselbe an und giesst Gvps aussen herum. 

Ein anderes Verfahren, Kreise ohne Lóten 
sicher zu befestigen, ist dieses: Man schiebt aus- 
schlusshohe Messingringe aus einem Stück darüber. 
Rohr, aus welchen man solche Ringe fertigen kann, 
erhält man in allen Grössen und von "a Millimeter 
Wandstärke an in grösseren Städten in Messing- 


handlungen. Der Preis solchen Messingrohres ist 
sehr gering. Man kann schon für 10 Pfg. davon 
bekommen. Damit das Rohr beim Abtrennen der 


Ringe nicht verbogen werde, giesst man es zuvor 
mit Gyps aus. 

Derartige Ringe geben einen ausgezeichneten 
Verschluss ab, welcher sogar das Ansetzen von 
Ornamenten zulässt. Die letzteren stehen dann aller- 
dings etwas über eine Achtelpetit (1: mm) vom 
äussersten Kreise ab, das ist aber kein Fehler. 


189 


Geschickte Leute kónnen wohl auch schrifthohe 
Kreise aus solchem Rohr anfertigen. Kreise bis 
5 Cicero Durchmesser können sogar mit dem aufs 
Feinste gestellten Linienhobel abgehobelt werden. 
Natürlich muss auch hier das Rohr mit Gyps aus- 
gegossen werden. Den höchsten Grad von Glátte 
gibt man der Bildfläche durch behutsames Abschleifen 
auf allerfeinstem Schmirgelpapier, welches zu diesem 
Zwecke auf eine ganz ebene Glas- oder Eisenplatte 
gelegt wird. Man reibt den Kreis mit dem Bilde 
darauf hin und her. Doch wird es nötig sein, den 
Gvpspfropfen, der noch im Rohre steckt, um eine 
Halbpetit zurückzuschlagen, sonst verschmiert sich 
das Schmirgelpapier. Abgelöste Gypsstückchen, wenn 
dieselben aufder Reibfläche liegen bleiben, verkratzen 
das Bild der Linie. Man muss solche Bröckelchen 
sofort entfernen. 

Das Abtrennen der Rohrenden kann durch 
vorsichtiges Ringsumfeilen mit einer Dreikantfeile 
geschehen, auch mit der Laubsäge. 

Nicht immer kann das Löten eines Schluss- 
kreises umgangen werden, namentlich dann nicht, 
wenn derselbe fettes Bild hat mit einer sichtbaren 
Lücke an der Schlussstelle. Wie gelótet wird, ist in 
Heft 5 des »Archiv« eingehend angegeben worden. 

Ich nehme an, der gelötete Schlusskreis schliesse 
stramm und lasse sich nicht so ohne Weiteres über 
die Innenkreise schieben. Man versuche dann, mit 
aufgelegtem Klopfholz den Aussenkreis herunter- 
zudrücken. Geht das noch nicht, dann hilft vielleicht 
vorsichtiges Erwärmen des letzteren. Dadurch wird 
der Kreis grösser. Ist trotzdem noch Gewalt nölig, 
so schiebt man die so weit wie möglich aufeinander 
gesteckten Kreise mit übergelegten harten Brettchen 
unter den Pressbalken einer Papierschneidmaschine 
oder unter eine andere Pressvorrichtung, und dreht 
langsam zu. Wenn es einen Knacks gibt. dann ist die 
Lotnat gesprungen und das Spiel beginnt aufs Neue. 

Fängt man diese Sache nicht geschickt an, so 
kann man recht viel Zeit damit verpulvern. Am 
besten ist es, man macht die Schlusskreise aus- 
kómmlich gross und legt, wenn dieselben sehr locker 
sitzen, einen Streifen dünnen Papiers ein. 

Sehr grosse und fette Kreise habe ich früher 
aus entsprechend dicken Zinklinien hergestellt, jedoch 
nur deshalb, weil ich nichts Anderes hatte. Heute 
fertigt man derartige Kreise mit dem Kreisschneide- 
apparat in Messerholzschnitt spielend leicht an. Ich 
würde überhaupt einzeln stehende, also solche Kreise, 
die nicht mit Gusstypen zusammengebracht werden 
sollen, nie mehr anders herstellen. Kleine Kreise, 
die im Apparat nicht mehr gebogen werden kónnen, 
kommen im Bildersatze häufig vor. 


Anleitung zum Linienbiegen. 


190 


Man fertigt dieselben aus ganz diinnen, un- 
bearbeiteten Zinkstreifen von etwa 2 Cicero Breite. 
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, werden diese Streifen 
roh, wie sie vom Klempner 
kommen, um einen zilindrischen 
Kórper von entsprechender 
Dicke (Nagel, Nadel oder dergl.) 
gelegt und hart am Rundstabe 
mit einer scharfen sogenannten 
Flachzangezusammengedrückt. 
Dabei müssen die Ausläufer der 
Schenkel an der künftigen Bild- 
fläche genau aufeinander fallen, 
sonst druckt der Kreis ungleich 
aus. Die solcherweise entstan- 
dene Figur 6b wird sodann 
durch Abschneiden der über- 
flüssigen Schenkel in ce ver- 
wandelt und aus dieser wird 
durch Zusammendrücken der 
umgelegten Enden gegen den 
immer noch im Kreise stecken- 
den Rundstab 6d gebildet. 

Das Anschleifen der Oberfläche kann bei Stufe b 
erfolgen, das Anfeilen oder Anschaben des Bildes bei d. 


a b c d e t of h 
Fig. 6. Das Entstehen kleiner Kreise. 


Fig 5. Biegen kleiner Kreise. 





Der fertige, 2 Cicero hohe Kreis wird folgender- 
massen an seine Stelle gebracht. In den dafür im 
Satze frei gelassenen Raum träufelt man etwas Gyps 
etwa bis zur Ausschlusshöhe. Wenn dieser anfängt, 
hart zu werden, drückt man den Kreis langsam hinein, 
legt einen Bleisteg oben auf und drückt denselben 
sanft herunter, bis er auf die umstehenden schrift- 
hohen Teile auftrifft. 

Die Herstellung solch kleiner Kreisfiguren hat 
mir in Mussestunden viel Vergnügen gemacht und 
ich wünsche den Nachahmern des Vorstehenden ein 
Gleiches. Mehr darf man davon nicht verlangen. 
Würden so winzige Kreise häufig vorkommen, so 
müsste man wohl einen rationelleren Weg einschlagen, 
in Massen kann man dieselben vielleicht vom Giesser 
beziehen. Wir gehen später zu schwierigeren Auf- 
saben über, da mag das, was wir hier gesehen haben, 
eine kleine Vorübung sein. 

Werden Kreise in Einfassungen, Linienränder 
u. dgl. hineingepasst, so müssen an alle mit dem Kreise 

11* 


191 Ánleitung zum Linienbiegen. — Der Anzeigenteil der Tagespresse. 192 


in Berührung kommenden Teile Gehrungen ange- 
schnitten werden. Diese variieren je nach der Rundung 
im Winkel, werden also nach der Mitte hin steiler, 
oben und unten hingegen spitzer. 

Wer die betreffenden Teile mit der Hand anfeilen 
muss, der wird um ein allmähliches Einpassen nicht 
hinwegkommen; wem dagegen ein Gehrungsschneide- 
apparat zur Verfügung steht, der kann sich diese Arbeit 
wesentlich erleichtern. 

Fünf Halbpetit-Dreiviertel-Quadrate, besser noch 
Blei- oder Messinglinien mit vollem Bilde, werden an 
beiden Enden mit verschiedenen Gehrungen versehen, 
die Gradzahlen werden an den betreffenden Enden 





mit der Ahle eingeritzt (Fig. 7). Man bewahrt diese 
Schablone in einer Schachtel. 


109 | 30? | 459 55? | 700 
200 40° 50° 60° 80° 


Fig. 7. Gehrungsschablonen. 


... Soll nun an den Stellen a b c des Kreises Fig. 8 
aussen in der Richtung der punktierten Linien der 





Fig. 8. Anpassen der Gehrungsschablonen. 


Gehrungsgrad ermittelt werden, so findet man dies 
ganz sicher ohne Probieren durch Anpassen der 
entsprechenden Schablone. An die Linie oder das 


^ Blubsiciptons liado 


Im Verlage von Alexander Waldow erscheint : 


Einfassungsstúck, welches an eine jener Stellen 
angesetzt werden soll, schneidet man den Gehrungs- 
grad an, welchen die Schablone anzeigt. Zwischen- 
grade, z. B. 35, kann man leicht abschätzen. 

Dieses Verfahren ist ebenso einfach wie zweck- 
mässig. Es erleichtert das Anpassen gerader Teile 
an irgend welche Rundform ganz bedeutend, denn 
das sonst übliche allmähliche Einprobieren solcher 
Ansätze ist eine widerwärtige, undankbare, sehr oft 
vergebliche Arbeit. 

Ich kann nicht sagen, dass ich mich für derartige 
Flickarbeiten besonders erwärmen könnte. Die Wir- 
kung indes, welche mit der Unterbrechung gerader 







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Eckvignette von Bauer & Co. Schildvignette von Ramm & Seemann. Initiale von Otto Weisert. 


Teile, wie Ränder, Leisten u. dgl., durch Kreise oder 
Ovale erzeugt werden kann, ist bei verstündiger 
Anordnung oft so bedeutend, dass man die damit 
verbundene Mühe eben mit in Kauf nehmen muss. 
Jedoch sollte man sich diese beträchtliche Arbeit 
nicht ohne Vorbedacht und nicht fiir unbedeutende, 


schlecht bezahlte Sachen machen. 
(Fortsetzung folgt.) 


Der Anzeigenteil der Tagespresse. 


ON" eine bedeutende Anzahl ihr zugegangener 
Beschwerden úber die unzutreffenden Eigen- 
schaften zahlreicher im Anzeigenteil angepriesener 
Artikel erwidert eine der gróssten Pariser Tages- 
zeitungen mit folgenden Bemerkungen: »Es besteht 
keinerlei Verantwortlichkeit seitens der Redaktion 
eines Blattes für den in ihm enthaltenen Anzeigenteil, 
welcher sogar häufig pachtweise gewissen Unter- 
nehmern abgelassen wird. Die letzte Seite eines 
Blattes hat im allgemeinen genau den Zweck, wie 
eine öffentliche Plakattafel, Plakatsäule oder die 


193 


Wand irgend eines zum Anschlag bestimmten 
Gebäudes: sie bringt den Inserenten einfach mit 
dem Leser in Geschäftsverbindung. Des Lesers 
Sache ist es dann, von der niemals von der Redaktion 
geprüften Offerte das zu halten, was ihm beliebt. 
Pflicht der Redaktion ist es allerdings, bei solchen 
Publikationen, die durch ihren anstössigen Inhalt 







inn 
ATT 





3! 





Der Anzeigenteil der Tagespresse. 


SSSSDSUSUSSSSSUPRU 


194 
alle in genau der gleichen Form nur auf anderem 
Wege den Verkäufer mit dem Konsumenten in 
geschäftliche Verbindung bringen. Durch die Bestim- 
mung der letzten Seite zum öffentlichen Anzeigenteil 
macht ein Blatt nur von demselben Rechte Gebrauch, 
wie ein Privatmann oder eine Behörde durch die 
Vermietung einer Wandfläche zum Plakatanschlagen. 











Tafel- Rarte 
SS 
Ranfate- FestmabT 
in den 
Salen des Deuffden Budbándlerbaufes 
Sonntag, den 26. April, Miffags pinkflid um 2 (br 


Originalsatz von W. Drugulin in Leipzig. 


oder ihre, das óffentliche Anstandsgefühl verletzende 
Gestalt Argernis erregen kónnten, ein energisches 
»Halt« zu gebieten und deren Aufnahme zu ver- 
weigern oder zu verhindern. Im entgegengesetzten 
Falle würde trotz der Nichtverantwortlichkeit der 
Redaktion letztere dennoch von dem in der 
Öffentlichkeit platzgreifenden Unwillen dadurch, dass 
sie ihr Blatt zur Verfügung stellt, geschädigt. Das 
grosse Publikum aller Länder hat auch im allgemeinen 
das Verhältnis von Redaktion und Anzeigenteil in 
vorstehend bezeichnetem Sinne aufgefasst und es 
wird auch kaum jemanden einfallen, ein Blatt für 
die in ihm angepriesenen Artikel mehr verantwort- 
lich zu machen, als den Unternehmer einer öffentlichen 
Anschlagstelle, den Prospektausteiler auf der Strasse 
oder gar die Postbehörde, die im Grunde genommen 


Jedes Blatt, welches diesem allgemein Platz 
gegriffenen Gebrauche entgegen verfahren wollte, 
würde folglich die Verantwortlichkeit für alle auf- 
genommenen Inserate übernehmen, d. h. sich soli- 
darisch erklären für die Inserenten. 

Es dürfte aber wohl kein Blatt geben, das seinen 
Lesern volles Vertrauen auf den Inhalt seines 
Anzeigenteiles empfehlen könnte, denn es wird den 
Redaktionen ebensowenig möglich sein, für die that- 
sächliche Wirkung der verschiedenen, alle erdenk- 
lichen Krankheiten heilen sollenden Pillen Garantie 
zu übernehmen, als es ihr gelingen wird, die Unver- 
wüstlichkeit der zu billigstem Preise angepriesenen 
Garderobestücke zu prüfen und den unzweifelhaften 
Erfolg einer noch so verlockenden Heiratsofferte zu 
prognostizieren. « -§- 


195 


J. Markmanns Bogen-Geradeleger. 


qa sehr einfachen, exakt arbeitenden und wie 
wir von vielen Empfängern hören, durchaus 
praktischen und zuverlässigen Apparat zum genauen 
Ordnen der durch den Selbstausleger ausgelegten 
Bogen an der Schnellpresse konstruierte Herr J.Mark- 
mann in Hamburg und verkauft denselben jetzt durch 
die Firma Jac. John in Dockenhuden bei Blankenese. 

Unsere Abbildung stellt den höchst einfachen 
Apparat dar: A ist der Auslegetisch der Maschine, 
a Schiebklappe, b Stellring, e Scharniere, d Seiten- 
marken, e gusseiserne Marken. 





Der Apparat wird folgendermassen an der 
Schnellpresse befestigt: Nach Entfernung der Stoss- 
leiste wird die Tischplatte À soweit abgerückt, oder 
von derselben soviel abgeschnitten, dass die hintere 
Tischkante 4—5 cm Abstand von der Auslegerwelle 
erhält; die Scharniere c werden dann in die Tisch- 
platte sowohl als auch in die Tischkante eingelassen. 

Nachdem der Stellring b auf die Auslegerwelle 
gesteckt und wieder an den Riemen befestigt ist, 
schraubt man den Stellring fest und zwar so, dass, 
wenn die Auslegerfinger in die Maschine hineinzeigen, 
die Schiebklappe a mit der Tischplatte im rechten 
Winkel steht. 

Wo die Stellschraube auf die Auslegerwelle 
stösst, feilt man vorher eine kleine Nute. 

Die Tischplatte muss in eine schräge Lage 
gebracht werden, das heisst nach der Maschine zu 
2—3 cm tiefer liegen. 

Für die Seitenmarken wird mit der Schieb- 
klappe a parallel und ca. 25 cm von derselben ent- 
fernt, eine Hohlkehle 6 mm tief und ebenso breit 
gehobelt. 

In gleichen Abständen von der Aussenkante des 
Tisches (je 25 cm) werden dann genau in der Mitte 
der Hohlkehle 4 Löcher mit 17 mm Durchmesser 


J. Markmanns Bogen-Geradeleger. — Ausbessern der Massewalzen. 


196 


durch den Tisch hindurch gebohrt, die zur Aufnahme 
der Messinghülsen dienen. 
Das Befestigen des Apparats geschieht am besten 
durch einen Tischler und dauert ca. 11/2 Stunde. 
Der Apparat kostet nur 42 Mark. 


Ausbessern der Massewalzen. 


ong" Vorsicht ungeachtet kommen Walzen, die 
man tadellos gegossen zu haben glaubt, oft 
mit thalergrossen Lóchern aus der Matrize. Giess- 
professoren werden freilich meinen, das geschühe 
einem ganz recht, warum habe man dies und das 
ausser Acht gelassen. Mag sein, dessen ungeachtet 
kommen solehe Lócher hie und da vor, und dem, 
der just davon betroffen wird, nützen die Hin- und 
Herreden gar nichts. Da ófteres Umgiessen die Masse 
keineswegs besser macht, so behilft man sich wohl 
mit der schadhaften Walze so lange und so gut es 
geht. Besser aber ist es. dieselbe zu flicken, so lange sie 
neu ist und ehe noch Sehmutz und Farbe sich in dem 
Loche festsetzen und eine Radikalkur nótig machen. 

Die Flickstelle wird zunächst mit Benzin gut 
ausgewaschen. Dann hält man den langen Schnabel 
einer brennenden Spirituslampe so über die Stelle, 
dass die Masse allmählig warm wird, aber nicht 
anbrennt. Ist das letztere trotzdem geschehen, dann 
muss man die glasige Haut und das verbrannte Stück 
mit dem Zängelchen herausnehmen. 

In die flüssige, obenauf gehaltene Wunde legt 
man ein so grosses Stück frische Walzenmasse, als 
hinreicht, das frühere Loch sicher zu füllen. Eher 
kann man etwas mehr nehmen, denn die Masse wird 
später in die richtige Form zusammengedrückt. 

Das neue Massestück wird durch vorsichtiges 
Anwärmen ebenfalls flüssig gemacht, sodass es sich 


mit der Wunde gut verbindet. 


Nun dreht man die Walze mit dem Loch nach 
unten, legt ein starkes, zuvor geóltes Kartonblatt, 
das nach beiden Seiten weit übergreift, auf die Stelle 
und befestigt es mit einem um die Walze geklebten 
Papierband stramm auf derselben. Nach dem 
Erkalten wird man das Loch gefüllt und die Walze 
rund finden. 

In áhnlicher Weise kann man auch viele kleine 
Lócher, die einen Herd bilden, ausbessern. Will 
man alte Walzen flicken, so muss die obere Haut der 
Lochwandung dureh Ausschneiden entfernt werden, 
so dass eine frische Wunde zu Tage liegt. Denn der 
Schmutz, welcher sonst auf der flüssig gemachten 
Schmelzstelle liegt, würde die Verbindung dieser mit 
dem einzuflickenden Stück verhindern. H. H. 


197 Angabe des Herausgebers einer Druckschrift. — Schriftprobenschau. 198 








Angabe des Herausgebers einer 
Druckschrift. 


E einem Druckereibesitzer kam ein Bergmann 
und ersuchte denselben, einen Aufruf zu 
drucken, welchen der Druckereibesitzer auf das 
Diktat des Bergmanns sofort niederschrieb und in 
150 Exemplaren druckte. Er enthielt ausser dem Text 
nur noch den Namen und Wohnort des Druckers: 
B. B. in S.« Der Bergmann hat einen Packen in der 
K.schen Wirtschaft auf den Tisch niedergelegt, damit 
die anwesenden Bergleute eine Anzahl davon nehmen 
und einzeln weiter verbreiteten, auch selbst ein 
Exemplar dem Lehrer J. auf dem Markt in S. gegeben. 
Sowohl der Drucker wie der Besteller wurden dieser- 
halb wegen Ubertretung des Pressgesetzes, § 6 Abs. 1, 
angeklagt. Nach dieser Bestimmung muss bekanntlich 
auf jeder Druckschrift der Name des Druckers und, 
wenn sie fiir den Buchhandel oder sonst zur Ver- 
breitung bestimmt ist, ausserdem der Name des 
Verlegers oder, beim Selbstvertriebe, des Verfassers 
oder Herausgebers genannt sein. Nach Ansicht des 
Staatsanwalts lag letzterer Fall vor, und der Drucker 
hátte den Namen des bestellenden Bergmanns als des 
Herausgebers angeben sollen. 

Das erste Gericht sprach die Angeklagten jedoch 
frei, das Reichsgericht hat das Urteil unterm dritten 
Dezember 1889 aber aufgehoben und auf geringe 
Strafe erkannt. Wir entnehmen den Grúnden: 

Wenn auch zuzugeben ist, dass nicht jedes 
bedruckte Stiick Papier, sondern nur der zur Ver- 
breitung bestimmte Druck dem Begriff der Druckschrift 
im Sinne des Gesetzes entspricht, so ist daraus 
doch nicht zu folgern, dass die Verbreitung eine 
gewerbsmüssige sein muss, Die Gesetzesworte »für 
den Buchhandel oder sonst zur Verbreitung bestimmt« 
drücken nicht eine »Gleichstellung« dieser Ver- 
breitungsarten, sondern eine Gegenüberstellung aus, 
derartig, dass ausser dem Namen und Wohnort des 
Druckers bei der Verbreitung durch den Buchhandel 
die entsprechende Bezeichnung des Verlegers, bei 
der sonstigen Verbreitung »beim Selbstvertrieb der 
Druckschrift« der des Verfassers oder Herausgebers 
angegeben werden muss. (Gerade die Worte »beim 
Selbstvertriebe der Druckschrift« beweisen, dass unter 
der »sonstigen« Verbreitung im Gegensatz zum Buch- 
handel nicht blos die gewerbsmässige verstanden 
werden kann, da der Verfasser einer Druckschrift, 
der nur dieses sein Werk selbst vertreibt, der Regel 
nach nicht gewerbsmässig, d. h. in Ausführung einer 
fortgesetzten auf Erwerb gerichteten Thätigkeit 
handelt. Es ergiebt sich hiernach, dass auf jeder zur 


Verbreitung bestimmten Druckschrift ausser dem 
Drucker auch der Verleger oder Verfasser genannt 
sein muss. Der zweite Absatz des § 6 lässt deutlich 
erkennen, dass nur die dort bezeichneten Druck- 
schriften (es sind »Formulare, Preiszettel, Visiten- 
karten und dergleichen, sowie Stimmzettel für 
öffentliche Wahlen«) von der Vorschrift des ersten 
Absatzes ausgenommen sein sollen. Es ist nichts- 
sagend, dass, wie die Gegenerklärung des Druckerei- 
besitzers hervorhebt, das Flugblatt die Unterschrift 
»das Comite« trägt. Dass eine derartige unpersön- 
liche Bezeichnung die Angabe von Namen und 
Wohnort nicht ersetzen kann, findet seine Bestätigung 
in der vom Gesetz selbst in $ 6 vorgesehenen Aus- 
nahme, dass der Name des Druckers oder Verlegers 
durch die eingetragene Firma ersetzt werden darf. 


Schriftprobenschau. 


der" Schriftgiesserei von Wilhelm Woellmer ver- 
Ze Öffentlicht im vorliegenden Hefte eine Anzahl 
von Einfassungen, wie sie dem heutigen Geschmack, 
welcher originelle und auffallende Formen ganz 
besonders schätzt, entsprechen. Die Einfassungen 
von Nonpareille bis 2 Cicero, meist gleiche Figuren 
in verschiedenen Graden, werden sich nicht nur als 
gefälliger Schmuck von Inseraten, sondern auch für 
manche Accidenz vorteilhaft verwenden lassen. Die 
3-Ciceroeinfassung ist ein prächtiges Material zur 
Bildung reicher Umrahmungen und eignet sich in 
entsprechender Verbindung mit Linien und ornamen- 
talem Begleitmaterial auch vorzüglich zur Schmückung 
von Arbeiten grösseren Formats; sie wird jedenfalls 
viele Liebhaber finden. 

Von der Schriftgiesserei J. G. Schelter «€ 
Giesecke erhielten wir einige Vignetten, welche sich 
zur geschmackvollen Ausstattung von Menus und 
Speisekarten ganz vorzüglich eignen. Die beiden 
vorliegenden Zeichnungen wurden je in zwei Grössen 
geschnitten, sodass sie für Arbeiten verschiedenen 
Formats verwendet werden können. 

Die gleiche Firma überliess uns auch eine 
Garnitur schmale Grotesk, einer Accidenzschrift, 
welche zu den am meisten gebrauchten des Buch- 
druckers gehört, aber in einer solchen eleganten 
Zeichnung kaum noch vorhanden war. Dabei ist die 
Schrift in ihrer Weite in wahrhaft vollendeter Weise 


ausgeglichen. Die Linie der Schrift wurde derart 
zugerichtet, dass bei Verwendung verschiedener 


Grade in einer Zeile, z. B. Versalien als Kapitälchen 


Neueste Einfassungen von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei in Berlin. 


Serie 1. Nr. 864-898. 










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e A e Le ` weg 
WS — 
1 . 


par 







Schmale Grotesk von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig. Gsechitzt 


3 Cicero No. 1365. Min. ca. 8,2 kg. 


Dresden HANNOVER München 


Nonpareille No. 1357. Min. ca. 1,8 kg. | Petit No. 1358. Min. ca. 2,8 kg. 
Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen | Mit einem Schwätzer zanke nicht, du trägst nur Holz zu seinem Feuer 
OSTERMESS-AUSSTELLUNG DEUTSCHER BUCHHÄNDLER | NATURGESCHICHTE DES PFLANZENREICHS 


3/2 Cicero No. 1366. Min. ca. 8,2 kg. 


BERN 2 Hans sachs 3 GERA 


Korpus No. 1359. Min. ca. 2,9 kg. Cicero No. 1360. Min. ca. 3,2 kg. 
Des Lebens ungemischte Freude wird keinem Irdischen zu teil Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot 
MEISTERWERKE DER HOLZSCHEIDEKUNST | TYPOGRAPHISCHE RUNDSCHAU 


4 Cicero No. 1367. Min. ca. 10 kg. 


Bayern NORIS Hessen 


Mittel No. 1361. Min. ca. 3,7 kg. : Tertia No. 1362. Min. ca. 4,3 kg. 
Die Weisheit IST DAS AUGE des Lebens | Schule des Musiknoten-Satzes 


5 Cicero No. 1368. Min. ca. 13 kg. 


OST Die Glocke URI 


Text No. 1363. Min. ca. 5,2 kg. | Doppelmittel No. 1364. Min. ca. 6,1 kg. 


Lehre vom Accidenzsatz Deutsche Baukunst 


| 


6 Cicero No. 1369. Min. ca. 14 kg. 


Mai ARION duni 


12 


203 


des náchst grósseren Grades, zum Unterlegen syste- 
matischer Durchschuss verwendet werden kann, eine 
Annehmlichkeit, welche man nicht hoch genug 
schätzen kann und welche bei allen Antiquaschriften 
lebhaft zu wünschen wäre. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


Be O ist die Kopie einer Probe aus dem vor- 
jährigen Musteraustausch, die uns durch ihre 
einfach elegante Ausstattung ganz besonders gefiel 
und uns deshalb zu der Bitte an die: ausführende 
Firma, die Buchdruckerei von E. Hoene in Forst i. L., 
veranlasste, uns eine Kopie fúr das Archiv zu úber- 
lassen. Die bereitwillige Erfúllung dieser Bitte ver- 
pflichtet uns zu verbindlichstem Dank, den wir hiermit 
Herrn Hoene abstatten. Wir glauben sicher, dass 
dieses Blatt auch den Beifall unserer Leser finden wird. 

Blatt S, ein Briefkopf der Farbenfabrik von Frey 
de Sening in Leipzig, ist eine Arbeit der renommierten 
Buchdruckerei von Julius Klinkhardt in Leipzig. 
Wie die meisten Arbeiten dieser Offizin, zeigt auch 
dieser Briefkopf die freie, ungezwungene Ornamen- 
tierung, welche die Klinkhardtschen Erzeugnisse so 
vorteilhaft auszeichnet und ihnen ein so originelles 
Gepráge gibt. 

Blatt E endlich stellt ein Programm zum Johannis- 
fest dar und ist aus der Herbaria-Einfassung der 
Rudhardschen Giesserei gesetzt. Es zieren dieses 
Programm nur Schriften im Charakter der Gotisch, 
der Schwabacher und Kanzlei, darunter eine neue 
Schwabacher (zum Text des Programms gewählt) 
von Bauer d Co. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— Die Innung Dresdner Buchdruckereibesitzer über- 
sendet uns durch ihren Vorsitzenden, Herrn Oskar Siegel 
den »Ersten Bericht über die Fortbildungs- und Fachschule 
für Buchdruckerlehrlinge«. Die von der Dresdner Buch- 
druckerinnung Ostern 1888 begründete Schule ist, wie wir 
aus diesem Bericht ersehen, auf einem Lehrplan begründet, 
der in der That viel Interesse und die höchste Anerkennung 
verdient, weil dem eigentlichen Fachunterricht die gehörige 
Beachtung zu Nutz und Frommen der Lehrlinge in dem 
richtigen Mass neben den anderen wissenschaftlichen 
Unterrichtsgegenständen geschenkt worden ist. Wie wir 
aus dem speziellen Bericht des Schulausschusses ersehen, 
erfolgte die diesjährige Prüfung am 15. März in der 
Clausschen Gewerbeschule und hielt nach Beendigung 
derselben und vor Entlassung der Schüler der Herr 
Innungsvorsitzende O, Siegel eine zu Herzen gehende 


Satz und Druck unserer Probeblátter. — Zeitschriften- und Biicherschau. 


204 


Rede an die Schüler. Der Schulausschuss-Vorsitzende, 
Herr Heinichen verteilte dann mit Worten der Anerkennung 
des bethätigten Strebens wertvolle Prämien und Belobigungen 
an die besten und besseren Schüler, woran sich dann die 
Zensurenverteilung durch den Herrn Gewerbeschuldirektor 
Clauss schloss. Zu unserer Freude und Genugthuung 
ersehen wir, dass die verteilten Prämien fast ausschliess- 
lich in Werken unseres Herausgebers Alexander Waldow 
bestanden. Der Schulausschuss-Vorsitzende, Herr Heinichen 
sagt bezüglich dieser Werke: »Wie es zu allen Zeiten 
Männer gegeben hat und heute noch gibt, welche mit 
grösserer Vervollkommnung des eigenen Wissens und 
Könnens in ihrem Berufe das Bestreben nach Mitteilung 
dieser Vorzüge auch anderen Berufsgenossen gegenüber 
verbinden, so sind auch in diesen Büchern, welche ich 
euch jetzt als Belohnung für euer braves Streben und 
gute Führung einhändigen kann, der fachlichen und sach- 
lichen Beziehungen und Belehrungen in unserer gesamten 
geschäftlichen Thätigkeit so viele aufgespeichert, dass 
deren Studium sehr geeignet ist, in Anlehnung an den 
hier in der Fachschule genossenen Unterricht euch noch 
weiter vorwärts zu bringen. Benutzet diese Bücher 
fleissig und prägt es tief in euch ein, was darin aus- 
gesprochen und erwiesen ist, — es wird dies für euer 
späteres gutes Fortkommen eine Begründung mehr sein!« 
Wir danken den Dresdner Herren Kollegen und ganz 
speziell Herrn Heinichen verbindlichst für diese den 
betreffenden Werken und ihrem Verfasser gezollten aner- 
kennenden Worte und wünschen der Schule allerbestes 
Gedeihen zum Segen unserer Kunst. 

— Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik 
auf das Jahr 1891. Herausgegeben von Dr. Josef Maria 
Eder. Fünfter Jahrgang. Mit 117 Holzschnitten und Zinko- 
typien im Texte und 23 artistischen Tafeln. 623 Seiten 
Oktav. Halle a. S. Druck und Verlag von Wilhelm Knapp. 
Das vortreffliche, nun bereits in seinem fünften Jahrgange 
erscheinende Werk beweist schon durch seinen immer 
umfangreicheren Inhalt, (623 Seiten gegen 400 Seiten des 
vierten Jahrganges und 117 Holzschnitte etc. gegen 78 des 
vierten Jahrganges) dass sein Wert immer mehr gewürdigt 
wird und so die Bemühungen des Verfassers und des 


Verlegers verlohnt, der textlichen und  illustrativen 
Ausstattung eine noch erhöhtere Aufmerksamkeit zu 
schenken. Zahlreiche wertvolle und instruktive Artikel 


finden sich in dem diesjährigen Bande vor, darunter sehr 
viele, welche auch für den Buchdrucker von Interesse 
sind. Die artistischen Beilagen sind auch diesmal von 
den namhaftesten Kunstanstalten geliefert worden. 

— * Geschichte der Photographie von C. Schiendl. 
Wien, Pest, Leipzig. A. Hartlebens Verlag. Preis brosch. 
8 M, geb. 10 M. Eine Geschichte der Photographie, 
welche die Entwicklung der epochemachenden Disziplin in 
erschöpfender und anschaulicher Darstellung gebracht 
hätte, war bisher nicht vorhanden. Das vorliegende Werk 
löst diese Aufgabe mit vielem Fleiss, mit Gründlichkeit und 
anerkennenswerter Unparteilichkeit. Die hohe Bedeutung, 
welche die Photographie in der jüngsten Zeit als Hilfs- 
verfahren auch für andere graphische Zweige erlangt hat, 
macht eine Darstellung ihres Ursprungs und Entwicklungs- 
ganges auch für unsere Kreise interessant und lehrreich. 
Das Buch bringt nicht nur die Geschichte der eigentlichen 
Photographie. sondern berichtet auch ausführlich und 
zuverlässig über die Anwendung der Photographie für die 
Heliogravüre, Photozinkotypie etc. in all den verschiedenen 


205 


bisher bekannt gewordenen Verfahren und kann somit als 
beste Quelle zur Information úber diese Zweige bezeichnet 
werden. Die typographische Ausstattung des Werkes ist 
eine vorzügliche. Das Titelbild, ein Tableau in qu. 4? mit 
dreizehn Portrüts der Entdecker und Gründer der Photo- 
graphie, ist in Átzung (von Angerer € Góschl) und Druck 
von hoher Vollendung. x 

— * Das Buch. Technik und Praxis der Schrift- 
stellerei. Handbuch für Autoren von J. H. Wehle. 2. Auf- 
lage. Wien, Pest, Leipzig. A. Hartlebens Verlag. Preis 
brosch. 3 M., geb. 4 M. Es wäre eine irrige Vorstellung, 
wenn man von dem nun in zweiter Auflage vorliegenden 
Buche annehmen wollte, es hätte die Bestimmung, sozu- 
sagen als Nürnberger Trichter für Dichter und solche, die 
es sein wollen, zu dienen. Es will die Weihe des schrift- 
stellerischen Schaffens nicht profanieren, sondern nur 
lehren, wie der fertige Gedanke in die entsprechende Form 
zu giessen ist und, wenn dies geschehen, dem Autor als 
Führer dienen bei der Verwertung des Manuskripts, sowie 
im Verkehr mit dem Verleger und Drucker. Die Kapitel 
über den Büchermarkt, das Verlagsgeschäft, das Gewinn- 
und Verlustkonto des Verlegers und das Sortimentsgeschäft 
gestatten einen interessanten Einblick in das eigenartig 
organisierte Getriebe des gesamten Buchhandels. Weitere 
Kapitel behandeln die litterarische (dramatische und epische) 
Produktion und das Rezensionsexemplar. Ein umfang- 
reicher Anhang enthält deutsche und österreichische die 
Litteratur betreffende Gesetze und Verträge, Statuten von 
litterarischen Vereinen, buchhändlerische Formulare und 
schliesslich Verlegeradressen. — Wir zweifeln nicht, dass 
»Das Buch« sich auch in der zweiten Auflage zahlreiche 
Freunde erwerben wird. 

— * Rechts-Lexikon für Kaufleute und Gewerbetreibende 
von Dr. jur. Julius Engelmann, Direktor der Kaufmännischen 
Hochschule in Köln. Erlangen. Palm & Enke. 5 bis 6 
Lieferungen à M. 1.80. Das Werk verfolgt den Zweck, 
die Angehórigen des Handels- und Gewerbestandes in 
allen sie betreffenden Rechtsfragen aus der Handels- und 
Gewerbegesetzgebung zu belehren und ihnen damit müh- 
same und zeitraubende Studien juristischer Lehrbücher 
und Kommentaren zu ersparen. Die richtige Bedeutung 
der im Handel und Verkehr vorkommenden rechtlichen 
Ausdriicke, die allgemein giiltigen Rechtsregeln und Rechts- 
sütze, sowie die Vorschriften unserer Gesetzbiicher werden 
verständlich und erschöpfend erläutert und der Leser 
befähigt, über die mit abzuschliessenden Rechtsgeschäften 
verbundenen Rechte und Pflichten ein richtiges Urteil zu 
gewinnen. Das Rechts-Lexikon umfasst alle den Handel- 
und Gewerbetreibenden berührenden Rechtsgebiete: Handels- 
und Wechselrecht, Konkursrecht, Gewerberecht, Ver- 
sicherungswesen, die Gesetze zum Schutze des geistigen 
Eigentums, die wichtigsten Grundsätze und Regeln des 
bürgerlichen Rechts, der Zivilprozessordnung u. s. w. nach 
dem Stande der Gesetzgebung bis zum Schluss des 
Jahres 1890. Die knappe und doch stets den Kern 
treffende Form, in welcher die Belehrungen gegeben 
werden und die zur sofortigen Auffindung einer gewünschten 
Auskunft besonders geeignete alphabetische Anordnung 
des Stoffes lassen das Werk als ein ganz vorzügliches 
Nachschlagebuch in Rechtsfragen erscheinen, das auch in 
unsern Berufskreisen viele Freunde finden wird. 


Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


206 


Mannigfaltiges. 


— Herrn Karl Georg Fromme als Vertreter der kaiserl. 
und königl. Hofbuchdruckerei und Verlagshandlung Karl 
Fromme in Wien ist der Titel eines kaiserlich und könig- 
lichen Hofbuchdruckers verliehen worden. 

— In Heft 4 berichteten wir unseren Lesern, dass die 
Firma Berger de Wirth in Leipzig ein Glanzweiss fabriziert 
hat und dass wir diese Farbe mit Vorteil benutzten. 
Heute können wir nach längerem Gebrauch bestätigen, 
dass sich alle die guten Eigenschaften, welche wir schon 
damals hervorhoben, bewährt haben, so dass wir das 
Glanzweiss dauernd benutzen werden und dasselbe unseren 
Lesern angelegentlich empfehlen können. Das Glanzweiss - 
hält sich lange geschmeidig, verdickt die damit angeriebenen 
Farben nicht, macht sie vielmehr geschmeidiger und 
ermöglicht ohne Umstände einen reinen Druck. 

— * Die auf dem Gebiete des Illustrations- und 
Prachtwerkdruckes rühmlichst bekannte Firma Fischer & 
Wittig in Leipzig versendet als Empfehlung ihrer Offizin 
mit einem Zirkular eine Anzahl Druckproben, welche 
geeignet sind, den alten guten Ruf der genannten Firma 
aufs neue zu bestätigen. Ausser zwei Quartblättern, welche 
Probekolumnen aus Prachtwerken mit farbiger Einfassung 
bringen, enthält die Sendung zunächst ein Blatt mit 
modernen Accidenzarbeiten, welche beweisen, dass die 
Firma auch auf diesem Gebiete auf der Höhe der Zeit 
steht. Durch freundliches Entgegenkommen der Firma 
Fischer & Wittig sind wir in der Lage, unseren Lesern 
von diesen Accidenzien demnächst einige vorzuführen. 
Die weiteren Blätter sind Musterleistungen des von der 
Firma mit besonderem Geschick und Erfolg gepflegten 
lllustrations- und Farbendrucks. Das der Firma Fischer 
& Wittig patentierte und auch von uns früher ausführlich 
besprochene und durch ein Muster erläuterte Tonunter- 
druckverfahren fand auf diesen Blättern entsprechende 
Verwendung. Der erzielte Effekt beweist, dass dieses 
Verfahren sich bewährt hat und somit einen wesentlichen 
Fortschritt im Illustrationsdruck bedeutet. 

— * Die Maschinenfabrik von Klein, Forst d& Bohn 
Nachf. in Johannisberg a. Rh. versendet eine neue Preis- 
liste, welche über Preis und Leistungsfähigkeit, sowie über 
Grössen, erforderlichen Raum und ungefähres Gewicht der 
verschiedenen von ihr gebauten Buch-, Licht- und Stein- 
druckschnellpressen genaue Auskunft gibt und die Eigentüm- 
lichkeiten und besonderen Vorzüge der Maschine erläutert. 
Das von der Hofbuchdruckerei Greiner & Pfeiffer in Stutt- 
gart recht schmuck ausgestattete Heft wird allen Buch- 
druckereibesitzern, welche in die Lage kommen, neue 
Maschinen anzuschaffen, bei deren Wahl ein willkommener 
Führer sein und da die Fabrik seit jeher als eine äusserst 
leistungsfähige und solide bekannt ist, dieser manchen 
Auftrag zuführen. 

— Die Firma Súss d Brunow in Leipzig hat die 
Vertretung fúr die Metallrandleistenfabrik von Anton Reiche 
in Dresden-Plauen übernommen und liefert sowohl diese 
halbrunden, fein dekorierten Leisten, wie auch die Andrück- 
maschine zum Befestigen derselben an Plakate, besorgt 
auch auf Wunsch das Befestigen der Leisten an Plakate. 
Wir machen unsere Leser auf diese eleganten und höchst 
praktischen Leisten, die allen Plakaten am oberen und 
unteren Rande einen festen Halt geben und sie gerade 
auseinander halten, aufmerksam. 

12* 


— — e — — = — y - - 


Mannigfaltiges. 


208 








— Die Leipziger Buchdrucker-Fachschule nimmt einen 
immer grösseren Aufschwung, was wohl der beste Beweis 
für ihr segensreiches Wirken ist. Es sind, wie wir hóren, 
in diesem Jahre wieder 80 Setzer- und 33 Drucker- 
lehrlinge aufgenommen worden. Für die Druckerklasse 
ist das als vortrefflich anerkannte Waldowsche »Hilfsbuch 
für Maschinenmeister«, Verlag von Alexander Waldow, 
Leipzig, seit jeher eingeführt und auch in diesem Jahr in 
zahlreichen Exemplaren bezogen worden. 

— Amerikanische Schriftgiessereien. Die grossen amerika- 
nischen Schriftgiessereien, so schreibt das Leipz. Tageblatt, 
beabsichtigen sich geschäftlich zu vereinigen, wahrschein- 
lich in der Form eines Trusts. Ihre Bereitwilligkeit hierzu 
haben folgende Firmen erklärt: Marder Luse & Co., 
The Union Type Foundry, McKellar, Smiths € Jordan, 
James Conners Sons, sowie einige kleinere Giessereien in 
Baltimore und anderen Stádten. Diese Firmen vertreten 
zusammen 313 Giessmaschinen von etwa 500 in den 
Vereinigten Staaten insgesamt vorhandenen. Von grósseren 
Firmen haben Farmer, Little & Co., Phelps, Dalton € Co. 
und Barnhart Brothers & Spindler ihre Unterschriften noch 
nicht gegeben, doch gilt ihre Beteiligung, mit Ausnahme 
der letztgenannten Firma, fiir sicher. Die Vereinigung 
soll ein Kapital von 18000000 Dollar erhalten, in Form 
von 10000000 Dollar Vorzugsaktien mit festen 6proz. 
Zinsen, 5000000 Dollar gewóhnlichen Aktien und 3000000 
Dollar 6proz. Obligationen. Der wirkliche Wert der zu 
vereinigenden Schriftgiessereien wird auf 6000000 Dollar 
geschützt. Die Giessereien sollen nach einer willkürlichen 
Schätzung beteiligt werden, die von der Voraussetzung 
ausgeht, dass der Durchschnittsverdienst der letzten fünf 
Jahre 15 Prozent betrug. Zwei Drittel der so festgestellten 
Summe sollen bar, der Rest in Gutscheinen zu 6 Prozent 
gezahlt werden. Die bar ausgezahlte Summe von etwa 
4000000 Dollar dürfte schon einen knapp gerechneten 
Marktwert der Geschäftsbetriebe decken. Die Giessereien 
erhalten somit den Wert ihrer Geschäfte in Bar, 3000000 
Dollar in 6proz. Gutscheinen und weitere 5000000 Dollar 
in Vorzugsaktien. Die Kapitalisten, welche die baren 
4000000 Dollar vorstrecken, erhalten 10000000 Dollar 
6proz. Obligationen. Dadurch, dass man die den Kunden 
zugebilligten Rabattsätze auf 5 Prozent vermindert, soll 
der Nutzen sofort verdoppelt werden. Durch Schliessung 
von etwa der Hälfte der angekauften Giessereien will man 
jährlich einige Hunderttausend Dollars Betriebskosten 
sparen. Wahrscheinlich wird Thomas McKellar Vor- 
sitzender der Gesellschaft, John Marder Geschäftsführer 
für den Westen, Jordan für den Osten. 

— Bibliographie und Buchgewerbe im Ausland. In 
Moskau fand unter Vorsitz des bekannten russischen Biblio- 
philen N. J. Nossow am 16. Oktober vorigen Jahres die erste 
Versammlung des vor Kurzem gegründeten Moskauer biblio- 
graphischen Vereins statt. Wie das »Export-Journal« 
(Leipzig, G. Hedeler) mitteilt, beabsichtigt dieser Verein 
ein besonderes bibliographisches Museum zu errichten, das 
eine Bibliothek speziell bibliographischen Charakters, sowie 
Bücher und Gegenstände in sich vereinigen soll, die mit 
dem Buchhandel, dem Buchdruck, der Lithographie, Buch- 
binderei etc. in anschaulicher Weise bekannt machen. 

— Die grösste graphische Anstalt Schwedens ist die 
seit 10 Jahren mit A. L. Normans Boktryckeri-Aktiebolag 
vereinigte Central-Tryckeriet. Es werden daselbst zur Zeit 
350 Personen beschäftigt, während der Maschinenbestand 


unter Anderen 26 typographische und 7 lithographische 


Schnellpressen aufweist. Eingehendere Mitteilungen über 
diese und verschiedene andere buchgewerbliche Firmen 
Stockholms finden sich in einem gegenwärtig im »Export- 
Journal« (G. Hedeler, Leipzig) erscheinenden Artikel. Als 
bedeutendste mit Verlag verbundene Druckerei wird darin 
diejenige von P. A. Norstedt & Söner angeführt, welche 
sich seit 3 Jahren in einem grossartigen Neubau auf 
Riddarholmen befindet, wo selbige gegen 250 Mann 
beschäftigt. Der Verlagskatalog dieser Firma verzeichnet 
mehr als 4000 Bände. 

— 8 Woher stammt der harte Zilinderaufzug? Diese 
Frage beantwortet ein franzósisches Fachblatt folgender- 
massen. Der harte Zilinderaufzug verdankt seine Ent- 
stehung einer ganz einfachen Zufälligkeit. Wie alljährlich 
wurde auch im Jahre 1853 die Firma Baker & Spedon in 
New-York mit der Herstellung eines grösseren Teiles des 
städtischen Druckbedarfes beauftragt, was seine Ursache 
darin fand, dass der eine Firmenteilhaber selber Sitz im 
städtischen Kollegium hatte. Im kommenden Jahre fand 
jedoch durch die sich in grosser Zahl um den Auftrag 
bewerbenden Konkurrenten ein Druckerwechsel statt und 
zwar wurde der neu etablierte Drucker Callahan mit der 
Anfertigung aller städtischen Druckarbeiten betraut. Da 
dieser Auftrag für ihn ein immerhin überraschender war 
und ihm nebenbei auch die Mittel zur Anschaffung notwen- 
diger Hilfsmaschinen fehlten, glaubte er durch die Verwen- 
dung von grossen Kautschuktafeln (? ?) die durch den weichen 
Aufzug entstehende Schattierung in Wegfall zu bringen 
und so der Anschaffung einer Glättpresse enthoben zu 
sein. Da dieses Verfahren aber immerhin noch nicht ganz 
den erhofften Erfolg zeitigte, beschloss er nur Papier zum 
Zilinderaufzug zu verwenden und der Erfolg war ein guter, 
denn das Verfahren wird jetzt in den meisten Ländern 
angewandt. Man bezeichnet dasselbe mit dem Namen 
»hard packing« oder Papieraufzug. 





Inhalt des 6. Heftes. 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker. — Anleitung zum Linien- 
biegen. — Der Anzeigenteil der Tagespresse. — J. Markmanns Bogen- 
Geradeleger. — Angabe des Herausgebers einer Druckschrift — Aus- 
bessern der Massewalzen. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck 
unserer Probeblätter. — Zeitschriften und Bücherschau. — Mannig- 
faltiges. — Annoncen. — Aceidenzmuster im Text: 1 Kopf einer 
Subskriptions-Einladung. — 1 Tafelkarte. — Beilagen: 1 Blatt Titel 
— 1 Blatt Briefkopf.-— 1 Blatt Programm. 


Das Heft enthält im Ganzen 3 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv. 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

— DANS: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Liindern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei hiiufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort, Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 ete. _, . 

Novitáten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblätiern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschüdigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. : 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen , Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haven 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 





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ment und unterscheidet sich dadurch wesentlich 
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geneigt ist, wodurch manche Unzutrüglichkeiten 
beim Druck, als Herausfallen der Schriften etc., 
verursacht werden. 


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angegebenen Satzgrössen können auf diesen 
Maschinen scharf und klar ausgedruckt werden. 
Trotz der mannigfachen Vorzüge, welche diese 
Tiegeldruckmaschinen bieten, liefern wir dieselben 
zu billigeren Preisen, wie dieFabrikanten anderer 
ähnlicher Pressen, was ein Vergleich sofort er- 
geben wird. Diese Preisunterschiede sind ganz 
bedeutende, worauf wir noch besonders aufmerk- 
sam machen. 

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Presse durch verschiedene 
praktische Verbesserungen aus, wo- 


durch dieselbe zu der leistungsfähig- 
sten der jetzt vorhandenen Tiegel- 
druckpressen wird. 

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tischem Konstruktionsprinzip, der 
durablen Bauart und dem vorzüg- 
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Druck, durch welchen die Schrift ge- 
schont wird, sichern dieser Presse ihre 
bevorzugte Stellung als ausgezeich- 
netste Tiegeldruckschnellpresse für 
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Die Kombination a 
des Cylinder-Farbewerks, welche die | - 
vorzüglichste Farbeverreibung und 7 
exakteste Regulirung der Farbever- E 


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Hierzu kommen noch die folgenden Vorzüge: 
beste und schnellste Druckregulirung, sofortige 


Druckabstellung und Abstellbarkeit der 
Auftragwalzen während des Druckes. 
— Genügende Ruhelage des Tiegels 
beim Einlegen resp. Anlegen, sowie 
der sichere ruhige Gang der Presse 
garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
Die Schnelligkeit des Druckes hängt 
lediglich von der Befähigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
durchaus widerstandsfähig gebaute 


Presse den schnellsten Gang. 


Für die Pressen No. 3 und 4 


empfiehlt sich in solchen Fällen, wo 
j Elementarkraftbetrieb ausgeschlossen 


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- mechanismus, der so angeordnet wird, 


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Ausführlichere Beschreibungen mit Grössen- und Preisangaben, sowie Verzeichnis der Firmen, welchen wir Pressen lieferten, 


stehen gern zu Diensten. 


General-Vertretung für das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Donaufürstentümer, Holland, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland: 


J. G. SCHELTER & GIESECKE in LEIPZIG. 





Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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28. Band. ` 


+ 189, «Eu | Heft 7. 





Anleitung zum Linienbiegen. 


Von Hermann Hoffmann, Berlin. 
(Fortsetzung.) 





Kreisschneider. 





ie Besprechung dieses von mir erfundenen 
L—/ Apparates*) gehórt, streng gedacht, nicht 
in die Anleitung zum Linienbiegen hinein. 
Im Hinblick auf die grosse Nützlichkeit des gedachten 
Werkzeuges und in Erwägung des Umstandes, dass 
es mir so leichter möglich ist, von unnützen Biegereien 
abzuhalten, mag diese Ausnahme indes erlaubt sein. 

Der Apparat besteht in seinem schneidenden Teile 
aus zwei haarscharfen, schrägstehenden Messern, die 
mit den Spitzen aneinander stossen. Bewegt man die 
Messer in der Schneiderichtung vorwärts, so wird 
aus dem untergelegten Material (Karton oder Holz) 
ein feiner Spahn herausgeschnitten. Um nun mit 
diesem Apparat Kreise herstellen zu können, ist eine 
cylindrische Zentrumspitze in demselben so angeordnet 
worden, dass sie seitlich verschoben und in jeder Lage 
festgeklemmt werden kann. Die Entfernung zwischen 
Messerspitzen und Zentrumspitze kann solcherart von 


*) Zu beziehen von Max Krause, Berlin, — Hermann 
Hoffmann, Friedrichshagen, Ahorn-Allee 23, — und durch 
die Expedition des »Archiv« zum Preise von 10 Mark. 


etwa 8—100 mm verändert werden, sodass mit dem 
Apparat Kreise geschnitten werden können von etwa 
16—200 mm Durchmesser. 

Die Wirkungsweise des Kreisschneiders ist 
folgende: Man setzt die auf eine gewisse Breite 
eingestellte Zentrumspitze in ein mit der Ahle 
vorgestochenes Loch, das etwas enger ist als nötig, 
und bewegt den fest aufgesetzten Apparat unter 
gleichmässigem Druck etwa zweimal um sich selbst. 
Man kann dabei den Apparat drehen, oder das 
Arbeitsstück, aber auch beides. Aus der Furche, 
welche nun entstanden ist, kann man einen druck- 
fähigen Kreis bilden durch Weiter- oder Engerstellen 
der Zentrumspitze und Einschneiden einer zweiten 
Furche. Je grösser die Differenz zwischen der ersten 
und folgenden Spitzenstellung ist, desto breiter oder 
— um einen typographischen Ausdruck zu gebrauchen 
— desto fetter wird die Kreislinie. Man kann also 
Kreise jeder Linienbreite bis zu 200 mm hinauf durch 
Einschneiden zweier Furchen bilden, und zwar, ob 
gross oder klein, in weniger als einer Minute. Durch 
Aneinanderreihen weiterer Furchen erhält man eben 
so viele neue Kreise, alle von einem gemeinsamen 
Mittelpunkt aus und zu einem beliebigen vorher be- 
stimmten System vereinigt. Dieses System kann zwei 
bis hundert Kreise enthalten, alle von tadelloser 
Genauigkeit und Druckschärfe. Der Apparat ist so 
konstruiert, dass jedes Misslingen absolut ausge- 
schlossen ist. 

Selbstverständlich müssen die nicht zum Druck 
bestimmten Teile aus der Platte noch entfernt werden, 
in Karton durch Abblättern, in Messerholzschnitt, 
für welchen der Apparat erfunden worden ist, durch 
das diesem Verfahren eigentümliche Vertiefen des 
Schnittes und Abspalten des ganzen Stückes. Aber 
die exakte Kreisform ist schon geschaffen worden 
und das, was noch zu thun bleibt, ist eine unwesent- 


liche Arbeit. 
13 


223 Anleitung zum Linienbiegen. 224 





Aus Kreislinien ist im Accidenzsatze mancherlei | schwarz. das übrige gelbbraun gedruckt und das ganze 
zu machen. Zusammengesetzte Kreise mit eingesetzter von auffálliger Wirkung. Der Doppeldruck ist nicht 
oder eingeschnittener Schrift geben Siegelmarken. | nur nützlich des Farbeneflektes wegen, sondern 
Durch Unterbrechung einzelner Linien kann man, wie | auch, weil damit das lästige Einflicken der Schrift in 
am Kopfe dieser Abteilung (Fig. 9) gezeigt worden ist, | die schmalen Streifen fortfällt. 

Zierfiguren schaffen und diese mit Schriftsatz in Ver- 
bindung bringen oder als Unterdruck verwerten. 





Fig. 10. Verwertung von Kreisen im Messerholzschnitt. 


Im Messerholzschnitt ist die Zerteilung von Kreisen 
móglich nach Fig. 10. Man schneidet aus dem vollen 
Kreise die schraffierten Stücke heraus und passt die 
übrig gebliebenen Teile a b ce in gerader Richtung 
aneinander, wodurch ein Band entsteht. Die Stücke 
werden zu diesem Zwecke vom Fusse abgelöst und 
in der Neuform aneinander geleimt. Man kann ferner 
Kreise in gerade Linien auslaufen lassen (d in Fig. 10 
und Fig. 11), man kann — ja was kann man nicht 





Fig. 12. Exzentrische Kreise. 


Durch Verändern des Mittelpunktes kann man in 
Spitzen auslaufende Kreisbogen (Fig. 13) in Form einer 
Mondsichel mit dem Kreisschneider herstellen. Solche 
und andere Kreisfiguren kann manin Messerholzschnitt 
durch Schraffieren oder Punktieren noch feiner ver- 
laufen lassen, dieselben auch wohl mit andern in die 
Figuren hineinragenden Teile verbinden (Fig. 14). 
Dem fáhigen Accidenz-»Former« eróffnet sich hier 
eine weite Perspektive. 





Fig. 11. Benützung von Kreisteilen. 


alles mit Kreisen machen. Deren Anwendung ist schier 
unerschöpflich. Nur noch eins möge hier gesagt sein. 
Wer Kreisfiguren schaffen will, der stelle dieselben 
zuvor genau auf Papier her. Das ist eine leichte Mühe, 
die nicht nur ein genaues Bild dessen gewährt, was 
man will, sondern auch Fehlschläge verhütet. 


— — — — — — — — — — — — — — — — —— — — — — —— — mm, — — —— — —— —— 





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Auf einer amerikanischen Drucksache sah ich Fig. 13. Fig. 14. 
kürzlich exzentrisehe Kreise wie Fig. 12 zu einem In Spitzen auslaufender Exzentrische, teilweise punktierte 
o Kreisbogen. Kreise, mit Querstab. 
Prospekt verwandt. Inmitten des starken kleinen 
Kreises war eine Maschinenabbildung abgedruckt und Dass man endlich ineinander greifende, durch- 


in den Räumen a—c hatte man kurze Empfehlungen | gesteckte Kreise allein oder mit Linien u. dgl. verbunden 
dieser Maschine untergebracht. Die Kreise waren | mit Hilfe des Kreisschneiders zu fertigen vermag, wird 





225 


Figur 15 bezeugen. Zur Herstellung solcher ver- 
wickelter Figuren gehört allerdings etwas Geduld. 
Auch im Anzeigensatz mangelt es nicht an 
Gelegenheit, Kreise anzubringen. Entweder man 
benutzt einfache breitliniege Kreise wie den fetten 
Kreis in Figur 12 zum Einsetzen von Schrift, oder man 
verbindet eine andere Figur, z. B. ein nur mit den 
Spitzen hervorragendes Quadrat, mit dem Kreise. 
Damit letzterer niehts an Eindruck verliere, was 





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Fig. 15. Sich schneidende Kreise. 


geschehen würde, wenn man andere kräftige Figuren 
an oder um den Kreis ohne weiteres anordnen wollte, 
schwächt man deren Wirkung durch Schraffieren 
oder Punktieren ab. Durch scharfen Wechsel von 
Licht und Sehatten kann man auf diese Weise sehr 
wirksame Figuren erzeugen (Fig. 16). 





Fig. 16. Reklamefigur. 


Da im Anzeigensatze zunächst zusammen- 
hängende Flächen von Schwarz wünschenswert sind, 
um den Text eines angenommenen Inserates von dem 
übrigen Inhalte der Anzeigenseite entschieden abzu- 
sondern, so kann der Kreis vielfach als weisses Feld 
zur Aufnahme des Schriftsatzes dienen. Man schneidet 
also in ein Viereck bestimmter Grösse ein weiss 
bleibendes Kreisfeld hinein, lässt demnach nur die 
Umgebung des Kreises schwarz stehen. 


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Anleitung zum Linienbiegen. 





226 


Zeitungen sind keine Bilderbiicher. Wenn ein 
Schuhmacher sein Inserat mit einem Stiefel, ein 
Hutmacher mit einem Hute, ein Uhrmacher mit einer 
Taschenuhr zum Zwecke grösserer Auffälligkeit ver- 
sehen haben will, so genügt schon die äussere Form 
des Stiefels, des Hutes, der Uhr, — die genaue 
Wiedergabe von Einzelheiten dagegen, wie z. B. der 
Ziffern in der Uhr, ist bei Dingen, die jedermann kennt, 
höchst überflüssig, es handle sich denn um Neuigkeiten. 
Man kann den freien Raum in solchen Figuren zur 
Anordnung des Textes benutzen, wie dies in Figur 17 
geschehen ist, und man hat ausserdem erreicht, dass 
mit dem Bilde sofort auch die Schrift auffällt und so 
lange in der Erinnerung haftet wie jenes. Diesen 
Idealzustand sollte man in allen Reklamedrucksachen 
herbeizuführen suchen. 


Damen- 
Uhren 


in 
grosser 
Auswahl. 





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Fig. 17. Kreise im Anzeigensatz. 


Blicken wir aufdas Vorstehende zurück ‚so finden 
wir das Recht des Kreisbiegens auf diejenigen Fälle 
beschränkt, in denen hart an das Bild der Kreise Satz- 
teile stossen sollen. Alleinstehende Kreise oder Kreis- 
systeme wird man besser mit dem Kreisschneider 
anfertigen. Vielleicht kann man da, wo hohe Bildschiirfe 
feiner oder doppelfeiner Kreislinien Bedingung ist, dem 
weichen Holz die Messinglinie vorziehen, wohl auch 
Linienkreise fúr háufig vorkommende Figuren her- 
stellen. Das alles entscheidet sich in der Praxis. 
Gewiss ist, das der verstiindige Accidenzer im Kreis- 
schneider eine ausserordentlich wichtige Hilfe findet — 
móge er davon weisen Gebrauch machen. 

(Fortsetzung folgt.) | 


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Ein neues Numerierverfahren. 


228 





Ein neues Numerierverfahren. 


Patentiert in Deutschland und in Osterreich-Ungarn. 


qa von den bisherigen abweichende, sich für 
Massendruck besonders eignende Numerier- 
vorrichtung hat der Faktor Herr Leopold Kucharz 
in Brünn ersonnen und gibt von derselben in dem 
neuesten (7.) Hefte der »Typographischen Neuigkeiten « 
der Schriftgiessereien Ben). Krebs Nachfolger in Frank- 
furt a. M. und Poppelbaum in Wien, welch genannte 
Firmen die Ausführung sowohl als auch den Vertrieb 
übernommen haben, eine ausführliche Darstellung. — 
Die sehr praktische Idee wird einem gefühlten Mangel 


erforderlichen Entfernungen voneinander ausge- 
schlossen. Das am Ende des Stabes angebrachte 
Winkelstück mit Schraube dient zum Festhalten von 
Ziffern und Ausschluss. Ein Herausfallen von Ziffern 
und Spatien ist infolge Einpassens derselben in die 
Falznut der Stäbe nicht möglich und kann selbst beim 
zäpfchenlosen Ausschluss nicht vorkommen, indem 
der Andruck des Verschlussstückes, sowie der Halt 
jeder einzelnen Ziffer dies verhindern. 

Soll nun eine Arbeit mit Hilfe der Stäbe numeriert 
werden, so versieht man die für die betreffende Arbeit 
nötige Anzahl von Stäben mit Ziffern in den erforder- 
lichen Zwischenräumen (Fig. 5), überzeugt sich, 
eventuell auf einem gemachten Bürstenabzuge, ob sich 


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. Werk- und Accidenzpapiere. | 
Telephon No. 180. 





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FLINSCH, LEIPZIG. + || 








Briefkopf, Originalsatz von Fischer & Wittig in Leipzig. 


abhelfen und scheint berufen zu sein, die sehr kost- 
spieligen Numeriermechanismen fiir Massendruck 
nicht nur zu ersetzen, sondern dieselben in mancher 
Beziehung sogar zu übertreffen. Im Nachfolgenden 
geben wir eine Skizze der Erfindung. 





Fig. 4. 


Petitstarke Messingstäbe von Zi Cicero Höhe 
und 100 Cicero Länge sind mit einer Nut von der 
in Fig. 1 veranschaulichten Form versehen; in diese 
Nut werden die nach Fig. 2 eigenartig ausgeklinkten 
. Ziffern eingeführt und mit Hilfe der in Fig. 3 und 4 
abgebildeten Spatien (1'/, 2,3 und 4 Punkte) und 
Ausschlussstiicke (1, 17/2, 2 und 3 Cicero) in den 


keine falsche Ziffer eingeschlichen hat und schreitet 
sodann an das Setzen der Druckform. Die in Fig. 6 
abgebildeten Bleiunterlagen von 20 Cicero Länge 
bringen die Stäbe auf Schrifthöhe und werden zu 





Fig. 5. Fig. 6. 


diesem Behufe jeder beliebigen Höhe angepasst 
geliefert. Infolge des Umstandes, dass die Stäbe nicht 
Schrifthöhe haben, ist das Hantieren mit denselben 
viel bequemer gemacht ; werden die Unterlagen durch 
Einlegen eines nicht zu schwachen Papierstreifens 
erweitert, so dass die Stäbe seitlich nicht allzusehr 


229 


eingeklemmt werden, dann kann das Wechseln der 
Stábe ohne vorheriges Aufschliessen der Form ge- 
schehen und durch den betreffenden Drucker oder 
Maschinenmeister selbst besorgt werden. Der Vorgang 
beim Mutieren bedarf keiner náheren Erklárung, 


nachdem er derselbe ist wie bei einer Ziffernform 


gewöhnlicher Art; der Unterschied besteht darin, dass 
bei letzterer jede Ziffer einzeln geändert werden muss, 
bei Benutzung der Numerierstäbe dagegen jede beliebige 
Anzahl untereinander stehender Ziffern mit einem 
Griffe entfernt und durch andere Ziffern ersetzt werden 


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Ein neues Numerierverfahren. 


230 


Grössen anzuschaffen und so allen gestellten An- 
forderungen nachzukommen. Gelangen breitere Ziffern 
als die Stäbe selbst zur Verwendung, so hängen 
dieselben nach beiden Seiten des Stabes über und 
wird der infolge dessen zwischen den einzelnen Stäben 
samt ihren.Unterlagen entstandene Raum ganz ein- 
fach mit Durchschuss, bez. Regletten etc. ausgefüllt. 

Die Ziffern selbst werden von Nonpareille ange- 
fangen in jeder beliebigen Grösse geliefert und sind 
die kleinen Grade auf Cicerokegel gegossen. Die 
Nonpareilleziffern erscheinen mit ungefähr 4/4 Petit 





Satzform mit Ziffernstäben. 


kann. Das Ändern einer ganzen Ziffernreihe nimmt 
kaum mehr Zeit in Anspruch als das Mutieren einer 
einzelnen Ziffer beim gewöhnlichen Typendruck; 
hierzu tritt noch der grosse Vorteil des gänzlich 
fehlerfreien Numerierens, während bei gewöhnlichem 
Zifferndruck durch Ergreifen einer falschen Ziffer 
oder durch Verstecken etc. bekanntlich sehr oft 
Fehler entstehen. 

Eine sehr geringe Mühe, ausserdem aber grosse 
Zeitersparnis verursacht die Kontrolle der numerierten 
Auflage ; man braucht hierbei entweder blos die oberste 
oder die unterste Zahl des Bogens nachzusehen, da 
nach dieser die übrigen Zahlen des betreffenden Bogens 
unbedingt richtig sein müssen. 

Es ist ferner die gewiss sehr vorteilhafte Ein- 
richtung getroffen, ein und dieselben Stäbe samt 
Ausschluss und Spatien für sämtliche Zifferngrössen 
verwenden zu können, wodurch jedermann in der 
Lage ist, mit geringen Mitteln Ziffern verschiedener 


durchschossen. Sollen Punkte, Komma, Worte, 
Nummern- oder andere Zeichen zugleich mit den 
Ziffern gedruckt werden, so geschieht dies durch Ein- 
setzen und Ausschliessen an oder zwischen die 
betreffenden Stäbe und wird das hierzu erforderliche 
Letternmaterial aus den Vorräten der betreffenden 
Druckerei entnommen. Dass die aus bestem Hartmetall 
gegossenen und infolge ihrer sehr gedrungenen Form 
unzerbrechlichen Ziffern saubersten Druck liefern, 
ist selbstverständlich. Ein uns zugesandter Stab 
samt Ziffern, Ausschluss und Spatien gibt Zeugnis 
von der gediegenen Arbeit und Dauerhaftigkeit dieses 
neuen Numeriermaterials. An diesem Stabe machten 
wir auch die Wahrnehmung, dass der Schrauben- 
verschluss durch einen einfacheren, praktischeren 
und dauerhafteren Keilverschluss, der an beiden Enden 
des Stabes angebracht ist, ersetzt wurde. — 

Mit grossem Vorteile, besonders bei umfang- 
reichen Arbeiten, lassen sich die Stäbe zur soge- 


231 Ein neues Numerierverfahren. 232 


nannten Dezimal-Numerierung verwenden, welche 
zwar doppelten Druck erfordert, die Zahl der Muta- 
tionen jedoch auf ein geringes Mass reduziert, ganz 
abgesehen davon, dass hierbei eine geringere Anzahl 
von Stäben genügt. Wir wollen die Ausführung der 
Dezimal-Numerierung an einem Beispiel erklären. 

Angenommen, es wäre eine Auflage von 50 000 
Kouponbogen fortlaufend zu numerieren, jeder Bogen 
enthielte 60 mit gleichen Zahlen zu versehende Kou- 
pons, je 20 untereinander in 3 Reihen geordnet ; macht 
im Ganzen 50 000 * 60 — 3000 000 zu numerierender 
Felder. Zu dieser Arbeit werden von jeder Ziffer 
(1—0) 6 Stäbe zusammengestellt. Nachdem die 
Druckform hergerichtet und die Auflage in 100 Lagen 
zu je 500 Bogen abgezählt worden ist, werden sämt- 
liche benötigte Einer und Zehner in folgender Weise 
vorgedruckt: je 500 Bogen mit 00, 01, 02 u. s. f. 
bis 99; macht im Ganzen 100 Anderungen zu 500 
Bogen. Nun werden die 100 Lagen in der Weise zu- 
sammengetragen, dass man 500 Lagen erhált. jede 
Lage die Ziffer 01—OO enthaltend; beim Zusammen- 
tragen wolle darauf geachtet werden, dass 01 unten 
zu liegen kommt, damit beim Zudrucken der Hun- 
derter und Tausender die Bogen gleich in der richtigen 
Weise ausgelegt werden. Der Zudruck beginnt mit 
000, sodann folgt O01 u. s. f. bis 500. Selbstver- 
stándlich kann auch ohne vorgesetzte Nullen ge- 
druckt werden. Vorstehende Arbeit erfordert im 
Ganzen blos 600 rasch ausfiihrbare Mutationen, 
wáhrend bei gewóhnlichem Ziffernsatz, trotz Dezimal- 
Numerierung, nicht weniger als 36 000 Zahlen- 
änderungen vorzunehmen wären. Hier der immense 
Zeitverlust durch den längeren Stillstand der Maschine 
bei jeder Änderung und die leichte Möglichkeit eines 
Ziffernfehlers, bei den Numerierstüben dagegen die 
grosse Zeitersparnis und giinzlich fehlerloser Ziffern- 
druck! Das Einlegen muss bei Dezimal-Numerierung 
selbstverstándlich mit Sorgfalt geschehen, damit der 
Zudruck zum Vordrucke genau passe und haben die 
Stábe hierbei den Vorteil, dass die Ziffern selbst bei 
ungleichmássigem Zuschliessen der Form nicht aus 
ihrer Lage gebracht werden kónnen. — 

Wenn es bisher keine Vorrichtung gab, eine 
beliebige Anzahl auf einem Bogen sich befindlicher 
gleichartiger Arbeiten, z. B. Entréebillets ete., bei 
einem Druck mit fortlaufenden Zahlen versehen zu 
können, so ist das Mittel hierfür in den Numerierstäben 
geboten. Obgleich sich die beste Art der Zusammen- 
stellung der Stäbe, bezw. Ziffern, für jeden einzelnen 
Fall in der Praxis leicht ergeben wird, so führen wir 
doch ein Beispiel im Nachstehenden an. — Ange- 
nommen, es wären 100000 Billets o. dgl. fortlaufend 
zu numerieren und befänden sich auf einem Bogen 


20 Stück in zwei Gruppen zu je 10 Stück =: 5000 Bogen. 
Da die gewóhnliche Art der Numerierung keiner 
näheren Erklärung bedarf, so wollen wir das vor- 
stehende Beispiel gleichfalls nach dem Dezimalsysteme 
ausführen, wozu die Stäbe in folgender Weise mit 
Ziffern versehen werden: 


1 0123456789 123456789 0 
2 0123456789 123456789 0 
3 0123456789 123456789 0 
4 0123456789 1231456789 0 
5 0123456789 133456789 0 
6 0123466789 123456789 0 
7 01234068789 123456789 0 
8 0123456789 125456789 0 
9 0123456789 123456789 0 
0 1234567890 123456789 0 
2mal abcdefghik  vonjederZiller 4Stábe 6mal 


Nachdem die Auflage in 50 Lagen zu je 100 
Bogen abgezáhlt worden, werden die Einer, Zehner 
und Hunderter in folgender Weise vorgedruckt: Jeder 
einzelne Bogen der ersten Lage erhält die Zahlen 001 
bis 020, der zweiten Lage in derselben Weise 021 
bis 040 und so fort bis zur 50. Lage, deren jeder 
einzelne Bogen die Zahlen 981 bis (1)000 bekommt. 
Hierauf werden die 50 Lagen zusammengetragen, 
auf welche Weise man 100 Lagen zu je 50 Bogen 
erhält; jede einzelne der 100 Lagen enthält die vor- 
gedruckten Zahlen 001 bis (1)000. Nun werden 
die Tausender zugedruckt. Da wir Nullen vorsetzen 
und unsere hóchste Zahl (100 000) sechsstellig ist, 
so werden in die Form je 3 Nullstábe eingestellt und 
die ersten 49 Bogen der ersten Lage gedruckt ; nach- 
dem die letzte Zahl des 50. Bogens mit 001000 zu 
enden hat, so wird anstatt des dritten Nullstabes Stab 
a eingestellt; die ersten 49 Bogen der zweiten Lage 
erhalten 001 zugedruckt, beim 50. Bogen (letzte Zeile 
neues Tausend!) anstatt des dritten Stabes Stab b 
eingestellt. So geht es in gleicher Weise fort bis zur 
100. Lage, deren erste 49 Bogen die Zahl 99 zuge- 
druckt erhalten, während die letzte Zahl des 50. 
Bogens mit 100 000 zu schliessen hat. 

Erforderlich sind im Ganzen blos250 Änderungen, 
und zwar 50 für die Einer, Zehner und Hunderter, 
200 für die Tausender. In ähnlicher Weise verfährt 
man bei 15, 20 oder mehr untereinander stehenden 
Zahlen. 

Hat man für eine grössere, aus mehreren Gruppen 
bestehende Arbeit eine genügende Anzahl von Stäben 
nicht zur Verfügung, so dass sämtliche benötigten 
Stäbe auf einmal nicht zusammengestellt werden 
könnten, so druckt man jene, aus mehreren gleichen 
Ziffern bestehenden Zahlen zum Schlusse, die er- 
forderlichen Stäbe aus den nicht mehr benötigten 
neu zusammenstellend, oder lässt die betreffenden 
Bogen zweimal durch die Maschine gehen. 


233 


Beim Druck auf der Handpresse kónnen die 
Stabe auch zur Einzel-Numerierung beniitzt werden. 
Man versieht zu diesem Ende 3, 4 oder mehr Stäbe 
(je nachdem die hóchste zu numerierende Zahl 3-, 4- 
oder mehrstellig ist) mit Ziffern von 1—0, 


I 








haltens angeschoben werden müssen, mit 
. eingeschlossen, und geschieht das Fort- 
015* ändern der Zahlen durch einfaches Ver- 
schieben der betreffenden Ziffern. Im 

2 Rähmchen der Handpresse wird selbst- 
[a verständlich der Raum nur einer Zeile 

: ausgeschnitten und am Deckel mit einem 
66 Stiickchen Glanzpappe unterlegt, damit 


15 ohne in dieselben irgendwelchen Aus- 
| i3! 43 schluss mit einzusetzen. In die Druckform 
f Æ wird die den Stüben beigegebene, in einer 
e | Charniére liegende Querleiste, an welche 
Z| | die zu druckenden Ziffern behufs Zeilen- 














| E g der Druck nur auf diese eine Zeile wirke. 
2! 99 Die nebenstehende Skizze diene zum 
.0| 00, besseren Verständnis. 





Schriftprobenschau. 


e: der gewohnten eleganten Ausstattung hat die 
Firma J. Œ. Schelter Æ Giesecke kürzlich ein 
neues Heft, das dritte des vierten Bandes, ihrer Typo- 
graphischen Mitteilungen herausgegeben. In einfach- 
schönem Umschlag enthält dasselbe zunächst auf der 
ersten Seite das Porträt des am 25. Juli 1889 ver- 
storbenen Herrn Bernhard R. Giesecke und bringt dann 
kurze Aufsätze über die Ligaturen, deren Vereinfachung 
empfehlend, über Wetters Numeriermaschine sowie 
über einige neue Utensilien für den Druckereibetrieb. 
Auf fünf Doppelblättern, davon zwei in fünffarbigem 
Druck, folgen dann eine grosse Zahl mustergültiger 
Anwendungen der von der herausgebenden Firma in 
den letzten Jahren geschaffenen Vignetten für alle 
nur denkbaren Drucksachen. In diesen Anwendungen 
kommt auch das reiche Material der Firma an Linien, 
Einfassungen, Titel- und Zierschriften in wirkungs- 
voller und empfehlender Weise zur Vorführung. Dem 
Accidenzsetzer ist in diesen Blätter ein reicher Schatz 
vorzüglicher Satzmuster geboten. Endlich enthält 
das Heft auf 11 Folioseiten die vom Hause Schelter 
« Giesecke in den letzten Jahren herausgegebenen 
neuen Schriften, welche zum gróssten Teil unsern 
Lesern bereits durch Abdruck im Archiv bekannt 
sein werden. So bietet denn das Heft einen neuen 
Beweis von dem Streben der Firma, dem Buchdrucker 
stets nur gutes und praktisch verwendbares Material 
zu liefern; dass dieses Material auch in seiner tech- 


Schriftprobenschau. 


234 


nischen Ausfiihrung von hoher Vollkommenheit ist, 
ist eine jedem Buchdrucker bekannte Thatsache. — 

Unter dem Titel Wiener Typen gab die k. k. Hof- 
Schriftgiesserei Brendler & Marklowsky vor Jahres- 
frist das erste Heft einer einheitlich ausgestatteten 
Probe ihrer neuen Erzeugnisse heraus und lüsst nun 
das zweite Heft folgen. Schon das erste Heft enthielt 
eine Menge hervorragender Erzeugnisse, welche sich 
inzwischen in vielen Druckereien eingebürgert haben, 
wir erinnern nur an die unsern Lesern aus dem 
Archiv bekannte Wiener Mediaeval Kursiv und die 
halbfette Wiener Mediaeval. Das zweite Heft steht 
dem ersten in keiner Beziehung nach. Aus dem reichen 
Inhalte an Schriften erwähnen wir nur eine Wiener 
Kurrentschrift (eine sehr elegante Fraktur-Schreib- 
schrift), eine franzósische Schreibschrift in Mediaeval- 
charakter, eine breite fette Antiqua »Mammut«, eine 
zierliche »Brahma-Grotesque«, eine Inserat-Kursiv 
und eine halbfette Perl Fraktur; ferner gotische 
und altdeutsche (Kanzlei) Initiale. Ausserdem finden 
wir mehrere Reiheneinfassungen, Untergrundmuster 
und eine Einfassungsserie grossen Stils, die » Maurische 
Einfassung«. Diese letztere ist ein hervorragendes 
Erzeugnis der Schriftgiesserei und wird sich zum 
kunstgerechten Schmuck von Arbeiten grósseren 
Formats ganz vorzúglich eignen. — Die Ausstattung 
der Hefte in Satz und Druck ist eine ausgezeichnete 
und macht der »St. Norbertus- Druckerei« in Wien 
alle Ehre. — 

Die Schriftgiesserei Ludwig & Mayer setzte uns 
in die angenehme Lage, unsere Leser wieder mit 
einigen Erzeugnissen dieser rührigen Firma bekannt 
machen zu können. Zunächst bringen wir aus einer 
reichen Kollektion landschaftlicher Vignetten eine 
kleine Auswahl zum Abdruck. Die flotte Zeichnung 
dieser Bildchen wurde durch Autotypie in geeigneter 
Weise für den Buchdruck reproduzirt und die ab- 
gegebenen Galvanos sind. von anerkennenswerter 
Güte. Diese Vignetten werden stets einen eleganten 
Schmuck der damit ausgestatteten Drucksache bilden. 
Die Rondine genannte Schrift wird sich besonders 
auch wegen der leicht und schwungvoll gezeichneten 
Versalien viele Freunde erwerben und in modernen 
Accidenzien gern und mit Erfolg verwendet werden. 
Auch als Initiale zu andern entsprechenden Schriften 
werden die Versalien sich ganz vorzüglich eignen 
und wird somit die Anschaffung der Schrift sich jeden- 
falls reichlich lohnen. Im fernern bringen wir zwei 
jetzt fertiggestellte grössere Grade einer von uns 
früher veröffentlichten schmalen Etienne, welche die 
gleichen Vorzüge der kleineren Grade aufweisen und 
so eine willkommene Ergänzung dieser Schriftgarnitur 
bilden. — 


235 


236 


Schriftprobenschau. : 


Die Aktiengesellschaft für Schriftgiesserei und 
Maschinenbau (vormals Huck & Co.) sendet uns als 
neuestes Originalerzeugnis ihres Hauses eine Barock- 
Einfassung (Serie 66), deren einzelne Figuren wir 
nachstehend zum Abdruck bringen: 





Die zierliche und zarte Zeichnung aller dieser 
Figuren lässt die Einfassung für Arbeiten, welchen 
eine gefällige Ausstattung gegeben werden soll, recht 
geeignet erscheinen. Die Figuren 1—9 bilden je zwei 
Reiheneinfassungen auf Nonpareille- und Cicerokegel. 
Während sich Figur 6 und 7 wegen ihrer fast zu 
zarten Zeichnung nur für Arbeiten kleineren und 
kleinsten Formats eignen, werden sich 1—3 neben 
einer solchen Verwendung auch als Begleitformen 
in grösseren, derberen Umrahmungen recht wirkungs- 
vollerweisen. Ähnlich verhält es sich mit den Cicero- 
einfassungen 8—9 und 4—5, indem erstere klare und 
deutliche, letztere aber verschwommenere Formen 
aufweisen, worauf bei ihrer Verwendung ebenfalls 
Rücksicht zu nehmen sein wird. Durch geschickte 
Anordnung von begleitenden Linien lässt sich die 
Wirkung dieser Einfassungen wesentlich erhöhen. 

Die Figuren 10—12 sind als Spitzen, als äusserer 
oder innerer Abschluss von Einfassungen von guter 
Wirkung, besonders wenn sie zur Verbindung der 
aus den folgenden Figuren der Serie zu bildenden 
Ecken und Mittelstücke verwendet werden. 

Zur Bildung von Eckenaufsätzen eignen sich 
zunächst die Figuren 13—14 mit 4 als Eckstück und 
dann 25—28 mit 17 als Eckstück: 





Ausser den Figuren 29 und 32 lassen sich aus 
20—21 und 25—28 als Seiten- und eine der Figuren 


15, 16, 18. 19, 22—24 als Mittelstücke sehr schöne 
Aufsütze für die Mitte von Rahmenkompositionen 
oder sonst geeigneter Verwendung bilden: 





Wie die Verbindung dieser Mittelstücke mit den 
Ecken durch die Figuren 10—12 gemeint ist, mag 
das folgende Beispiel zeigen: 





Die noch übrig bleibenden Figuren 30 und 31 
sind zur Bildung reicher Umrahmungen bestimmt, 
in gleicher Weise lassen sich aber auch die oben als 
Mittelstücke bezeichneten Figuren 16, 18. 22 und 24 
verwenden. Der Zeichnung am besten entsprechend 
wird es sein, wenn man diese Figuren nur an ihrer 
Fussseite mit weiterem Zierrat verbindet, die Spitzen 
aber frei auslaufen lasst: 






5 Ap BZ 


AS f A Ay) ) 
NARBE KYOU IMRAN 
f A "Ne YS DIC po so nl er 
E E E em em 





= TE es? x LN AG 


Die auf dem Probeblatt der Giesserei beliebte 
Verwendung mit beiderseitiger Linienbegrenzung 
will uns weniger gefällig und korrekt erscheinen: 














Selbstverständlich ist die Verwendbarkeit der 
Einfassung mit den hier gegebenen Beispielen nicht 
erschöpft; wir konnten nur auf das Wichtigste hin- 
weisen und wollen das Weitere dem denkenden Setzer 
überlassen, er wird aus dem vorliegenden Material 





Rondine^ von Ludwig & Mayer in Frankfurt a. M. 


Text No. 890. Min. 6 kg à M. 6,80. 


Kia ssische Mythologie A (Z & G Justin te Gncyhlopüdie 


2 Cicero No. 891. Min. 9 kg à M. 6,50. 


B I) ej Pationale Kunst-.Ausstellung b K Te 


Doppelmittel No. 892. Min. 10 kg á M. 6,10. 


SJohannis- Fest LO p Derbst-lusflug 


3 Cicero No. 893. Min. 12 kg a M. 5,80. 


R Der O Ohüringer ald 5 


Schmale Etienne von Ludwig € Mayer in Frankfurt a. M. 


8 Cicero No. 905. Min. 10 kg a M. 5,50. 


Deutsche RENAISSANCE Nürnberg 


4 Cicero No. 906. Min. 12 kg à M. 4,80. 


25 BURG Schwerin CHUR 30 


239 


nochmanche dankbare Form bilden kónnen. Bemerken 
móchten wir, dass uns diese Einfassung allerdings in 
auffälliger Weise an bereits Vorhandenes erinnert. — 
Die Rudhardsche Giesserei sendet uns eine 
Garnitur Naturalistische Initiale, aus welcher wir 
nachstehend eine Probe zum Abdruck bringen: 





Für die auch im Buchdruck immer beliebter 
werdende naturalistische Verzierungsweise und durch 
die grosse Verbreitung der in neuester Zeit so zahl- 
reich geschaffenen naturalistischen Vignetten und 
Einfassungen sind in gleicher Weise geschmückte 
Initiale zum Bedürfnis geworden und jedes neue 
Erzeugnis dieser Art hat, sofern es gut ist, Aussicht 
auf besten Erfolg. Von den vorliegenden Initialen, 
die auch in einem kleineren Grade auf 6 Cicero, 
Buchstabenbild 4 Cicero, vorhanden sind, kann nun 
gesagt werden, dass sie in ihrer Art sehr gut gelungen 
sind; sie werden deshalb ohne Zweifel den Beifall 
aller der naturalistischen Richtung huldigenden Buch- 
drucker finden und dann mit dazu beitragen, die 
Erzeugnisse dieser Richtung immer mehr einheitlich 
auszustatten und kunstgerecht zu schmiicken. Die 
Initiale werden in vorziiglichen Galvanos auf Holz- 
und Zeugfuss geliefert und sind auch in bezug auf 
System und Liniehalten recht exakt gearbeitet. 


Satz und Druck unserer Probeblatter. 


MR, Blatt Q bringen wir zwei mit einfachen 
Mitteln originell ausgestattete Adresskarten. Das 
Ziermaterial der obern Karte besteht aus einer Non- 
pareille-Einfassung von Woellmer, Ecken und Mittel- 
stücken von Ludwig d Mayer und kleinen figürlichen 
Zierstücken aus der Phantasie-Einfassung der Rud- 
hardschen Griesserei. Die Schilder auf der untern Karte 
wurden aus einer Einfassung von Flinsch gesetzt. 
Von den verwendeten Schriften lieferten Scheller & 
Giesecke: E. Brasser, 6 Pf. etc.; Krebs: Zigarren etc.; 
Brendler € Marklowsky: Brazil ete.; Ludwig & Mayer: 
18, Leipzig, Kreuzburg, Industrie; Flinsch: Actien- 
gesellschaft, auf eine, Waschmaschinen; Genzsch & 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


24) 


Heyse: Hainstrasse, Laufende; Roos d: Junge: Be- 
leuchtungsapparate. Gesetzt wurden diese Karten 
nach einem Entwurf unseres Mitarbeiters Hermann 
Hoffmann in Berlin. 

Den zum Druck des Blattes verwendeten Braun- 
lack mit Zusatz von etwas Violett lieferte Hermann 
Gauger in Ulm, der Chamoiston wurde aus Terra 
sienna und Glanzweiss von Berger de Wirth in Leipzig 
mit Zusatz von etwas Braunlack gemischt. 

Bei Ausfúhrung unseres Blattes T, eines Circulars, 
hielten wir uns in der Anordnung der den Papier- 
rand schmiickenden fliegenden Schwalben und der 
Landschaft an eine Arbeit von Ramm dæ Seemann 
in Leipzig aus dem letztjáhrigen Musteraustausch des 
Deutschen Buchdruckervereins, während die Aus- 
stattung des eigentlichen Circulars nach eigenem Ent- 
wurfe ausgeführt wurde. Von dem verwendeten 
Material erhielten wir die Klischees der Schwalben 
und der Landschaft von Ramm «€ Seemann, die 
Vignette (Gebirgslandschaft) innerhalb des Rahmens 
von Schelter d: Giesecke, welche auch die Spitzen 
lieferten. Die schöne 3-Cicero-Einfassung ist eine der 
von Nies Nachfolger nach Originalen der Deutschen 
Reichsdruckerei geschnittenen Einfassungen, ss ent- 
nahmen wir der Franklin-Einfassung von Woellmer 
und die Schrift (Gutenberggotisch) erhielten wir von 
Bauer æ: Co. Die zu dem Golduntergrund verwendeten 
Messing-Musterlinien erhielten wir von Gebr. Brandt 
in Quedlinburg. 

Gedruckt wurde das Blatt mit Blau, Sammt- 
braun und einem graublauen, mit Glanzweiss ge- 
mischten Ton, sämtlich von Berger & Wirth in Leipzig. 

Die Beilage U, eine elegante Geschäftsempfehlung, 
wurde nach einem Titel von Schelter € Giesecke aus- 
geführt, welche Firma uns auch die Platten bereit- 
willigst zur Verfügung stellte. Die Schrift »Jaquets« 
und »Mäntel« samt Initial erhielten wir vom selben 
Hause, während die Schriflen zu »für die« ete. und 
»Leipzig« von Flinsch, Initial H und G und »Peters- 
strasse« von Gronau, »(H)ermann« von Genzsch & 
Heyse geliefert wurden. 

Von den verwendeten Farben erwähnen wir: 
Blaulack von Hermann Gauger in Ulm, Achatrot und 
Chamoiston von Berger d: Wirth in Leipzig. 


Leitsehriften- und Bücherschau. 


— Meisterwerke der Holzschneidekunst aus dem Gebiete 
der Architektur, Skulptur und Malerei. Dreizehnter Band. 
Preis jeder Lieferung 1 M. Verlag von J. J. Weber in 
Leipzig. Von den bekannten Meisterwerken der Holz- 
schneidekunst liegen uns die ersten 6 Hefte des dreizehnten 
Bandes vor, welche auf 44 Tafeln in Grossfolioformat eine 


241 Zeitschriften- und Biicherschau. — Mannigfaltiges. 


242 








erstaunliche Fülle künstlerisch und  kunstgeschichtlich 
sehr wichtiger und interessanter Werke darbieten. Der 
Wanderung durch ein mit ausgesuchten Schópfungen der 
Skulptur und Malerei ausgestattetes Museum vergleichbar, 
erweist sich die Betrachtung der in diesen Heften ver- 
einigten mustergültigen Holzschnitte, deren vorzügliche, auf 
der Hóhe der modernen Technik stehende Herstellung eine 
Spezialitát der bekannten Verlagsfirma ist. Wie dort, so 
mischen sich hier, und zwar in treuer Wiedergabe, bald 
erhabene, bald anmutige Gestalten, welche die Bildnerhand 
dem spróden Erze oder keuschen Marmor abzuringen wusste, 
mit Darstellungen müchtiger Geschehnisse, wie sie die vom 
Genius befruchtete Phantasie grosser Geschichtsmaler noch- 
mals aus sich heraus gebar. Wie dort, reihen sich auch 
hier an packende Vorführungen des Genre, worin besonders 
glückliche Belauscher der Volksseele den Schatz ihrer 
Erfahrungen niederlegten, kóstliche Schilderungen tier- und 
landschaftsmalerischer Art, welche wiederum Tiefeinge- 
weihte der Natur der Leinwand anvertrauten. Und dass 
schliesslich auch die Architektur sich mit etlichen Vor- 
führungen ihrer neuesten Monumentalbauten würdig an 
besagtem Wettkampf beteiligt, entspricht durchaus deren 
altgeübter Führerschaft im Schwesterbund der holden 
Künste. Die Meisterwerke der Holzschneidekunst bilden 
ein Museum im Kleinen, das in keinem deutschen Hause 
fehlen sollte, wo man Sinn für edle Kunstschópfungen hat. 
Die Ausstattung des Werkes ist, wie bekannt, vornehm 
und gediegen, der Preis erstaunlich billig. 

— $ The American Dictionary of Printing and Book- 
making (Encyklopädisches Wörterbuch der graphischen 
Künste. Erste Lieferung. Die Redaktion des Fachblattes 
»American Bookmaker«, Howard, Lockwood & Co., 
126—128 Duane Street, in New-York gibt unter obigem 
Titel ein Fachwerk heraus, dessen Inhalt in erklärenden, 
mit zahlreichen Illustrationen versehenen Ausführungen 
die gesamten technischen Ausdrücke und alle in die 
graphischen Fächer einschlagenden Artikel und Wortkom- 
binationen der englischen, deutschen, französischen und 
italienischen Sprache vereinigt. Das Werk verkörpert eine 
vorzügliche Idee insofern, als es in klarer, durch die 
zahlreichen Abbildungen verstándlicher Weise eine deutliche 
Terminologie entwickelt. Der Bezug des Werkes ist vor 
der Hand allerdings nur in folgender Weise ermöglicht: 
Dasselbe wird den auf obiges Fachblatt für die drei 
kommenden Jahre subskribierenden Abonnenten gratis ver- 
abfolgt in der Weisé, dass dem Blatte periodisch eine 
der Quartalslieferungen des Werkes beigelegt wird. Der 
Subskriptionspreis auf das Fachblatt »American Bookmaker« 
inhaltlich des »Dictionary« betrügt jáhrlich 2 Doll. (M. 8.50). 
Für den Fall eine prünumerative Zahlung des Gesamt- 
betrages für alle drei Jahre beliebt wird (6 Doll.), garantiert 
der Herausgeber für komplette Lieferung ohne irgendwelche 
Nebenkosten in dem bestimmten Zeitraum. Sobald das Werk 
jedoch vollendet sein wird, erhóht sich der Bezugspreis für 
dasselbe allein auf 12 Doll. (ca. M. 50). (Den deutschen 
Buchdruckern steht bereits seit Jahren ein ähnliches Werk 
zur Verfügung, welches an Gediegenheit und Vollständigkeit 
nichts zu wünschen übrig lässt: Waldows Wörterbuch der 
graphischen Künste. 2798 Artikel und 581 Illustrationen. 
Preis 23 M. 50 Pf., eleg. geb. 26 M. 50 Pf. Dieses deutsche 
Werk hat auch im Auslande die höchste Anerkennung 
gefunden. 


Mannigfaltiges. 


— * Die renommierte Messinglinienfabrik H. Berthold 
in Berlin ist am 9. Mai d. J. aus dem Besitze des Herrn 
A. Selberg an den langjáhrigen Mitarbeiter der Firma, Herrn 
B. Kohler übergegangen. 

— * Am 22. Mai starb in Leipzig der Mitinhaber der 
Firma Metzger & Wittig, einer bedeutenden Buchdruckerei, 
Herr Friedrich Ludwig Metzger, im 71. Lebensjahre. 

— $ In bezug auf den vom Deutschen Buchdrucker- 
Verein herausgegebenen Internationalen Musteraustausch 
ist insofern eine Änderung in den Teilnehmervorschriften 
für den nächsten Band bereits aufgenommen, als auf den 
einzelnen Blättern die Angabe von Bezugsquellen des 
zur Herstellung verwandten Schriftenmaterials, Farbe, 
Papier u. s. w. unstatthaft ist. Veranlassung hierzu dürfte 
die in Fachkreisen bei Erscheinen des zweiten Bandes in 
weitem Masse geäusserte Meinung, der Austausch könne 
durch diese überhand nehmende Bezeichnung der einzelnen 
Blätter leicht zum blossen Reklamemittel sinken, gegeben 
haben. Wir betrachten die Massnahme des Ausschusses 
aus praktischen Gründen als etwas zu scharf, denn es 
dürfte in vielen Fällen eine Auskunft über dieses oder 
jenes angewandte Material ganz willkommen sein, und hätte 
man die Umfänglichkeit der Bezeichnungen ganz gut auf 
ein geringes Mass beschränken können, vielleicht durch 
Vorschrift einer Nonpareilleschrift zu diesem Zwecke. 

— * Die in den letzten Jahren von Herrn Reinhold 
Winkler in Offenbach geführte Vertretung des Englischen 
Internationalen Musteraustausches ist jetzt an Herrn Hermann 
Hoffmann in Friedrichshagen bei Berlin übergegangen. Der- 
selbe vermittelt die Beiträge aus Deutschland, Österreich- 
Ungarn, der Schweiz, Dänemark, Skandinavien und Russland 
und gibt Auskunft über alle den Austausch betreffenden 
Fragen. In einem längeren Aufruf, auf dessen Wiedergabe 
wir wegen Raummangels verzichten müssen, ladet Herr 
Hoffmann zu zahlreicher und allseitiger Beteiligung ein. Aus 
den Bedingungen zur Teilnahme an dem Unternehmen 
wollen wir anführen, dass die Beiträge in einer Auflage von 
325 Exemplaren und im Format von 29:22 cm bis zum 
15. August d. J. an Herrn Hoffmann einzusenden sind und 
dass die Kosten ausser in einem Abonnementsbetrage von 
einer Mark nur noch in den auf alle diesseitigen Teilnehmer 
gleichmässig verteilten Vermittelungsunkosten bestehen. 
Ein Probeabzug des beabsichtigten Beitrags ist schleunigst 
an Herrn Hoffmann einzusenden, welcher sich auch 
bereit erklärt, jedem Anmelder in bezug auf Art und 
Ausstattung seines Beitrags kostenfrei und unter Diskretion 
zu raten. ; 

— § Am 3. Mai d. J. fand in Eisleben die Enthüllung 
des Friedrich Kónig-Denkmals statt, zu deren Errichtung 
die Anregung am 17. Januar 1883, dem 50jührigen Todes- 
tage Friedrich Kónigs, im Gewerbeverein zu Eisleben, der 
Geburtsstadt des genialen Erfinders der Schnellpresse, 
gegeben war. Zur Einweihung des Denkmals hatten sich 
auf die Einladung des Komitees hin ca. 130 Personen 
eingefunden, unter welchen sich neben den Staats- und 
stidtischen Behórden die Herren Dr. Eduard Brockhaus- 
Leipzig, Friedrich v. Kónig, Sohn des Erfinders und Inhaber 
der Maschinenfabrik Kónig € Bauer, Prof. Fr. Schaper- 
Berlin, der Schópfer des Denkmals, Abordnungen des 
Personals von Kónig & Bauer, eine Deputation des 
Maschinenmeister-Vereins Leipzig und eine gróssere Anzahl 

14* 


243 


Mannigfaltiges. 


244 








bedeutender Industrieller befanden. In Verbindung mit den 
offiziellen Festlichkeiten hatte der Gewerbeverein nach- 
mittags eine Festtafel und abends eine Abendunterhaltung 
mit Ball veranstaltet. Lied und Wort wechselten in 
angenehmer Weise miteinander ab, und war der Verlauf 
der Feier für die Beteiligten ein allseits befriedigender. 
Über das Monument selber würe noch zu berichten, dass 
dasselbe sich im Stadtgraben an der Friedrich Kónig-Strasse 
befindet. Es besteht aus einer überlebensgrossen Büste 
aus Bronze auf Granitsockel, beides zusammen 3 m 10 cm 
hoch. Das mit einem Eisengitter umfasste Denkmal trägt 
auf der Vorderseite die Inschrift »Dem Erfinder der Schnell- 
presse Friedrich König, einem Sohne Eislebenss. 

— * Der vor kurzem zur Ausgabe gelangte Jahresbericht 
des Vereins Leipziger Buchdruckereibesitzer für das Jahr 1890 
enthält zunächst Mitteilungen über interne Vereinsangelegen- 
heiten und berichtet dann ausführlich über die unter dem 
Kuratorium des Vereins bestehende Buchdruckerlehranstalt 
zu Leipzig. Danach nahmen im Jahre 1890 203 Lehrlinge 
aus 50 Offizinen in 4 Setzer- und 3 Druckerklassen an dem 
Unterrichte der Anstalt teil. Aus dem Berichte über den 
vom Verein eingerichteten und geführten Arbeitsnachweis 
ist zu erwähnen, dass im vergangenen Jahre insgesamt 
an 784 Gehilfen Kondition nachgewiesen wurde, während 
die Zahl der Anmeldungen konditionsloser Gehilfen 1079 
betrug. Den Schluss des Berichtes bildet ein Verzeichnis 
der Adressen derjenigen Mitglieder, welche Vereinsämter 
bekleiden und Rat und Auskunft über Vereinsangelegenheiten 
zu erteilen bereit sind. 

— * Der Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker 
feierte im Mai d J. das Jubiläum seines 25 jährigen Bestehens. 
Das Organ des Vereins, der »Correspondent für Deutschlands 
Buchdrucker« hat zu dieser Gelegenheit eine Festnummer 
im Umfange von 16 Folioseiten herausgegeben, welche neben 
einem Festgedicht und einem Leitartikel zur Hauptsache die 
Geschichte der einzelnen Gauverbände, aus welchen sich 
der Unterstützungsverein zusammensetzt, enthält. Aus einer 
Zusammenstellung der Ausgaben des Vereins während seines 
25jährigen Bestehens geht hervor, dass für Unterstützungen 
aller Art, soweit noch zu ermitteln, bisher 5612069 Mark 
ausgegeben wurden. davon 2502786 Mark seit 1881 für 
Kranken- und 407 044 Mark seit 1880 fiir Invalidenunter- 
stiitzung; der Rest entfällt auf Arbeitslosen- und Reiseunter- 
stützung. Der Vermögensbestand sämtlicher Zentralkassen 
des Unterstützungsvereins betrug Ende 1890 1777079,79 Mark 
bei einer Mitgliedzahl von 16560. In den 60 Bibliotheken 
von ebensoviel Mitgliedschaften sind zur Unterhaltung und 
Belehrung der Mitglieder zusammen 30769 Bände vorhanden. 

— $ Uber das litterarische Eigentumsrecht in den 
verschiedenen Ländern gibt das »Bull. de l'Impr.« folgende 
Übersicht: Das Eigentumsrecht der Autoren und deren 
Erben an litterarischen Erzeugnissen ist in den einzelnen 
Staaten von ganz verschiedener Dauer. In Mexiko, Guate- 
mala und Venezuela ist das Eigentumsrecht des Autors 
selbst nach dessen Tod auf ewige Zeit unantastbar; in 
Belgien, Russland, Norwegen, Tunis, in der Aquatorial- 
Republik und in Peru ist dem Verfasser während der 
Dauer seiner Lebzeit und seinen Erben während einer 
50jährigen Folgezeit das Eigentumsrecht gesichert, in Italien 
ist letzterer Zeitraum auf 40 Jahre reduziert. In Spanien 
und Columbien geniessen die Erben nach dem Tode des 
Verfassers nur wührend 8 Jahren den Eigentumsschutz. 
In den Vereinigten Staaten bleibt der Autor nur wáhrend 28 
Jahren Eigentümer seiner Erzeugnisse, jedoch steht ihm 


nach Verlauf dieser Zeit eine Erneuerung der Schutzfrist 
auf 14 Jahre zu. In Deutschland, Frankreich, Osterreich- 
Ungarn und der Schweiz geniessen die Erben eines Autors 
nach dessen Tode noch 30 Jahre lang geistiges Eigentums- 
recht. In der Republik Hayti ist das Urheberrecht für den 
Autor oder seine Ehefrau oder seine Kinder ein 20jáhriges ; 
für letzterer Erben dann noch ein gleiches. In Schweden, 
Rumánien und Brasilien ist nach des Verfassers Tode das 
Eigentumsrecht der Erben ein 20jáhriges. In England hört 
für die Erben das Eigentumsrecht 7 Jahre nach dem Tode 
des Autors auf. In Holland und Dänemark erlischt das 
Eigentumsrecht erst 50 Jahre nach dem Tode des Verfassers. 
In Japan erlischt jedwedes Eigentumsrecht an litterarischen 
Erzeugnissen 5 Jahre nach dem Tode des Autors. 

— $ Über eine kuriose Anwendung der Elektrizität als 
Kontrollmittel in einer der grössten Offizinen New-Yorks 
berichtet ein belgisches Fachblatt: Im Privatkontor des 
technischen Leiters befindet sich eine Vorrichtung mit 
ebensoviel elektrischen Glühlämpchen als Druckmaschinen 
in der betreffenden Offizin im Betriebe sind. Die Nummer 
jeder Lampe stimmt mit derjenigen der Zählvorrichtung 
an der betreffenden Maschine überein. Sobald sich dann 
eine Maschine in Bewegung setzt, funktioniert der elektrische 
Strom in der Weise, dass zwischen dem Druck jedes 
einzelnen Bogens die betreffende Lampe erlischt und beim 
Druck des nächsten wieder erglüht. Steht die Maschine 
still, so deutet dies das entsprechend längere Erlöschen 
der Lampe an. Auf diese Weise vermag der Leiter von 
seinem abgelegenen Arbeitsraum aus mit Genauigkeit fest- 
zustellen, mit welchem Grade von Schnelligkeit sämtliche 
Maschinen arbeiten und von welcher Dauer die Zeitver- 
säumnisse während des Druckes u. s. w. sind. 


Briefkasten. 


Herrn M. E.in C. Ihre Arbeiten bekunden ein anerkennungswertes 
Streben, Gutes zu leisten. Im Ornamentensatz müssen Sie der organischen 
Verbindung der einzelnen Teile jedoch noch mehr Beachtung widmen; 
der Kopf vom Umschlag des Führers lässt z. B. in dieser Beziehung zu 
wünschen übrig. Weitere Sendungen werden uns stets angenehm sein. 





Inhalt des 7. Heftes. 

Anleitung zum Linienbiegen. — Ein neues Numerierverfahren. — 
Schriftprobenschau. — ‘Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeit- 
schriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aceidenz- 
muster im Text: 1 Briefkopf. — Beilagen: 1 Blatt Adresskarten. 
1 Blatt CircularL-— 1 Blatt Geschäftsempfehlung. M. 

Das Heft enthält im Ganzen 3 Beilagen. 


INE Das Heft 8/9 erscheint wie in früheren 
Jahren als Doppelheft Mitte August. “BE 


Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (ITeft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2, Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,0 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach kompletten: Erscheinen Preis pro Band M. 15, — exkl. Porto. 

Annoncen: Preis peo Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei hüufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Betriige vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebúhr, Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattunz M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 ete... 

Novitáten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblätiern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschiidigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir nb, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen, 











Textschrift von Benj. Krebs Nachf, Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter 
& Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig, auf einer 
Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf., Johannisberg a. Rh. 


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Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
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satz durch eine Führungskurve. — 
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28. Band. 


Lebensbilder berúhmter alter 
Buehdrucker. 


5. Die Familie Etienne. 


tienne (Estienne) oder (wie in der Sitte jener 
Zeit Gelehrte ihre Namen ins Lateinische 
übersetzten) Stephanus, ist der Name einer 
berühmten französischen Buchdruckerfamilie, welche 
zu Paris und Genf im 16. und 17. 
Jahrhundert ihren Sitz hatte und 
deren Stammvater 
1) Henricus oder Henri (Hein- 
rich) Etienne ist, der (von unbe- 
kannter Abkunft) etwa ums Jahr 
1500 eine Druckerei in Paris grün- 
dete, bis gegen 1520 druckte und 
mit den berühmtesten und frei- 
sinnigsten Männern der franzö- 
sischen Hauptstadt in Verbindung 
stand. Von den Werken, die aus 
seiner Offizin hervorgingen, sind 
gekannt: Der Fabersche Aristoteles, 
das Psalterium quincuplex und der 
Kommentar zu den Paulinischen 
Briefen. Als er um 1520 starb, übernahm sein erst 
17 jähriger Sohn 
2) Robert Etienne das väterliche Erbe, um es 
durch einen bald weithin leuchtenden Ruhm zu ver- 
mehren. Ihm zur Seite standen sowohl der zweite 
Mann, an den seine Mutter sich nach des Vaters Tod 
verheiratet hatte, Simon de Colines (Colinäus), als 
auch sein ältester Bruder Franz (der von 1537 — 48 
mehrere Bücher druckte). Aber Robert, noch ein 
Student, bildete doch die eigentliche Seele des Unter- 
nehmens. Die wissenschaftliche Bildung, welche 
er sich noch anzueignen im Begriff war, drückte sich 
bereits in den Werken aus, welche bald nach des 


+2 1891 





Robert Etienne. 


Vaters Henricus’ Tode aus der Etienneschen Offizin 
hervorgingen. Ausser mehreren grammatischen 
Werken und Schulbiichern waren es namentlich die 
lateinische und griechische Ausgabe des Neuen 
Testaments (1503), sowie zahlreiche griechische und 
rómische Klassiker (von Robert zumeist bevorwortet 
und mit Anmerkungen versehen), die an Korrektheit 
und Sorgfalt der Textstellung alle früher erschienenen 
Bücher übertrafen und deren bequemes Format sie 
schnell zu grosser Verbreitung 
brachte. Robert Etiennes Bestre- 
bungen, die Schätze der Wissen- 
schaft und der Bildung im Volke zu 
verbreiten, erfuhren indes bald die 
Verfolgungen des Klerus und der 
theologischen Universität der Sor- 
bonne, die den jungen Buchdrucker 
in den Geruch der Ketzerei brachten 
und zu einem Anhänger Luthers 
stempelten: so dass selbst die Gunst 
des damaligen Königs von Frank- 
reich, Franz I., der ihn 1539 zu 
seinem Typographus regius machte, 
ihn nicht völlig vor Schikanen und 
Verlusten schützenkonnte. Indessen 
verfolgte der junge Robert Etienne seinen Weg unbe- 
irrt weiter; in der höchsten sittlichen Auffassung des 
Buchdruckerberufs wollte er denselben nur ausüben, 
um die Schätze der Wissenschaft und der Bildung 
im Volke auszubreiten. Eine werkthätige Unter- 
stützung hatte er in seiner Gattin Patronella , der ge- 
lehrten Tochter des Buchdruckers Ascensius, deren 
fertige Kenntnis des Lateinischen ihm gestattete, mit 
ihr gemeinsam die Korrekturen der alten Klassiker 
zu besorgen, mit deren Ausgabe er zum ersten mal 
innerhalb des Buchdrucks hervortrat. Wieviel Wert 
er dabei auf Genauigkeit in Wiedergabe des Urtextes 
legte, geht daraus hervor, dass er die Probebogen 
15 


259 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker. 


260 








dieser Abdrücke óffentlich aushing und für entdeckte 
Fehler Belohnungen versprach. Dann ersann er eine 
zierlichere Schrift, die er fortan an Stelle der noch 
von seinem Vater ererbten benutzte und die so voll- 
kommen erschien, dass Franzl. sie spáter fúr die 
kónigl. Druckerei giessen liess, welche dieselbe noch 
heute besitzt.— In stetem Kampf gegen die Hetzereien 
der Sorbonne brachte Robert Etienne nach einem 
trelflichen »Thesaurus« der lateinischen Sprache die 
berühmte Bibel seiner Offizin (vom Jahre 1532) zur 
Ausgabe; nachher wurden aber die Verfolgungen der 
Sorbonne so bedrohlich, dass Robert Etienne es vor- 
zog, Ende 1550 Paris den Rücken zu kehren und 
sich in Genf niederzulassen. Hier trat er zur refor- 
mierten Kirche über und stand in regem Verkehr mit 
den Reformatoren; aus seiner dort mit seinem 
Schwager Badinus betriebenen Druckerei gingen 
ausser verschiedenen im Interesse der Reformation 
veröffentlichten Werken ein Neues Testament in fran- 
zösischer Sprache und die Ausgabe desselben mit der 
Vulgata und der Erasmischen Übersetzung, worin 
zuerst die Versabteilungen sind, die er auf seiner 
Reise nach Genf gemacht haben soll, hervor. Er 
starb am 7. September 1559. Sein Druckerzeichen 
war ein von einer Schlange umwundener Ölzweig 
und die Oliva Stephanorum, ein gepfropfter Ölbaum, 
dessen wilde Zweige zur Erde fallen und unter welchem 
ein Mann steht. 

Von seinen Söhnen sind besonders drei als 
Drucker bekannt, Heinrich, Robert und Franz, von 
denen 3) Heinrich Etienne, geb. 1528 zu Paris, der 
berühmteste der Familie wurde. Als sein Vater nach 
Genfauswanderte, zählte er 24 Jahr, war gleich diesem 
wissenschaftlich gebildet und mit Vorliebe dem Studium 
des Griechischen zugewandt, und unterstützteschon in 
früher Jugend den Vater bei seinen Bibelausgaben. Auf 
Reisen nach Italien und Deutschland, England und 
Flandern hatte er die Schütze fremder Bibliotheken 
und die Einrichtungen anderer berühmter Buch- 
druckereien kennen gelernt, auch kostbare Abschriften 
mehrerer Klassiker sich dabei verschafft; in Italien 
besonders hatte er sich längere Zeit aufgehalten, in 
Venedig gearbeitet und in Rom einen Teil des 
Diodorus Siculus entdeckt. Während sein verfolgter 
Vater Schweizer Bürger blieb, verpflanzte er das 
Geschlecht und die Familie wieder nach Paris zurück, 
berief sich auf das seinem Vater erteilte Privilegium 
und gründete eine neue Etiennesche Druckerei in 
Paris, aus welcher schon 1557 einige klassische 
Werke in vorzüglicher Herstellung hervorgingen. 
Ulrich Fugger in Augsburg, der ihn kennen und 
schätzen gelernt, hatte ihn zu diesem Unternehmen 
mit Geld unterstützt, weshalb er sich Fuggerorum 


typographus nannte. Zwei Jahre darauf übernahm 
er die Druckerei seines Vaters (nach dessen Tode) 
in Genf, wo er wegen mehrerer seiner Bücher gleich 
diesem mit den Behörden in Konflikt geriet: so 1566 
wegen des Traité préparatif à l'apologie pour Hérodote, 
welcher gegen die Sittenstrenge verstiess und ihm 
Ausschliessung vom Abendmahl zuzog, 1578 wegen 
der Deux dialogues du nouveau language francais 
italianizé einer Satire auf die Verderbung der fran- 
zósischen Sprache und Sitten, weshalb er, der Strafe 
zu entgehen, 18 Monate sich in Paris aufhielt, aber 
dennoch nach der Rückehr nach Genf 1580 exkom- 
muniziert, eingesperrt und aus dem Grossen Rat 
ausgestossen wurde. Unter den Werken, die er teils 
zuerst, teils mit eignen Anmerkungen und Übersetz- 
ungen herausgegeben, sind die bedeutendsten: Ana- 
kreon (1554 in Paris), dann seit 1557 der Athenagoras, 
Maximus Tyrius, Diodorus Siculus, Xenophon, Thuky- 
dides, Sophokles, Herodot, Diogenes. Plutarch, die 
griechischen Rhetoren, Lexikographen und Gramma- 
tiker, die griechischen Epiker, Fragmente der Histo- 
riker Platon, Theokrit, Äschylos, Pindar, Schriften 
der Kirchenväter, Ausgaben des Neuen Testaments, 
und vonRémern die Historiker Aulus Gallius,Macrobius, 
Varro u. à. ferner eine französische Bibel, eine 
Konkordanz zum Neuen Testament, vor allem aber 
der berühmte Thesaurus linguae graecae (1572, 
5 Bde., Folio), welchen er in zwölf Jahren mit un- 
säglicher Mühe und geheimnisvoll mit seiner schrift- 
kundigen Frau und nur einem vertrauten Setzer, 
Namens Scapula, als Mitwisser und Mitarbeiter fertig- 
stellte. Er ahnte es nicht, dass er in diesem den 
Verräter zog, der ihn, wenn nicht um die Ehre der 
jahrelangen Arbeit, so doch um den gehofften Gewinn 
und damit um sein ganzes Vermögen und um sein 
ganzes Lebensglück schmählich betrügen sollte, denn 
kaum war der Etiennesche Thesaurus zur Ausgabe 
gekommen, als auch Scapula mit seinem billigern 
und geschickt verfassten Auszug auf dem Markt 
erschien. Von diesem Unglücksschlag erholte sich 
Heinrich Etienne nicht wieder. Was er mit neuem 
Fleisse unternahm, um der Wissenschaft mittelst des 
Buchdrucks neue Schätze des Altertums in tadelloser 
Genauigkeit des Textes zu liefern, vermehrte nur das 
Hinopfern der eignen Existenz. Und als er nun auch 
die Frau verlor, die ihm die festeste Stütze im Leben 
gewesen war, da schüttelte er den Staub von den 
Fiissen, gleich seinem Vater die Heimat verlassend, aber 
nicht als Flüchtling, sondern um in der Fremde nach 
Mánnern zu suchen, die, gleich Fugger, ihm von 
neuem die Mittel schaffen sollten, sein Geschäft, eins 
der glorreichsten der Zeit, wieder in materiellen Auf- 
schwung zu bringen. Er versuchte es in Deutschland, 


261 


Ein neues Tonplatten-Material fiir den Buchdruck. 


262 








in verschiedenen Städten seines Vaterlands, in der 
Schweiz, Österreich. überall vergebens; vielleicht dass 
er schon im Geiste nicht mehr so klar und geordnet 
war, dass ihm Vertrauen für geschäftliche Unter- 
nehmungen hätte entgegengebracht werden können. 
Sein Geschick war ihm zu Herzen und zu Sinnen 
gegangen und arm, hülflos und geistverwirrt kam er 
von seiner unfruchtbaren Wanderschaft nach Lyon 
zurück, wo er im Spital als siebzigjähriger Greis im 
März 1598 starb. 

Sein Sohn 4) Paul Etienne, geb. 1567, hatte 
ebenfalls studiert und sich auf Reisen gebildet, über- 
nahm fünf Jahre vor des unglücklichen Vaters 
traurigem Ende dessen Druckerei, betrieb dieselbe 
als ein hochgebildeter erfahrener Mann im Geist 
seiner Ahnen und erhielt den Ruhm der Etiennes 
durch vorzügliche Ausgaben klassischer Dichter und 
Redner, musste aber 1605, beschuldigt, an der Über- 
rumplung Genfs durch die Savoyer beteiligt gewesen 
zu sein, aus Genf flüchten. Zwar wurde die 
Druckerei unter seinem Namen fortgesetzt, aber 
1626 anderweit verkauft. Von seinen fernern Schick- 
salen und seinem Ende ist nichts bekannt. Ein Vetter 


von ihm, Charles Etienne, war ebenfalls zu Genf 


ansüssig und druckte einen Dictionnaire historique, den 
verdienstlichen Vorläufer der geographischen Wörter- 
bücher, während sein Sohn 5) Joseph eine Druckerei 
in Rochelle gründete, wo er 1629 starb. Siebzehn 
Mitg'ieder der Familie Etienne zählt die Geschichte 
der Buchdruckerkunst in solch ehrenvoller Weise 
auf und 170 Jahre lang hatte dieses Geschlecht unter 
wechselvollen Schicksalen die Buchdruckerkunst 
geübt. Der letzte Spross, 6) Anton Etienne, wurde 
1613 Typographus regius in Paris und starb erblindet 
im Jahr 1664 im Hötel-Dieu in Paris. Er druckte 
besonders für die Oratorianer: so den Chrysostomus, 
die Septuaginta und andre. Vgl. Maittaire, Vitae 
Stephanorum; Renouard, Annales de l'imprimerie 
des Estiennes. 


Ein neues Tonplatten-Material 
fúr den Buchdruck. 


annigfachster Art sind die Versuche, die im 
—M Laufe der Zeit in Bezug auf die Ausfindig- 
machung eines geeigneten Materials fiir die Ton- 
plattenherstellung, soweit die Bediirfnisse des Buch- 
druckes in Betracht kommen, gemacht wurden und 
ist es bei der immerhin noch unbestimmten Lósung 
dieser Frage kaum zu verwundern, dass noch táglich 


neue Versuche in dieser Beziehung gemacht werden. 


Abgesehen davon, dass noch kein Verfahren 
durch seinen mässigen Kostenpunkt eine möglichst 
umfängliche und rentable Anwendung des Tondruckes 
gestattete, sind es besonders die in technischer Hin- 
sicht bedeutend ins Gewicht fallenden Mängel und 
Übelstände verschiedenster Art und nicht in letzter 
Linie die dem Buchdrucker, von dem man kaum 
verlangen kann, dass er gleichzeitig die geübte Hand 
des Graveurs besitzt, abgehende Fertigkeit, ein Material 
zu verarbeiten. das vermöge seiner notwendigerweise 
widerstandsfähigen Textur eine manuelle Geschick- 
lichkeit erfordert, welche den Tondruck bis heute 
erschwerten. 

Es lässt sich andernteils ja aber wiederum nicht 
in Abrede stellen, dass man besonders mit den in den 
letzten Jahren aufgetauchten Verfahren und durch die 
nach und nach erlangte Übung in der Behandlung 
der gerade bevorzugten Methode insofern befriedigende 
Resultate erzielt hat, als möglich ward, mittlere 
Auflagen ohne bedeutende Störungen während dem 
Drucke herzustellen. 

Man möchte beinahe sagen, dass die meisten 
Verfahren, die der Buchdrucker in Gebrauch hat, sei 
es die Bearbeitung von Karton oder Holz, Celluloid, 
Blei, Gvps, Leder, und was sonst noch alles in An- 
wendung kommt, die Atzung und Gravierung in Zink 
mit eingeschlossen, gewissermassen einer noch zu 
umständlichen und zeitraubenden Vorbereitung oder 
Nachhülfe bedürfen, als dass man sie nicht als ver- 
besserungsfähig und vereinfachbar bezeichnen könnte. 

Es liegt heute nicht in unsrer Absicht, eine Zu- 
sammenstellung der existierendenTonplattenverfahren 
zu bringen , sondern wir beschriinken uns darauf, den 
Lesern des »Archiv« das neueste Verfahren dieser 
Art, das vermóge seiner praktisch - einfachen Be- 
schaffenheit und seinen äusserst mässigen Kostenpreis 
jedenfalls berufen sein dürfte, die Aufmerksamkeit 
aller Interessenten auf sich zu lenken, vorzuführen. 

Dieses Verfahren, von einem im Farbendruck 
geübten Praktiker, Maschinenmeister Max Weber in 
Leipzig erfunden, unterscheidet sich von allen bis- 
herigen vorteilhaft dadurch, dass bei ihm die Platten 
fix und fertig auf Holz montiert zum beliebigen 
Zersügen in kleinere, nach Bedarf zu bemessende 
Stücke geliefert werden und keinerlei Manipulationen 
wie Aufleimen, Aufnageln. Pressen, Trocknen u. s. w. 
notwendig sind. 

Das Waschen oder Reinigen der Platten kann 
in unbeschränkter Häufigkeit mit den üblichen Wasch- 
mitteln, ausgenommen Wasser und Lauge erfolgen, 
und selbst die beiden letzteren, vielleicht aus Versehen 
auf die Platten gekommen, bringen bei sofortiger 
Abwischung keinen Schaden. 

15* 


263 


In folgendem seien einige kurze Angaben iiber 
die nähere Beschaffenheit des Verfahrens mitgetheilt: 
Ein auf Quadratenhöhe abgerichteter Holzfuss wird 
mit einer Masse, deren chemische Zusammensetzung 
Geheimnis des Erfinders und zum Patent angemeldet 
ist, versehen oder besser gesagt mit einer Nonpareille 
starken Schicht begossen. Diese Masse, welche in 
Glätte und Ebenheit der Fläche sowie Farbe einem 
sauber polierten Lithographiestein gleicht, hat die 
Eigenschaft sich mit dem Holzfuss zu verbinden und 


Ein neues Tonplatten-Material für den Buchdruck. 


. 264 


Grunde ist es erklärlich, dass man in verhältnismässig 
kurzer Zeit zum Ziele gelangt und Tonplatten erzeugt, 
bei denen selbst die schmälsten Streifchen wieder- 
standsfähig genug für den Druck sind. 

Eine Belebung der Tonflächen durch Kreuz- und 
Striehlagen, Punktierungen, vertieft erscheinenden 
Ornamenten und Schriften ist durch die äusserst 
vorteilhafte Textur der Masse mit Leichtigkeit zu 
ermöglichen; auch Konturzeichnungen lassen sich 
effektvoll durch Einritzen oder Einkratzen mit einem 





Tonplatte von Max Weber in Leipzig. 


Zeichnung nach einem Original von H. Schlittgen in »Hackländers Humoristische Schriften«e. 


ist dadurch ein Loslósen der eigentlichen Platte oder 
einzelner Teile derselben vom Fusse wührend des 
Druckes absolut ausgeschlossen. 

Der Umdruck der Satz- oder Konturform erfolgt 
in genau derselben Weise, wie bei jedem anderen 
Verfahren und auch beim Schneiden sind nur dieselben 
Manipulationen erforderlich wie bisher. Die Festig- 
keit der Masse ist ungefáhr eine solche, dass man mit 
dem Zurichtemesser ohne Schwierigkeit Teile davon 
ausschneiden kann. 

Die Bearbeitung der Masse selber ist eine absolut 
leichte, denn dieselbe weist weder eine allzugrosse 
Hárte oder Spródigkeit auf, noch ist sie allzuweich 
oder zu zäh, wie z. B. die Celluloidmasse. Aus diesem 


Verlag von Karl Krabbe in Stuttgart. 


spitzen Instrumente (Ahle) herstellen, wie es z. B. 
auf der beigedruckten Platte ersichtlich ist, desgleichen 
Plakatbuchstaben, Silhouetten etc. 

Die Dauerhaftigkeit der Platten lässt nichts zu 
wünschen übrig, wie wir uns an mehreren in über 
60000 Auflage gedruckten, noch tadellosen Platten 
zu überzeugen Gelegenheit hatten. 

Eine grössere Verausgabung zwecks Erwerbung 
des Verfahrens ist ausgeschlossen, denn einzig und 
allein der Bezug der fertig montierten Platten, welche 
vorläufig in der Grösse von 18x 26 cm (ungefähr 
Archivformat) auch einzeln zu sehr billigem Preise 
abgegeben werden, ist erforderlich um das Verfahren 
kennen zu lernen und auszuüben. 


Im Anschluss hieran und besonders in Anbetracht 
des lebhaften Interesses, das dem Tonplattenschnitte 
úberall entgegengebracht wird, sei bei dieser Gelegen- 
heit speziell auf das bei Alexander Waldow in Leipzig 
erschienene, vorzüglich ausgearbeitete Büchlein: »Die 
Herstellung von Tonplatten« von W. Weis, mit 14 
Illustrationen, Preis M. 1.50, hingewiesen, an der 
Hand dessen selbst der Ungeiibteste gute Resultate 
in kiirzester Zeit hervorzubringen im Stande ist. 
Die obigen Platten sind durch die Buchdruck-Uten- 
silienhandlung von Alexander Waldow in Leipzig zu 
beziehen. (Siehe Inserat in diesem Heft.) S 


(oLor MANUFACTURERS œ 


RENCER 


FINE DRY COLORS. 
Specialities: 
PERMANENT MADDER LAKES. 

PERMANENT REDS, 
best substitutes for Vermilon. 
— 


Uber das Korrekturenlesen. 


266 


eingebúrgertes Wort durch ein anderes zu ersetzen, 
miissen wir es auch an sich fiir richtig halten, denn 
nicht einmal das lateinische »Errata« deckt genau 
den Begriff, indem ein »Irrtum« mehr einen Fehler 
in intellektueller Beziehung kennzeichnet, während 
der »Druckfehler« auch die auf durchaus mechanische 
Weise entstehenden Fehler umfasst. 

Liestjemand eine Drucksache aufmerksam durch, 
so denkt er nicht daran, dass vor ihm schon ein 
anderer dieselbe, und zwar mit noch grósserer Auf- 
merksamkeit, durchgelesen hat, bis — ja bis er eben 
einen Fehler entdeckt. Erst an dem Vorhandensein 
des Fehlers bemerkt er den Korrektor, natürlich in 


Established A. D. 1825. 





WEISS 


_x DRESDEN à NEW YORK 


AND 





66 High Holborn, LONDON, W.C. 


` e EE EE ——— — — — 
© GRD O 


Briefkopf mit verschobenem Zeilenfall. (Aus »Die Lehre vom Accidenzsatz«, 2. Auflage.) 


Über das Korrekturenlesen. 


Von H. Eisengarten in Leipzig. 


e den am wenigsten in die Augen fallenden 
Verrichtungen, welche zur Herstellung einer 
Drucksache nótig sind, gehórt unstreitig die Thátig- 
keit des Korrektors. Wohl sieht man auf das schóne 
Aussere, lobt den Druck, das Papier, freut sich auch 
des schónen Arrangements des Satzes, liest und 
erbaut sich an dem Inhalte — wer aber gedenkt 
des Mannes, der unter zuweilen sehr misslichen Ver- 
háltnissen dem typographischen Erzeugnis erst das 
Gepráge gibt? Denn der eigentliche Zweck des 
ganzen Druckes ist doch nicht das mehr oder weniger 
gefällige Äussere, sondern der geistige Inhalt. Das 
schönste Druckwerk verfällt dem Fluche der Lächer- 
lichkeit, wenn der Druckfehlerteufel sein tolles Spiel 
treibt. 

Der Ausdruck »Druckfehler« ist zuweilen als 
falsch erklärt worden, da der Fehler ja nicht beim 
»Druck« , sondern beim »Satz« entsteht. Abgesehen 
davon, dass es nicht anginge, ein in der Sprache 


einer für diesen nicht vorteilhaften Weise. Es ist also 
nicht der gute, sondern der schlechte Korrektor, der 
sich am häufigsten bemerkbar macht. 

Der Umstand, dass die Thätigkeit des Korrektors 
so wenig auffallend ist, ist wohl auch die Ursache, 
dass zuweilen selbst in Geschäften, welche auf das 
Äussere der von ihnen herzustellenden Arbeiten die 
grösste Sorgfalt zu verwenden gewöhnt sind, dieser 
Seite der Buchdruckerthätigkeit eine so geringe 
Beachtung geschenkt wird. Dass Satz, Druck, Papier, 
Farbe zur Herstellung von Werken gehören, bezweifelt 
niemand, aber die Korrektur ist ein Übel, von dem 
man nur zu gern verschont bleibt. Da kommt es vor, 
dass ganze Werke gar nicht gelesen werden, indem 
man der Meinung ist, dass der Autor bezw. die Verlags- 
handlung das schon besorgen werde. Der Autor 
hinwiederum, in der Meinung, dass das Sache der 
Druckerei sei, sieht sich den Bogen an, und da er 
keine Lust hat, das, was er auswendig weiss, noch 
einmal zu lesen, erteilt er mit grösster Seelenruhe 
sein Imprimatur. Der Revisor entdeckt vielleicht vor 
dem Druck einen oder einige Fehler, die übrigen 
werden dem Publikum überlassen. So erblicken denn 


267 


Uber das Korrekturenlesen. | 268 








Leichen, Hochzeiten, Bastarde und tvpographische 
Ungeheuerlichkeiten mannigfacher Art das Licht der 
Öffentlichkeit, wo sie einen schlechten Begriff von der 
Kunst Gutenbergs im 19. Jahrhundert geben. 

Als eine Vernachliissigung der Drucksachen be- 
trachten wir es auch, dass so viele Korrekturen nach 
vollendeter Tagesarbeit von Setzern und anderen 
Leuten gelesen werden. Es ist richtig. dass jeder be- 
strebt ist, sein oft recht bescheidenes Einkommen zu 
vergróssern, sei es auch durch Übernahme von Feier- 
abendarbeit. Dazu ist indessen das Korrekturenlesen 
nicht die passende Beschäftigung. Wirdesmitgehöriger 
Sorgfalt ausgeführt, so ist es zu aufreibend und geist- 
anstrengend für durch Tagesarbeit ermüdete Leute 
und schädigt sie unzweifelhaft in ihrer Thätigkeit am 
nächsten Tage. Wird es aber so ausgeführt, dass 
der schon erschlaffte Geist nicht noch darunter leidet. 
so kann unmöglich von einem gewissenhaften Lesen 
die Rede sein. Übrigens wolle man beachten, dass 
ein grosser Unterschied besteht zwischen geistiger 
Arbeit. die man nach Feierabend verrichtet um Geld 
zu verdienen, und solcher, die man leistet um eine 
Liebhaberei zu betreiben oder ein Steckenpferd zu 
reiten; erstere ist Anstrengung, letztere Genuss, und 
von Leuten, die Korrekturen lesen um sich einen 
Genuss zu bereiten, haben wir noch nichts gehört. 
Gewöhnlich ist es auch nicht etwa die Rücksicht auf 
billigere Herstellung. denn für dasselbe Geld. welches 
man auf diese Weise nach Feierabend verdienen 
lásst, kann man auch am Tage bei voller Arbeitskraft 
lesen lassen. 

Es ist allerdings nótig, auch darüber zu reden, 
was man unter dem Begriff »Korrekturenlesen< zu 
verstehen hat. Wie über vieles, so gehen auch hier- 
über die Ansichten auseinander. und wir haben schon 
ganz verwunderte Gesichter gesehen. wenn wir die 
Meinung aussprachen, dass das Korrekturenlesen eine 
geistige Anstrengung, dass es überhaupt anstrengend 
sei. Freilich, wenn man darunter weiter nichts ver- 
steht als das Aufsuchen von Zwiebelfischen, falschen 
und defekten Buchstaben, so ist es eine rein 
mechanische Arbeit und nicht mehr anstrengend als 
viele andere Arbeiten auch. Aber vom Korrektor 
kann man auch verlangen, dass er mit Verständnis 
dem Gedankengange des Autors folgt, sich in die 
Eigenart desselben einarbeitet und denselben auch 
noch auf einen etwaigen Lapsus aufmerksam macht. 
Denn nur dadurch werden oft sinnentstellende Fehler 
vermieden, da, wie oben schon erwähnt, mancher 
Autor nur oberflächlich oder gar nicht Korrektur 
liest. Es ist selbstverständlich, dass der Korrektor 
dabei nicht willkürliche Änderungen sich erlauben 
darf ohne besonderen Auftrag, wie jener poetisch 


veranlagte Setzer, dem das Wort Langohr besser 
als Esel klang. Ganz besonders nötig ist das genaue 
Einarbeiten in den Gedankengang des Autors bei 
schlechtem oder ungeordnetem Manuskript. Wie 
leicht passiert es dem Autor bei der Durchsicht seines 
Manuskripts, dass er etwas ausstreicht, was dem 
Sinne nach stehen bleiben muss; dass er etwas an 
einer Stelle einschaltet, was er an einer andern schon 
gesagt hat; dass ein Hauptsatz, der durch zahlreiche 
bei- und untergeordnete Sätze eine bedenkliche Länge 
erreichte. keinen Schluss hat; dass er sich in Namen 
und Zahlen irrt — und hundert andere Fälle, die 
einem Autor, der auch ein Irrtümern unterworfener 
Mensch ist, passieren können. Hier muss der Korrektor 
seinem Titel Ehre machen und verbessernd eingreifen. 
Ist die Sache keine zweifelhafte, so berichtige er selbst, 
ist sie aber auch nur entfernt zweifelhaft, so ändere 
er nicht, sondern mache dureh Bemerkungen oder 
dureh Frage- und Ausrufzeichen mit auffallendem 
Farbstift am Rande des Manuskripts den Autor auf 
die Stelle aufmerksam. Zuweilen wird auch dies vom 
Autor nicht berücksichtigt, wenn er sein Manuskript 
überhaupt nicht wieder ansieht. Dann bleibt weiter 
nichts übrig, als beim nächsten an den Autor ab- 
gehenden Abzug auf diesem die Notizen anzubringen. 
Wird auch dieses nicht beachtet und das Imprimatur 
auf demselben Bogen erteilt ohne Berücksichtigung 
der Zeichen, nun dann hat der Drucker jedenfalls 
alles gethan, was in seiner Macht stand, und der Autor 
resp. Verleger hat das Recht. für sein Geld Makulatur 
drucken zu lassen soviel er will. 

Der Korrektor ist die einzige Person in der 
Druckerei, welche sich um den Inhalt eines Werkes 
zu kümmern hat. woraus allein schon folgt. wie 
nótig es ist, ein Werk von Anfang bis zu Ende von 
demselben Korrektor lesen zu lassen, und nicht, wie 
es auch vorkommt, jeden Bogen einem Beliebigen zu 
übergeben oder gar einen Bogen an mehrere Personen 
zu verteilen. 

Es herrscht auch Meinungsverschiedenheit dar- 
úber, wie weit die Verantwortlichkeit des Druckers 
in Bezug auf die Richtigkeit der von ihm gelieferten 
Arbeit zu gehen habe. Juristisch ist man vielleicht 
schnell fertig, wenn man sich auf das gegebene 
Imprimatur beruft. Aber es gibt auch eine gewisse 
moralische Verantwortlichkeit. welche den Drucker 
veranlassen muss, alles aufzubieten, was in seinen 
Kräften steht. um den Inhalt einer Druckschrift 
möglichst frei von Fehlern und Irrtümern zu halten. 
Die hierzu nötige Sorgfalt wird leider gar zu oft ver- 
misst. Wie unsere Alten erzählen, soll es in dieser 
Beziehung früher besser gewesen sein, wo der Druck- 
herr sich enger verwachsen fühlte mit jeder Arbeit, 


bo 
O) 
© 


und wir begreifen den Stolz des Druckers, der, wie 
Fama erzählt, für jeden in einem bestimmten Werke 
aufzufindenden Druckfehler eine Belohnung von einem 
Dukaten bot. Bei einem solchen Preise könnte man 
heute leicht zum Millionär werden. 

Vergegenwärtigen wir uns, wie Fehler entstehen, 
und wir werden daraus ableiten können, wie sie zu 
vermeiden sind. Der Setzer wird nach Stück bezahlt 
und hat infolgedessen das Bestreben, möglichst viel 
fertig zu bringen. Viel und gut ist in den seltensten 
Fällen bei einander. Um grammatikalische Fehler 
des Manuskripts zu entdecken , muss man manchmal 
den Satz zwei,- dreimal durchlesen, dazu nimmt er 
sich nicht die Zeit, vorausgesetzt, dass ihm überhaupt 
etwas auffällt. Der Setzer hängt auch seinen Privat- 
gedanken nach und setzt Worte hinein, die von 
denen des Manuskripts himmelweit verschieden sind. 
Bei undeutlich geschriebenen Wörtern, Fremdwörtern, 
fremdsprachlichen Citaten, Namen hält sich der 
Durchschnittssetzer nicht lange auf, weil es seine 
Zeit kostet. Rechnet man hierzu die Ablege- und 
Setzfehler, die durch Unachtsamkeit entstehenden 
Leichen und Hochzeiten, so hat man eine Unsumme 
von Fehlerquellen. Der Setzer tróstet sich mit dem 
Gedanken, dass ja der Korrektor da ist, um die 
Fehler zu finden, und was dieser beim ersten Lesen 
nicht zeichnet, geht ihn nichts an. 

Der Korrektor sieht in jedem Buchstaben einen 
Feind. Er muss jeden einzeln ansehen, es kann ein 
Fehler, es kann auch der richtige Buchstabe aus einer 
falschen Schrift sein; er muss den Satz in Bezug auf 
seinen Bau vollständig im Kopfe haben, muss gramma- 
tische Unrichtigkeiten entdecken, darf Leichen und 
Hochzeiten nicht übersehen; er muss Hinweise auf 
andere Stellen beachten oder vergleichen, auf richtige 
Worttrennungen, Kolumnentitel, Normen, Signaturen, 
Ausgänge und Einzüge achten, aus falschen Schriften 
gesetzte Rubrikzeilen bemerken und Bastarde finden; 
er soll sämtliche vorhandenen und noch viele andere 
Orthographien beherrschen, die Fremdwörterbücher 
und etliche fremdländische Grammatiken und Dik- 
tionäre im Kopfe haben. Mit der linken Hand dem 
Manuskript folgend, die rechte auf dem Korrektur- 
abzug, wandern seine Augen ruhelos hin und her, 
immer fürchtend, etwas zu übersehen. Aus alledem 
ergibt sich, dass der Korrektor auf unendlich viel 
einzelne Sachen zu achten hat, dass er seine ganze 
Aufmerksamkeit auf seine Arbeit richten muss, dass 
seine Thätigkeit durchaus geistig anstrengend ist. 
Da er nun auch nur ein Mensch ist und die Augen 
leicht ermüden, so ist es nicht zu vermeiden, dass er 
Fehler stehen lässt. Wird ihm nun nicht einmal die 
zu sorgfältiger Arbeit nötige Zeit gelassen, was in 


Über das Korrekturenlesen. 


270 


unserm Zeitalter des Schnellschusses keine Seltenheit 
ist, so ist es sehr möglich, dass die Arbeit weit davon 
entfernt ist, fehlerfreizu sein. Da weiter der Setzer teils 
gezeichnete Fehler übersehen, teils falsch korrigieren 
kann, so wäre es wohl geraten, eine zweite Korrektur 
zu lesen, bevor die Arbeit als »gelesen« dem Autor 
übergeben wird. Es werden nun zwei, drei und noch 
mehr Autorkorrekturen im Satze gemacht, dakommen 
gar oft, sei es bei neu hinzugesetzten Wörtern und 
Sätzen oder beim Umbrechen von Zeilen, neue Fehler 
hinein, die der Autor zu suchen sich nicht die Mühe 
nimmt, die aber doch der Druckerei zur Last fallen, 
sei es auch, dass bei dem oftmaligen Ausschiessen 
zum Abziehen etwas herausgefallen, umgefallen oder 
abgebrochen ist. Daher ist es nótig, noch eine Revision 
zu lesen, die dann dem Revisor beim Druck als 
Unterlage zu dienen hat. 

Im allgemeinen kann man wohl sagen, dass die 
Korrekturen von Buchdruckern gelesen werden, und 
wir halten das auch für das Richtige. Höchstens bei 
fachtechnischen Werken, wenn viele Ausdrücke vor- 
kommen, die sich der allgemeinen Kenntnis entziehen 
und oft nicht einmal in unsern grossen Fremdwörter- 
büchern zu finden sind, ist es bei schlecht leserlichem 
oder unordentlichem Manuskript angebracht, die erste 
Korrektur von einem das betreffende Fach Be- 
herrschenden lesen zu lassen, die Revision müsste 
allerdings von einem Buchdrucker gelesen werden. 
Bei allem Respekt vor den Kenntnissen der wissen- 
schaftlich gebildeten Männer, die als Ärzte, Lehrer, 
Beamte u. s. w. besonders zum Korrekturenlesen als 
einem Nebenverdienst prädisponiert zu sein glauben 
— nach unseren Erfahrungen passen sie nicht dazu. 
Oft lesen die Herren billiger als es ein Korrektor 
thun kann und verdienen noch ein gut Stück Geld 
dabei, ein Umstand, der manchen nicht fachmännisch 
gelernten Druckherrn zu der Meinung verleitet, dass 
er immer noch zu viel Geld für die in seiner Druckerei 
gelesenen Korrekturen ausgebe. Aber man sehe sich 
die Sache nur genauer an. Die Herren lesen die 
Korrekturen etwa so, als ob sie einen Roman lásen, 
das heisst, sie gehen schnell dariiber hinweg und 
glauben schon durch ihre Wissenschaft davor bewahrt 
zu sein, dass ihnen etwas entgehen kónnte. Die 
peinliche Sorgfalt, die der gewissenhafte Buchdrucker 
den Korrekturen angedeihen lässt, wird man bei den 
Nichtbuchdruckern nur in den seltensten Fällen finden. 
Ausser in den oben angeführten Fällen ist ja auch 
gar nicht nötig, dass der Korrektor das Fach des 
Autors speziell kennt. Die genaue Kenntnis der 
Technik des Setzens und der Behandlung des Satzes 
in der Druckerei, ein gutes Auge und eine klare Auf- 
fassung, dabei eine guteSchulbildung: genaue Kenntnis 


271 Über das Korrekturenlesen. 


212 





seiner Muttersprache, móglichste Belesenheit im all- 
gemeinen. Kenntnis derlateinischenSpracheals Grund- 
lage alles dessen, was an Nichtdeutschem in unserer 
Schriftsprache vorkommt, Kenntnis der franzósischen 
und englischen Grammatik — dasdürften wohl die guten 
Eigenschaften eines Korrektors sein, der allen vor- 
kommenden Arbeiten gewachsen ist. Was ausser 
den beiden erwühnten lebenden Sprachen vorkommt, 
gehórt mehr zu den Seltenheiten und ist allgemein 
nicht zu erwarten. Für solche Arbeiten in fremden 
Sprachen, bei welchen der Korrektor genau auf Sinn 


Dasim Vorstehenden Angeführte wirdnunfreilich, 
das wissen wir wohl, vielfach für zu weit gehend 
gehalten werden, indem man es für die Pflicht des 
Autors bezw. des Auftraggebers hält, den Korrektur- 
abzug Wort für Wort auf seine Richtigkeit zu prüfen. 
Indessen. wie oben dargelegt, wir haben eine höhere 
Auffassung von der Aufgabe des Buchdruckers, die 
von ihm herzustellende Arbeit soweit möglich fehler- 
frei herzustellen, und da die Erzeugnisse der Buch- 
druckerei eben den Zweck haben, bildend und 
veredelnd auf den menschlichen Geist einzuwirken, 








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AMADA MAMA MAA aM MUS MUS —* 





AOS ^M SEM SE M SE UM SE UM SEM. — mé ds lag As M AM — 


Schuhwaren- Handfung 
KARE DOUF 


REGENSBURG. 


Spezialität in Schuhwaren aller Art. 





dope FoR Mane Pape pe Pepe wen Yet Mont td Moy Xs 





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D —— eR VER LR YL LR 


Satzbeispiel aus »Die Lehre vom Accidenzsatze, 2. Auflage. 


und Ausdruck achten soll, muss selbstverständlich 
jemand verwendet werden, der die betreffendeSprache 
vollständig beherrscht, bezw. dessen Muttersprache 
sie ist. Indessen kommt das sehr selten vor. Wer 
sich mit fremden Sprachen ernsthaft befasst, d. h. 
nicht bloss im Vorübergehen damit gespielt hat, weiss, 
dass jemand, der das Buchdruckergewerbe richtig 
erlernt hat und nur ab und zu einmal in dieser oder 
jener Sprache beschäftigt wird, nicht jederzeit mehrere 
fremde Sprachen auf Lager halten kann, um sie bei 
passender Gelegenheit gleich seiner Muttersprache 
zu verwenden. Dass aber die Kenntnis jener Sprachen 
selbst nötig ist, geht schon daraus hervor, dass fast 
in allen deutschen Arbeiten Worte, Sätze, Citate 
aus ihnen vorkommen, und es macht einen unan- 
genehmen Eindruck, wenn solche zerstreute fremde 
Brocken, die doch mehr oder weniger Kraftstellen 
sind, durch Fehler entstellt werden. 


so sind sie auch mit Geist zu behandeln, und es 
genügt nicht, ihnen wie einem schönen Möbel eine 
gefällige äussere Politur zu geben. 

Ein Kapitel für sich, und zwar ein sehr trauriges, 
ist die Korrektur in unseren Tageszeitungen. Gerade 
diese Litteratur ist für den grössten Teil des Volkes 
die einzige geistige Nahrung, die hauptsächlichste 
(Juelle, aus welcher es seine Bildung, sein Wissen 
schöpft. Und wie wird darin unsere Muttersprache 
verhunzt! Nicht nur, dass sich dort Ausdrücke ein- 
gebürgert haben, die sprachlich gar nicht berechtigt 
sind, auch die unzweifelhaft gut deutschen Wörter 
erfahren durch die oft grauenhafte Korrektur eine 
Behandlung, die nur korrumpierend aufden Bildungs- 
gang der Massen einwirken kann. Durch die Riesen- 
summe von Fehlern, die da tagtäglich dem Volke vor 
die Augen geführt wird, wird jedes Verständnis für 
eine richtige Schreibart unmöglich gemacht, und die 


Uber das Korrekturenlesen. — Anleitung. zam Linienbiegen. 


274 





Schule ist nicht im stande, die Sprache so fest einzu- 
prágen, dass sie nicht im spüteren Leben durch die 
Zeitungen nach der schlimmeren Seite hin beeinflusst 
würde. Als Buchdrucker kennen wir die immer als 
Vorwand gebrauchte Schnelligkeit der Herstellung 
— wohl lässt sich damit mancher Fehler entschuldigen, 
aber die Masse der Fehler, die unsere Tageszeitungen 
aufweisen, lässt sich überhaupt nicht entschuldigen, 
sondern nur erklären. Entweder wird gar nicht 
gelesen und der ganze Unsinn, der dem Winkelhaken 
des immer hastenden Zeitungssetzers entsteigt, mit 
Ausnahme des etwa einem der Redakteure in die 


e d basta 
Kunst. und 


H 
S | 
! 





Bauschlesserei 
EINRICH BRENNECKE 


5 MARKT MAGDEBURG markt. 


—— 9 A 


Garten- und Füllungsgitter in allen Stilarten. 


Anleitung zum Linienbiegen. 


Von Hermann Hoffmann, Berlin. 
(Fortsetzung.) 


3. Ovale. 


ür diese Form des Liniensatzes hat der Buch- 
drucker weniger Verwendung, oder, deutlicher 
gesagt, er findet eine gewisse Schwierigkeit in der Her- 
stellung und technischen Anordnung von Ovalen durch 
die Wirkung der letzteren nicht hinreichend belohnt. 
Nur in Offizinen, die sich mit Etikettendruck und 





Sorgfältigste Ausführung aller in sein Fach gehörigen Arbeiten 


nach Mass und gegebener Zeichnung. 


Satzbeispiel aus »Die Lehre vom Accidenzsatz«, 2. Auflage. 


Augen fallenden, den »verehrlichen< Abonnenten 
schwarz auf weiss vorgeführt, oder die Korrektur ist 
in Hände gegeben, die zu jedem anderen eher passen 
als zum Korrektor. Dass es aber möglich ist, auch 
Zeitungen korrekt herzustellen, kennen wir aus einem 
Falle, in welchem ein täglich erscheinendes umfang- 
reiches Blatt, dessen Personal in Bezug auf Schnellig- 
keit der Herstellung durchaus nichts geschenkt erhält, 
zweimal gelesen und sorgfältig korrigiert wird, sodass 
Fehler zu den Seltenheiten gehören. 

So notwendig und wichtig das Korrekturenlesen 
für die Buchdruckerei auch ist, so wenig ist darüber 
unseres Wissens gegenüber anderen Zweigen des 
technischen Betriebes öffentlich geschrieben worden, 
und es soll der vornehmste Zweck dieser Zeilen sein, 
jene Herren, die so lange Jahre der hier beschriebenen 
Thätigkeit obliegen, zu veranlassen, ihre praktischen 
Erfahrungen zum Besten zu geben. 


Stempelsatz beschäftigen, hat die ovale Form sich mit 
einer Hartnäckigkeit behauptet, die wiederum in der 
traditionellen Stempelform einerseits, wie in der offen- 
baren Zweckmässigkeit des Ovals für die gedachten 
Spezialitäten anderseits begründet ist. 

Will man ein Oval biegen, so ist zuvor eine 
genaue Vorlage dafür nötig. Man gewinnt eine solche, 
indem man zwei gleich grosse Kreise neben- oder 
ineinander zeichnet und die Oval-Form an einer Seite 
freihändig, an der andern durch Pausen vervoll- 
stándigt. 

Oder man schlingt einen Fadenring um zwei ent- 
sprechend eingesteckte Reissstifte a-b und fúhrt einen 
spitzen Bleistift c in demselben ringsum. Diese Me- 
thode, durch Fig.18 veranschaulicht, ist die sicherste. 
Durch Verändern der Stiftpunkte oder der Faden- 
schlinge kann man jede ovale Form, breit oder liing- 
lich, im Augenblick hervorrufen. 

Kleine Ovale werden wie Vollkreise behandelt 
und nach dem Biegen vorsichtig flach gedrückt. 

16 


bo 
=] 
or 


Anleitung zum Linienbiegen. 276 








Dabei muss der Schnitt in die Mitte einer Langseite 
fallen. 

Die Linienliinge, welche fiir ein bestimmtes Oval 
nótig ist, wird wie folgt gefunden. Man legt den 
grössten und den kleinsten Durchmesser zusammen, 
nimmt davon die Hälfte und multipliziert diese mit 
3,14, ganz so wie bei der Kreislinien-Berechnung. 
Was dort über die Dehnbarkeit des Metalles, über 
innern und äussern Durchmesser gesagt worden ist, 
gilt auch hier. 





Zeichnung eines Ovals. 


Fig. 18. 


Zum Beispiel : 
Achtelpetit- Material: 
Grosser äusserer Durchmesser 60 


„. Innerer é 59 
Kleiner äusserer Ss 40 
„ innerer db 39 


Der vierte Teil von 198 ist 40.5. 





Berechnung: 49,5 X 3.14 = (155.43) 
— Linienliinge 15512 Viertelpetit. 
Halbpetit- Material : 
Grosser Äusserer Durchmesser 60 


» innerer E 56 
Kleiner äusserer ‘3 40 
„innerer » 36 


Die vierte Teil von 192 ist 48. 
Berechnung: 48 X 3,14 — (150,72) 
— Linienlänge 151 Viertelpetit. 





Sollen für ein und dasselbe Oval mehrere Linien 
umeinandergelegt werden, so ist vor Allem ein fester 
Block zu schaffen durch Umgiessen der äusseren 
Linie oder Ausgiessen der inneren Linie mit dick 
angerührtem Gyps. So befestigt, lässt sich die Arbeit 
beim Fortschreiten derselben nicht mehr ausser Form 
bringen und man kann freier, rücksichtsloser damit 
umgehen. 

Grosse Ovale habe ich früher aus dicken Zink- 
streifen von etwa 1!/» Cicero Hóhe hergestellt. Ich 
lötete dieselben roh zusammen, legte dann grobes 
Schmirgelpapier auf eine Schliessplatte und rieb das 
Oval mit dem künftigen Bild darauf hin und her, bis 


sich eine gleichmässige, wenn auch rohe Fläche 
gebildet hatte, dann ging ich zu immer feinerem 
Schmirgelpapier über und erreichte schliesslich bei 
der feinsten Sorte den matten Hochglanz, den wir für 
unsere Zwecke brauchen. 

Diesen, wie erinnerlich, nicht schrifthohen Ring 
befestigte ich durch Unterlegen mit passendem Aus- 
schluss an drei Stellen und goss, indem ich an einigen 
Stellen grosse Ausschlussstücke fortnahm und dadurch 
Eingussöffnungen schuf, Gyps unter die Linie. Oder 
ich legte den fertigen Satz mit dem Bilde aufs Schiff, 
drückte die Linie scharf zuBoden und goss von hinten 
her Gvps hinein. 

Wer das nachmachen will, der sehe sich nur 
vor, dass der Gvpsring gut trocknet und nicht beim 
weiteren Vorarbeiten platzt oder bröckelt. Man macht 
denselben standhafter, indem man ihn stellenweise 
breiter werden lässt, und dies erreicht man wiederum 
durch Schaffung an den Gvpsring schliessender Hohl- 
räume, die beim Ausgiessen mit volllaufen. 

Heute würde ich dergleichen Linien in Messer- 
holzschnitt herstellen. 

Die Vorzeichnung für ein inneres Oval erhält 
man durch Einsetzen entsprechend starker Ausschluss- 
stücke in ein vorhandenes grosses Oval. Soll der 
Abstand zwischen beiden Linien z. B. 10 Viertelpetit 
betragen, so legt man nun an das grosse Oval Text- 
Halbgevierte ringsum und zeichnet die neue Form an 
den letzteren mit Bleistift auf untergelegtem Papier ab. 

Schriftsatz fügt man ähnlich ein, wie bei dem 
Segmentsatz gelehrt worden ist. Die als Zwischen- 
schlag ermittelten Dickten werden also nicht in Form 
gebogener Regletten oder dgl., sondern als Ausschluss- 
stücke, die sich jeder Rundung anbequemen, an Ort 
und Stelle gebracht. 

Im Allgemeinen muss von der Anwendung ovaler 
Formen abgeraten werden, und zwar schon aus den 
eingangs dargelegten Gründen. Die Arbeitszeit, welche 
man mit der mühsamen Bearbeitung dicker roher Zink- 
linien verbringt, ist mit der geringen Eigenwirkung 
jener Formen meist zu teuer erkauft. 

Es können aber Fälle eintreten, in denen man 
dennoch zum Oval greifen muss, z. B. wenn der 
Besteller es will. Handelt es sieh dann um grosse 
Ovale, so kann die Frage, ob Zink-, ob Messinglinie, 
so ohne Weiteres auch nicht entschieden werden. Die 
Differenz im Materialwerthe beider wird dem Mehr- 
aufwand an Arbeit nicht immer entsprechen, nament- 
lich dann nicht, wenn man das Ding verkehrt anfängt. 
Aber die Messinglinie muss doch auch bearbeitet 
werden. Schliesslich kann man auch nicht Alles 
nach Mark und Pfennig abschätzen. Es ist z. B. 
durchaus nicht gleichgültig. ob das vorhandene teure 


277 Ä Anleitung zum Linienbiegen. 


Messinglinien-Material heute schon oder morgen erst 
zu Ende geht. Der Weg zum Linienfabrikanten 
greift den Beutel an und wird wohl überall nur ungern 
und nach langem Zögern eingeschlagen. 


4. Umgelegte Ecken. 


Aus der Blütezeit des reinen Liniensatzes ist die 
umgelegte Ecke, die damals auf keiner besseren 
Drucksache fehlen durfte, nicht mit zu uns herüber- 
gerettet worden. Man begegnet dieser Form im 
Liniensatz heute fast gar nicht mehr, obwohl dieselbe, 
von Übertreibungen abgesehen und zweckmässig 
angewandt, sehr oft von guter Wirkung sein und bei 
aller Einfachheit besten Erfolg haben würde. 

Die Ehrenrettung, welche hier versucht werden 
soll, bezieht sich im Liniensatz auf geradlinig umge- 
legte, weniger auf gerollt erscheinende Ecken, denn 
letztere verursachen sehr viel Arbeit, die besser an 
einer auffälligeren Stelle zur Schau gebracht wird, 
als eine Blattecke es doch nur ist. 





Fig. 19. Ringsum fette Linien. Fig. 20. Mit Schattenfall. 








Mit Schattenfall. 


Fig. 21. 


Fig. 22. Rundgefalzte Ecke. 


Die bequemste Form eines Umschlages, vom 
Standpunkte des Setzers aus, ist diejenige unter 
45 Grad, welche mit den wohl überall vorhandenen 
gewöhnlichen Gehrungen gearbeitet werden kann. 

Ist eine aufgelegt gedachte Karte ganz von fetten 
Linien umgeben, dann können diese sich im Umschlage 
fortsetzen (Fig. 19), jedoch muss der Rücken a durch 
feine Linie markiert werden. 

Bei fett schattierten Karten kann die rechts unten 
umgelegte Ecke, da die Kanten derselben im Lichte 
liegen, eigentlich nur durch feine Linien wiederge- 
geben werden. Dadurch würde aber eine hässliche 
Figur entstehen. Man schlägt hier einen Mittelweg 
ein, indem man den Rücken fein, dagegen die beiden 
anderen Linien der Ecke halbfett nimmt (Fig. 20). 
Den Fehler, welchen wir hier aus Schönheitsrück- 
sichten begehen müssen, vermeiden wir, wenn wir 


den Umschlag links oben anbringen können (Fig.21). | 


278 


Wenn wir einige Schattenstriche anbringen 
(Fig. 20), wird die beabsichtigte Täuschung vollkom- 
mener. Will man noch mehr thun, so kann man 
den scharfen Falz in einen gerundeten verwandeln 
(Fig. 22). 

Eckumschläge unter 45 Grad können, was die 
Grösse des Umschlages betrifft, niemals falsch ge- 
zeichnet werden. Bei anders gefalteten Ecken dagegen 
kommt es häufig vor, dass man das umgeklappte 
Stück unrichtig, gewöhnlich zu gross bemisst. Wenn 
man ein Blatt dünnes Papier scharf knickt in der 
Form, wie man den Umschlag haben wollte, und das 
übergeschlagene Stück durch Ankleben auf dem Blatte 
befestigt, so ist die Klappe genau so gross und ebenso 
geformt wie die durch den Knick entstandene Lücke. 
Lässt man aber den Umschlag etwas abstehen, dass 
er sich in die Höhe richtet, so verkleinert er sich 
scheinbar in dem Masse, wie dies geschieht. Es ist 
also keineswegs Bedingung, dass die Klappe dem 
Abschnitt genau entsprechen müsse, nur darf sie 
nicht grösser sein als der letztere. 





Fig. 23. Darstellung der Verkürzungen. 


Eine zuverlässige Art, korrekte verkürzte Um- 
schläge zu zeichnen, ist folgende. Man schrägt durch 
einen beliebigen Strich (g d in Fig. 23) ein Stück von 
der Ecke ab. Dieses Stück g ed wird verkehrt auf 
die andere Seite gezeichnet, sodass g fd entsteht. 
Dabei müssen g a — ge und de =da sein. Durch 
die Eckpunkte wird eine Hilfslinie e f gezogen. Auf 
dieser kónnen innerhalb des Umschlags so viel Punkte 
als man will (z. B. b und c in Fig. 23) angenommen 
und mit d und g verbunden werden. Jeder dieser 
immer kleiner werdenden Umschläge ist korrekt. Man 
kann sogar den Abschnitt senkrecht zur Grundfläche 
aufrichten und sieht dann von oben her nichts als die 
schmale Kante desselben. Wollte man diese Form 
darstellen, so würde die Linie gd zur Darstellung der- 
selben genügen. 

Es gehört aber eine genaue Kenntnis der Schatten- 
lehre dazu, derartige Zeichnungen noch als Umschlag 
erscheinen zu lassen. Man müsste sowohl die Blatt- 
kanten schattieren als auch durch scharfen, abge- 
tönten Schattenfall nach der rechten Seite hin dafür 

16* 


279 Anleitung zum Linienbiegen. 280 


sorgen, dass die Darstellung wahrscheinlich wird. Das 
hiesse grosse Miihe unniitz verschwenden. Man soll 
nicht Rätsel aufgeben. Das, was man zeigen will, 
muss auf den ersten Blick erkennbar sein. Schon die 
Form g ed wird schwer als wahr darzustellen sein. 
Wie dieselbe schattiert werden müsste, sehen wir in 
Fig. 24. 

Die Linge des Schlagschattens kann sehr leicht 
bestimmt werden. Zum Beispiel für g c d (Fig. 23). 
Wir nehmen von der Linie e f das Stück bis zur 
Mittellinie g d und tragen dasselbe bei a oder b oder c 









































grössten Schatten, nämlich die ganze rechte Ecke 
füllend, würde der vollständig aufgerichtete, in Linie 
g d fallende, also unsichtbare Umschlag erzeugen. 

Auch die Stärke des Schattens nimmt mit der 
Entfernung von der Linie gd ab. Umgekehrt wird der 
Umschlag selbst nahe den Kanten am stärksten und 
am Falz g d am schwächsten schattiert. Sehr stark 
verkürzte Umschläge erhalten einen dunkleren eigenen 
und Schlagschatten, als die grösser erscheinenden, 
flacher liegenden Formen. Fig. 25 im Vergleich zu 
Fig. 24 möge dies darthun. 

































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Beispiel A. 


nach rechts an. Dadurch entstehen die Punkte b! c!, 
Diese werden mit g und d verbunden und geben die 





Fig. 24. Fig. 25. 
Schattierung des Umschlags Schattierung des Umschlags 
gcd aus Fig, 23. ebd aus Fig. 23. 


Schattengrenze an. Wir finden nun, dass Umschlag a 
gar keinen Schatten hat und dass der Schatten wächst, 
je kleiner dem Auge der Umschlag erscheint. Den 


DieZeichnung und Ausarbeitung scharf gefalteter 
Umschläge ist also recht einfach. Schwieriger ist die 





Fig. 26. Konstruktion Fig. 27. Umschlag c aus Fig. 26. 
rund gebogener Umschläge. Bildung von Rundungen. 


korrekte Wiedergabe gebogener Umschläge. Auch 


hierbei merken wir uns, dass der Umschlag niemals 
grösser sein darf als das fehlende Stück. Da beim 


281 Anleitung zum Linienbiegen. 


Ansehen einer Rolle stets Verkiirzungen eintreten, so 
muss das abgebogene Stiick sogar in jedem Falle 
kleiner gezeichnet sein. Fig. 26 bestätigtdies. Zunächst 
wird durch g d ein Stück von der Ecke abgeschrägt, 
darauf geschieht die Umzeichnung desselben nach der 
andern Seite und man zieht die Hilfslinie e f, ganz 
wie bei Fig. 23. Diese Vorzeichnung bildet die Grund- 
lage für die Bildung einer im gleichen Winkel rund 
gebogenen Ecke. Will man ganz sicher gehen, so 
stelle man sich bei ähnlichen Arbeiten stets einesolche 
Unterlage her. 






E 






3 0:0:0:0:0:0/0:0:0:10:0:0:0/01/0:0:0:0:0:0/0:0/0:0:0:0 a 


o LL ——— ————— — — 
MODERADA 00000 0000000000000000000000:0:00:00:0000 PEARS 
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< uf ager Deuts ch er OM ouf E : 


o Set 
yertrau Hen- Atrafe TD (o. 4. 


282 


Bei Besprechung der Konstruktion gerader Umschläge 
wurde gesagt, dass man eine solche unwahrscheinliche 
Form nicht darstellen dürfe ; dasselbe trifft hier zu. 

Die Hilfslinie h i schneidet von den Winkeln, 
welche durch die umgelegte gerade Ecke an der Kante 
gebildet werden, ein Stück ab. Dadurch entsteht an 
Stelle der Winkel eine breite Öffnung, in welche wir 
einen Bogen hineinzeichnen (Fig. 27 und Fig. 26). 
Derselbe beginnt schon bei a. 

Jetzt haben wir, die Hilfslinie h i als Rücken 
angenommen, einen unanfechtbaren gerundeten Um- 













ARE 


Beispiel B. 


Nun wird, parallel zu g d, eine zweite Hilfslinie 
hi gezogen. Diese kann beliebig weit von gd abliegen 





Fig. 28. Schattierung 
des Umschlags a aus Fig. 26. 


Fig. 29, Schattierung 
des Umschlags c aus Fig. 26. 


und gegebenenfalls bis zum Punkte a gehen, immer 
aber parallel zu g d. Läuft sie durch a, so sehen wir 
vom Umschlag nur die Kanten, daher eigentlich nichts. 


schlag. Wir bleiben dabei aber nicht stehen, sondern 
nehmen auf e f (Fig. 26) beliebig viele Punkte an (in 
diesem Falle b und c), die wir in allmáliger Rundung 
in die Rückenlinie h i und in die rechtwinkeligen 
Kanten der flach liegenden Karte hineinlaufen lassen. 

Der Schatten wird ebenso gezeichnet wie bei den 
scharf geknickten Umschlägen. Das Stück der Linie 
ef von e an bis zur Rückenlinie h i wird als Mass 
für Umschlag und Schatten zusammen angenommen. 
Was an einem fehlt, muss dem andern zugelegt 
werden. Man trägt den sichtbaren Teil des Umschlags 
auf der Linie e f beie an; dieser Teil ist Licht, alles 
Übrige Schatten. 

Diese Art, einen Schatten zu konstruieren, ist 
indes recht dürftig. Wenn man ein Blatt Papier 
entsprechend biegt und scharfes Lampenlicht von 


283 


verschiedenen Punkten her einfallen lásst, dann wird 
man naturwahre Schlagschatten in anderen Formen 
erhalten, die von grósserer Wirkung sein und sich 
dem vorliegenden Fall besser anpassen werden. 

Eins sei noch bemerkt. Bei Schatten, die von 
runden Körpern geworfen werden, treten Reflexlichter 
auf. Die grösste Schattentiefe liegt deshalb nicht hart 
am Knick, sondern, ebenso wie die Lichtlinie, etwas 
davon ab. Das Wieviel wird man an natürlichen Bei- 
spielen studieren können. 

Die Figuren 28 und 29 zeigen die Schattierung 
gerader Umschläge aus Fig. 26. Wir sehen daraus, 
dass bei runden Biegungen, wenn diese schattiert 
werden, auch die flache Karte dunkel getönt, dagegen 
von der Stelle an, wo die Rundung beginnt, heller 
gehalten werden muss. 





Fig. 30. 
Schattierung einer aufgehobenen 
geknickten Ecke. 


Fig. 31. 
Schattierung einer aufgehobenen 
gebogenen Ecke. 


Bei geraden wie runden Umschlägen kann man 
auch über die Sehrüglinie g d in Fig. 23 bez. hi in 
Fig. 26 hinweggehen, also z. B. die Linie benutzen, 
welche in b! und c! bei Fig. 23, in b! und c! bei 
Fig. 26 zur Schattenkonstruktion benutzt wurde. Die 
Ecke sieht dann nicht umgeschlagen, sondern nur 
aufgehoben aus. Ist aber bei den übrigen Formen 
Schattierung nützlich, um die Formen naturwahr zu 
machen, so wird sienunmehr unabweisliche Bedingung: 
Der Schlagschatten fällt hierbei über die frühere Ecke 
hinweg, wie aus den Figuren 30 und 31 ersicht- 
lich ist. 

Umschläge, welche Schatten verlangen, werden 
besser in Messerholzschnitt hergestellt. Man kann 
alsdann Kontur und Schatten in einer Form anfer- 
tigen und erspart zweifachen Druck. Auch können 
dann die Konturen der Rundungen fortfallen, das 
Gebilde erscheint natürlicher und aus einem Guss. 


(Fortsetzung folgt.) 


Holztvpen kleinen Grades. — Ignaz Fuchs’ Fächerbildner. 


284 


Holztypen kleinen Grades. 


Ti Gustav Maack in Kóln-Ehrenfeld, der Er- 
bauer von Engelens typenloser Setzmaschine. 
fertigt jetzt, wie wir bereits im 2. Heft dieses Jahr- 
gangs berichteten, gróssere Grade gestanzter Holz- 
schriften auf dieser Maschine. Nachfolgende Probe 
gibt ein Bild dieser jetzt auch einzeln zu gebrauchenden, 
also mit der Hand setzbaren Tvpen: 


Holztypen 
von Gustav Maack, 
Koln-Ehrenfeld 


Wir müssen gestehen, dass wir es nicht für 
praktisch halten, Schriften in der Grósse von Tertia, 
Text etc., also in verhültnismüssig kleinen Graden 
und doch verhältnismässiger Fette herzustellen. Für 
solche ist unser Schriftzeug das einzig richtige Material 
und dieses allein sichert solchen Schriften ein solides, 
scharfes Bild und vor allen Dingen dauernde Schärfe. 
Man darf von solchen gestanzten Holzschriften nicht 
zu viel verlangen, um so mehr als die ursprüngliche 
Idee des Erfinders nur auf die Herstellung kleiner 
Grade von Brotschriften bedacht war, die dem Zweck 
seiner Setzmaschine entsprachen. 


Ignaz Fuchs’ Facherbildner. 


Be den, das Umfallen der Buchstaben in den 
Titelschriftkásten verhútenden Vorrichtungen, 
welche neuerdings erfunden worden sind, scheint 
uns die von Ignaz Fuchs, k. k. Hofbuchdruckerei und 
Schriftgiesserei in Prag konstruierte Einrichtung wohl 
der Beachtung wert zu sein. Dieser »Fücherbildner« 
besteht aus einem in gewissen Abständen gegenseitig 
geknickten, kaum Achtelpetit starken Blechstreifen A, 


wodurch Vorsprünge B entstehen; stellt man nun 
je einen solchen Streifen und eine Leiste voreinander, 
so entstehen kleine Fächer C, in welchen selbst ein 
einzelner in denselben stehender Buchstabe sich blos 
an der Seitenwand (Vorsprung B) anlehnen, aber 


285 


nicht umfallen kann. Das durch die Vorsprúnge ent- 
stehende Fach C ist 31/2 Cicero breit, während der 
gewühlte Kegel die Hóhe des Vorsprungs bestimmt; 
der Vorsprung wird etwas stärker als der Didot-Kegel 
hergestellt, damit das Setzen und Ablegen bequem 
ohne Zuhilfenahme einer Ahle oder Pincette und 
auch bei schräger Lage des Titelschriftkasten mit 
grösster Leichtigkeit vor sich gehen kann. 

Der Fuchs sche Fücherbildner ist aus verzinntem 
Stahlblech hergestellt, das Oxidieren deshalb absolut 
ausgeschlossen. Der Preis ist ein billiger. 


Zur Feier des 75jàhrigen Bestehens 


des Hauses 


‘Benjamin Krebs Nachfolger 


in Frankfurt a. M. 


e" 1. August beging die Firma Benjamin Krebs 
ihr fünfundsiebzigjähriges Jubiläum, denn an 
jenem Tage des Jahres 1816 wurde sie von Benjamin 
Krebs, dessen Bildnis wir unsern Lesern vorführen, 
begründet. Wir entnehmen die nachfolgenden Notizen 
der neuesten, im Oktober erscheinenden Nummer der 
von der Firma herausgegebenen »Typographischen 
Neuigkeiten«. 

»Der Ursprung des Stammhauses, welches bis 
zum Jahre 1839 unter der Firma Andred’sche Buch- 
handlung, Buchdruckerei und Schriftgiesserei bestand, 
lässt sich nach alten Quellen bis ins Jahr 1681 zu- 
rückführen. Wir finden in diesem Jahre zum ersten 
Mal einen Joh. Phil. Andreä als in Frankfurt an- 
sässigen Buchdrucker aufgeführt. Als hervorragendes 
Werk seiner Offizin ist die noch heute in einer 
ziemlichen Anzahl verbreitete Merian'sche Bibel mit 
Kupfern zu nennen, welche Andreä im Jahre 1704 
im Auftrage der Erben Merians druckte. 

Im Jahre 1713 wird dann in der Chronik ein 
Joh. Benj. Andreá, zweifellos der Sohn des Vorge- 
nannten, als hervorragender Buchdrucker aufgeführt. 

Im Jahre 1797 finden wir die Andrei sche 
Buchhandlung und Buchdruckerei im Besitze von 
Johann Jakob Krebs. Derselbe nahm laut vor- 
handenem Lehrbrief am 6. Mai dieses Jahres seinen 
jüngeren Bruder Benjamin Krebs, geb. am 8. März 
1785, als Lehrling in die Buchdruckerei auf. Am 
1.Mai des Jahres 1800 wurde der Letztere unter Ein- 
haltung der üblichen Zeremonien freigesprochen. 

Am 1. August 1816, vor 75 Jahren, errichtete 
die Firma eine Schriftgiesserei, der Benjamin Krebs 
nunmehr ausschliesslich seine ganze jugendliche Kraft 


Zur Feier des 75jährigen Bestehens des Hauses Ben). Krebs Nachfolger. 286 


zuwandte. Stets war er bemüht, Verbesserungen zu 
schaffen. So führte er beispielsweise in den Dreissiger 
Jahren für Schreibschriften den sogenannten Falz- 
kegel ein, der jetzt in jüngster Zeit, in allerdings etwas 
veränderter Form, seine Auferstehung gefeiert hat. 
Auch als Fachschriftsteller war er thätig und im 


.Jahre 1827 erschien aus seiner Feder das noch heute 


als vorzügliches Werk erachtete » Handbuch der 
Buchdruckerkunst« , welches die deutsche Buch- 
druckerwelt mit den Fortschritten der Kunst in 
Frankreich und England, namentlich mit der Buch- 
stabenberechnung, mit dem Didot schen Kegel und 
den Schnellpressen bekannt machte. 

Die grosse Ausdehnung, welche durch den neuen 
Wirkungszweig die Andreä’sche Buchhandlung, Buch- 
druckerei und Schriftgiesserei nahm, machte eine 
getrennte Leitung nach und nach wünschenswert. So 
wurde im Jahre 1839 die Buchhandlung einem Ver- 
wandten Namens J. G. Rottig übergeben, während 
Benjamin Krebs Buchdruckerei und Schriftgiesserei 
in Gemeinschaft mit seinem Sohn und nunmehr unter 
eigener Firma: Benjamin Krebs weiter führte. 

Im Jahre 1848 als die Schriftgiesserei immer 
mehr wuchs und eine volle ungeteilte Thätigkeit mit 
Macht forderte, entschloss sich Benjamin Krebs die 
seither mitinnegehabte Buchdruckerei*) seinem Sohne 
zu übergeben und sich ausschliesslich der Schrift- 
giesserei zu widmen. Es war ihm diese Thätigkeit 
noch bis zum Jahre 1857 vergönnt, wo ihn die Müh- 
seligkeiten des Alters zwangen, sich vom Geschäfte 
zurückzuziehen und dasselbe seinem Schwiegersohne 
Gustav Rosalino und dessen Teilhaber Hermann 
Poppelbaum zu übergeben, die dasselbe unter der 
Firma Benjamin Krebs Nachfolger weiter führten. 
Benjamin Krebs starb im Jahre 1859; sein bei vielen 
der heute noch lebenden Buchdruckereibesitzern 
wegen seiner Liebenswürdigkeit sehr gern gesehener 
Schwiegersohn Rosalino folgte ihm nach langen 
Kranksein im Jahre 1870. Die Firma ging somit auf 
Herm. Poppelbaum als alleinigen Inhaber über. Der 
rapide Aufschwung, den das Haus in dieser Zeit nahm 
veranlasset im selben Jahre noch die Errichtung eines 
Zweiggeschäftes in Wien, welches unter der Firma 
Poppelbaum d: Bossow vorerst mit 5 Giessmaschinen 
in Betrieb gesetzt wurde. Die Leiter dieser Filiale in 
Wien waren ein jüngerer Bruder von Herm. Poppel- 
baum, Bernhard, sowie der Schwiegersohn Rosalinos, 
Carl Bossow, welch letzterer jedoch bald durch 
Kränklichkeit genötigt wurde. sich zurückzuziehen. 
Bernhard Poppelbaum übernahm kurze Zeit hierauf 
allein und unabhängig vom Frankfurter Stammhause 





*) Jetzt Aug. Weisbrod. 


287 


Zur Feier des 75jährigen Bestehens des Hauses Benjamin Krebs Nachfolger. 


288 





das Wiener Geschäft, das unter seiner Leiter einen 
ungeahnten Aufschwung genommen hat. Im Jahre 
1882 durch Verleihung des Hoftitels ausgezeichnet, 
führt dasselbe seitdem die Firma X. «. k. Hofschrift- 
giesserei Poppelbaum. 

Nachdem der ausgedehnte Geschäftsverkehr 


dieser Firma eine vermehrte Thätigkeit erforderte, - 


trat im Jahre 1887 der schon früher dort thätig 


Carl Gsottschneider. Sohn und Schwiegersohn Herm: 
Poppelbaums. bis dahin als Prokuristen thátig, als 
Teilhaber aufgenommen. 

Schon im Jahre 1869 war auch das Frankfurter 
Haus von den bisher innegehabten Ráumlichkeiten 
in der Alten Mainzergasse nach dem angekauften 
Grundstück Querstrasse 12 verlegt worden, wo 
letzteres durch Hinzukauf und Aufführung von Neu- 





gewesene Georg Poppelbaum. der älteste Sohn des 
Hermann Poppelbaum als Gesellschafter der Wiener 
Firma bei. 

Zwei Jahre sind es nun her, dass der priichtige 
Neubau in der Griingasse aufgefiihrt und damit ein 
Etablissement geschaffen wurde, dass sich den gréssten 
Giessereien Deutschlands zur Seite stellen darf. 

Um auch dem Frankfurter Hause jiingere Kriifte 
zuzuführen, wurden 1890 Hartwig Poppelbaum und 





bauten gegenwártig die Grundstúcke No. 8 bis 14 
genannter Strasse umfasst. Die Zeit nach den Kriegs- 
jahren 1870/71 brachte nochmals einen bedeutenden 
Geschäftsaufschwung, der zu noch vermehrter Thätig- 
keit aufmunterte. Die Zahl der Giessmaschinen wurde 
ganz erheblich vermehrt und der Vorrat an Stempeln 
und Reichtum an Matritzen wuchs bedeutend. Es 
wurden namentlich die Originalgarnituren Fraktur- 
Brodschriften im eigenen Hause durch G. F. Krauss 


Halbfette Mediaeval-Kursiv von Benjamin Krebs Nachfolger in Frankfurt a. M. 


No. 58. 3 Cicero. Min. ca. 11 kg. 


Benjamin Krebs Nachfolger 


No. 59. 4 Cicero. Min. ca. 12 kg. 


lHlustrierte Zeitschrift 
BUCHDRUCK 


No. 60. 5 Cicero. Min. ca. 14 kg. 


Lndustrie-Llitter 


Naturalistische Initiale von der Rudhardschen Giesserei in Offenbach a. M. 


Preis pro Stúck M. 3.—, pro Garnitur M. 65.— 





291 


Schriftprobenschau. 


292 








geschnitten, die unerreicht dastehen und von Kennern 
hochgeschätzt werden. Aber namentlich auch in 
soliden Titelschriften und Einfassungen wurde viel 
Neues gebracht, während Wien sich speziell der Er- 
gänzung orientalischer Schriften zuwendete. Gegen- 
wärtig beläuft sich die ungefähre Zahl der Stempel 
auf 18000, die der Matritzen 400 000. Welche Summe 
von Arbeit dieses Inventar in sich birgt, vermag jeder 
Fachmann zu beurteilen. 

Mit der sich immermehr vollendenden Technik 
der Giessmaschinen wurde auch das Maschinen- 
material fortwährend ergänzt und unter anderm von 
den neu erfundenen französischen Komplettmaschinen 


nur wenige abdrucken und bringen nun heute noch 
eine Anzahl, damit sich unsere Leser von der Eigen- 
art dieses Materials eine rechte Vorstellung bilden 
können. Im übrigen verweisen wir auf das im vorigen 
Heft bezüglich dieser Initiale Gesagte. 

Die Firma Benjamin Krebs Nachfolger überliess 
uns drei grössere Grade einer in ihrem Hause 
geschnittenen halbfetten Mediaeval - Kursiv, deren 
gediegene Zeichnung und exakter Schnitt jedenfalls 
allgemeine Anerkennung verdient und auch finden 
wird. 

Eine Chic genannte Zierschrift in zwei Graden 
sandte uns die Schriftgiesserei Ludwig & Mayer. 


Zierschrift „Chic“ von Ludwig & Mayer in Frankfurt a. M. 


No. 903. 
2 Y 


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(32 em Re 


7 IX: 
Wanz-ANarte 


Dommer 


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No. 904. 2 Cicero. 





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in kurzem Zeitraum in Frankfurt 15 und in Wien 14 
Stück aufgestellt. 

Die Schriftgiesserei ist als Nebenzweige noch mit 
mechanischer Werkstátte, Galvanoplastik und Fach- 
schreinerei zur Anfertigung von Sehriftkasten, Regalen 
und dergleichen verbunden, auch wurde im Jahre 
1886 eine eigene Hausdruckerei eingerichtet, welche 
sich ausschliesslich mit Herstellung von Schriftproben 
fiir den eignen Bedarf befasst. « 

Wir wiinschen der geachteten und bei allen 
Buchdruckern Deutschlands und des Auslandes durch 
ihre vorziiglichen Leistungen beliebten Firma auch 
ferner bestes Gedeihen. 


Sehriftprobenschau. 


dE den Novitáten, welche wir heute im Ab- 
&$ druck vorfiihren kónnen, finden sich zunächst 
noch einige der Naturalistischen Initiale von der 
Rudhardschen Giesseret. Wir konnten von diesen 
recht brauchbaren und durchweg schón gezeichneten 
Initialen im vorigen Heft wegen zu spáten Eingangs 


112 Cicero. 


cet des Vereins E 


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Min. 6 kg à M. 7.— 


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erholung Dpeisc- Zettel 
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Die originelle Zeichnung dieser Schrift wird jedenfalls 
ihre Liebhaber finden. Die zur Verzierung der Ver- 
salien beigegebenen Ziige werden auch oft vorteilhaft 
in der freien Ornamentik zu verwenden sein. 

Als Beilagen zum heutigen Heft finden unsere 
Leser zwei Probenblätter von Julius Klinkhardt, ein 
Blatt neue Reiheneinfassungen und dann ein Blatt mit 
Material für Wertpapierdruck. Die in gediegener 
Satzausführung vorliegenden Anwendungen zeigen am 
besten die vielseitige Verwendbarkeit des gebotenen 
Materials. Während sich die Reiheneinfassungen 
besonders zur Bildung von effektvollen Umrahmungen 
grösseren Formats eignen, finden wir in dem » Material 
für Wertpapierdruck« ausser einer gróssern Anzahl 
gefällig gezeichneter Polytypen des Wortes » Aktie«, 
besonders solche Formen, welche sich zur Bildung 
von Kartuschen oder Schildern eignen, wie sie auf 
Wertpapieren vielfach zur Anwendung kommen. Wir 
empfehlen die beiden Blätter der Beachtung unserer 
Leser. 

Die Firma Paul Leutemann in Leipzig, welche 
sich durch Herausgabe schón gezeichneter und gut ge- 
schnittener Vignetten für alle Zwecke des Buchdrucks 


293 Satz und Druck unserer Probeblütter. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


in verhältnismässig kurzer Zeit einen ausgezeichneten 
Ruf erworben, hat ihre Erzeugnisse in einem kürzlich 
ausgegebenen handlichen Quarthefte vereinigt und 
damit ein Musterbuch geschaffen, welches dem Buch- 
drucker bei der Auswahl von figiirlichem Schmuck 
fiir seine Arbeiten gute Dienste leisten wird. Ausser 
den Vignetten, von welchen wir eine gréssere Anzahl 
unsern Lesern bereits im Abdruck vorfiihren konnten 
und zu welchen in jüngster Zeit noch viele neue 
reizende Muster hinzugekommen sind, enthält das 
Heft auch noch Probeblätter der von derselben Firma 
herausgegebenen Sgraffittoeinfassung, die wir dem- 
nächst unsern Lesern in einer höchst gefälligen An- 
wendung grösseren Formats zeigen werden, sowie 
Abdrücke von verschiedenen schönen Polytypen für 
Rechnungen, Mitteilungen u. s. w. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


der" erste unserer Beilagen zum vorliegenden 
X» Heft, Blatt W, bringt einen Abdruck der Titel- 
seite des Umschlages der demnächst in unserem 
Verlage in Heften erscheinenden zweiten, vollständig 
neu bearbeiteten Auflage der »Lehre vom Accidenz- 
Salz, und verbinden wir mit der Beigabe dieses 
Blattes zugleich einen empfehlenden Hinweis auf das 
genannte Werk. Von dem verwendeten Ziermaterial 
lieferten uns: Julius Klinkhardt die Kopfleiste; 
A. Wohlfeld, Magdeburg, die grosse Eckvignette; 
Schelter & Giesecke die äussere Einfassung und die 
Schlussvignette (Greif); Krebs Nachfolger die Ein- 
fassung we; die Linienornamente stammen von 
Berger, Flinsch und Ludwig & Mayer; die Schriften 
sind von Gronau, Krebs, Ludwig & Mayer und 
Schelter & Giesecke. 

Die Farbe, Schwarzblau, erhielten wir von 
Berger & Wirth in Leipzig. 

Blatt V, wurde nach einem Entwurfe unseres 
Mitarbeiters, Herrn Hermann Hoffmann ausgeführt, 
welcher gleichzeitig die verwendete, in Messerholz- 
schnitt ausgeführte Tonplatte und die mittelst des 
Kreisschneiders hergestellte Kreisfigur lieferte. Die 
Zierleiste wurde aus der Silhouetteeinfassung von 
Kloberg und verschiedenen Ornamenten von Ludwig 
& Mayer gesetzt. Von den Schriften lieferten Flinsch 
die Zeile Hermann Hoffmann; Genzsch «€ Heyse 
Friedrichshagen ete. und die zum Text verwendete 
Korpus Mediaeval; Schelter & Giesecke die Nonpareille 
Grotesque -Versalien; Brendler & Marklowsky die 
für die Unterschrift verwendete halbfette Wiener 
Mediaeval. 


294 


Der gelbe Ton wurde aus Chromgelb, Terra di 
Sienna; Viridingriin und Glanzweiss, sämtlich von 
Berger & Wirth, gemischt. 

Blatt R enthált drei reich ausgestattete Briefkópfe. 
Den ersten, gänzlich aus Messing - Material von 
H. Berthold gesetzte Briefkopf brachten wir bereits in 
einfach schwarzem Druck im Text des Heft 2 und 
zeigen ihn heute in farbiger Ausführung. Zur ver- 
zierung des zweiten Kopfes verwendeten wir die 
Miniaturornamente von Klinkhardt, welche Firma 
auch das Monogramm lieferte, mit einigen Linien- 
ornamenten von Berger und Schelter de Giesecke, die 
Einfassung == ist von Krebs, die Eckfúllungen um 
das Monogramm und die zweifarbige Zierschrift zur 
Firmenzeile sowie »Menzer« ete. sind von Schelter 
d: Giesecke; »Fabrik« von Flinsch, »Nassau« von 
Ludwig d: Mayer. Zum dritten Kopf lieferten Schelter 
& Giesecke die Medaillons und die zur Hauptzeile 
verwendete Zierschrift; Berger die Bogenzierstücke 
und Linienornamente; Genzsch & Heyse » München:. 

Die Tonfarben wurden aus Fabrikaten von 
Berger & Wirth gemischt, und zwar der grüngraue 
Ton aus Miloriblau, Chromgelb und Glanzweiss, der 
grünblaue aus Miloriblau, Seidengrün und Glanzweiss 
und der gelbe aus Chromgelb, Terra di Sienna und 
Glanzweiss. Die Konturform wurde mit braunem 
Lack von Hermann Gauger in Ulm gedruckt. 

Den Satz zum Blatt Y überliess uns mit dankens- 
werter Bereitwilligkeit die Firma Schelter d: Giesecke; 
das gesamte Material an Schriften, Vignetten und 
Linien entstammt also diesem renommierten Hause. 

Die sämtlichen verwendeten Farben lieferte uns 
auch für dieses Blatt die Fabrik von Berger & Wirth 
in Leipzig, während wir die grüne Bronze von der 
Firma Carl Derlon in Leipzig bezogen. Wir geben 
noch die Mischung der einzelnen Farben in der 
Reihenfolge des Druckes: graublauer Ton: Miloriblau, 
rotbrauner Lack und Glanzweiss; blaugrüner Ton: 
Miloriblau, Seidengrün und Glanzweiss ; gelber Ton: 
dunkles Chromgelb und Glanzweiss; Rot: Geranium- 
rot und helles Chromgelb; Braun: Sammtbraun; 
grauer Ton: Sehwarz und Glanzweiss. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— * Die Wortteilungen des Buchdruckers. Nach den 
verlässlichsten Quellen bearbeitet von Alexander Link, 
Buchdrucker. Wien. Selbstverlag des Verfassers. In 
Deutschland zu beziehen durch Richard Hártel, Leipzig- 
Reudnitz, Konstantinstrasse 8, Preis 1 Mark. Die Frage 
der richtigen Wortteilung ist für den gewissenhaften Setzer 
seit jeher von Bedeutung gewesen und die Trennung von 


Fremdwórtern hat schon Manchem Kopfzerbrechen gemacht. 
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295 


Unsere Fachlitteratur und die vorhandenen Rechtschreibe- 
biicher geben in dieser Sache nur einen unvollkommenen 
Anhalt und es ist deshalb das hier vorliegende Werkchen 
als ein gliickliches und verdienstvolles Unternehmen zu 
begriissen. Das 51 Seiten und eine Beilage umfassende 
Buch enthált zunüchst kurze aber interessante Ausführungen 
über Teilung und Zwischenraum (Ausschliessen) im all- 
gemeinen, sowie über die Wortteilungen im Deutschen und 
in Fremdwórtern und bringt dann ein ausführliches Ver- 
zeichnis von Fremdwörtern mit Angabe der Teilungen, 
wobei letztere nach ihrer Zulässigkeit in vier Grade ein- 
geteilt sind. Wir können das Buch bestens empfehlen und 
zweifeln nicht, dass es sich bald in allen Setzersälen ein- 
bürgern wird, um dort als willkommener Ratgeber oft 
begehrt und geachtet zu werden. 

— $ Murets encyklopädisches Wörterbuch der englischen 
und deutschen Sprache. Grosse Ausgabe. Verlag der Langen- 
scheidtschen Verlagsbuchhandlung in Berlin. Die erste 
Lieferung dieses hochbedeutsamen Sprachwerkes ist soeben 
erschienen und bildet das vorliegende starke Heft den 
Anfang des in zwei Teilen (englisch-deutsch und deutsch- 
englisch) projektierten Unternehmens. Nach dem Vorbilde 
des mit ihm in Parallele zu stellenden französischen 
»Sachs-Villate< mit genauer Angabe der Aussprache nach 
dem phonetischen System der Methode Toussaint-Langen- 
scheidt angelegt, dürfte das nach 20jühriger Thätigkeit des 
Verfassers, Prof. Dr. Ed. Muret, druckreif gewordene Wörter- 
buch unstreitig als die hervorragendste Erscheinung auf 
dem Gebiete der anglo-germanischen Lexikographie zu 
betrachten sein. Die gesamte Ausstattung des Werkes ist 
sowohl in bezug auf Druck und Papier als auch in der 
eigentlichen textlichen Anordnung eine so vortreffliche, dass 
das Werk nach seiner Vollendung thatsächlich ein unent- 
behrlicher Hausschatz für jeden mit den beiden Sprachen 
in Beziehung Stehenden sein wird. Ganz besonders aber 
dürfte das monumentale Werk dazu geeignet sein, in dem 
Bücherbestande gewerblich Thätiger, und in erster Linie 
jeder Buchdruckerei, eine ganz bedeutende Lücke auszu- 
füllen. weshalb wir auch nicht verfehlen wollen, jeden 
unserer geehrten Leser auf das nützliche Unternehmen 
besonders aufmerksam zu machen und dessen Anschaffung 
jedem Gebildeten anzuempfehlen. Der Umfang des gesamten 
Werkes wird aus ca. 33 Lieferungen, jährlich 5 solche 
von 112 Seiten bestehen und hiervon der 1. Teil (englisch- 
deutsch) in etwa vier Jahren, der 2. Teil (deutsch-englisch) 
in den weiteren zwei Jahren vollendet vorliegen. Der Preis 
der Lieferung betriigt M. 1.50 und kann auf das Werk bei 
jeder Buchhandlung wie auch bei der Verlagshandlung 
selbst subskribiert werden. 

— Ein neuer »Kiirschner!« Unsere Leser erinnern sich 
gewiss an das von uns seiner Zeit besprochene Kiirschnersche 
Miniaturwerkchen »der neue Reichstag« (Preis 40 Pfennig). 
Heute bietet derselbe Verfasser bereits wieder etwas Neues 
in ähnlicher Form, und wieder etwas ebenso eminent 
Praktisches, das sich mit gleicher Schnelligkeit überall 
einbürgern wird als richtiger Haus- und Familienschatz. 
»Gekrönte Häupter«, diesen Titel trägt das kleine, elegante, 
444 Seiten starke Büchelchen, goldgedruckt auf symbolischem 
Purpurgrund (Preis nur 50 Pfennig). Hier findet sich in 
kurzen, aber ungemein iibersichtlichen und anschaulichen 
Ziigen alles dargestellt, was die deutschen Fiirsten und 
deren Familien betrifft: Erbschaftsverháltnisse, Konfession, 
Zivilliste, Grósse des Landes, Anzahl der Einwohner, 
Landesfarbe, Wappen, Verfassung, administrative Einteilung 


Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


296 


und kurze Geschichte desselben, Biographie der regierenden 
Fürsten und deren lebender Familienmitglieder mit Portrát, 


Facsimile der Handschrift, Angaben über Orden und Ab- 


bildungen der wichtigeren derselben, Belehrung über 
Verkehr mit Fürsten ete. etc. — kurz, alles, was nur 
irgendwie diesem Rahmen sich einfügt. Dies Riesenmaterial 
in so engem Raum zu bergen und es dennoch in so 
bündiger, übersichtlicher Weise zusammenzufassen und zu 
ordnen, dazu bedurfte es der ganzen Geschicklichkeit des 
Verfassers, des ganzen patriotischen Empfindens desselben, 
welches am Schlusse der kurzen Vorrede warmen Ausdruck 
findet in dem Wunsche, »dass sein kleines Buch dazu 
helfen móge, das Band fest zu machen, welches den Deut- 
schen und seine Fürsten allezeit umschliesst«. Diesem 
Wunsche stimmen wir aufrichtig bei, im Interesse aller 
unserer Leser. 

— $ Bei der grossen Beliebtheit, welcher sich die in 
neuerer Zeit in erhöhtem Masse eingerichteten Journal- 
Lesezirkel erfreuen, dürfte das im Selbstverlage des 
Verfassers H. Blumenthal in Iglau erschienene Heftchen, 
betitelt: » Wie richtet man einen Journal-Lesezirkel praktisch 
ein?« eine erwünschte Anleitung für jeden sein, der seine 
Thätigkeit auf dieses Gebiet auszudehnen beabsichtigt oder 
aber bereits in der Lage ist, Nutzanwendung aus dem 
interessanten Inhalte zu ziehen. 


Mannigfaltiges. 


— Unserem heutigen Doppelheft liegt ein Prospekt über 
die neue Auflage von » Waldows Lehre vom Accidenzsatz«, 
bearbeitet von Friedrich Bauer, bei. Wir empfehlen diese 
neue, gleichfalls im Verlage von Alexander Waldow in Leipzig 
erscheinende Auflage der Beachtung unserer Leser in der 
Hoffnung, dass das beliebte Werk auch in der neuen Fassung 
Anerkennung und zahlreiche Freunde finden wird. Alles 
Nähere wolle man aus dem Prospekt ersehen. 

— Die dem heutigen Heft beigegebene Beilage der Firma 
J. G. Schelter € Giesecke empfehlen wir der besonderen Be- 
achtung unserer Leser. 

— Die Farbenfabrik Kast & Ehinger in Stuttgart über- 
sendet uns Probenblätter von vier schönen Illustrations- 
farben, welche sich durch ‚ganz aussergewóhnlich starken 
Bronzeschimmer auszeichnen. Es sind dies ein Bronzerot, 
Bronzeviolett, Bronzeblau und Bronzebraun, sämtlich höchst 
effektvolle, und wie die Abzüge zeigen, sehr rein druckende 
Farben, denen die Fabrik auch gute Lichtbestándigkeit nach- 
rühmt. Wir machen unsere Leser auf diese so beliebten 
Farben hiermit noch besonders aufmerksam und bemerken 
zugleich, dass die Fabrik neuerdings auch ein schónes Rosa 
und einen feurigen Brillantpurpur, beide ebenfalls licht- 
bestándig, in den Handel gebracht hat. 

— Eine grosse Sammlung solcher bunter Illustrations- 
und Merkantilfarben, die nach Angaben der Fabrik ebenfalls 
sämtlich lichtecht und lackierfühig sein sollen, gab jüngst auch 
die Farbenfabrik von Bett € Philippi in Hamburg-Stassfurt 
heraus. Diese Sammlung umfasst vierzehn der schónsten 
und originellsten Farben, sodass damit allen Geschmacks- 
richtungen Rechnung getragen werden kann. Beachtens- 
wert ist der billige Preis von 6 Mark pro Kilo. Ein schón 
gedrucktes Plakat zeigt uns ferner das Hamburger Rot und 
Kaiserblau A derselben Firma. Von diesen beliebten, sehr 
feurigen Farben kostet bei Bezügen von 25 Kilo das Kilo 


297 Mannigfaltiges. 298 








trocken 5 Mark fiir das Rot und 4 Mark fiir das Kaiser- 
blau A. Auf der dem heutigen Heft beigegebenen Beilage 
empfiehlt die gleiche Firma ihren Leinölfirnis in allen 
Stärken und garantiert chemisch rein zu civilen Preisen. 
Bei der Leistungsfähigkeit der Fabrik in der Farbenbranche 
dürfte man wohl mit Recht auf gleiche Leistungsfähigkeit 
bei diesem für den Farbendruck unerlässlichen Zubehör 
rechnen können. Ansichtsmuster stehen den Reflektanten 
gern zu Diensten. 

— Das Fabrik-Papierlager von Moritz Enax in Berlin 
versandte in den letzten Tagen drei ansehnliche Musterbücher 
von feinfarbigem Karton, feinfarbigem Umschlagpapier und 
farbigem Umschlagpapier (Mittelstoff). Diese Musterbücher 
enthalten eine grosse Zahl hécht apparter und geschmackvoller 
Muster von solchen Papieren zu sehr billigen Preisen, so dass 
sie gewiss Beachtung in buchdruckerischen Kreisen finden 
werden. Ein beigegebenes Circular interessiert vornehmlich 
durch die zu seiner Ausstattung verwendeten gefálligen 
Messerholzschnittzeilen. 

— Die Firma Kónig & Bauer, Maschinenfabrik in Kloster 
Oberzell bei Würzburg. teilt ihren Geschäftsfreunden durch 
ein vom 1. Juli datiertes Circular mit, dass Herr Ingenieur 
Albrecht Bolza, Neffe des Herrn König, als kommanditistischer 
Teilhaber in die Firma eingetreten und dass diesem Herrn 
gleichzeitig Prokura erteilt worden ist. 

— Die Schnellpressenfabrik Frankenthal, Albert & Cie., 
Act.-Ges., teilt uns mit, dass mit 30. Juni Herr Wilhelm 
Molitor in Folge Kränklichkeit aus der Direktion austritt 
und an seine Stelle mit dem gleichen Tage Herr Ingenieur 
Otto Pilz aus Berlin, rühmlichst bekannte Persönlichkeit 
auf dem Gebiet des Rotations- und Schnellpressenbau, als 
zweiter Direktor eintritt. Die Direktion wird in der Folge 
geführt von dem seitherigen Direktor Herrn Jean Ganss 
und dem neu eingetretenen Direktor Herrn Otto Pilz. 

— Am 3. Juni d. J. beging der derzeitige Metteur der 
»Bonner Zeitung«, Herr Joh. Georg Graff, die Feier seines 
60 jährigen Berufs-Jubiläums und damit gleichzeitig seiner 
60 jährigen Thätigkeit in der Buchdruckerei von P. Neusser 
in Bonn in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit 
und Frische. Bei Gelegenheit einer dem Jubilar seitens seiner 
Kollegen veranstalteten Festfeier wurde demselben ein mit 
künstlerischem Geschmack ausgeführtes Diplom überreicht. 

— Am 7. Juni feierte Herr Georg Rasche das Jubiläum 
seiner 50jáhrigen Thätigkeit als Setzer, Drucker und zuletzt 
als Lagerverwalter im Hause G. D. Bádeker in Essen. 

— Nach einem Beschluss des Rates der Kónigl. Haupt- 
und Residenzstadt Dresden vom 4. Juni 1891 dürfen die- 
jenigen Buchdruckereibesitzer, welche in dem die Stadt- 
gemeinde Dresden umfassenden Bezirke der Dresdner 
Buchdrucker-Innung wohnen und, obwohl sie selbst zur 
Aufnahme in die Innung fähig sein würden, gleichwohl 
derselben nicht angehören, vom 1. August d. J. ab Lehr- 
linge nicht mehr annehmen. Zuwiderhandelnde verfallen 
nach $ 148, Ziffer 10 der Reichs-Gewerbeordnung in Geld- 
strafe bis zu 150 Mark, an deren Stelle im Unvermögens- 
falle Haftstrafe bis zu 4 Wochen zu treten hat. Der 
Vorstand der Dresdner Innung kann mit Genugthuung in 
dieser Verleihung die Anerkennung des mehrjährigen 
Strebens seiner Mitglieder nach Schaffung geordneter Zu- 
stände innerhalb des Buchdrucker-Gewerbes und namentlich 
nach möglichst vollkommener fachlicher Ausbildung der 
Lehrlinge erblicken. 

— Dem vom Comité zur Errichtung des Kónig-Denkmals 
in Eisleben publizierten Rechnungsabschluss über die 


Denkmalsangelegenheit entnehmen wir folgende Hauptpunkte: 
Die Gesammtsumme der zu verausgabenden Gelder betrug 
M. 18278,93. An direkten Ausgaben verzeichnet der Bericht 
M. 16944,02, bei welchen die Kosten der Enthüllung etc. 
mit inbegriffen sind. Es verbleibt folglich ein Kassenbestand 
von M. 1334,91 in den Händen des Comité, welcher Betrag 
zur entsprechenden Verschönerung und Instandhaltung der 
Denkmalumgebung successive aufgebraucht werden soll. 

— Der von uns schon früher empfohlene Zeilenmesser 
mit Metermass, welchen das Gutenberghaus (Franz Franke), 
Berlin W., Mauerstrasse 33, zum Preise von 1 Mark in den 
Handel gebracht hat, ist neuerdings durch Lackieren der 
zu seiner Anfertigung verwendeten Glanzpappe wesentlich 
verbessert und haltbarer gemacht worden. Wir weisen 
unsere Leser wiederholt auf diesen praktischen und billigen 
Zeilenmesser hin. 

— § Placatbuchstaben lassen sich auf folgende Weise 
leicht reparieren: Nachdem man die lädierte Stelle gehörig 
vom Schmutze gesäubert und eventuell etwas ausgeschnitten 
hat, füllt man die entstandene Lücke mit einer sich in 
heissem Zustande befindlichen Mischung von Tischlerleim 
und Schlemmkreide etwas übermässig aus. Nach erfolgter 
Erhärtung dieser Masse egalisiert man mittels einer mittel- 
scharfen Feile die einzelnen Flächen, nach welcher Prozedur 
es nur noch der Überreibung mit feinem Schmirgelpapier 
bedarf, um den Buchstaben wieder tadellos zu gestalten. 

— $ Bei Deckung des Papierbedarfes empfiehlt die »Pap.- 
Ztg.« die Beachtung folgender Angaben: Zunächst wähle 
man, wenn möglich eines der untenstehend bezeichneten 
Normalformate oder Verdoppelungen der betreffenden Zahlen, 
da diese den Beschlüssen der Hauptvertreter entsprechen: 


1. 33:42 cm 7. 44:56 cm 
2. 34:43 cm 8. 46:59 cm 
3. 36:40 cm 9. 48:64 cm 
4. 38:48 cm 10. 50:65 cm 
5. 40:50 cm 11. 54:68 cm 
6. 42:53 cm 12. 57:78 cm. 


Im übrigen bestelle man nur nach Anzahl der Bogen, z. B. 
1000 Bogen etc., ohne Hinzufügung anderer Bezeichnungen 
wie Ries u. ähnl., um jedwede Missverständnis zu vermeiden. 

— $ Leichtes Reparieren von Galvanos. Hat irgend ein 
Galvano auf der Bildfläche durch die Einwirkung eines 
starken Druckes, vielleicht Überlaufen des Bandes usw., 
eine Quetschung oder Vertiefung erlitten, so hält es nicht 
allzuschwer, diesen Schaden wieder auszubessern. Man löse 
das Galvano vom Holzfusse ab, richte dasselbe, falls es 
sich beim Ablösen verbogen haben sollte, durch Klopfen 
auf der Rückseite wieder gerade und feile mittels einer 
Feile die durch ihre Nagelstellen uneben gewordene Rück- 
seite ordentlich ab. Die Bildfläche überfahre man dann 
mit ganz feinem Schmirgelpapier Nummer 00 oder besser 
noch mit einem Stück Holzkohle. Dadurch wird die ebene 
Fläche eine blanke und die Vertiefung deutlicher sichtbar. 
Nachdem kratzt man sich unter Zuhilfenahme eines Zirkels 
die defekte Stelle auf der Rückseite an und legt das 
Galvano mit der Bildfläche auf eine sauber abgewischte, 
ganz ebene harte Holzplatte oder einen Lithographiestein. 
Unter Verwendung eines eisernen Stiftes wird nunmehr 
durch vorsichtiges, nicht zu schweres Klopfen auf denselben 
die angezeichnete Stelle in die Höhe getrieben, wobei auf 
der Bildfläche trotz aller Vorsicht kleine Erhöhungen um 
die defekte Stelle entstehen werden. Diese beseitigt man 
durch leichtes Umklopfen der aufgetriebenen Stelle auf der 
Rückseite mit einem Hammer, d. h. man richtet die Fläche 


299 


Mannigfaltiges. — Briefkasten. 


300 








aus. wie der technische Ausdruck dafür lautet. Selbst- 
verständlicherweise muss der eiserne Stift je nach dem 
Umfange der defekten Stelle ein kleinerer oder grösserer 
sein, in jedem Falle aber kleiner als die zu reparierende 
Stelle selbst. Als Utensilien sind demnach zu dieser 
Prozedur nur erforderlich: eine ebene Platte, mehrere Eisen- 
stifte, ein Hammer, sowie einige sog. kleine Grabstichel, 
die in jenen Fällen, wo feine Linien verletzt wurden, zum 
vorsichtigen Nachstechen gute Dienste leisten,  (L'Impr.) 

— $ Folgende drei Punkte bilden nach der Meinung 
eines französischen Fachmanns den Hauptkrebsschaden 
des Gewerbes und sind melır als alles andere dazu angethan, 
dessen Niedergang herbeizuführen: 1. Gewaltsame Ernie- 
drigung der Preise durch sinnlose Unterbietung vulgo 
Schmutzkonkurrenz; 2. langsamere Arbeitsherstellung durch 
Behelf mit dem primitivsten, zum Notwendigsten kaum 
ausreichenden Arbeitsmaterial; 3. Beschaftigung gewissen- 
loser Arbeiter und Stümper zu niedrigsten Lóhnen. An 
diese Formulierung knüpft der betr. Skribent folgende Worte: 
Sobald ein Geschäftsmann sich dazu hergibt, Arbeiten zu den 
von der Schmutzkonkurrenz heraufbeschworenen, nicht 
einmal die Selbstkosten deckenden Preisen herzustellen, 
steuert er direkt dem Ruine zu und selbst seine Kundschaft 
wird ihm, durch die notwendige geringwertige Qualität der 
gelieferten Arbeit unbefriedigt, vor seinem Niedergange 
bereits selbst den Rücken kehren. Das zweite Hindernis 
einer gedeihlichen Geschäftsentwickelung ist die Eigen- 
sinnigkeit mancher Firmeninhaber, in keiner Weise den 
jahrelang ungestört und unvermehrt gebliebenen Material- 
reichtum ihres Geschäftsbetriebes zu erhöhen oder gar 
mit irgend einer allgemein eingeführten praktischen Neuerung 
zu versehen, kurzum mit dem Wenigsten geizen, um sich 
auf die gleiche Stufe der Leistungsfähigkeit mit ihren 
Konkurrenten stellen zu können. Der in der Instandhaltung 
seines Betriebes und Vermehrung seines Materiales mit 
dem Fortschritte der Zeit gleichen Schritt haltende Geschäfts- 
mann wird vermöge der dadurch eintretenden Vorteile 
und seine erhöhte Leistungsfähigkeit den Anforderungen 
in höherem Masse nachkommen können und dadurch einen 
besseren Gewinn erzielen. Endlich ist das Vorhandensein 
eines tüchtigen, in allen Fällen geschulten Personals, mag 
es noch so klein sein, ebenso wertvoll als notwendig für 
einen lucrativen Geschäftsgang. Leider pflegt man noch 
häufig anzunehmen, dass durch die Unterstellung einer 
Anzahl zusammengewürfelter Personen unter die Leitung 
eines tüchtigen Fachmannes auch etwas Erspriessliches 
entstehen muss. Man wird jedoch schon allenthalben 
bittere Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht haben. In 
unserer wechselvollen und unaufhaltsam fortschreitenden 
Zeit ist es für jeden Geschäftsmann unbedingt erforderlich, 
dass er auf die Schönheit und die Qualität seiner Erzeug- 
nisse hohen Wert legt. 

— Das Zeitungswesen in den Vereinigten Staaten. 
Nach Angabe des Fachblattes »Printers Ink« hat im Jahre 
1890 die Zahl der in den Vereinigten Staaten erscheinenden 
Zeitungen und Zeitschriften um 1612 zugenommen j und 
betrágt zur Zeit 18536, Sie zerfallen nach ihrem Charakter 
in folgende Unterabteilungen: Tägliche Zeitungen 1700, 
dreimal die Woche erscheinende 39, zweimal die Woche 
221, Wochenzeitungen 13420, alle zwei Wochen erscheinende 
85, halbmonatlich 318, Monatsschriften 2506, alle zwei 
Monate erscheinend 75, Vierteljahrsschriften 178. Am 
stärksten ist die Presse natürlich im Staate New-York ver- 
treten; dort erscheinen 1958 Zeitungen und Zeitschriften. 


Dann kommt lllinois mit 1714, Pennsylvanien mit 1357 
und Ohio mit 1130 u. s. w. bis Alaska mit 3 Wochen- 
bláttern und dem Indianer-Territorium, wo keine einzige 
tägliche Zeitung erscheint. Das benachbarte Canada ist 
ebenfalls nur mit 88 Tages- und 527 Wochenblättern ge- 
segnet. 


Briefkasten. 


G.sche Buchdruckerei (Fr. D.), Hannover. Wir empfingen mit 
bestem Dank die gesandte »Speisenfolges, es ist eine gediegene und 
geschmackvolle Arbeit, die Ihrer Offizin alle Ehre macht. — Brüder 
M., Temesvar. Wir danken Ihnen verbindlichst für die Einladung zur 
Feier des Jubiläums des Herrn Heinrich Ritter, Die Ausstattung dieser 
Einladung ist eine vortreffliche. — Männergesangverein Typo- 
graphia, München. Die für das XIV. Stiftungsfest Ihres Vereins be- 
stimmten Drucksachen gelangen durch ein Versehen erst jetzt in unsere 
Hände. Wir bestätigen Ihnen auch heute noch, dass die gediegene 
Ausführung dieser Arbeiten unsern vollen Beifall findet. — Herrn F. W.B., 
Pforzheim. Über einen grossen Teil der gesandten Arbeiten können 
wir uns sehr lobend aussprechen. Der Satz ist originell und geschmack- 
voll, der Druck und die Farbenwahl sind schr gut. Wenn Sie auch 
von dem Einsenden der erwähnten Mustermappe absehen, so werden 
wir uns doch freuen, einzelne neuere Arbeiten von Ihnen zu erhalten. 
Den Herren M, N. und W. sprechen Sie gefl. unsere Anerkennung aus. 
Wir freuen uns, dass Sie Karton-Tonplatten mit solchem Erfolg be- 
nutzten, wie ihn die gesandten Arbeiten zeigen. — Gutenbergverein, 
Aschaffenburg. Die gesandten Johannesfest-Drucksachen beweisen, dass 
auch die dortigen Oflizinen sich mit bestem Erfolz bemühen, Gutes und 
Modernes zu schaffen. Für den Druck der beiden Klappen der Ein- 
ladungskarle hätten wir eine etwas hervortreiendere Farbe gewünscht, 
die Karte würde dann noch mehr Effekt gemacht haben. — Herrn 
Fritz G., Küssnacht. Die Tüne sind recht brav gedruckt; die Auf- 
druckfarben scheinen etwas zu schwach angerieben zu sein. Direkten 
Golddruck können wir, wie bereits früher gesagt, nicht empfehlen. 
Bleiben Sie bei der alten Weise. 





Inhalt des 8/9. Heftes. 


Lebensbilder berühmter alter Buchdrucker: 5. Die Familie Etienne. 
— Ein neues Tonplatten- Material für den Buchdruck. — Über das 
Korrekturenlesen. — Anleitung zum Linienbiegen. — Holztypen kleinen 
Grades. — Ignaz Fuchs’ Fächerbildner. — Zur Feier des 75jährigen Be- 
stehens des Hauses Benjamin Krebs Nachfolger in Frankfurt a. M. — 
Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeit- 
schriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — Briefkasten. — Annoncen. 
— Accidenzmuster im Text: 1 Briefkopf — 4 Karten. — Beilagen: 
1 Blatt Titeb’— 1 Blatt Circular’ — 1 Blatt Briefkipfe~— 1 Blatt 
Menu.— 2 Blatt Einfassungsproben von Julius Klinkhardt 1 Beilage 
von Beit & Philippi in Hamburg — 1 Beilage von A. G. Schelter & 
Giesecke.,— 1 Prospekt von Alexander Waldow. ' 


Das Heft enthält im Ganzen 9 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. ne" Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

— — Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc, `. ` 

Novitäten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblátiern 
ohne Derechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschüdigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben.  Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren, ' 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Far 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

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Weisert. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiy von J G. Schelter & 
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Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig auf einer 
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beste und schnellste Druckregulirung, sofortige 
Druckabstellung und Abstellbarkeit der 
Auftragwalzen während des Druckes. 
— Genügende Ruhelage des Tiegels 
beim Einlegen resp. Anlegen, sowie 
der sichere ruhige Gang der Presse 
garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
Die Schnelligkeit des Druckes hängt 
lediglich von der Befähigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
durchaus widerstandsfähig gebaute 
Presse den schnellsten Gang. 

Für die Pressen No. 3 und 4 
‚empfiehlt sich in solchen Fällen, wo 
; Elementarkraftbetrieb ausgeschlossen 
ist, die Zuhilfenahme eines Kurbel- 
` mechanismus, der so angeordnet wird, 
dass der Dreher dem Einleger gleich- 
zeitig beim Treten beizustehen vermag. 


Im Konstruktions-Prinzip ähnlich Gally's 
Universalpresse, zeichnet sich Colts Armory 
Presse durch verschiedene dusserst 
praktische Verbesserungen aus, wo- 
durch dieselbe zu der leistungsfähig- 
sten der jetzt vorhandenen Tiegel- 
druckpressen wird. 


Der Hauptwert der neuen Colt’s 
Armory Tiegeldruck-Schnellpresse 
liegt in deren uniibertroffen prak- 
tischem Konstruktionsprinzip, der 
durablen Bauart und dem vorziig- 
lichen Material. Die Kombination = 
des Cylinder-Farbewerks, welche die | $ 
vorzüglichste Farbeverreibung und + 
exakteste Regulirung der Farbever- 
teilung gewährt, der genaue parallele 
Druck, durch welchen die Schrift ge- 
schont wird, sichern dieser Presse ihre | 
bevorzugte Stellung als ausgezeich- 
netste Tiegeldruckschnellpresse für \ 
den feinsten Accidenzbuchdruck. 




















Ausführlichere Beschreibungen mit Grössen- und Preisangaben, sowie Verzeichnis der Firmen, welchen wir Pressen lieferten, 
stehen gern zu Diensten. 


General-Vertretung für das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Donaufürstentümer, Holland, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland: 
J. G. SCHELTER & GIESECKE in LEIPZIG. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 








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Y. Archiv fúr Buchdruckerkunst. 28. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


Gedruckt auf einer Original-Liberty-Tiegeldruckmaschine meiner Handlung. 





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28. Band. | 


$ 1891. 


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Matrizen-Setzmaschine „Linotype“. 


ie Setzmaschinenfrage, d.h. die Zusammen- 

stellung von Lettern zu einem Schriftsatze 

auf mechanischem Wege, steht bekanntlich 
schon seit langer Zeit auf der Tagesordnung, ohne dass 
diese Bestrebungen bisher ein allseitig befriedigendes 
Ergebnis gehabt hätten. Während indes in früheren 
Jahren die Aufstellung von Setzmaschinen ein kost- 
spieliges Unternehmen war, das gewöhnlich wenig 
Erfolg hatte und eine vereinzelte Erscheinung blieb, 
haben sich die Verhältnisse in den letzten Jahren 
wesentlich zu Gunsten der Setzmaschine verschoben 
und wir sehen dieselbe heute in einer ganzen Reihe 
von Druckereien Englands und Amerikas in regel- 
mässigem Gebrauche. In Deutschland ist das allerdings 
noch nicht der Fall, was indes in den wesentlich 
anders liegenden wirtschaftlichen Verhältnissen seine 
einfache Erklärung findet. 

Von den beiden genannten Staaten zeichnet sich 
hinsichtlich der Einführung von Setzmaschinen beson- 
ders Amerika aus, das auch in dieser Frage zufolge 
seiner teueren Lebensverhältnisse und der technischen 
Begabung seiner Bürger an der Spitze der technischen 
Entwickelung marschiert. Nach »Paper and Press« 
arbeiten z. B. in New-York und Chicago die gróssten 
Tageszeitungen in der Hauptsache mit Setzmaschinen, 
und hat sich ferner in ersterer Stadt eine » Gesellschaft 
fiir mechanischen Satz« mit einem Grundkapital von 
300000 Mark gebildet, welche die Mac Millansche 
Setzmaschine (D. R.-P. No. 41758) einzufúhren beab- 
sichtigt. In England sollen sich besonders die Setz- 
maschinen von Hattersley und die von Thorne einge- 
führt haben, welche letztere auch auf der Pariser 
Weltausstellung 1889 zu sehen war. Der die Thorne- 
sche Maschine (vergl. Dinglers polyt. Journal 1889, 


Bd. 274, S. 459 ff.) ausführenden Gesellschaft sollen 
zur Zeit Bestellungen von über 400000 Mark vor- 
liegen. Diese Daten, deren noch eine ganze Reihe 
angeführt werden könnten, zeigen, welche Bedeutung 
und Benutzung die Setzmaschine in England und 
Amerika erlangt hat. 

Bezüglich der Konstruktion der Setzmaschinen 
kann man zwei grosse Gruppen unterscheiden, die 
Schriftsetz- und Ablege- Maschinen und die Matrizen- 
Setzmaschinen oder Matrizen- Prügmaschinen. Die 
erstere Gruppe dürfte die ältere sein und handelte es 
sich hier darum, vorhandene Lettern durch Anschlag 
von Tasten einer Klaviatur zu einem Schriftsatze zu 
vereinigen. Dabei kommt gebräuchlicher Schriftsatz, 
wie z.B. bei der Lagermanschen Setzmaschine (D.R.-P. 
No. 43102), oder mit besonderen Signaturen ver- 
sehener Schriftsatz, wie der Mac Millanschen Maschine, 
in Anwendung, letzteres namentlich zum Zwecke des 
Ablegens der Schrift. Die Schwierigkeit der Aufgabe 
liegt überhaupt nicht in dem Setzen der Schrift, das 
sich verhältnismässig leicht durchführen lässt, son- 
dern in dem Ablegen, und in diesem Punkte dürften 
auch die meisten Konstruktionen gescheitert sein. 
Dieser Umstand wird wohl auch mit Veranlassung 
gewesen sein, dass der Schriftsetz- und Ablege- 
Maschine in den letzten Jahren ein scharfer Konkur- 
rent in den Matrizen-Setzmaschinen mit Vorrichtung 
zum Abgiessen der gesetzten Zeile erstanden ist. Von 
den Matrizen-Prägmaschinen soll dabei hier abge- 
sehen werden, da diese Gruppe noch nicht viel prak- 
tisch wichtige Ergebnisse erzielt hat. 

Die Matrizen-Setzmaschinen haben indes ansehn- 
liche Erfolge aufzuweisen, und ist es besonders die 
Mergenthalersche Setzmaschine » Linotype-, welche 
das Interesse der Fachwelt in besonderem Masse in 
Anspruch genommen hat und auf welche in Folgen- 
dem etwas näher eingegangen werden soll. Der 

19 





315 


Matrizen-Setzmaschine »Linotype:. 


316 








Erfinder dieser Maschine ist ein Deutscher (Württem- 
berger), welcher ursprünglich Uhrmacher war, 1872 
im Alter von 18 Jahren nach Amerika (Baltimore) 
ging und sich hier der Konstruktion von Setz- 
maschinen zuwandte. Er hat nahezu 16 Jahre an 
der Vollendung seiner Maschinen gearbeitet und dabei 
gegen 220 Patente (darunter die deutschen Patente 
No. 32346, 32586, 34575, 34901, 40857 und 42171) 
zum Schutze seiner Maschinen genommen, unter Auf- 
wendung eines Kapitals von etwa 1000000 Mark. 
Diese Zahlen zeigen, mit welcher Energie und Mühe 
gearbeitet worden ist, um die Maschine auf ihren 
gegenwärtigen Standpunkt der Vollkommenheit zu 
bringen. 

Die Linotype-Maschine war vor einigen Jahren 
in etwa 130 Stück in Amerika im Betriebe und wurde 
u. A. die »New-York Tribune« ganz auf der Mergen- 
thalerschen Maschine gesetzt. Die Maschine hatte 
indes noch manche Unbequemlichkeit an sich, indem 
sie einer Presslufteinrichtung, elektrischer Betriebs- 
mechanismen u. s. w. bedurfte. Die Mergenthaler 
Printing Co. in New-York, 154 Nassau Street, ist des- 
halb in der letzten Zeit zu einer vólligen Neukon- 
struktion der Maschine geschritten, derart, dass eigent- 
lich nur der Arbeitsgang der Maschine derselbe 
geblieben ist, während die einzelnen Teile fast durch- 
weg nach Anordnung und Arbeitsweise anders kon- 
struirt worden sind. Dabei hat man sich von den 
obengenannten Pressluft- und elektrischen Einrich- 
tungen ganz frei gemacht. 

Diese neue Bauart der Linotype-Maschine, welche 
kürzlich in Deutschland unter No. 57318 patentiert 
worden ist, führen wir heute unseren Lesern in einer 
Gesamtansicht vor und sei an der Hand dieses Bildes 
versucht den Arbeitsgang der Maschine klar zu 
legen. 

Der Setzer bringt sein Manuskript bei A an und 
schlägt dann auf der Klaviatur B nacheinander die 
den zu setzenden Lettern entsprechenden Tasten 
an. Dadurch werden die entsprechenden Matrizen, 
die das Typenbild an einer Seite in einer Vertiefung 
enthalten, aus dem Magazin C ausgelöst und gleiten 
durch die Kanäle D auf den Riemen E, welch letzterer 
sie nacheinander in aufrechter Stellung dem Setz- 
kasten F überliefert, in den sie eine nach der anderen 
durch ein umlaufendes Bogendreieck eingeschoben 
werden. Von Zeit zu Zeit werden durch Anschlagen 
einer besonderen Taste Spatienstangen aus dem 
Magazin I ausgelöst und in gleicher Weise wie die 
Matrizen in den Setzkasten F eingeschoben. Ist auf 
diese Weise das Setzen einer Matrizenzeile vollendet, 
so wird der Setzkasten F gehoben, d. h. die Zeile 
wird nach oben zwischen zwei Arme i geschoben, 


welche sie sofort nach links durch die Führung G in 
einen Schlitten N einschieben. 

Ist dies geschehen, so führt der Schlitten N die 
Zeile nach abwärts vor die Gussform des Formrades 
H. welche ihrerseits eine wagerechte Normalstellung 
annimmt. Sobald die Matrizenzeile diese ihren Ab- 
wärtsgang vollendet hat, bewegt sich das Formrad 
heran und bringt seine Form vor die Zeile. Jetzt 
beginnt das Ausschliessen der letzteren, indem die 
Spatienstangen gehoben werden. Die letzteren bestehen 
nämlich aus zwei mit Keilflächen aufeinander gleiten- 
den Teilen, von denen der eine die Höhe der Matrizen 
hat, während der andre nach unten hervorragt. Durch 
das Anheben der letzteren gleiten daher die Keilflächen 
aufeinander und wird die gesetzte Matrizenzeile daher 
innerhalb ihrer Halter seitlich verbreitert, d. h. aus- 
geschlossen. Diese Ausschliessung soll eine weit regel- 
mässigere sein, als sie heute von der Mehrzahl der 
Handsetzer hergestellt wird. 

Ist dies Ausschliessen in der genannten Weise 
erfolgt, so legt sich ein Schmelzgefiiss gegen die Riick- 
seite der Form und presst gleichzeitig die Matrizen 
fest, worauf die Pumpe des Schmelzgefásses geschmol- 
zenes Metall in die Form presst. Ist so der Abguss 
der Matrizenzeile erfolgt, so geht die Vorrichtung zum 
Ausschliessen nach abwárts, der Pumpenkolben hebt 
sich, das Schmelzgefiiss geht von der Form zuriick 
und diese von den Matrizen. Hierauf macht das Form- 
rad H eine Drehung und bringt dadurch die Form vor 
einen Ausstösser, welcher die gegossenen Letternzeilen 
einzeln ausstösst oder zu einer Kolumne sammelt. 

Gleichzeitig bewegt sich zum Ablegen der Ma- 
trizen ein Arm M in seine untere Stellung nach der 
Bahn O. Während dieser Zeit hebt der Schlitten N 
die Matrizenzeilen zur wagerechten Bahn O, ein Gleit- 
stück schiebt die Zeile in diese Bahn und auf die 
Schiene r des Armes M, welche Schiene r Längs- 
rippen hat, die zwischen Vorsprünge der Matrizen 
eintreten. Der Arm M schwingt nun nach aufwárts, 
wobei er die Matrizen zwischen den Spatienstangen 
heraushebt, und bringt die Matrizen in die Hóhe des 
Verteilers P. Die Spatienstangen bleiben somit in der 
Bahn O zurück und werden von einem Haken wieder 
nach rechts in ihren Behälter I überführt. Die empor- 
gehobenen Matrizen dagegen werden von einem vom 
Arme R bethätigten Schieber von der Schiene r des 
Armes M herunter in den Verteiler P eingeschoben. 

Dieser Matrizenverteiler besteht aus zwei Trans- 
portschrauben, welche die Matrizen auf einer der 
Schiene r ähnlichen, mit Längsrippen versehenen 
Schiene entlang führen. Diese Rippen stimmen mit 
Einschnitten der Matrizen überein und sind über den 
Kanälen des Magazins C teilweise weggeschnitten, so 





317 


Matrizen-Setzmaschine »Linotype«. 


318 








dass die Matrizen über ihren zugehörigen Kanälen 
nicht mehr gehalten werden und in diese hineinfallen, 
um dann in der dargelegten Weise wieder von Neuem 
verwendet zu werden. 

Auf die Bewegungsmechanismen der Maschine 
einzugehen, ist uns bei der Vielteiligkeit der Maschine 
und dem uns zur Verfügung stehenden Raume ver- 
sagt. Nur soviel sei erwähnt, dass das Zusammen- 


in England viel Eingang verschafft. Die anfänglich 
ziemlich missgünstigen Urteile sind bei grösserer Ver- 
trautheit und bei längerer Benutzung der Maschine 
geringer geworden und haben wohlwollenderen Platz 
gemacht. Auch die mit der Maschine erzielten Erspar- 
nisse haben eine beachtenswerte Höhe erreicht und 
werden von einigen Verlegern auf 50 bis 60 Prozent, 
von der Mergenthaler Printing Co. sogar auf 75Prozent 


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Matrizen-Setzmaschine »Linotypes. 


stellen einer Matrizenzeile, das Abgiessen der vorher- 
gesetzten und das Verteilen der Matrizen der vorvor- 
hergesetzten Matrizen bezw. Spatien gleichzeitig vor 
sich gehen. Der gesamte Mechanismus zum Setzen 
der Matrizen, sowie derjenige zum Verteilen derselben 
in die Magazine wird beständig und unabhängig vom 
Mechanismus zum Abgiessen angetrieben, welch 
letzterer intermittierend wirkt. 

Diese Linotype-Setzmaschine hat sich, wie bereits 
erwühnt, in den letzten Jahren in Amerika und auch 


angegeben. Ausser der genannten »New - York 
Tribune« haben auch noch andere Tageszeitungen 
Linotype-Maschinen aufgestellt, so » Courier-Journal« 
und »Times« in Louisville (Kentucky), »Chicago 
News« und »Providence Journal«, in London die 
Druckerei des »Railway Herald«, die der »Railway 
Press« u. s. w. 

Alle diese Daten zeigen, dass die Einführung von 
Setzmaschinen in den genannten Staaten heute keine 
vereinzelte Erscheinung mehr ist, sondern einen sehr 

19* 


319 Anleitung zum Linienbiegen. 320 





fühlbaren Einfluss auszuüben beginnt. Dass dabei die 
Frage des mechanischen Satzes in Amerika viel weiter 
gediehen ist, liegt in den Verhältnissen der Vereinigten 
Staaten, der hohen Kapitalkraft derselben, der Höhe 
des Preises der Arbeitskräfte u. s. w., begründet, 
während für Deutschland ein Bedürfnis nach Ersatz 
von teurer Handarbeit durch billigere mechanische 
Arbeit noch nicht in dem Masse vorliegt. Dieser sich 
fortwährend vollziehende Ersatz der Handarbeit wird 
natürlich vorübergehend dann auch einen Teil der 
Schriftsetzer überflüssig machen und es ist daher be- 
greiflich, wenn diese der Setzmaschine nicht sehr 
wohlwollend gegenúberstehen. Eine derartige Oppo- 
sition die jede neue Sache durchzumachen hat, scheint 
uns indes unbegriindet, da durch derartige Fortschritte 
die Arbeitsgelegenheit nicht vermindert wird, sondern 
nur in anderer Richtung sich äussert. Bei näherer 
Kenntnis der Sachlage wird daher die Abneigung 
gegen die Setzmaschine schwinden und wird deren 
Einführung auch in unsere Druckereien in dieser oder 
jener Form erfolgen. R. Knoke. 


Anleitung zum Linienbiegen. 


Von Hermann Hoffmann, Berlin. 
(Fortsetzung.) 


Ps Liniensützen, welehe das dargestellte Blatt. 
Band oder dergl. gebogen, gerollt oder verzogen 
erscheinen lassen, sieht man bisweilen gerade Schrift- 
zeilen bis in die Biegung hinein oder wohl gar über 
dieselbe hinweglaufen. Muss es denn wirklich erst 
gesagt werden, dass Alles, was auf einer Rundung 
angebracht wird, sich derselben unweigerlich anbe- 
quemen soll? Nur Setzer mit ganz stumpfem Empfin- 
den kónnen sich der beregten Scheusslichkeit schul- 
dig machen. i 

Soweit geht der durch die Grundform hervor- 
gerufene Zwang, dass in schief gesehenen, stark ver- 
jüngten Teilen auch die Typen schief und allmälig 
kleiner geformt werden müssen, wenn nicht ein häss- 
licher Widerstreit zwischen beiden Teilen. von denen 
bald der eine, bald der andere die Oberhand zu 
behaupten scheint, entstehen soll. Das Umgestalten 
der Schrift geht natürlich im Buchdruck nicht, und 
darum soll man die Hand von solchen Formen lassen. 
Der Setzer findet überreiche Gelegenheit, seinen Eifer 
zu bethätigen, in legaler Bahn auf Schritt und Tritt. 

Doppelt gerollte Umschläge werden durchweg 
falsch gezeichnet. Man probiere eine solche Form 
mit Papier und man wird finden, dass bei mehrfach 
gerolllen Ecken die zweite und folgende Windung 
nicht sichtbar ist. 








Wie schon gesagt, kann ich mich kaum für ein- 
fach gerollte Ecken erwürmen, rate aber von der 
Wiedergabe mehrfach .gerollter Formen ganz ent- 
schieden ab. Während geradlinige Umschläge mit 
verhältnismässig geringer Mühe oft hübsche Muster 
ergeben, verursachen rund gebogene Ecken im Linien- 
satz meist mehr Arbeit, als sich durch den Erfolg 
rechtfertigen lässt. Der Setzer möge nicht eher an 
solche Arbeiten gehen, als bis er sich über das End- 
ziel klar ist, damit er nachher mit gutem Gewissen 
sagen kann, er habe keine Zeit verschleudert. 

Die geraden Umschläge können entweder frei 
bleiben oder zur Aufnahme einer Bemerkung dienen, 
wie »Anfang 7 Uhr<, »U. A. w. g.« oder dergl. 





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Fig. 32. Verwertung des Umschlages. 


In Fig. 32 ist die Ecke sehr gut verwertet worden. 
Die an dieser Stelle des Lichtfalles wegen gerecht- 
fertigten Schattenlinien werden mit einem Male ge- 
bogen oder, wennscharfkantig, aus Gehrungen gebildet. 
In letzterem Falle isteine húbsche Táuschung zulássig. 
Man liisst die den Umschlag andeutenden Schatten- 
linien a b (Fig. 33) im Druck über den Papierrand 
hinweggreifen und schneidet nach beendeter Arbeit 
das Stück e Karte für Karte einzeln mit der Scheere 
ab. Bei so kurzen Schnitten ist es nicht einmal nötig, 
eine Schneidelinie vorzudrucken. 


- Papierrand. 








Fig. 33. Abzuschneidende Ecke. 


In Verbindung mit reichen Einfassungen kann 
eine umgelegte Ecke. welche in die Einfassung hinein- 
reicht, recht originell wirken (s. Beispiel A in Heft 8/9). 
Man bestimmt die Grösse des Umschlages nach den 
ausfallenden Einfassungsstücken. Der Rand wird für 
sich fertig gemacht und an Stelle des Umschlages ein 


321 


Anleitung zum Linienbiegen. 


322 








Stegquadrat eingesetzt, den man spáter durch die Eck- 
linien auswechselt. Auch in diesem Falle werden die 
Karten nach dem Druck einzeln schrág beschnitten. 

Zum Zwecke der Erzielung reicherer Wirkungen 
kann der Umschlag durch Tondruck noch mehr abge- 
hoben werden. 

An Stelle des Schrágschneidens kann man den 
überflüssigen Kartenzipfel mit einer dunklen Farbe, 
die in der Arbeit vorkommt, bedrucken. Der Messer- 
holzschnitt gewáhrt die Druckplatte dazu. Bei ge- 
schiekter Ausführung wird auf diese Weise der Ein- 
druck erweckt, als ob die so behandelte Ecke einem 
unter der Karte liegenden zweiten Blatte angehóre. 





erste Stelle bringen. Man muss es deshalb stets in 
einer dunkleren Tónung halten als die Hauptkarte 
und in einer Farbe, welche derjenigen der oberen 
Karte an Wert und Intensität merklich nachsteht. Da 
die Farben Weiss, Gelb, Rot, Grün, Blau rangieren, 
so darf nicht etwa das obere Blatt blauen, das untere 
hervorlugende gelben Ton erhalten, sondern umge- 
kehrt. 

Eine hübsche plastische Wirkung erzielt man mit 
dem Herausdrücken des umgelegt gedachten Teiles, 
der dann wirklich als Umschlag erscheint. Hierbei 
muss jedoch der Linienvordruck unterbleiben, denn 
er stört und ist unwahr. Obgleich nun das Heraus- 





Vignetten von Paul Leutemann. Schriften von Flinsch und Schelter & Giesecke. 


Man kann die Täuschung dadurch noch weiter treiben, 
dass man, wie aus Fig. 34 hervorgeht, den Schatten 
markiert, welchen eine aufgelegte Karte in Wirklich- 
keit auf die untere werfen würde. Man kann endlich 
ein Blumenmuster, welches sich von der verdeckten 





Fig. 34. Die obere Karte wirft einen Schatten auf die untere. 


Karte her fortzusetzen scheint, auf dem Zipfel aus- 
laufen lassen. 

Doch sollte man nicht Abgötterei mit diesen 
Eckchen treiben. Wenn es auch nach den Anschau- 
ungen, welche vorliegende Arbeit verfolgt, erlaubt ist, 
das in Wahrheit zum Fortfallen bestimmte, über- 
flüssige Eckstück zur Verstärkung der Gesamtwirkung 
mit heranzuziehen, so darf man es doch nicht an 


prägen nicht eigentlich hierher gehört, will ich es, 
um das angefangene Thema ganz zu erschöpfen, mit 
beschreiben. 

Aus hartem zwei- bis vierfachen Karton (Fig. 35) 
wird eine Ecke a mit scharfem Schnitt herausge- 














Fig. 35. Herausprägen der Ecke. 


trennt. Der Schnitt muss schräg in den grossen Teil 
hinein geführt werden und in dem punktiert ange- 
deuteten Teile von a diejenige Form erhalten, welche 
die Prägeecke später haben soll. Den Teil b leimt 
man mit der auf unserer Abbildung sichtbaren Seite 
auf einen Holzfuss, ganz wie eine Tonplatte. Es genügt 
indes, nur die Umgebung der Prägestelle zu befestigen. 


323 


Anleitung zum Linienbiegen. — Schutzmittel fúr Titelschriften. 


324 








Dann wird das Stiickchen a mit etwas Dextrin genau 
an seinen Platz gebracht, auf der anderen. dem Holz- 
stock abgekehrten Seite mit Leim, Fischleim oder 
dickem Dextrin dünn bestrichen und durch einmaliges 
Zudrehen der zu diesem Zwecke vorgerichteten Tiegel- 
druckpresse, in welcher der Holzstock fest geschlossen 
worden ist, auf die Tiegelseite übertragen. Nun be- 
findet sich der Holzstock mit dem Teil b als Druck- 
bez. Prägeform auf dem Fundament, das infolge Über- 
tragens genau in den Ausschnitt eingreifende Stückchen 
a dagegen fest aufgeklebt auf dem Aufzugbogen des 
Tiegels. 

Wird nun, natürlich ohne Walzen und Farbe. 
ein Blatt Papier oder Karton angelegt und durchge- 
druckt, so muss dasselbe die Form des Ausschnittes 
annehmen, d. h. hochgeprägt erscheinen. Man prägt 
auf diese Weise die ganze Auflage durch und schneidet 
danach die Ecken mit der Scheere ab. 

Da der scharfe Prägedruck fortgesetzt auf den 
oberen Bogen des Aufzugs einwirkt und letzteren zu 
verschieben trachtet, so muss derselbe aus festem 
Stoff bestehen und so angebracht werden, dass er 
jedem Versuche, ihn aus seiner Lage zu bringen, 
sicher widerstehen kann. 








| — A) OA 
^ | b — b | 
a c Drucktiegel. a - 
Fig. 36. 
a! a? 
| AA O | 
Ze c Drucktiegel. | 
me 
Fig. 37. 


Einrichtung des Tiegels zum Prägedruck. 


Dies geschieht wie folgt. Auf den nackten Tiegel 
c (Fig. 36) wird ein einziger Bogen zähen Papiers a 
mittelst der Bügel bb nur oben und unten einge- 
klemmt. Darauf schlägt man die überhängenden 
Papierenden a!a? in der Pfeilrichtung nach oben 
über den Bügel zurück und klebt sie, wie aus Fig. 37 
hervorgeht, auf dem eigenen Bogen a fest. Dann 
schiebt man höchstens zwei Bogen harten Karton 
von der Seite her unter den Aufzug und stellt den 
Druck mittelst der Tiegelschrauben auf die nötige 
Schärfe ein. 

Diese Art, ein Relief zu erzeugen, kann im 
Accidenzdruck weitgehende Anwendung erfahren. 
Darauf einzugehen ist jedoch hier nicht der Ort. Aber 
auch für Ecken kann noch manche interessante Ver- 
wendungsart desPrägens gefunden werden. Z.B.kann 
man in Beispiel A die der unteren fingierten Karte 


angehörige Papierecke ein Blatt tiefer legen als die 
übrige Karte, und die umgeschlagene Ecke ein Blatt 
höher als dieselbe. Die Höhendifferenz zwischen den 
beiden Ecken beträgt danach 2 Blatt. 

Oder man prägt den Umschlag in Beispiel B 
(s. Heft 89) inmitten der glatten Karte hervor, wohl 
auch das kleine Kärtchen im ganzen und den Umschlag 
noch besonders. 

Auch kann man zugleich mit dem Prägen ein 
Muster in die Ecke hineindrücken, z.B. glatte Riefen. 
Die Form dazu wird man mit dem Messerholzschnitt 
herstellen, wenn Papier geprägt werden soll, bei 
Karton hingegen muss man Messingstempel dazu 
haben. 

Aus Vorstehendem ersieht man, wieviel allein 
schon aus einem so unscheinbaren Dinge, der Ecke, 
gemacht werden kann. Wer Augen hat zu sehen, der 
sehe! Leider trifft man nicht viele Accidenzsetzer an, 
die sich gegebenenfalls unabhängig zu machen wüssten 
von dem, was der Schriftgiesser für sie herauszu- 
denken die Güte hatte. Diejenigen, deren Seele nach 
immer neuen Einfassungen dürstet, die für die sonsti- 
gen Hilfsmittel im Accidenzsatz kein Auge und für 
wohlgemeinte Ermahnungen kein Ohr haben, mógen 
doch bedenken, dass Meisterwerke selten im Überfluss 
entstehen. 

Der bedúrfnislose Accidenzsetzer, dessen Arbeiten 
dennoch Genie verraten, erhebt sich turmhoch aus 
der Menge derjenigen Tagewerker, die ihr Amt, da es 
Gott nicht anders gewollt hat, mit múdem Sinne 
erfúllen. Kann Jener mit seiner regen Phantasie sich 
fortwáhrend Quellen reinen Vergnügens óffnen, so 
bleibt Diesen kaum eine andere Freude, als wenn sie 
inne werden, dass der langsam schleichende Zeiger 
der Fabrikuhr endlich seinem Ziele nahe ist. 

(Fortsetzung folgt.) 


Sehutzmittel für Titelschriften. 


ON » Patent- Fachwinkel« bringt der Erfinder der 
»Stachelspatien« und der »Schriftordner «, Herr 
Albert Stolzenwald in Berlin S 59, Dieffenbachstr. 55, 
ein neues Schutzmittel gegen das Umfallen der 
Buchstaben in Titelschriftkästen in den Handel. Die- 
selben bestehen aus kurzen verzinnten Stahlblech- 
streifen von Leistenhöhe, die rechwinklig umgeknickt 
sind und an einer Kante haarscharfe Stacheln haben, 
deren Form Fig. 1 in vergrössertem Massstabe zeigt. 
Die Fachwinkel werden wie die Stachelspatien je 
nach Bedarf in kleineren oder grósseren Abstánden 
voneinander nach Figur 2 zwischen Buchstaben- 
gruppen gestellt und durch einfaches Andrücken der 





325 Schutzmittel fiir Titelschriften. 326 


————————— ar E R a 
— çæ —— ——— — ———— 


Holzleisten ohne Kraftaufwand vollkommen sicher 
befestigt (Fig. 3). 

Fiir die Entfernung der einzelnen Fachwinkel 
voneinander ist zu beriicksichtigen: 1) dass ein frei 
stehender Buchstabe sich wohl schräg zur Seite neigen 
jedoch nicht umfallen darf; 2) darfein schräg liegender 
Buchstabe nicht mit der scharfen Kontur seiner zarten 
Bildfläche die Fachscheidewand berühren ; 3) muss 
der betreffende Buchstabe selbst in gesenktester 
Stellung noch dem Auge des Setzers erkennbar sein; 





4) muss der Buchstabe stets bequem mit den Fingern 
zu erfassen sein. Nach Massgabe dieser Bedingungen 
durfte in Figur 4 (Vorderseitenansicht Fig. 5) die 
Entfernung zwischen je zwei Fachscheidewänden in 
einem Falle 23 mm (5 Cicero) betragen, während in 
einem andern Falle derselben Figur die Ausdehnung 
des Buchstabenfaches sich auf 16 mm (3!/s Cicero) 
einschränken musste. Die grösstmöglichste Fachweite 
lässt sich z. B. beim Doppelmittelkegel auf 25 mm 
(51/2 Cicero) begrenzen; die Entfernung überragen 
aber die an den Holzleisten entlang liegenden Fach- 
winkelschenkel noch um so viel, dass jeder einzelne 
Fachwinkel mit seiner Vorderkante auf dem Ende des 
vorhergehenden Fachwinkels dachschieferartig auf- 
liegen muss, 

Ein weiterer Vorteil der Fachwinkel gegenüber 
den Stachelspatien besteht in ihrer handlicheren Form, 


durch welche erstere sich bequemer, leichter und 
sicherer einstellen lassen. Auch ist die Befestigung der 
Fachwinkel wesentlich einfacher als die der Stachel- 
spatien. Da die Fachwinkel von selbst aufrecht stehen, 
können sie auch bei älteren, teilweise versetzten 
Schriften nachträglich angebracht werden. Man stellt 
den betreffenden Schriftkasten wagrecht auf, entfernt 
die zur Ausfüllung des leeren Raumes vor der Rück- 
wand dienenden Stege und dergl., rückt die Schrift 
nach hinten und beginnt nun in dem vorn entstandenen 
leeren Raum mit dem Einstellen der Fachwinkel, 
wobei gleichzeitig die Schrift zwischen dieselben ge- 
stellt wird — unter Berücksichtigung der für die ver- 
setzten und noch abzulegenden Buchstaben frei zu 
lassenden Räume. Zum Schluss wird der noch vor- 
handene leere Raum vor der Rückwand wieder 
ausgefüllt. 

Wir empfehlen allen Interessenten, sich durch 
einen Versuch von der Nützlichkeit der Fachwinkel 
selbst zu überzeugen, um so mehr, als Muster davon 
durch sämtliche Schriftgiessereien und Fachgeschäfte, 
sowie vom Erfinder selbst, kostenfrei bezogen werden 
können. — 

Eine andere neue Vorrichtung gegen das lästige 
Umfallen der Schriften in Leistenkästen unterbreitet 
uns die Firma Numrich & Co. in Leipzig-Reudnitz. 
Die dieser Firma gesetzlich geschútzten Steckschrift- 
halter » Probatia« sind aus Messingblech von 2 Punkt 

Stirke gestanzt und gebogen. 
Dieselben lassen sich sofort an- 
wenden, ohne dass eine Ver- 
ánderung der Einrichtung der 
Titelschriftkásten dazu erforder- 
lich wáre. Fig. 1 veranschau- 
F licht diesen Steckschrifthalter 

1 2 nur gestanzt ohne angebogenen 
Fuss, Fig. 2 dagegen gestanzt mit rechtwinklig ange- 
bogenem Fuss F. Dieser letztere hat jederseits einen 
Vorsprung von Nonpareille, welcher unter die Schrift- 
leisten geschoben und von diesen festgehalten wird. 
Dadurch wird verhütet, dass sich der Steckschrifthalter 
nach oben herausziehen oder seitlich umlegen kann. 
Auf diese einfache Weise gewährt derselbe, gegen 
die Schriftzeile geschoben, einen so genügenden Halt, 
dass die Buchstaben nicht umfallen können, die ganze 
Zeile aber dennoch leicht hin- und hergeschoben 
werden kann. 

Die »Probatia «-Steckschrifthalter haben Schrift- 
höhe; ihre Breite entspricht demjenigen Schriftgrade, 
für welchen sie gebraucht werden sollen. Der Preis 
beträgt für 100 Stück von Nonpareille bis Cicero 
5 Mark, von Mittel bis Doppelmittel 6 Mark. 


Breite halbfette Grotesk-Versalien von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig. 
No. 6016. Brillant auf Nonp. Min. ca. 1 kg. No. 6017. Diamant auf Nonp. Min. ca. 1 kg. 


21 DIE BUCHORUCKERKUNST IN IHREM TECHNISCHEN BETRIEBE 15 HILFSBUCH FÜR MASCHINENMEISTER AN DRUCKPRESSEN 


LEHRBUCH FÜR SCHRIFTSETZER ANLEITUNG ZUM TABELLENSATZ 





DIE ZINKOGRAPHIE IN DER BUCHDRUCKERKUNST DIE ZURICHTUNG VON ILLUSTRATIONEN 


No. 6018. Perl auf Nonp. Min. ca. 1,2 kg. No. 6019. Nonpareille. Min. ca. 2 kg. 
GRAMMATIK DER LITHOGRAPHIE PORTRAT GUTENBERGS 


Breite halbfette Grotesk von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig. 


Preussen BRANDENBURG Schlesien 


No. 6020. Nonpareille. Min. ca. 3 kg. No. 6021. Petit. Min. ca. 3,8 kg. 


| 
Anleitung zum Farbendruck auf der Buchdruckpresse | Lehre zur Behandlung deutscher Lesestúcke 


Die Preisberechnung von Druckarbeiten Anleitung zur Chemitypie 


No. 6027. 2 Cicero. Min. ca. 8 kg. 


ALBUM Julius Cásar LEIPZIG 


No. 6022, Korpus. Min. ca. 44 kg. No. 6023. Cicero. Min. ca. 5 kg. 
Die Schule des Musiknotensatzes Das Herstellen von Tonplatten 
DIE GALVANOPLASTIK BUCHDRUCKEREI 


No. 6028. Doppelmittel. Min ca. 9,4 kg. 


Papier FAKTURA Farben 


No. 6024. Mittel. Min. ca. 5,8 kg. No. 6025. Tertia. Min. ca. 6,2 kg. 


Elektrische Ausstellung Tiegeldruckmaschine 
STEREOTYPIE AUSSTELLUNG 


No. 6029. 3 Cicero. Min. ca. 10,4 kg. 


Hamburg New-York 


Ausserdem sind noch Grade auf 4, 5 und 6 Cicero vorhanden. 


Germania-Gotisch von der Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. 
No. 1695. Mittel 
Geſchichte des Deutſchen Bolkes feit dem amoltften Jahrhundert 
Bibliothek der Unterhaltung und ves Diiffens 
Ñoí 108" Nonpácetila | No. 1479. Petit 


| 
Engliſche Bilder in deutjcher Beleuchtung 
Archhitektoniiche Entwürfe und Banausfithrungen 


Geichichte aus der Seit des fiebenjährigen Krieges 
Blumengewinde deutider Sprik Alpenrojen und Edelweif 





Aus junger Cage Freud und Creid Birgweifer in der Arithmetik 


Ilnfitrierte Dagen und Erzählungen für die Jugend 
Formenſchatz der Deutſchen Renaiſſance 


No. 1695. Text. 


Seitſchrift für Deutſchlands Bautechniker 
Typographiſche Mitteilungen 


No. 1480. Korpus. | No. 1481. Cicero. 
Gharakteriſtiſche Bauten der Schweiz | Borlagen für das Kunftqemerhe 
Aerztlicher Keifebegleiter und Bausfreuno Lehrbuch der Anatomie des Menfchen 
Die Praxis des Architekten Bergbau und Hiittenkunde 


No. 1696. Doppelmittel. 


Handbuch der graphiſchen Künſte 
Lehre vom Alccidenſſatz 


No. 1697. 3 Cicero. 


Deutſche Buchdruckerkunſt 
Nürnberger Kurier 


331 Schriftprobenschau. 332 


Schriftprobenschau. 


ie Schriftgiesserei J. G. Schelter vd Giesecke 
T veröffentlicht in heutigem Heft wieder eine 
Garnitur einer in der Praxis des Buchdruckers viel 
gebrauchten Schrift in modernisierter Form, einer 
halbfetten breiten Grotesk. Die Versalien wurden von 
dem in diesem Schriftcharakter denkbar kleinsten 
Grade von Brillant. die Gemeinen von Nonpareille an 
aufwiirts bis zu 6 Cicero geschnilten. Diese Schrift 
ist ein neuer Beweis für das anerkennenswerte 
Streben der genannten Firma, die wichtigsten Schriften 
für den Accidenzsatz in einer dem geläuterten 


Ludwig © Mayer. Wir können dieselbe heute nur 
einfarbig abdrucken. bemerken aber. dass sie in 
farbigem Druck, besonders wenn das Innere der Buch- 
staben in hellerem Ton und die Kontur und der 
Schatten in dunklerer Farbe gedruckt wird, wirklich 
reizend wirkt und dass die Schrift zu den schönsten 
Zweilarbenschriften gehört, welche dem Buchdrucker 
bisher geboten wurde. Wir werden bald Gelegenheit 
haben, die Schrift auf unsern Probebliittern in farbigem 
Druck vorzuführen. 

Von der Schriftgiesserei Flinsch bringen wir 
heute eine Germania-Gotisch zum Abdruck. Dieselbe 
ist jedenfalls eine sehr schóne und dankbare Accidenz- 
schrift, originell und doch ruhig in der Zeichnung und 


Zweifarben-Zierschrift € von Ludwig & Mayer in Frankfurt a. M. 


. 900. Text. 


TE Wi 


No. 901. 


np 


RCA 


CID 


Geschmack der Gegenwart entsprechenden Form zu 
bieten. Wir zweifeln nicht daran, dass diesem Streben 
der gebiihrende Erfolg zu teil werden wird. 

Von der von uns in allen grósseren Graden 
bereits früher abgedruckten lateinischenSchreibschrift 
derselben Firma ist jetzt auch der kleinste Grad auf 
Korpus fertig geworden und wir bringen im Nach- 
stehenden einige Probezeilen. Die ruhigen und klaren 


No. 902, 








Ee, iP , Cy 9 2 
A üehtai dei C A acnturyes 2A nnfonattr n 


e c E d | Jg .4 e éi CT ^ CL 
V vifielei de c fima.: € Maschinenfubith Mean Aamme) d: Ca 


: e d LA > ) , 
¿y c Huch - un al Of uni handlung 22 


Formen dieser Schrift sind dem vorliegenden kleinen 
Grade in gleich hohem Masse eigen, wie den grösseren, 
derselbe bildet somit eine willkommene Ergänzung der 
Garnitur. 

Eine neue Zierschrift für Buntdruck , » Bianca« 
genannt, sandte uns in drei Graden die Schriftgiesserei 


Doppelmittel, 


NUNG NOTA PROSI 
UA t m NE) ni 


Min. 6 kg à M. 7.50. 


FINDUOAN BERG 


Min. 8 kg a M. 7.30. 





Doppeltertia. Min. 10 kg a M 7.—. 








ARC U 


exakt im Schnitt, wie alle Flinsch’schen Schriften. 
Die Germania-Gotisch wird bald in vielen Druckereien 
Eingang finden und gern verwendet werden. 

Die Berliner Messinglinienfabrik, Aktiengesell- 
schaft, Berlin N. 39, Reinickendorfer Strasse 64a, 
sendet uns einen Oklavband mit Probeabdriicken 
ihrer Erzeugnisse. Neben den verschiedenen glatten 
Linien, Strich- und Musterlinien, wie sie zum Material 


jeder Buchdruckerei gehören, bietet die Firma in 


diesem Bande eine grosse Anzahl neuer, geschiitzter 
Muster von Kombinationslinien, das sind Messing- 
linien mit eingravierter Zeichnung nach Art unserer 
Reiheneinfassungen, in der Breite bis zu 4 Cicero, 
durch deren Anwendung wirklich effektvolle Umrah- 
mungen geschaffen werden kónnen; besonders die in 
farbigem Druck ausgeführten Muster wirken über- 
raschend reich und schón. Die neue Firma führt sich 
durch die vorliegenden Muster jedenfalls auf eine an- 
sprechende Weise in unsere Berufskreise ein; wenn 
das Material auch in seiner technischen Beschaffenheit 


333 


Satz und Druck unserer Probeblátter. — Zeitschriften- und Búcherschau. — Mannigfaltiges. 


334 








und Ausfúhrung den durch die Giite der Fabrikate 
ülterer Firmen hochgespannten Anspriichen der Buch- 
drucker entspricht, so dürfte ihr ein lohnender Erfolg 
wohl kaum fehlen. 


Satz und Druck unserer Probeblatter. 


latt X, ein Diplom grossen Formats, wurde in 
B: seiner gesamten ornamentalen Ausstattung aus 
der von uns schon früher lobend erwähnten Sgra fitto- 
einfassung von Paul Leutemann gesetzt, die sämtlichen 
Linien lieferte uns in ausgezeichneter Güte die Firma 
Zierow d: Meusch in Leipzig. Als Schrift für solche 
Diplomsátze kann sich wohl kaum eine andere besser 
eignen, wie die hier verwendete halbfette Wiener 
Mediaeval von Brendler & Marklowsky, das vor- 
liegende Diplom wird dafúr der beste Beweis sein. 

Die zum Druck verwendeten Tonfarben mischten 
wir aus Erzeugnissen der Fabrik von Berger & Wirth 
und zwar wurde der Chamoiston gemischt aus Chrom- 
gelb, Terra de sienna, Glanzweiss und etwas rot- 
braunem Lack; der blaue Ton aus Miloriblau und 
Glanzweiss; der griingelbe Ton, welcher úber den 
blauen gedruckt wurde, aus Chromgelb, Seidengriin 
und etwas rotbraunem Lack. Das verwendete Gold 
ist Brillantreichgold von Carl Derlon in Leipzig, das 
Braun Sammtbraun von Berger d: Wirth, das Rot 
Geraniumlack von Kast de Ehinger in Stuttgart. 

Blatt Dd unserer heutigen Beilagen, Briefkópfe 
enthaltend, besorgte in Satz und Druck die Pierersche 
Hofbuchdruckerei in Altenburg, der wir für freundliche 
Überlassung dieses Blattes unsern Dank aussprechen. 
Das verwendete Ziermaterial an Initialen und Orna- 
menten stammt fast ausschliesslich aus der Schrift- 
giesserei von Schelter & Giesecke. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


—* Formulare zur technischen Buchführung in Druckereien 
von M. Wunder. Braunschweig, Selbstverlag des Ver- 
fassers. Der Verfasser des weit verbreiteten Werkes über 
die »Preisberechnung von Druckarbeiten< (Verlag von 
Alexander Waldow, Leipzig) hat in der vorliegenden kleinen 
Broschüre, gewissermassen als Ergänzung des genannten 
Werkes, die zur technischen Buchführung in Buchdruckereien 
notwendigen Formulare zusammengestellt und kurz erläutert. 
Bei der Wichtigkeit, welche eine geregelte Buchführung für 
jeden Geschäftsbetrieb hat, ist dieses Werkchen als eine 
verdienstvolle Arbeit zu begrüssen und ihm eine weite Ver- 
breitung zu wünschen. Dasselbe kann gegen Einsendung 
von 50 Pf. direkt vom Verfasser oder durch die Expedition 
des Archiv bezogen werden. 

— * Rechts- Lexikon für Kaufleute und Gewerbetreibende 
bearbeitet von Dr. jur. Julius Engelmann. Erlangen, Verlag 


von Palm & Enke. In ca. 6 Lieferungen A M. 1.80. Von 
diesem schon früher von uns warm empfohlenen Werk 
sind jetzt zwei weitere Lieferungen, die 3. und &, erschienen. 
Der Inhalt derselben bestätigt das günstige Urteil, welches 
wir über die allgemein verstündliche, gründliche und dabei 
doch kurzgefasste Behandlung des in diesem Werk be- 
arbeiteten umfangreichen Stoffes aussprachen. Wir kónnen 
wiederholt auf das Werk als einen zuverlässigen Ratgeber 
in Rechtsfragen hinweisen. 

— * Koehlers Kompendien- Katalog V: Technologie. 
Unter diesem Titel hat die bekannte und hervorragende 
Buchhandlungsfirma K. F. Koehler in Leipzig ein 100 Seiten 
starkes Verzeichnis von wichtigen und empfehlenswerten 
Werken aus dem Gebiete der Naturwissenschaften, Mathe- 
matik, Mechanik, Bau- und Ingenieurwissenschaften, 
Chemischen Technologie, Gewerbekunde, Handelswissenschaft 
u. s. w. herausgegeben, das an Interessenten in jeder Buch- 
handlung kostenfrei abgegeben wird. Wir können unsern 
Lesern empfehlen, das Heft zu verlangen, dasselbe wird 
ihnen bei Bedarf an allgemein wie speziell fachtechnischen 
Büchern stets zuverlässige Auskunft über Preis, Format 
und Umfang geben. 

— § Die grösste deutsche Buchhandlung in den Ver- 
einigten Staaten E. Steiger de Co. in New-York, 25 Park 
Place, versandte soeben ihr neuestes Export-Verzeichnis 
aller in Amerika erscheinenden periodischen Zeitschriften 
und hält sich zu deren Lieferung wie auch zur buchhänd- 
lerischen Kommission gleichzeitig empfohlen. Beigegeben 
ist dem Verzeichnis ein Heftchen, welches die auf das 
Urheberrecht beziiglichen Abschnitte der revidierten Statuten 
der Vereinigten Staaten in englischer Sprache sowie 
deutscher Ubersetzung mit Bemerkungen versehen von 
P. Goepel wiedergibt. Der Verfasser begriisst die erfolgten 
Abiinderungen des amerikanischen Urheberrechtsgesetzes 
insofern, weil es die erste Anerkennung des internationalen 
Urheberrechtes in der Gesetzgebung der Union ist und als 
Ausgangspunkt fiir eine spátere fortschrittlichere Gesetz- 
gebung dienen kann. Am Schlusse seiner Bemerkungen 
glaubt der Verfasser die bereits im Bórsenblatte ventilierte 
Frage der Errichtung einer Zentralstelle zur Wahrung der 
Rechte auslündischer Urheber und Verleger in New-York 
warm befürworten zu sollen. Das Heftchen ist durch den 
Buchhandel beziehbar. 


Mannigfaltiges. 


— * Die Farbenfabrik Berger & Wirth in Leipzig hat 
am 12. Juli d. J. die bisher unter der Firma Guido De Lucchi 
e C. in. Florenz betriebene, seit 1803 bestehende Fabrik 
von Druckfarben und Walzenmasse erworben und wird 
dieselbe unter eigener Firma als Filiale ihres Hauses 
weiterführen. Die technische Direktion führt Herr G. Ro- 
Jahn, während Herrn A. Marini di G. die Vertretung 
der Filiale für Italien übertragen wurde. 

— * Herr J. Gawlitza, bisher Vertreter der Firma 
Meyer & Schleicher, hat unterm 1. August unter eigner 
Firma in Wien eine Schriftgiesserei, Stereotypie, Galvano- 
plastik und Utensilienhandlung errichtet. 

— Die Bibliothek der Gesamtlitteratur des In- und 
Auslandes, Verlag von Otto Hendel, Halle a. S., erlässt ein 
Preisausschreiben zur Erlangung eines neuen einfachen und 
zeitgemässeren Umschlags für die brochierten Bände ihrer 

20* 


Mannigfaltiges. — Briefkasten. 


336 








nunmehr über 500 Nummern gediehenen Sammlung. Für 
die beiden besten Arbeiten sind zwei Preise im Betrage 
von 200 und 100 Mark festgesetzt. Das Preisrichterkollegium 
besteht aus Mitgliedern des halleschen Kunstgewerbevereins. 
Die Entwürfe müssen bis zum 31. Oktober d. J. der Ver- 
lagshandlung eingesandt sein. Die näheren Bestimmungen 
sind von der Verlagshandlung zu beziehen. 

— & Im Jahre 1890 waren 50 Jahre verflossen, seit 
der Einführung der Briefmarke, wührend sich dieses Jahr 
Gelegenheit bietet, auf denselben Zeitraum zurückzublicken 
in Bezug auf die Entstehung der Briefcouverts. Die Be- 
nutzung der Couverts wurde speziell durch eine Verfügung 
des Sir Rowland Hill hervorgerufen, laut welcher jedes 
in ein anderes eingewickeltes oder von einem solchen 
umhülltes Schriftstück der doppelten Taxe unterlag, im 
Gegensatz zu offen verpacken. Die erste Couvertmaschine 
verdankt ihr Entstehen dem Bruder Sir Rowland Hills. 
Heute besitzen wir deren verschiedenster Konstruktionen. 

— § Um die deutschen Reichspostmarken auf ihre Echtheit 
zu prüfen, gibt die »Papier-Zeitung«, aus sicherer Quelle 
folgendes Verfahren an: Man übergiesst oder überstreicht 
mit einem Pinsel die gummierte Rückseite der Marken mit 
Salmiak. Es treten sodann vorübergehend rote Linien, 
3 oder 4 auf jeder Marke, hervor. Auch Sodalösung be- 
wirkt dieselbe Erscheinung, und sind bei Anwendung 
letzteren Mittels die Linien längere Zeit sichtbar. Das 
Prüfungsmittel ist nur für unaufgeklebte Marken verwend- 
bar. Gebrauchte und durch Einweichen in Wasser von 
Briefcouverts abgelöste Marken zeigen bei entsprechender 
Behandlung die roten Linien nicht mehr. 

— $ Da bekanntlich eine unter beschränkteren Ver- 
hältnissen arbeitende Buchdruckerei selten Veranlassung 
hat, ihren Vorrat an bunten Druckfarben allzuvielseitig zu 
gestalten, ausserdem aber auch häufig nicht in der Lage 
ist, sich umgehend mit dem Benötigten zu versehen, mögen 
folgende Angaben eines französischen Fachblattes, laut 
welchen mit vier oder fünf Farben die verschiedensten 
Nuancen erzielbar sind, Platz finden: Blau und Schwarz 
geben Dunkelblau; durch Carmin und Blau erzielt man 
Purpur, während Carmin und Gelb Zinnober ergeben; 
Carmin, Gelb und Schwarz bilden Braun; mit Gelb und Blau 
erzielt man Grün; mit Schwarz und Gelb erzeugt man ein 
schönes Broncegrün; durch Mischung von Carmin und 
Schwarz entsteht ein Dunkel-Lila. Heller stimmen lassen 
sich alle Farben durch Zumengung von Weiss. Zur Auf- 
bewahrung der Farben eignen sich am besten Blechbiichsen. 
Uberdecken kann man die Farben mit einer Quantitit 
Wasser oder einem stark mit Öl getränkten Papierblatte, 
eine Vorsichtsmassregel, die die Farbe vor den Einwir- 
kungen der Temperatur schützt. Die Blechbüchsen müssen 
natürlich gut verdichtet sein. 

— $ Dem berühmten französischen Buchdrucker 
Firmin Didot wurde Ende Juni in dem kleinen Provinzorte 
Sorel-Moussel, woselbst seine irdische Hülle ruht, ein 
Denkmal aus Bronzeguss gesetzt. Die Anregung zu diesem 
pietätvollen Akte gab zunächst der Gemeinderat daselbst, 
welcher in seinem Plane von den Personal der daselbst 
im Betriebe befindlichen Didotschen Papierfabriken in 
weitestem Masse unterstützt wurde. Die Feier fand im 
engeren Kreise der Verwandten und Nachkommen sowie 
unter Zulassung der nachbarlichen Bevölkerung statt. Eine 
äusserst pompöse Abendfeier im Schlossparke bildete den 
Beschluss der aus Festtafel, Reden u. s. w, bestehenden 
Feierlichkeit. Das Denkmal besteht ans einer lebensgrossen 


Statue Firmin Didots, welch letzterer sich auf eine Hand- 
presse stützt und mit der Rechten ein Schriftstück hält. 

— $ Über das Geschäft in kopflosen und Plattenzeitungen 
in Amerika gibt die »Zeitschrift« folgenden Aufschluss: Von 
den in den Vereinigten Staaten und Kanada erscheinenden 
18,000 Zeitungen werden 10,000 teils als kopflose Zeitungen, 
teils mittelst Platten hergestellt und das Hauptgescháft in 
diesem Zweig macht die »American Press Association«. 
Dieselbe hat in einem Dutzend Stüdten Zweiggeschüfte und 
ist, als Ganzes betrachtet, die grósste Druckerei Amerikas 
nächst der Washingtoner Staatsdruckerei. 


Briefkasten. 


Herrn Faktor C. L. in Düsseldorf. Der Entwurf der gesandten 
Arbeiten, ihre Satzausführung mit solch einfachem Material und ihr 
sauberer Druck linden unsern Beifall. Die Anordnung des vielen Textes 
beim Briefkopf kann kaum schöner und zweckentsprechender gedacht 
werden. Die Zickzackführung von fetten Linien, wie sie auf beiden 
Arbeiten beliebt wurde, ist dagegen weniger nach unserm Geschmack, 
so originell und exakt sie im übrigen auch ausgeführt sein mag. — 
Herrn E.Sch. in Hall. Die gesandten Arbeiten bestätigen uns von Neuem, 
dass der moderne Accidenzdruck in Ihrer Offizin mit Verständnis 
und grosser Liebe zur Sache gepflegt wird. In der Wahl und An- 
ordnung der Schriften bei vielen aufeinander folgenden Titelzeilen 
kann Ihr Setzer jedoch noch lernen; die teils unfertige Wirkung kann 
behoben werden, wenn mehr auf Gruppenbildung gesehen und dadurch 
Ruhe und Übersichtlichkeit in die Arbeit gebracht wird. — Herrn C. M., 
techmischen Leiter der Sp.schen Buchdruckerei in Leipzig. Die ge- 
sandte prüchtige Arbeit ist uns ein neuer Beweis, dass die von Ihnen 
geleitete Offizin in jeder Beziehung auf der Hóhe der Zeit steht. Das 
in neun Farben gedruckte Bild, sowie die übrige Ausstattung des Blattes 
zeugen von ebensoviel Geschmack wie hohem technischen Kónnen. - 
Herrn V. M. in Köln. Die eingesandte Geschäftskarte ist in Druck und 
Farbenwahl eine ganz vorzügliche Arbeit; auch der Satz verdient An- 
erkennung, doch ist das Format im Verhältnis zur Breite etwas zu 
hoch ausgefallen und die Ornamentierung im Ganzen etwas schwer- 
fällig, sonst aber durchaus korrekt. Es soll uns freuen, bald wieder 
etwas zu sehen. 





Inhalt des ro Heftes. 


Matritzen-Setzmaschine »Linotype«. — Anleitung zum Linien- 
biegen. — Schutzmittel für Titelschriften. — Schriftprobenschau. — 
Satz und Druck unserer Probeblütter. — Zeitschriften und Bücher- 


schau. — Mannigfaltiges. — Briefkasten. — Annoncen. — Aecidenz- 
muster Im, Text: 2 Karten. — Beilagen: 1 Blatt Briefkópfef 1 Blatt 
Diplom. 

Das Heft enthält im Ganzen 2 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon- 
nierenden garantiert werden. - 

Bezugsquelle: Jede e auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,0 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Torte. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort.  Betrüre vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2,50 

Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 26 ete... 

Novitáten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblätern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschiidigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen , Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 





Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J G. Schelter & 
Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, SEN auf einer 
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Umfang ca. 33 Lieferungen á M. 1,50. 
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Lieferung 1/2 sind erschienen. 


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(Prof. G. Langenscheidt.) 
Berlin SW. 46, Halleschestr. 17. 


Patentverkauf oder Licenzerteilung. 

Der Inhaber des D. R.- Patentes 
No. 48369, betreffend: »Typensetz- und 
Ablegemaschinen« (cf. u. A. amtliche 
Auszüge, Patentblatt 1889, Seite 694) 
wünscht seinePatentrechte an inlándische 
Fabrikanten abzutreten bezw. Letzteren 
Licenz zur Fabrikation zu erteilen. Gefl. 
Anerbieten behufs Übermittlung an den 
Patentinhaber nimmt entgegen Patent- 
anwalt Robert R. Schmidt, Berlin S.W. 
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mit n und Druckregulirung: 


Im Konstruktions-Prinzip ähnlich Galbys 
Universalpresse, zeichnet sich Colt’s Armory 








Presse durch verschiedene dusserst 
praktische Verbesserungen aus, wo- 
durch dieselbe zu der leistungsfähig- 
sten der jetzt vorhandenen Tiegel- 
druckpressen wird. 

Der Hauptwert der neuen Colt's 
Armory Tiegeldruck-Schnellpresse 
liegt in deren uniibertroffen prak- 
tischem Konstruktionsprinzip, der 
durablen Bauart und dem vorzüg- 
lichen Material. Die Kombination 
des Cylinder-Farbewerks, welche die 
vorzüglichste Farbeverreibung und 














exakteste Regulirung der Farbever- E 


teilung gewährt, der genaue parallele 


Druck, durch welchen die Schrift ge- f 
schont wird, sichern dieser Presse ihre 


bevorzugte Stellung als ausgezeich- 
netste Tiegeldruckschnellpresse für 
den feinsten Accidenzbuchdruck. 
























Für Fuss- und für Motoren-Betrieb. 





Hierzu kommen noch die folgenden Vorzüge: 
beste und schnellste Druckregulirung, sofortige 


Druckabstellung und A bstellbarkeit der 
Auftragwalzen wührend des Druckes. 
— Genügende Ruhelage des Tiegels 
beim Einlegen resp. Anlegen, sowie 
der sichere ruhige Gang der Presse 
garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
Die Schnelligkeit des Druckes hüngt 
lediglich von der Befáhigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
durchaus widerstandsfähig gebaute 
Presse den schnellsten Gang. 

Für die Pressen No. 3 und 4 


2 empfiehlt sich in solchen Fällen, wo 
. Elementarkraftbetrieb ausgeschlossen 


ist, die Zuhilfenahme eines Kurbel- 
mechanismus, der so angeordnet wird, 


: dass der Dreher dem Einleger gleich- 
zeitig beim Treten beizustehen vermag. 


Ausführlichere Beschreibungen mit Grössen- und Preisangaben, sowie Verzeichnis der Firmen, welchen wir Pressen lieferten, 


stehen gern zu Diensten. 


General-Vertretung für das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Donaufürstentümer, Holland, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland: 


J. G. SCHELTER & GIESECKE in LEIPZIG. 








Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


'"Hizdio'] 'op[eA, 1epuexo[y uoA Ze]l2A -cpuvg 'gz -jsunxisxonipuong ANJ ALYDAY  *pq 


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Maschinensaal III der Maschinenfabrik von CHRN. MANSFELD, LEIPZIG. (Nach photographischer Aufnahme.) 


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Vorzüge meiner 


Bei Construction dieser neuen Tiegeldru'2 
Tiegelführung, starken Bau etc. bieten, das Haupt $ 
Maschine unter allen bestehenden Ticgeldruckprd 
gung der feinsten Accidenz- und Luxusdrucke mb? 

1.) Die ,Reform* hat gegentiber allen and 





leichter Gang bedingt. 
2.) Die schnelle Druckabstellung und belit 
und ausserdem lässt sich durch diese rasche und: 
3.) Durch den kräftigen Bau der „Reform? 
erzielt und wird ausserdem durch die solide Füh 
4.) Die möglichst lange Ruhepause des Ti; 
5.) Mit der bequemen, leicht zu handhaber 
kräftige Farbverreibung durch die 5 Walzen zu | 
vornehmen zu können und kann selbst die streng 





6.) Die beliebige Farbregulirung zeschich 
dung steht und bewirkt, dass 1, 2 oder 3 Zähne & 
kann leicht und rasch während des Ganges nach 
dem Momente, als die Ductorwalze von der Lec 

7.) Das Fundament 
der „Reform* ist leicht 
umlegbar und ist diese 
Einrichtung von grossem 
praktischem Werth, da 
die Form im Augenblick 
aus der verticalen in 
die horizontale Lage ge- - 
bracht wird (siche neben- 
stehende Abbildung) und 
erleichtert dics das For- 
menschliessen, Corrigiren, 
Register machen etc, 
ganz bedeutend, da die 
Form wie bei Cylinder- 
schnellpressen schön frei 
in horizontaler Lage liegt. 
Das Befestigen der Form 
auf dem Fundamente ge- 
schieht in einfachster Wei- 
se dureh einen einzigen 
Druck auf einen Hebel und 
fallen dadurch die um- 
ständlichen Schraubereien 
ganz weg. Es ist dies eine 
schnelle und solide Befes- 
tigung und ein Locker- 
werden oder Verschieben 
der Form während des 
Druckes ist ganz ausge- 
schlossen. 

8.) Das Reformfarb- 
werk, bestehend aus 4 gros- 
sen Massewalzen, Stahl- 
reiber und grosser Farb- 
trommel, übertrifft bei wei- 
tem das Cvlinderfarbwerk 
aller bestehenden Ticgel- 
druckpressensysteme. Die 


ladung. 







2. heft ſchließt Aer 
Frſuchen wir deshalb 
h ferner, wie nun— 
erſtützung rechnend, 
i der Bekannten 
Expedition auf— 

pt liefern können. 
Drinzip treu bleiben, 
wir enthalten uns 









=Draris aller weiteren 


Lo Ihöner Beilagen 
Ache uns mit neuen 
pie mit wertvollen 
=farbeitern fagen wir 
= tes Unternehmens, 


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Die Redakfion des Avctiv fic Buchdeuerkunt. 


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1.) Die „Reform“ hat gegenüber allen and A 
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und ausserdem lässt sich durch diese rasche und si 
3.) Durch den kräftigen Bau der „Reform D 


4.) Die möglichst lange Ruhepause des Ti 

5.) Mit der bequemen, leicht zu handhabe 
kräftige Farbverreibung durch die 5 Walzen zu I 
vornehmen zu können und kann selbst die strengi 

6.) Die beliebige Farbregulirung geschich* 
dung steht und bewirkt, dass 1, 2 oder 3 Zähne g 
kann leicht und rasch während des Ganges nach © 
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7.) Das Fundament E 

der „Reform* ist leicht ‘id Dun 
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werk,bestehend aus 4 gros- 
sen Massewalzen, Stahl- 
reiber und grosser Farb- 
trommel, übertrifft bei wei- 
tem das Cylinderfarbwerk 
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Die Redaktion des Arhivu für Buchdruckerkunſt. 


20 





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zeuen Tiegeldruck-Schnellpresse „REFORM“. 


Eckpresse wurde neben Berücksichtigung der Vorzüge, welche das GaArLv- und CorrsvsrEM in Bezug aut 
augenmerk auf nachfolgende wichtige Punkte gelegt und Verbesserungen angebracht, so dass die vorliegende 
Bssensvstemen wohl den ersten Rang einnimmt und dieselbe für die complicirtesten Formen und die Anferti- 
MA stichlich gebraucht wird. 

eren Tiegeldruckpressensystemen die geringste Anzahl beweglicher Theile, daher ist die Reibung eine Ausserst 
iossen, ausserdem ist dadurch selbst bei stürkstem Druck und ganz compressen Formen ein spielend 


'bige Druckregulirung verhindern einestheis, dass cin etwa unrichtig angelegter Bogen zu Makulatur wird 
sicher wirkende Einrichtung wührend des Ganges jede gewünschte Schattirung crreichen 

‚ welcher ein Durchbiegen der betreffenden Theile ganz unmöglich macht, wird genauester paraleller Druck 
ung des Tiegels vor und während des Druckes ein absolut genaues Register gehalten. 

egels in beinahe horizontaler Lage sichern ein bequemes und genaues Anlegen der Bogen. 

= den Abstellvorrichtung der Auftragwalzen wird bewirkt, dass die Form nicht eingefärbt wird ohne aber die 
: unterbrechen. Es ist diese Einrichtung besonders werthvoll. um die Einfärbung mit frischer Farbe schnell 
ste Farbe, rasch die beste Deckung ermóglichend, verricben werden. 

bei der „Reform“ durch Einstellen einer Schraube. welche mit dem Schaltwerk der Ductorwalze in Verbin- 
eschaltet werden, wodurch dann die Leckwalze schmale oder breite Streifen Farbe nimmt. Diese Regulirung 
jedarf vorgenommen werden. Die Bewegung der Ductorwalze erfolgt wie bei meinen tibrigen Schnellpressen in 
walze berührt wird, dadurch wird ein breiter Streifen Farbe genommen und die Fiirbung cine ausgiebigere, 
sehr grossen Massewalzen 
umkreisen fortwährend die 
Farbtrommel und das da- 
mit verbundene Schrift- 
fundament, auf ersterer 
die von der Ductorwalze 
durch die Leckwalze über- 
tragene Farbe verreibend 
und vertheilend, auf letzte- 
rem die verriebene Farbe 





in ganz langsamen Gange 

der Form zuführend. Durch 

die gleichförmig rotirende 

Bewegung des Farbwerkes 

\ wird der Gang der Ma- 

schine ein viel gleichmis- 

sigerer wie bei auf- und 

abgehendem Farbwerke. 

Durch die grossen Reib- 

walzen, den Stahlreiber 

und dic sehr grosse Cy- 

linderfläche der Trommel, 

welche auch noch seitliche 

Verreibung hat, wird die 

denkbar beste Farbver- 

zii reibung und Vertheilung 

S ermöglicht und kanndaher 

=| auf der Reformpresse die 

=== Farbe auf das Feinste ver- 

= f| rieben und in grósster 

= Gleichmassigkeit auf die 

Schrift aufgetragen und 

die denkbar beste Deckung 

der Form ermóglicht 
werden. 

9.) Durch den stabi- 

mn CN aet e len Bau und die leichte 

Hintere Ansicht der Maschine mit umgelegtem Fundament. Handhabung meet Tie- 

ist die 
































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SS Band, 2 (ope 1891 «e» ^ Heft 11. 








Flbonnements-Einladunn. 
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Mit dem Ende Oftober erjcheinenden 12. Heft fdolieft der 
28. Band des „Archiv für Buchdrucerfunft” und erfuchen wir deshalb 
ſchon jegt unfere gefchäßten Abonnenten, aud) ferner, wie nun- 
mehr feit 28 Jahren, auf ihre wohlwollende Unterftiibung redynend, 
ibre Beftellung auf den 29. Band haldigſt hei der üekannien 
Bezuasguelle oder aber Direkt fei unferer Erpedition auf- 
geben zu wollen, damit wir die Fortfebung prompt liefern fónnen. 

Das ‚Archiv‘ wird auch in Zukunft feinem Prinzip treu bleiben, 
nur Gediegenes und ntereffantes zu bieten; wir enthalten uns 
daher auf Grund unferer 28 jährigen bewährten Praris aller weiteren 
Empfehlungen. 

Den Offizinen, welche uns durch Lieferung fchöner Beilagen 
für den 28. Band erfreuten, den Gießereien, welche uns mit neuen 
und gediegenen Schriften und Einfaffungen, wie mit wertvollen 
Schriftproben verfahen, und den zahlreichen Mitarbeitern fagen wir 
verbindlichjten Danf für die Unterftüßung unferes Unternehmens, 
auch ferner um das gleiche Wohlwollen bittend. 


Gripsig, Oftober 1891. 


Die Redaktion des Arhiv für Buchdruckerkunſt. 





20 


351 Zur Einfúbrung in die typographische Ornamentik. 352 


Zur Emfúhrung 
in die typographische Ornamentik.*) 
Von Friedrich Bauer. 


$9 rnament, Ornamentieren und Ornamentik 
sind Worte, welche in neuerer Zeit auch 
(st im Buchdruckgewerbe immer öfter genannt 
werden, so dass sie heute unentbehrliche Begriffe 
bilden, wenn von Kunstsatz und Kunstdruck ge- 
sprochen wird. Wörtlich leiten sich diese Bezeich- 
nungen vom lateinischen ornare, schmücken, ab. Das 
Ornament ist demnach ein künstlerischer Schmuck 
und die Ornamentierung die Anwendung desselben ; 
unter Ornamentik versteht man die gesamte Ver- 
zierungskunst. Wenn nun diese Verzierungskunst 
auch je nach dem von ihr verfolgten Zweck und je 
nach der Beschaffenheit des verwendeten Materials 
eine sehr verschiedenartige sein kann, so beruht sie 
doch im grossen ganzen auf gewissen Kunstgesetzen, 
welche für jede Art ihrer Ausübung massgebend sind. 
Im Buchdruckgewerbe fällt nun die Ausübung der 
Ornamentik — wenn wir von dem künstlerischen 
Schmuck des Buches durch Illustrationen, fertige 
Kopfleisten, Initiale und Schlussverzierungen absehen 
wollen — in das Arbeitsgebiet des Accidenzsetzers 
und bildet hier einen wichtigen Teil seines Könnens. 
Die typographische Ornamentik ist nach Wesen 
und Technik von derjenigen anderer Kunstgewerbe 
sehr verschieden. Während letztere unter Benut- 
zung von Rohstoffen nach künstlerischen Entwürfen 
Gegenstände erzeugen, deren Gestalt je nach dem 
Zweck wie auch nach dem technischen und künst- 
lerischen Vermögen des Verfertigers von unbegrenzter 
Mannigfaltigkeit sein kann, bleibt dem Buchdrucker 
als Grundlage für all seine Verzierungskunst stets die 
ebene Papierfliche. Wenn weiter andere Kunst- 
gewerbe in bezug auf die Formgebung der Details an 
nichts weiter gebunden sind, als an das Gestaltungs- 
vermögen des Ausführenden, so ist der Buchdrucker 
gerade bezüglich der Details zur Hauptsache von den 
ihm in den starren Typen gegebenen Formen ab- 
hängig, und seine Kunst besteht zum grössten Teil 
darin, das ihm gegebene Material in einer stets dem 
Zweck und dem Sinn der betreffenden Arbeit ent- 
sprechenden Art derart anzuordnen, dass durch 
geschmackvolle und charakteristische Gruppierung 
des Ganzen den Gesetzen der Ästhetik Genüge gethan 
wird. 












*) Die folgende Abhandlung wurde als Einleitung des 
Kapitels »Die Ornamente und das Ornamentieren« für die 
gegenwürtig im Verlage von Alexander Waldow erscheinende 
zweite Auflage der »Lehre vom Accidenzsatz« geschrieben. 


Als Grundlage seiner Ornamentik dient dem 
Buchdrucker, wie oben gesagt, die ebene Papierfláche, 
den zu schmückenden Gegenstand bildet jedoch mit 
wenigen Ausnahmen — und auch in diesen Aus- 
nahmen nie ausschliesslich — die Schrift. Die 
Schriftzeichen sind in einem typographischen Satz- 
bilde stets als das vorwiegend Wichtigstezu betrachten, 
sie bilden die Grundform aller typographischen Er- 
zeugnisse, können als solche jedoch je nach dem 
Zweck der letzteren sehr verschieden sein. Zu ihrer 
Darstellung bedarf die Schrift stets der Fläche und 
diese ist ihr im Buchdruck, wie in den meisten gra- 
phischen Vervielfältigungsmethoden, im Papier ge- 
geben. Tritt nun zu der Schrift, als ideeller Form, 
und dem Papier, als vermittelndem Material, das 
Ornament als künstlerischer Schmuck hinzu, so ist 
es nur logisch, dass dieser in erster Linie der dem 
Zweck dienenden Form, hier also der Schrift, zu- 
kommt, dem Papier, als dem Stoff, aber nur insofern, 
als durch die Verzierung seiner Fläche der Schrift 
eine schönere Umgebung geschaffen und dadurch die 
Wirkung des Ganzen erhöht werden kann. Der 
künstlerische Schmuck einer Adresskarte zum Bei- 
spiel gilt also zunächst nicht dem viereckigen Stück 
Karton, sondern der darauf stehenden Schrift und 
dem durch diese zum Ausdruck gebrachten Zweck 
des Ganzen. 

Der Zweck aller Drucksachen ist die Wiedergabe 
einer Vorstellung, eines Gedankens oder einer 
Gedankenreihe. Je nach Umfang und Inhalt dieser 
letzteren ist auch die Form, in welcher die Wieder- 
gabe geschieht, eine mehr oder weniger umfangreiche 
und verschiedene, vom vielbändigen Werk bis zur 
einzeiligen Visitenkarte herab. Aufgabe des Buch- 
druckers ist es nun, dem Gedanken, welcher durch 
Buchdruck vervielfáltigt werden soll, die ihm ent- 
sprechende Form zu geben. Dadurch entstehen dann 
die verschiedenen Arten von Drucksachen. 

Der Form und dem Umfang des Satzbildes hat 
die Grésse (oder technisch ausgedriickt: das Format) 
und die Qualitát des Papiers zu entsprechen. Auch 
der praktische Gebrauch der Drucksache kommt 
hierbei mit in Frage. Man wird zu einer Drucksache, 
welche zusammengefaltet werden soll, also zum Bei- 
spiel zu einem Zirkular, eine andere Grósse und auch 
anderes Papier wählen, als zu einer solchen, welche 
in ungebrochenem Zustande Verwendung findet, also 
zum Beispiel einer Geschäftskarte. 

Wie sich die Form eines Satzbildes je nach 
seinem Inhalt, beziehungsweise dem Zweck der 
Arbeit überhaupt richtet, so hat auch der etwa hin- 
zutretende künstlerische Schmuck diesen Bedingungen 
zu entsprechen; das Ornament ist zunächst von der 


353 


zu schmückenden Schrift abhängig. Da nun Schrift 
und Schmuck eng zusammentreten, so ist zuverlangen, 
dass beide harmonieren oder sich mindestens nicht 
widersprechen; besonders bei figürlichem Schmuck 
darf dieser Punkt nicht aus dem Auge verloren werden. 
Niemals darf der künstlerischen Wirkung nach das 
Ornament die Schrift zurückdrüngen, denn nicht des 
Ornaments wegen wurde die Drucksache geschaffen, 
sondern wegen der Schrift; der Besteller einer farbigen 
Adresskarte zum Beispiel bestellt seine Karte nicht, 
um nur bunt bedruckte Kartonblütter zu erhalten, 
sondern er will seinen Namen, seine Geschüftsbranche 
und seine Adresse in gefalliger und empfehlender 
Weise gedruckt haben. Auch die Deutlichkeit und 
Ubersichtlichkeit darf durch das Ornament nicht ge- 
stort werden, es hat im Gegenteil die Aufgabe, beide 
zweckentsprechend und verschónernd zu unterstützen. 

Entspricht nun eine Drucksache allen diesen 
Anforderungen, so kann von ihr gesagt werden, dass 
sie stilgerecht ist, dass sie Stil hat, denn »Stil« be- 
deutet im Kunstgewerbe im allgemeinen eine dem 
Zweck des Erzeugnisses entsprechende Verbindung 
von Material, Form und Verzierung. 

Eine etwas andere Auffassung verlangt es, wenn 
wir vom Stil des Ornaments reden. Das Ornament 
hat. wie wir vorhin ausgeführt haben, die Aufgabe, 
den Gegenstand angemessen und nach gesetzmüssigen 
Bedingungen zu schmücken, ein praktischer Zweck 
oder Gebrauch des Ornaments kann nicht in Frage 
kommen. Das Ornament ist nun stilgerecht, wenn 
es jener Aufgabe vollkommen entspricht, und um 
dies zu kónnen, bedarf es der bildenden Hand des 
Kiinstlers. Der Begriff des Stils im Ornament findet 
vorzüglich auf solche Motive Anwendung, welche der 
Natur entlehnt wurden. Diese Motive nun für die 
Zwecke der Kunst brauchbar machen, indem sie aller 
Zufälligkeiten und Unvollkommenheiten der Natur 
entkleidet und auf reine gesetzmässige Proportionen 
zurückgeführt werden, nennt man stilisieren. Der 
Künstler führt die gewählten Motive auf ihren Typus 
zurück und gestaltet sie nach seinem Geschmack, da- 
durch entsteht zunächst der individuelle Stil. Durch 
die Verschiedenheit des Geschmacks und der Auf- 
fassung der verschiedenen Nationalitäten entsteht der 
nationale Stil, und der Geschmack der Zeit- und 
Kunstepochen bildet den historischen Stil. 

Den Gegensatz zum stilisierten Ornament bildet 
das naturalistische. Die Motive desselben sind auch 
der Natur entnommen, aber so verwendet, wie sie 
von dieser geboten werden mit allen ihren Zufällig- 
keiten und Unregelmässigkeiten. Wir wollen uns hier 
auf eine Untersuchung der Berechtigung des natura- 
listischen Ornaments im Kunstgewerbe im allge- 


Zur Einführung in die typographische Ornamentik. 


354 


meinen und in den graphischen Künsten im besonderen 
nicht einlassen und nur konstatieren, dass im Zier- 
material des Buchdruckers auch naturalistische Orna- 
mente zahlreich vertreten sind und besonders die 
Vignetten der neuesten Zeit dem Naturalismus fast 
ausschliesslich angehören. 

Wie man die Ornamente in naturalistische und 
stilisierte trennt, so unterscheidet man weiter plastische 
Ornamente, das sind solche, welche durch Verbindung 
von Licht und Schatten körperlich wirken, und Flach- 
ornamente, deren Wirkung nur auf Kontur und Farbe 
beruht. Da es sich für uns nur um die zeichnerische 
Wiedergabe handelt, kónnen wir als plastische Orna- 
mente die Darstellungen von Verzierungen, welchen 
als Kórpern Licht und Schatten eigentümlich sind, 
bezeichnen undals Flachornamenteene Verzierungen, 
welche einzig durch flache Zeichnung wirken, durch 
die hell oder dunkel gehaltenen Umrisse und die diesen 
entweder durch Schraffierung, Farben oder durch 
beides zugleich aufgetragenen Details. 

Es erübrigt uns noch, einiges zu der vielum- 
strittenen Frage: plastisches oder Flachornament? 
auszufiihren. Im Grunde genommen ist eine solche 
Frage von vornherein hinfállig, da es sich in unserem 
Fache, wie wir vorhin schon betont haben, nur um 
Flächenornamentik handelt. Die Plastik in der typo- 
graphischen Ornamentik kann immer nur eine schein- 
bare sein und nur jene wenigen Fälle bilden hier eine 
Ausnahme, wo durch Prägung dem Ornament Relief 
verliehen wird. Wie sehr diese Art Plastik dem 
Wesen einer Drucksache widerspricht, zeigt buch- 
stäblich die Kehrseite dieser Arbeiten; die Wirkung 
der plastischen Vorderseite kann nur auf Kosten einer 
hässlichen Rückseite erzielt werden. Die typo- 
graphische Ornamentik ist nur eine malerische Ver- 
zierung der Fläche, sobald sie mehr sein und mit ihren 
Verzierungen aus der Fläche heraustreten will, gleich- 
vielob nur scheinbar oder inWirklichkeit,überschreitet 
sie die ihrem Wesen gezogenen Grenzen und geht 
Gefahr, unnatürlich und stilwidrig zu werden. Aus 
diesem Grunde sind alle Kompositionen, besonders 
auch jene nach architektonischen Motiven, welche 
durch Anwendung von kräftigen Schatten Plastik 
erzwingen wollen, zu verwerfen. Wenn auch im Buch- 
druck vonLicht und Schatten oft die Rede ist, so kann 
dies nur im Sinne von Hell und Dunkel gemeint sein, 
denn wirklichen Schatten können weder unsere Buch- 
staben noch unsere Verzierungen hervorbringen. 

Wir wollendamitnichtsoweitgehen, dass wirauch 
jene Verzierungen verurteilen, die in ihrer Zeichnung 
schwaches Relief andeuten, da durch dieses eine 
Komposition mitunter recht angenehm belebt werden 


kann. Die Anwendung von schweren Schatten durch 
21* 


355 Zur Einführung in die typographische Ornamentik. 356 


Linienbeiwerk oder Tondruck halten wir dagegen in 
typographischen Verzierungen, besonders solchen 
aus stilisierten Formen, für eine Verirrung, weil 
sich unser Material für die korrekte Durchführung 
einer solchen Behandlung nicht oder nur in sehr 
bescheidenem Masse eignet. Fast alle jene typogra- 
phischen Zierformen, welche wir als » Begleitmaterial « 
grósserer, selbst plastisch gezeichneter » Kinfassungen « 
benutzen, sind Flachornamente, und die wenigen, 
welche eine reliefartige Zeichnung aufweisen, bringen 
uns meistens dadurch in Verlegenheit, dass bei der 
Herumfiihrung um die vier Seiten eines Rechtecks 
der Schatten an zwei Seiten gewöhnlich falsch liegt. 


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kann. Welche reiche Mannigfaltigkeit in der Wirkung 
lässt sich allein durch eine verständige Verwendung 
des Schwarz auf Weiss, diesen dem Buchdruck 
besonders eigenen Farben, erzielen. Durch einige ganz 
allgemeine Beispiele mag dies noch verdeutlicht 
werden. 

In Beispiel 1 sehen wir ein reines Flachornament 
nach Art,der Intarsien schwarz auf weissem Grunde, 
2 umgekehrt weiss auf schwarzem Grunde. In Bei- 
spiel 3 bringen Schraftierung und Musterung einzelner 
Formen mehr Leben und Bewegung in die Kompo- 
sition; 4 geht noch einen Schritt weiter, indem es 
durch die Ausführung aller Details die Formen inter- 





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Briefkopf, Originalsatz von J. G. Schelter & Giesecke, Leipzig. 


Plastische Verzierungen, z. B. eine dekorative Füllung 
in Reliefzeichnung, mit Flachornamenten einzurahmen, 
wird aber nicht immer richtig und schön sein, besser 
ist jedenfalls das Gegenteil: plastische Begrenzung 
und gemalte Verzierung oder aber beides plastisch 
oder beides gemalt. Es sollte deshalb auch der 


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Accidenzsetzer darauf bedacht sein, möglichst immer 
nur Gleiches mit Gleichem in Verbindung zu bringen 
und bei Verwendung von plastischen Verzierungen 
diese zunächst auch mit einer plastisch wirkenden 
Umrahmung oder Begrenzung zu versehen. 

Die Wirkung der Flächenverzierung beruht auf 
der Farbe und in der Farbe ist auch dem Buchdrucker 
ein Mittel an die Hand gegeben, durch welches er 
seine Erzeugnisse zur Hóhe wahrer Kunst erheben 





essanter macht und sie reliefartig hervortreten lásst, 
in 5 wiederholt sich dasselbe, doch wird durch die 
dunkle Grundfläche die Wirkung eine eindringlichere, 
während bei 6 die plastische Wirkung durch die 
starken Schattenstriche auf Kosten einer ruhigen 
Wirkung zu sehr hervorgehoben wird. Durch eine 





geschickte Anordnung von Begleitformen kann die 
»farbige« Wirkung auch schon »einfarbig« in mannig- 
fachster Weise gehoben werden, in bunten Farben 
ist die Abwechselung aber eine schier unerschópfliche. 

Es sollte damit nur angedeutet werden, dass der 
Buchdrucker in seiner Ornamentik weder der wirk- 
lichen noch der scheinbaren Plastik bedarf und kunst- 
gerechte Verzierungen auch schaffen kann, wenn er 
sich im allgemeinen in den Grenzen der der Eigenart 


357 


Neue Drehbank zum Abdrehen von Galvanos etc. 


398 


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seiner Erzeugnisse am meisten entsprechenden Flach- 
ornamentik halt. Als Ausnahmen mag man die schon 
erwühntennaturalistischen Verzierungen gelten lassen, 
doch wird der Accidenzsetzer bei Verwendung dieses 
Materials auch hier durch den Mangel entsprechenden 
Begleitmaterials oft in Verlegenheit geraten. 


Neue Drehbank 


zum Abdrehen von Galvanos, Stereotypen, holzernen 
Unterlegplatten u. s. w. 


T c in der Maschinenfabrik von J. G. Schelter 
& Giesecke in Leipzig mit der grössten Sorgfalt 
hergestellte Plattendrehbank 
unterscheidet sich áusser- 
lich, wie die nebenstehende 
Abbildung zeigt, von den | 
gewóhnlichen Ausführungen X x 
dadurch, dass der ganze ; ely 
Spindelstock auf dem kasten- se ga: 
förmigen, hohlen, höchst 
stabilen Untergestelle þe- 
festigt ist, dessen gedrängte 
Form dem Arbeiter einen 
bequemen Stand vor dem 
Support ermöglicht, sodass 
alle zu handhabenden Teile 
äusserst leicht erreicht wer- 
den können. 

Die Planscheibe von 
50 em Durchmesser ist mit 
Spannbacken ausgerüstet, 
welche das Einspannen und 
Abdrehen von 36:50 cm 
grossen Platten gestatten. 
Der Maschine selbst werden 
4 Spannbacken beigegeben, 
2 stärkere und 2 schwächere, 
welche leicht ausgewechselt 
werden können und je nach 
der Dicke der zu bearbeiten- 
den Platten anzuwenden sind. Die Backen sitzen auf 
Muttern, die durch eine Schraube mit Rechts- und 
Linksgewinde sich gleichzeitig zueinander oder aus- 
einander verstellen lassen. Als besondere Neuerung 
ist eine hinter der Planscheibe angebrachte Bremse 
zu betrachten, welche mittelst eines Handhebels die 
Drehbank nach Ausrücken des Vorgeleges augenblick- 
lich in Stillstand versetzt. Ebenso ist der Support mit 
2 Werkzeugen versehen, von welchen das eine Messer 
vorschneidet, dagegen das zweite die Arbeit vollendet, 





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sodass mit nur einmaligem Uberdrehen eine Platte 
vollständig fertig und schnell bearbeitet wird. Der 
Längssupport kann sowohl von der rechten, als auch 
von der linken Seite durch Drehen des einen oder 
anderen Handrädchens, welches dem Arbeiter am 
nächsten zur Hand ist, am Arbeitsstück vorbeigedreht 
werden, während der kleine Quersupport, auf welchem 
die beiden Werkzeughalter sich befinden, mit einer 
Anschlag- und einer Stellschraube versehen ist. Hier- 
durch kann die Entfernung, bis zu welcher die 
Schneidemesser an die Planscheibe, resp. an das 
Arbeitsstück, herangeführt werden können, jederzeit 
auf ein bestimmtes Mass unabänderlich festgestellt 
werden, sodass eine sichere Gewähr dafür vorhanden 
ist, dass bei einer grösseren Anzahl auf die gleiche 
Dicke abzudrehender Platten 
die Arbeit gleichmässig aus- 
fällt. Sowohl auf der Dreh- 
bankspindel, als auch auf der 
an die Decke zu schrauben- 
den Vorgelegewelle befinden 
sich Stufenscheiben, die der . 
Drehbank drei verschiedene 
Geschwindigkeiten zu geben 
vermógen, und je nachdem 
die abzudrehenden Platten 
gross oder klein, aus Hoiz 
oder aus Metall sind, anzu- 
wenden sind. 

Der Preis incl. Vorgelege 
mit Stufenscheibe für drei 
Geschwindigkeiten beträgt 
700 M., Verpackung 25 M. 

Auf Wunsch liefert die 
Fabrik diese Drehbank auch 
mit einer Planscheibe von 
60 em Durchmesser, um ent- 
sprechend gróssere Platten 
als oben angegeben abdrehen 
zu kónnen. 


aw . 


Die Farbenfabrik Berger & Wirth. 
Von A. M. Watzulik. 


dE Rundgang durch die graphische Ausstellung 
im Buchhándlerhause zu Leipzig ist geeignet, 
jeden Besucher zu überzeugen, dass die gesamte 
»>Graphik« einen ungeahnt riesigen Aufschwung 
genommen hat. Denen, die nicht in der Lage sind, 
die angedeutete Überzeugung zu erlangen, ist die 
Moglichkeitgegeben. esdurch die Inaugenscheinnahme 


359 


von Prachtwerken, Bildermappen u. dgl. in jeder 
Buchhandlung nachzuholen. Den Lówenanteil an den 
Errungenschaften haben sicherlich auch die Farben- 
fabriken, denn sie liefern heutzutage Farben, an die 
keine geringen Anforderungen in Bezug auf die 
tadellose Druckfähigkeit für die verschiedensten 
Reproduktionsverfahren gestellt werden. Ein förm- 
liches Entzücken erfasst den Beschauer heutzutage 
beim Anblick der reizvollen, in allen Abschattungen 
der Farben undmitherrlicher Meisterschaft gedruckten 
Kunstblätter; aber ebenso sind die zahllosen, in der 
oben erwähnten Ausstellung ausgelegten Bücher 
und Mappen sehr wohl geeignet. den Aufschwung. 
den die Farbentechnik genommen, zu veran- 
schaulichen. Um dies besser osten zu kónnen, 
brauchen wir nur auf das vorige Jahrhundert mit 
seinen einfachen Hülfsmitteln und durchaus be- 
scheiden ausgestatteten Publikationen einen Rückblick 
zu thun. Noch sind ältere Werke vorhanden, die 
ein beredtes Zeugnis ablegen von der überaus grossen 
Beschränktheit der zu Gebote stehenden Hülfsmittel. 
Es ist daher begreiflich, dass wir — Kinder des neun- 
zehnten Jahrhunderts — uns eines Lächelns ob 
unserer eigenen Überlegenheit gegenüber den letzten 
Jahrhunderten über unsere mit allem Raffinement 
und Prunk hergestellten Schöpfungen nicht erwehren 
können. Und in der That: die Erfolge, die unser 
Jahrhundert auf allen Gebieten des menschlichen 
Wirkens und Schaffens erzielt, sind in der Welt- 
geschichte mit herrlichen goldenen Lettern einge- 
graben und werden den nächsten Generationen 
Gelegenheit bieten, diese Saat weiter zu befruchten. 
Den Anlass zu den vorliegenden Zeilen gab mir 
ein hübsch ausgestattetes Buch, herausgegeben von 
der Farbenfabrik Berger & Wirth, anlässlich ihrer 
Vereinigung mit der Farbenfabrik von Frey & Sening, 
Es dürfte nicht unangebracht sein, einige Daten 
über die Entstehung, Entwickelung und die gegen- 
wärtige Lage dieser Farbenfabriken mitzuteilen. 
Entstanden ist das Etablissement im Jahre 
1836*) unter der Firma Gottlob Adolf Meyer, und 





*) Am 1. Februar 1836 erschien zum ersten Male im 
» Journal für Buchdruckerkunst« eine Preisliste mit nach- 
— Text: 





| Preife der Druck - Farben 
von 

| G. A. Meyer in Leipzig. 

| (3iel 3 Monat.) 


Nr. 1. ertra feinfte ftarfe pr. 100 DPF. 30 Rth. 
| ae Qe —  ftarte > > 28 > 

> 3, — mittel > — > 26 > 

» 4. —fhwahe>» — >» 24 » 





Die Farbenfabrik A A E AN o A & Wirth. 


360 


ging nach mehrmaligem Besitzwechsel schliesslich 
in den Besitz Emil Bergers über. der sich jedoch bald mit 
seinem Schwager Otto Lehmann associierte unter der 
Firma: E. Berger & Co. 1879 erfolgte der Tod Emil 
Bergers. Die Weiterführung des Geschäftes lag in 
Händen der Witwe Selma Berger und ihres ältesten 
Sohnes Paul Berger. 1880 trat Viktor Wirth, der 
eine zwanzigjährige Praxis in der Farbenbranche 
durchgemacht, in die Firma ein, und die Firma lautete 
nun Berger & Wirth, die nach Austritt Viktor 
Wirths (1884) und unter Mitwirkung des Schwieger- 
sohnes der Frau verw. Berger, Robert Waldbaur, 
sich zu einer der grossartigsten F arbenfabriken ent- 
wickelt hat. 

Um den mächtigen Aufschwung, den die genannte 
Firma genommen, zu veranschaulichen, lasse ich das 
interessante Buch selbst reden: »Nachdem im Jahre 
1885 zunächst in bescheidenen Verhältnissen die 
Fabrikation von trockenen, bunten Farben eingerichtet 
worden war, entwickelte sich dieser Zweig infolge 
des immer mehr steigenden Konsums in bunten Farben 
und der guten Verwendbarkeit der Berger & Wirth- 
schen Fabrikate in einer überraschenden Weise. 
Die von Hardegen*) erbaute Fabrik zwischen — 
linenstrasse und Windmühlenweg, welche mittlerweile 
von Häusern ringsherum eingeschlossen worden war, 
wurde im Laufe der Jahre mehrere Male durch Um- 
resp. Erweiterungsbauten vergróssert; aber diese neu 
geschaffenen Ráumlichkeiten stellten sieh naeh kurzer 
Zeit immer wieder als unzureichend heraus, und es 
mussten, besonders für die ausgedehntere Fabrikation 
der bunten Farben, Räume in der Nachbarschaft 
gemietet werden. N ur dureh Arbeiten über die 
gewöhnliche Arbeitszeit hinaus und zuletzt durch 
ununterbrochenen Betrieb (Tag- und Nachtschicht) 
war es möglich, den immer wachsenden Ansprüchen, 
diean die Leistungsfähigkeit der Fabrik gestelltwurden, 
zu genügen, bis man endlich allen Ernstes darsi 
denken musste, eine neue Fabrik zu schaffen. Nach- 
dem mehrere Projekte zu einem Neubau an dem 
Widerspruch der Behórde, welche die Concession 
zur Anlage einer Firnissiederei, Russbrennerei ete. 
in der Náhe der Stadt nicht erteilen mochte, gescheitert 
waren, die Fabrik aber nicht gar zu weit von der 
Stadt entfernt werden sollte, gelang es endlich, auf 
Grund eines technisch derartig vollkommenen Pro- 


Jektes, dass es alle Bedenken der Behörden zerstreute, 


die Goncession zur Errichtung der Fabrik auf Schöne- 
felder Flur. dicht bei der Stadt und unmittelbar am 
Geleise der Verbindungsbahn resp. Leipzig-Dresdner 


*) Durch ihn wurde in Leipzig die Farbenbereitung 
eingeführt; nur das Jahr der Einfúhrung ist unbekannt 


geblieben. 


361 Die Farbenfabrik Berger & Wirth. — Schriftprobenschau. 


Eisenbahn zu erlangen. — Im Laufe des Sommers 
1890 konnte das neue Etablissement bezogen werden. 
Es waren hier Räume geschaffen, die nicht allein 
einen wesentlich vergrösserten Betrieb gestatteten, 
sondern die auch den Aufenthalt für die Arbeiter zu 
einem angenehmen und gesunden machten. Es war 
ferner darauf Bedacht genommen, die technischen 
Einrichtungen in höchster Vollkommenheit zu treffen, 
um nicht allein einen möglichst rationellen Betrieb 
gewährleisten, sondern auch vollkommene Fabrikate 
liefern zu können. — Das Jahr 1890 sollte aber der 
Firma Berger & Wirth nicht allein dadurch von 
grosser Bedeutung werden, dass es ihr ein neues 
Heim brachte, sondern auch dadurch, dass sie in 
diesem Jahre die Vereinigung mit der 1870 am 
Leipziger Platz gegründeten Firma Frey & Sening voll- 
zog. Dr. Hennig Frey sah sich Anfangs dieses Jahres 
aus Gesundheitsrücksichten veranlasst, aus der von 
ihm mit Otto Sening zusammen vor 20 Jahren ge- 
gründeten Firma auszuscheiden. Infolge dessen 
zeigte sich der letztere geneigt, seine Fabrik an die 
Inhaber der Firma Berger & Wirth zu verkaufen. 
Durch die Vereinigung dieser beiden an sich schon 
bedeutenden Firmen, deren Fabrikate sich auf den 
ganzen Erdkreise des besten Rufes erfreuen, ist nun- 
mehr eine Farbenfabrik ersten Ranges entstanden. 
Sie verfügt über ein Areal von über 22,000 Quadrat- 
meter, wovon circa 7000 Quadratmeter bebaut sind. « 

Ich übergehe die Beschreibung der einzelnen 
Einrichtungen in beiden Fabriken und beschränke 
mich auf die Bemerkung, dass nicht allein alle Neben- 
zweige, die zur Farbenbereitung gehören, sondern 
auch eine Versuchsdruckerei zur Prüfung der Farben, 
Walzenkocherei, Schlosserei mitmechanischer Werk- 
stätte, Böttcherei, Tischlerei und Klempnerei vor- 
handen sind. Gegen 100 Arbeiter sind zur Zeit thätig. 
Vergangenes Jahr wurden 2,200,000 Ko. Material 
verarbeitet. Das Hauptcontor hat einige 20 Angestellte. 
Filialen wurden errichtet in Berlin, New-York, London, 
Moskau und Florenz, die ihren Bedarf zum Teil 
selbst fabrizieren. Prinzipiell wurden Ausstellungen 
nicht beschickt, mit Ausnahme der Weltausstellung 
zu Melbourne 1889, wo die Fabrikate der Firma 
Berger & Wirth einen ersten Preis sich geholt. 

Noch grossartiger erscheint die Leistungsfahigkeit, 
wenn man erwágt, dass die Firma Berger & Wirth 
ihre Rotationsdruckfarben zur Zeit fiir folgende 
Zeitungen liefert:  »Vossische-Zeitung«, »Kreuz- 
zeitung«, »Der Reichsbote«, »Staatsbürgerzeitung«, 
» Berliner Bórsen-Courier«, » Volkszeitung«, » Berliner 
Volksblatt« (sámtl. in Berlin), »Leipziger-Tageblatt«, 
» Kólner Tageblatt«, »Kólnische Volkszeitung, » Kleine 
Presse« (Frankfurt a. Main), »Münchner Neueste 


362 


Nachrichten<, »Münchner Tageblatt«, »Allgemeine 
Zeitung« (München), »Augsburger Abendzeitung«, 
» Neues Tageblatt « (Stuttgart), »Schwarzwälder Bote« 
(Oberndorf), »General-Anzeiger« (Elberfeld), » Würz- 
burger General-Anzeiger«, »Breslauer General-An- 
zeiger«, »Badische Landes-Zeitung«, »Illustriertes 
Wiener Extrablatt«, »Grazer Tagespost«, »Budapesti 
Hirlap«, »Pesti Hirlap«, »Budapest«, »Bohemia«, 
»Narodni Politika« (Prag). »Il Popolo Romano« 
(Rom), »Amsterdamsche Courant«, »Rotterdamsche 
Nieuwsblad- etc. ete., ferner für die neuesten Auflagen 
von Mevers Konversationslexikon, Lahrer Hinkender 
Bote und diezahllosen bei Julius Klinkhardt gedruckten 
Prospekte und Kataloge u. a. m. 

Aber auch die feinen Illustrationsfarben, deren 
Herstellung in hóchster Vollkommenheit sich die 
Firma Berger & Wirth besonders angelegen sein lásst, 
finden einen grossartigen Absatz, wovon wir einen 
annühernden Begriff bekommen kónnen, wenn be- 
merkt wird, dass die bekanntesten und verbreitetsten 
in- und auslándischen illustrierten Zeitschriften mit 
den Farben der Firma Berger & Wirth gedruckt 
werden. Noch eine erhóhte Bedeutung erlangt die 
oft genannte Firma durch Lieferung ihrer Fabrikate 
an die Berliner Reichsdruckerei und Washingtoner 
Staatsdruckerei. 

Zahlreiche Druckproben, Musterbeilagen, Bilder- 
mappen etc., die von der Firma Berger & Wirth 
jahraus jahrein nach allen Weltgegenden versendet 
werden, geben vielen Offizinen Arbeit und Verdienst 
— eine Leistungsfähigkeit, wie solche wohl nur bei 
den wenigsten existierenden Fabriken möglich ist. 

Wenn wir uns all das Gesagte, besonders was 
die überaus rührig aufstrebende Firma Berger & Wirth 
in den wenigen Jahrzehnten geleistet, vergegen- 
wärtigen, so können wir nur konstatieren, dass die 
genannte Firma zu den leistungsfähigsten Fabriken 
in der Farbenbranche gehört und einer weiteren Ent- 
wickelung und Ausbreitung fähig ist. 


Schriftprobenschau. 


NA. der Schriftgieserei Ludwig & Mayer ver- 
öffentlichen wir im vorliegenden Heft eine neue 
Kursiv-Zierschrift, welche dem gegenwärtigen Ge- 
schmack in der Ausstattung von Accidenzien aller 
Art jedenfalls entsprechen wird. Die » Commerciale« 
genannte Schrift wird sich zunächst in den kleineren 
Graden ganz vorzüglich für den Satz von eleganten 
Circularen und ähnlichen Arbeiten eignen und die 
grösseren Grade bieten dazu die entsprechenden Titel- 
zeilen. Aber auch für andere Zwecke, wie z. B. schräge 


„Commerciale“ von der Schriftgiesserei Ludwig € Mayer in Frankfurt a. M. 


No. 913. 2 Cicero. Min. 10 kg. 


Die Gasmasckhine und thre nfmicÉelün g 
Architektur der Neuzeit 


No. 907. Petit. Min. 4 kg. No. 908, Korpus. Min. 5 kg. 
Hnfeitung sum Salotvensats | Bammlung deutscher R eichsgesefze 
Afftustriertes Wörterbuch Ler geBrauchficksten Kunst- Onternationale eleRtrische Husstellung 1891 
ausdrüche für Bas Buch8ruckgemerSe | Gallerie Berüßmfer Meister 


No. 914. Doppelmittel. Min. 12 kg. 


Blitz und Blitzschutzs-Forrießkun gen 
Meisterwerke der SonkEunsí 


No. 909. Cicero. Min. 6 kg. | No.910. Mittel. Min. 7 kg. 


CBemisches Keuerlöschmwesen | Jung frau von Orleans 


Unter 5 Hónigen und 3 Kaisern! 20:785. uch für den Defriffsetzer 


No. 915. 3 Cicero. Min. 14 kg. 


Lebre vom Mbusißnotensatz 
Lo fer Anzeiger 


No. 911. Tertia. Min. 8 kg. | No. 912. Text. Min. 8 kg. 

— GeograpfiscBer Wegweiser Das raucklose Pulver 

Ipeorie und Zraxis Deutsche Litteratur 
| 


No. 916. 4 Cicero. Min. 18 kg. 


National? Penkmal 








Vignetten von Paul Leutemann 
in Leipzig, 
AAA cs 


Preise: No. 5001 und 5006 á M. 4.50. 
No. 5202 und 5205 á M. 2—. 





E Sc a S Za 
ASS. 


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RO AA E 
TOW S d hf * K 1 j 
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Preise: No. 1, 3, 5, 6, 7, 8 à M. 2.—, No. 2, 4, 9, 10 á M. 8.— 


22 


367 Satz und Druck unserer Probeblátter. — Zeitschriften- und Biicherschau. — Mannigfaltiges. 368 





Firmenzeilen u. dgl.. wird diese Schrift oft am Platze 
sein und so dürfen wir von ihr wohl sagen, dass sie eine 
schützenswerte Bereicherung des modernen Accidenz- 
schriftenmaterials ist. 

Ein weiteres, durchaus modernes Accidenz- 
material bietet sich uns in den vorgefúhrten Vignetten. 
Die Firma Paul Leutemann ist fortwáhrend bestrebt, 
ihre schon sehr reichhaltige Auswahl moderner Vig- 
netten immer noch durch neue, schöne Muster zu 
bereichern. Die wenigen, heute abgedruckten Vignetten 
sind Proben aus einer grösseren Kollektion von Neu- 
heiten, deren Verwendbarkeit keines Lobes bedarf. 

Auch die Schriftgiesserei A. Numrich d Co. 
kommt dem allgemeinen Streben nach illustrativer 
Ausstattung der Accidenzien durch Herausgabe von 
Vignetten entgegen. Die heute von uns abgedruckte 
Kollektion von Ecken und anderm Zierrat zeichnet 
sich durch schöne Zeichnung und saubern Schnitt 
ganz besonders aus, Eigenschaften, welche den 
hübschen Bildchen viele Liebhaber sichern werden. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


urch die Beilage Ff zum heutigen Heft machen 

wir unsere Leser wieder mit einer höchst 
originellen Satzleistung des bekannten Accidenzsetzers 
der Piererschen Hofbuchdruckerei zu Altenburg, Herrn 
Watzulik, bekannt. Wir danken sowohl der Leitung 
der genannten Offizin wie auch Herrn Watzulik bestens 
für die Gefälligkeit, mit welcher sie die Zwecke unsers 
Archiv abermals unterstützen. 

Auf Blatt Aa bringen wir zwei Quart-Rechnungs- 
köpfe, welche unsern Lesern willkommene Muster für 
derartige Arbeiten sein werden. Beim Entwurf dieser 
Arbeiten waren wir bestrebt, das Gute der bewährten, 
jetzt vielfach schon »die ältere« genannten Richtung 
des Accidenzsatzes mit dem Guten der neuen, 
»modernen« Richtung zu vereinigen, und wir glauben, 
dass dies auf dem vorliegenden Blatt einigermassen 
gelungen ist. Von dem verwendeten Material erwähnen 
wir zunächst die beiden Vignetten; die Ecke des 
Schildes des ersten Kopfes erhielten wir von Ramm 
dœ Seemann in Leipzig, die Schwalben-Vignette des 
zweiten von Ludwig & Mayer. 1m übrigen lieferten 
zum ersten Kopf: Schelter & Giesecke die Initiale, 
Moderne, Dekorationen; Ludwig € Mayer die Zeile 
Versandt-Geschäft ete.: Berger (B)lumen-Handlung, 
Blumenarbeiten; Gronau Rechnung etc.; Rust & Co. 
Mainz etc. ; Brendler & Marklowsky die Zeilen aus der 
Wiener Mediaeval; die. Ornamente stammen von 
Berger, Klinkhardt, Krebs und Schelter (€ Giesecke. 
Vom Material des zweiten Kopfes lieferten uns ferner : 


Weisert den Initial U; Ludwig € Mayer die Initiale 
Bund K ; Genzsch «€ Heyse (B)uch etc., Photographien ; 
Schelter £: Giesecke Telegramm-, Schreib-, vonWerken ; 
Flinsch die Mediaeval-Schreibschrift; Brendler d: 
Marklowsky Konrad. Zahlbar ; Krebs Nürnberger. Die 
Ornamente sind von Berger, Klinkhardt und Schelter 
d Giesecke. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— * Essai sur la Mise en train typographique par Motteroz. 
Paris, Librairies-Imprimeries Réunies, 7, rue Saint-Benoît. 
Unter diesem Titel hat der Direktor einer der bedeutendsten 
Pariser Offizinen, welcher zugleich einer der kenntnisreichsten 
franzósischen Buchdrucker ist, eine zuerst in dem Fachblatt 
»L'Imprimerie« erschienene Artikelserie über die Zurichtung 
im Buchdruck in Buchform herausgegeben. Das Werk soll 
kein eigentliches Handbuch sein, sondern mehr eine Studie, 
eine Vergleichung der allgemein gebräuchlichen Zurichte- 
methoden mit den von dem Verfasser in seiner langjährigen 
Praxis an der Handpresse und der Maschine ausgeübten 
Verfahren und eine Mitteilung der dabei gesammelten Er- 
fahrungen. Wir glauben, dass das Werk seinen Zweck, 
auf die französischen Buchdrucker, welche im allgemeinen 
gerade in bezug auf die Zurichtung noch viel lernen können, 
bildend einzuwirken, bestens erfüllen wird und können 
dasselbe auch allen unsern des Französischen kundigen 
deutschen Fachgenossen bestens empfehlen, da es manche 
recht beherzigenswerte Anregung enthält. 

— $ Mitte Oktober beginnt Brockhaus’ Konversations- 
Lexikon ın 14. vollständig neu bearbeiteter Auflage zu er- 
scheinen. Mit Vollendung dieser Auflage sind gerade hundert 
Jahre verflossen seit der Begründung des Unternehmens 
und glauben wir, dass es für ein so umfüngliches Werk 
kaum eine bessere Empfehlung geben kann, als die That- 
sache, dass es sich das ganze Säculum hindurch bis auf 
heute die Gunst der Gebildeten aller Stánde in hóchstem 
Grade erworben hat. Das uns vorliegende Probeheft der 
neuen Ausgabe ist in Jeder Weise dazu angethan den alten 
Ruf zu befestigen, nicht allein des von hervorragenden 
Gelehrten abgefassten textlichen Inhalts halber, sondern in 
besonderem Masse auch durch die vollendete künstlerische 
Ausführung der den Text erläuternden Chromo- und Holz- 
schnitttafeln und die tadellose technisch - typographische 
Druckausführung. Der Inhalt des aus 16 Bänden AM. 10. — 
oder 256 Heften & 50 Pf. bestehenden Werkes wird ca. 
100,000 Artikel, 9000 Abbildungen und Karten auf 900 Tafeln, 
worunter sich allein 120 Chromotafeln und 300 Karten und 
Pläne befinden, umfassen und dürfte sicherlich den voll- 
ständigsten und zeitgemässesten Wissensschatz der Gegen- 
wart bilden. 


Mannigfaltiges. 


— * Die Chromo- und Glacépapierfabrik Borsdorff & 
Muhle in Harzburg (Harz) legt dem heutigen Heft eine Probe 
ihrer präparierten Illustrations-Druckpapiere bei, welche die 
Güte dieser Fabrikate an einigen Druckproben aufs beste 
darthut. Indem wir unsere Leser auf diese Beilage auf- 
merksam machen, bemerken wir noch, dass die mit Wasser- 
und Dampfkraft arbeitende Fabrik auch gestrichene Papiere 


369 Mannigfaltiges. 370 


EEUU UU PPP ss — 
Ca eee ee eee — — — —— — — — — — — — — — — — — — — — — —ñ—— —ñû—— —— — — — 


und Pappen, in weiss und farbig, matt, chromo und hoch- 
glanz, sowie Eispapier in garantiert druckfester Qualitit 
herstellt. 

— * Einen recht originell ausgestatteten Prospekt tiber 
billige farbige Umschlagpapiere legt das Fabrik-Papierlager 
Moritz Enax in Berlin SW. dem heutigen Hefte bei; wir 
empfehlen denselben der Beachtung unserer Leser. 

— * Von der Firma Andreas Hamm, Maschinenfabrik 
in Frankenthal (Rheinpfalz), finden unsere Leser im vor- 
liegenden Heft einen hübsch gedruckten Prospekt über eine 
neue, der Fabrik patentierte Tiegeldruckschnellpresse » Reform«. 
Die Beilage enthält Abbildung und sehr ausführliche Be- 
schreibung der Maschine, wir können deshalb bezüglich 
alles Weiteren auf dieselbe verweisen. 

— Herr Johann Klein senior, Mitbegründer der Firma 
Klein, Forst & Bohn Nachf. in Johannisberg a. Rh., ist nach 
45 jähriger erfolgreicher Thätigkeit wegen vorgerückten 
Alters am 1. September aus dem Geschäfte ausgetreten. 
An seine Stelle sind seine beiden Söhne Herr Johann Klein jr. 
und Herr Jakob Klein, welche beide seit vielen Jahren 
als Ingenieure in der Fabrik thätig waren, eingetreten. 

— * Die Schriftgiesserei Bauer & Co. in Stuttgart hat 
am 1. September in Düsseldorf eine Filialgiesserei errichtet 
und deren Vertretung und Leitung Herrn Robert Ferdinand 
Jünicke übertragen. Wir wünschen der strebsamen und 
bewährten Firma besten Erfolg des neuen Unternehmens. 

— *Die Apparatenbauanstalt und Stereotypiematerialien- 
fabrik Carl Kempe in Nürnberg versandte kürzlich eine 
neue reich ausgestattete Preisliste, welche ausser der Be- 
schreibung der zahlreichen, das ganze Gebiet der Stereotypie 
umfassenden Fabrikate der Firma auch verschiedene tech- 
nische Ratschläge, sowie Mitteilungen über die Einrichtung 
von Stereotypien enthält. Das Heft wird allen Interessenten 
eine angenehme Gabe sein. 

— * Höhe und Länge des blinden Satzmaterials. Die 
Schriftgiesserei F. Popelka in Jaromer (Böhmen) unter- 
breitet der Fachwelt in einem Circular einige Reform- 
vorschläge bezüglich des sog. blinden Satzmaterials. Zunächst 
wird die Anregung gegeben, den Durchschuss und Aus- 
schluss, die Quadraten und Stege genau um eine Cicero 
niedriger als Schrifthóhe zu giessen, damit dies Material 
auch als Unterlage von Stereotypplatten benutzt werden 
kaun. Zur Zeit wird das blinde Material wohl von den meisten 
Giessereien auf eine Höhe von 4!'/» Cicero gegossen, also 
nur 8'/» Punkt niedriger als Normalhóhe; wir müssen gestehen, 
dass diese Hóhe für Druckereien, welche viel Stereotypen 
drucken und die Unterlagen aus Stegen und Facetten bilden, 
die Unzuträglichkeit hat, dass für die Unterlagen stets 
besonderes Material angeschafft werden muss. Es ist uns 
nicht bekannt, welche Gründe Veranlassung zur Bestimmung 
der Höhe auf #'/a Cicero gaben. vielleicht ist sie der Breite 
der umgelegten Konkordanz zulieb so gewählt. Aus dem 
angeführten praktischen Grunde wäre eine der Schrifthöhe 
gegenüber um Cicero niedrigere Ausschlusshöhe, die übrigens 
durchaus nichts Neues und in manchen älteren Druckereien 
noch vorhanden ist, wohl empfehlenswert. Ein Meinungs- 
austausch könnte in dieser Angelegenheit vielleicht Klärung 
bringen, besonders interessant würde es sein, zu erfahren, 
welche Gründe die Giessereien in neuerer Zeit veranlassten, 
die Höhe des blinden Materials gegen früher zu steigern. 
— Mit dem zweiten Reformvorschlage der Popelkaschen 
Schriftgiesserei können wir uns weniger befreunden. Die 
genannte Firma meint nämlich, dass die Einteilung der 
Längen unseres Materials auf Konkordanzen von 4 Cicero 


der Gegenwart nicht mehr entspricht und empfiehlt eine 
Einteilung nach Dezimalberechnung, also auf Längen von 
5, 10, 15, 20 u. s. w. Cicero. Die bisherige Einteilung hat 
sich ganz gut bewährt und vor allen Dingen durchaus 
eingelebt, wir glauben deshalb, dass eine Änderung, welche 
während der Übergangszeit doch immer mit Unannehmlich- 
keiten verbunden wäre, in Fachkreisen kaum besondern 
Anklang finden wird. 

— $ Eine recht gelungene Wahrnehmung kann man 
alljährlich bei Einsichtnahme einer grösseren Kollektion 
Johannisfest-Druckarbeiten machen, nämlich die ganz ausser- 
ordentliche Verschiedenartigkeit des  Konterfeis unseres 
Altmeisters Gutenberg, das mit Vorliebe 
zur illustrativen Schmückung derartiger 
Druckarbeiten verwandt wird. Wenn- 
gleich auch der Bestand an Gutenberg- 
köpfen im allgemeinen ein nicht zu ge- 
ringer genannt werden kann, so wird es 
doch wohl viel darauf ankommen, ein 
wirklich mit würdigen Zügen herge- 
stelltes Bildnis anzuschaffen. Das aus- 
drucksvollste und in neuerer Zeit am 
häufigsten zur Anwendung gelangende 
ist das von der Firma Julius Klinkhardt 
in Leipzig nach dem Thorwaldsenschen 
Gutenberg-Denkmal in Mainz geschnittene 
| Gutenberg-Portrait in drei Gróssen, das 
M. 1.2 wir im Abdruck zu zeigen Gelegenheit 
nehmen. Als ausgezeichnete Gutenbergköpfe können ferner 
die im Verlage von Alexander Waldow allerdings nur in 
Holzschnittabdrücken erhältlichen Bildnisse (Schnittgrösse 
36:45 cm M. 2,50, Quartformat M. 0,60) bezeichnet werden. 
Sie bilden in jedem Buchdruckerheim einen künstlerischen 
Wandschmuck. 

— $ In Paris wurde vor kurzem ein sich ausschliesslich 
mit dem Wesen der Schreibmaschinen befassendes Organ 
unter dem Titel: »La Vélographie« ins Leben gerufen. Das 
»Bulletin de l'Imprimerie« entnimmt demselben folgende, 
jedenfalls auch für weitere Kreise interessante Punkte: Am 
meisten Verbreitung haben die Schreibmaschinen in Amerika 
und England gefunden, während sie in anderen Ländern 
bis jetzt nur inbeschränkterem Masse in Anwendung kommen. 
Übertriebene Köpfe wollten des öfteren einen Ersatz des 
Typensatzes in derartigen Maschinen gefunden haben, es 
hat jedoch bis jetzt noch »nicht sollen sein«. Im allgemeinen 
verrichten diese Schreibmaschinen ihren Zweck dadurch, 
dass sie zur geschäftsmässigen Korrespondenz mit Erfolg 
verwendet werden. Bei dem nötigen Vertrautsein mit den 
Funktionen derselben lässt sich auch unstreitig ein Vorteil 
gegenüber der Korrespondenz mit der Hand herausfinden. 
Bereits vor 177 Jahren, am 7. Juni, erhielt ein englischer 
Ingenieur, Henry Mill, ein Patent auf eine Maschine zum 
Drucken von einzelnen Typen, behufs Vervielfältigung von 
Manuskripten, Schriftstücken, Drucksachen etc. Das Prinzip 
war demnach schon vor langer Zeit gefunden, fand aber wie 
so manche Erfindung keine Verwendung in der Praxis. 
1721 und 1784 tauchen in Frankreich neue Koustruktionen 
auf, die jedoch, ohne grösseren Erfolg geerntet zu haben, bald 
wieder von der Bildfläche verschwanden. Nach einer 
Ruhepause von ca. 60 Jahren um 1833 liess sich Carl Thurber 
aus Worcester die erste Maschine amerikanischen Ursprungs, 
machine for printing« patentieren. Nach diesem folgte 
1856 Alfred E. Beach mit seiner »Buchstaben-Maschine«, 
welche, als von allen damaligen am besten funktionierend, 

22* 








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371 


Mannigfaltiges. 


372 


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in der Praxis häufig zur Verwendung kam. Des weiteren 
sind erwähnenswert der für die heutigen Konstruktionen 
Vorbild gewesene Mechanismus des Dr. S. W. Francis aus 
New-York, sowie die 1858—1866 von Th. Hall in New-York 
gebauten Maschinen, die sich 1867 auf der Pariser Welt- 
Ausstellung befanden. Endlich kommt noch die »Sholes and 
Glidden Writing machine«, nach den Patentinhabern so 
benannte Schreibmaschine in Betracht, aus welcher die heute 
am meisten verbreitete »Hemington« entstanden ist. Von 
letzterer sind ca. 3000 Stück im Gebrauch. In Nach- 
stehendem geben wir eine Übersicht über die Mehrzahl der 
sich im Handel befindlichen Konstruktionen. Die dauer- 
hafteste, billigste und einfachste ist die unter der Marke 
»Miniatur« (miniatur pocket type writer) bekannte. Ferner 
die »Kosmopolite«e von Guhl € Harbeck, Hamburg; die 
auch unter dem Namen »World« bekannte »Boston«; die »Hall« 
(mit Platte); die »Bar-Lock« (mit Tasten), erfunden 1888; die 
»Parisienne« (mit Platte), erfunden 1885; »The National« 
(mit Tasten); die »Columbia« erfunden 1885, zeichnet sich 
durch gute Raumeinteilung zwischen den Wörtern aus; die 
»Hammond« (mit Tasten), erfunden 1884; die »Calligraphe« 
(mit Tasten) erfunden 1879, besteht aus zwei Mustern, wovon 
eins für Versaliensatz, das andere für den von Gemeinen ein- 
geteilt ist; die »Hemington« hat seit 1873 am meisten Ver- 
besserungen erfahren; von dieser sind drei Arten im Ge- 
brauch und zwar für Versalien und Gemeine zugleich. 
Weitere Arten sind noch »Fitch«, »Yost Crandall«, »Mercurv«, 
»Lun«, »Viktor« und »The English type Writer«. Kann 
auch vorstehende kurze Andeutung keinen Anspruch auf 
Vollständigkeit erheben, so ist doch daraus zu ersehen, 
welch grosse Anstrengungen gemacht werden, den modernen 
hastigen Geschäftsbetrieb insofern zu vereinfachen, als die 
Vorteile der Mechanik ihm in weitesten Masse zugänglich 
gemacht werden sollen. 

— Ein sehr praktisches Verfahren, Stereotypplatten 
zum Druck schrifthoch zu befestigen, hat der Faktor Otto 
Hampel in Hannover ersonnen: Eine Anzahl 4 Cicero- 
quadratischer Bleistege wird in einen Rahmen zu einer 
Form zusammengesetzt, je nach der ungefáhren Grósse der zu 
befestigenden Platten; an den fir die Facettenhalter be- 
stimmten Stellen werden die quadratischen Bleistege ent- 
fernt und die zwischen Quadraten ebenfalls auf 4 Cicero 
ausgeschlossenen Facettenhalter eingesetzt. Die Anferti- 
gung und den Verkauf dieser sogenannten Plattenformen hat 
die Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. übernommen 
und versendet dieselbe, wie auch der Faktor Otto Hampel 
in Hannover, auf Verlangen Beschreibung mit bildlicher 
Darstellung gratis. 

— $ Dass eine feuchte Temperatur nachteilig auf Buch- 
druckwalzen einwirkt ist eine bekannte Thatsache, aber in 
der Regel verschmähen manche Drucker die Anwendung 
von Vorsichtsmassregeln oder es fehlt ihnen bei der bereits 
erfolgten Beeinträchtigung der Walzen ein Mittel zur Ab- 
hilfe, weshalb das folgende, englischen Ursprungs, Aufnahme 
finden mag: Haben die Walzen also durch die Einwirkung 
der Feuchtigkeit gelitten, so empfehlt sich ein einfaches 
Abwaschen mit Alkohol (Branntwein) und der Übelstand 
ist sofort beseitigt. Sind die Walzen dagegen zu trocken, 
so empfiehlt sich eine tüchtige Einreibung in einer Zeit- 
dauer von 5 bis 6 Minuten oder noch länger mit folgender 
Mischung: 100 Teile Glyzerin, 10 Teile ammoniakhaltiges 
Wasser und 40 Teile Sauerbier. Das Ammoniak hat die 
Eigenschaft die Poren der Gelatine zu óffnen, das Glyzerin 
zieht in letztere ein und das Sauerbier, auf der Oberfläche 


trocknend, verleiht den Walzen eine erneute, vorziigliche 
Zugkraft. 

— § In den letzten Nummern der »Pap.-Ztg.« hat sich 
eine lebhafte Aussprache bezüglich allzulanger Firmen- 
namen entwickelt. Der eine der beteiligten Skribenten lässt 
einer von ihm aufgestellten Liste lang gedehnter Firmen- 
bezeichnungen folgendes Schlusswort folgen: »Es wäre sehr 
wünschenswert, wenn bei der Gründung neuer Geschäfte 
zeitraubende lange Firmen thunlichst vermieden würden. 
Einige Firmen, welche zu wissen scheinen, dass ihren Korre- 
spondenten das Schreiben der langen Adressen sehr lästig 
ist, fügen solchen Briefen, auf welche sie eine Antwort 
erwarten, einen mit der genauen Adresse bedruckten Brief- 
umschlag zur Antwort bei. In grossen Städten, wo die 
Strasse genau angegeben werden muss, ist dies besonders 
angenehm. Nachahmung dieses Brauches wäre allen mit 
langen Namen behafteten Firmen zu empfehlen«. 

— $ Unter der Bezeichnung »Stiftung eines Menschen- 
freundes« existiert in Leipzig eine Siftung, aus welcher all- 
jáhrlich ein ansehnlicher Betrag zu gemeinnützigen und 
mildthätigen Zwecken verwandt wird. In erster Linie 
sind es Angehörige der graphischen Gewerbe, welche diese 
Wohlthaten geniessen. So wurden beispielsweise im Laufe 
dieses Jahres mehrere graphische Vereinigungen mit nam- 
haften Geldbeträgen bedacht. Das von dem verstorbenen 
Buchdruckereibesitzer und Verlagsbuchhändler Karl Christian 
Tauchnitz der Stadt Leipzig zur Verwaltung übermachte 
Kapital obiger Stiftung belief sich ursprünglich auf ca. 
4 Millionen, von dem bisher ca. 750,000 Mk. Verwendung 
fanden. Als Zeichen der Dankbarkeit soll dem Stifter in 
nächster Zeit ein im Entwurf bereits genehmigtes Denkmal 
gesetzt werden. 

— $ Die Zahl der in Paris beschäftigten Bucharbeiter 
incl. Frauen und Kinder, beläuft sich auf ca. 25,000. Die 
Einnahme der einzelnen Berufe stellt sich ungefähr wie 
folgt: 400 Schriftgiesser beziehen ca. 4 Millionen Fr., 
7000 Buchdrucker ca. 50 Millionen Fr., 5000 Lithographen 
und Steindrucker ca. 40 Millionen. Das Gesamt- Ein- 
kommen der Unternehmer, zu denen auch Buchhändler, 
Antiquare, Zeitungsherausgeber u. s. w. zählen, beläuft 
sich auf ca. 260 Millionen Francs jährlich. 


— $ Vor kurzem wurde in New-York ein Riesengebäude 
fertiggestellt, in dessen Räumlichkeiten die Herstellung 
eines der grössten amerikanischen Journale, der »New-York 
World« erfolgen wird. Dieser Bau, welcher wohl der be- 
deutendste im Privatbesitz befindliche sein dürfte, zählt 
nicht weniger als 26 Stockwerke. Überbaut ist der mächtige 
Unterbau durch einen Turm, dessen Plattform sich 95 Meter 
über der Erdoberfläche befindet. Derselbe besteht allein 
aus 6 Stockwerken, während darunter 10 gewöhnliche 
Etagenräume folgen. Nach unten hin befinden sich dann 
noch drei Zwischengeschosse und zuletzt das Erdgeschoss. 
Die Aufstellung der Druckmaschinen erfolgte im Souterrain, 
welches ausschliesslich zu Druckzwecken bestimmt ist. Die 
Herstellung des Satzes, der Schriftguss, sowie das Stereo- 
typieren geschieht im zwölften Stockwerke. Die Gesamt- 
fläche der Fussböden beträgt 15000 [_]m, während die 
zusammenaddierte Länge der aufstrebenden Träger 5 Kilo- 
meter, die der querliegenden 26 Kilometer betragen würde. 
Das Mauerwerk wurde aus Ziegelsteinen konstruiert und 
würde deren Quantität zur Herstellung von 250 gewöhnlichen 
Häusern ausgereicht haben. 


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sehr gut gefallen; das Kalendarium kann bei seiner kleinen Ausfúhrung 
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beste und schnellste Druckregulirung, sofortige 
Druckabstellung und Abstellbarkeit der 
Auftragwalzen während des Druckes. 
— Genügende Ruhelage des Tiegels 
beim Einlegen resp. Anlegen, sowie 
der sichere ruhige Gang der Presse 
garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
Die Schnelligkeit des Druckes hängt 
lediglich von der Befähigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
durchaus widerstandsfähig gebaute 
Presse den schnellsten Gang. 

ES Für die Pressen No. 3 und 4 

y empfiehlt sich in solchen Fällen, wo 
— Elementarkraftbetrieb ausgeschlossen 
ist, die Zuhilfenahme eines Kurbel- 
bevorzugte Stellung als ausgezeich- mechanismus, der so angeordnet wird, 
netste Tiegeldruckschnellpresse für ® më _ dass der Dreher dem Einleger gleich- 
den feinsten Accidenzbuchdruck. | EUM = Jj zeitig beim Treten beizustehen vermag. 


Im Konstruktions-Prinzip ähnlich Gally's 
Universalpresse, zeichnet sich Colt's Armory 
Presse durch verschiedene äusserst 
praktische Verbesserungen aus, wo- 
durch dieselbe zu der leistungsfähig- 
sten der jetzt vorhandenen Tiegel- 
druckpressen wird. 

Der Hauptwert der neuen Colt’s 
Armory Tiegeldruck-Schnellpresse 
liegt in deren unübertroffen prak- 
tischem Konstruktionsprinzip, der 
durablen Bauart und dem vorzüg- 
lichen Material. Die Kombination + 
des Cylinder-Farbewerks, welche die 
vorzüglichste Farbeverreibung und 
exakteste Regulirung der Farbever- 
teilung gewährt, der genaue parallele 
Druck, durch welchen die Schrift ge- 
schont wird, sichern dieser Presse ihre 











Ausführlichere Beschreibungen mit Grössen- und Preisangaben, sowie Verzeichnis der Firmen, welchen wir Pressen lieferten, 
stehen gern zu Diensten. 


General-Vertretung für das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Donaufürstentümer, Holland, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland: 


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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 





Originalsatz und Druck der Pierer'schen Hofbuchdruckerei. Stephan Geibel £ Co., Altenburg i. S. 


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UND VERWANDTE  CESCHAFTSZWEIGE eS 
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+29 1891, ¿Eu ' Heft 12. 


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Flbonnements-Einladunn. 
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Mit vorliegendem Heft fchließt der 28. Band des „Archiv für 
Buchdruderfunft“ und erfuchen wir deshalb unjere fehr gefchäßten 
Abonnenten, aud) ferner, wie nunmehr feit 28 Jahren, auf ihre 
wohlwollende Unterftüsung rechnend, ihre Bejtellungen auf den 
29. Band aldigft Hei der Bekannten Bezugsquelle oder 
aber direkt Bei unferer Grpedition aufgeben zu wollen, damit 
wir die Fortfebung prompt liefern fónnen. Ein OHerlangzetiel 
liegt diefem Heft bei. 

Das „Urhiv” wird aud) in Zufunft feinem Prinzip treu bleiben, 
nur Gedtegenes und Intereffantes zu bieten; wir enthalten uns 
daher auf Grund unferer 28 jährigen bewährten Praris aller weiteren 
Empfehlungen. 

Den Dffizinen, welche uns durch Kieferung fchöner Beilagen 
für den 28. Band erfreuten, den Gießereien, welche uns mit neuen 
und gediegenen Schriften und Einfafjungen, wie mit wertvollen 
Schriftproben verfahen, und den zahlreichen Mitarbeitern jagen wir 
verbindlichiten Dank für die Unterftüßung unferes Unternehmens, 
auch ferner um das gleiche Wohlwollen bittend. 


Keipzig, November 1891. 


Die Redaktion des Archiv für Buchdruckerkunſt. 


23 


389 Anleitung zum Linienbiegen. 


390 








Anleitung zum Linienbiegen. 
Von Hermann Hoffmann, Berlin. 
(Fortsetzung.) 


5. Federziige. 


Be dem Accidenzsetzer das Entwerfen von 
Drueksachen überlassen, dann muss er stets 
vor Augen haben, dass seine Stürke in der Fühigkeit 
beruht, den Drucksachen neben gefälligem Arrange- 
ment noch einen pikanten Reiz zu verleihen. Durch 
eine kleine originelle Wendung, einen Schnörkel oder 
sonst eine billige Zuthat wird das kritische Auge des 
Bestellers stets mehr bestochen, als durch die beste 
technische, aber geistlose Druckausführung. 

Der Drucker versucht bisweilen vergeblich, einen 
nichtssagenden Satz durch viele Farben interessant 
zu machen. Statt dessen hätte ein Kreis, ein Federzug 
oder eine andere Kleinigkeit, die im Manuskript nicht 
vorgesehen war, Wunder gewirkt. 

Setzer, welche die Gabe haben, anregend zu 
arbeiten, ohne zu amerikanisieren, werden überall 
hoch geachtet, während ihre solide und korrekt 
arbeitenden Kollegen, die sich auf einen idealen Stand- 
punkt nicht zu erheben vermögen, in Mittelstellen 
stecken bleiben. 

Doch sei vor übertriebener Künstelei eindringlich 
gewarnt — je einfacher, desto besser und wirksamer. 
Der Setzer sei verständig, einsichtig und wolle, was er 
mit geringen Mitteln leisten kann, nicht durch fabel- 
hafte Linienbauten zu erreichen suchen. 

Der rationell arbeitende Setzer hat in kurzer 
Zeit ein Brett voll der verschiedensten Federzüge, 
Kreise, Schilder u. dgl. gesammelt, aus denen er leicht 
und schnell. durch andere Zusammenstellungen, 
immer wieder etwas Neues liefert. Indem er ver- 
schiedene Teile versuchsweise gruppiert, das Brauch- 
bare auswählt und nach Bedarf verändert, kommt 
er zugleich auf andere hübsche Ideen und das Arbeiten 
wird ihm unendlich leichter, als dem, der, was er an 
»Effekten« braucht, jedesmal frisch erdenken und von 
Neuem bauen soll. 

Federzüge kommen mehr und mehr in Aufnahme. 
In Grossstädten ist ein elegantes Schild oder ein 
grosses Schaufenster ohne schräg darüber geworfene 
Firma mit starkem Federzug fast nicht mehr zu 
denken. In öde, regelmässige Typensätze bringt solch 
ein Zug sofort Leben und Bewegung. Wo anderweiter 
Zierrat nicht möglich oder nicht erlaubt ist, z. B. auf 
einer Seite Schreibschrift, da hilft ein energischer 
Federstrich am Schlusse das Ganze heben. 

Der findige Setzer erblickt kein Hindernis darin, 
dass ihm eine Gelegenheit, auf dieser oder jener 


Drucksache einen Zug anzubringen, von rechtswegen 
fehlt. Er improvisiert schnell einige Worte, wie z. B. 
»Muster stehen zu Diensten« oder »Preislisten frei« 
u. s. w., die er in Schreib- oder Rundschrift setzen 
und mit einem flotten Strich beschliessen kann. Der 
Besteller weiss ihm Dank dafür. 

Einfache Federzüge werden aus schrifthohen 
Messinglinien gebogen mit einer Rundzange, deren 
Schenkel nicht, wie gewöhnlich, konisch (Fig. 38), 
sondern eylindrisch (Fig. 39) geformt ist. Man erhält 
solche Zangen in grösseren Utensilienhandlungen. 
Messinglinien sind deshalb zu empfehlen, weil die 
Arbeit des Biegens leicht ist, das Material aber gegen- 
über der grösseren Haltbarkeit der Züge und der 
Schärfe des Bildes im Vergleich zu Zinklinien nicht 
in Betracht kommt. Man hat wohl überall alte, 
unsystematische oder ausandern Gründen ausrangierte 
Messinglinien, deren Fuss man zu solchen Arbeiten 
verwenden kann. 


| 


Fig. 38. 
Gewóhnliche Rundzange. 


Fig. 39. 
Rundzange zum Linienbiegen. 
Die ausgesuchte Linien wird im geraden Zustande 
durch vorsichtiges Bearbeiten mit einer ganz feinen 
Schlichtfeile und Nachschleifen der gefeilten Stellen 
auf einem mit Petroleum befeuchteten Olsteine mit 
dem Bilde versehen (Fig. a). 


— ems 





Fig. 40. a. Vorgefeilte Linie. 


—— 


b. Herstellung eines Schriftzuges. 


Zum Biegen gebraucht man mit Vorteil den 
Linienbiegapparat, und zwar den Eckeinsatz. Soll die 
Biegung nicht so scharf ausfallen, so dreht man nicht 
ganz zu oder man nimmt den kleinsten Kreiseinsatz. 
Den entstandenen Halbkreis driickt man dann mit 
einer Flachzange zusammen. 

Der Fehler des Schrägbiegens wird auf diese 
Weise möglichst vermieden. Wir haben bei der 
Bearbeitung der Kreise gefunden, welche Übelstände 
dasselbe mit sich führt. Diese äussern sich bei Zügen 
der Schärfe der hochstehenden Teile wegen doppelt 
unlieb. 

Unter Beachtung der hiermit in Erinnerung 
zurückgerufenen Vorsichts-Massregeln wird die 
korrekte Biegung eines selbst mehrfach gebogenen 





391 Anleitung zum Linienbiegen. 


Federzuges nicht schwer fallen. Ist doch einmal eine 
auslaufende Spitze beim Biegen in die Hóhe gegangen, 
so kann dieselbe durch vorsichtiges Abschleifen auf 
allerfeinstem Schmirgelpapier oder auf dem Ölstein 
wieder in Ordnung gebracht werden. 

Die Form der einfachen Schriftziige wird sowohl 
durch individuelle Vorliebe fiir diese oder jene Art 
als auch durch technische und solche Gründe be- 
stimmt, die eine vielseitige Verwendung des Zuges 
fordern. 

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SE eS 
Fig. 41. 


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Fig. 42. Fig. 43. 


In den Figuren 41 — 43 sehen wir die Vertreter 
dreier Gruppen vor uns. Die erste, zugleich undank- 
barste Art, will den Anschluss an Schreib- oder Rund- 
schriften ermóglichen. In Anbetracht der grossen 
Múhe, die man gehabt hat, den Anstrich des Zuges 
dem Ausláufer einer derartigen Schrift anzupassen, 
ist der Erfolg ein recht diirftiger. Bei jeder neuen 
Verwendung entsteht eine unangenehme Flickerei und 
infolgedessen unnótiger Zeitverlust. Ausserdem wird 
die Anfangsform des Federzuges durch die Hóhe der 
Abstriche mancher Schreibschriften unschón beein- 
flusst. 

Dankbarer dagegen zeigt sich Fig. 42. Der an- 
gefeilte Punkt verlangt zwar, genau in die zutreffende 
Hohe beim Setzen eingestellt zu werden, derselbe darf 
sich auch vom Worte nicht weiter entfernen, als ein 
anderer gewóhnlicher Punkt. Die Punktstiirke kann 
ferner nicht fiir alle Schriften, gross und klein, fett und 
mager, gleich angenommen werden und hierin liegt eine 
Beschriinkung. Immerhin aber verdient diese Form 
vor derjenigen der Fig. 41 den Vorzug, denn das jedes- 
malige lästige Einpassen an die Schriftausläufe fällt 
doch hierbei fort. 

In jeder Weise frei kann man Fig. 43 anwenden. 
Der Anstrich kann über und zur Not auch unter die 
Schriftlinie gestellt werden, auch wohl vom Worte 
etwas abstehen. 


Fig. 4. Freier Zug. 


Anspruchsloser als alle diese Formen ist Fig. 44. 
Während die übrigen Arten nur mit Schreibschriften 
in Ehren verbunden werden können. passt Fig. 44 sich 
auch einfachen Antiqua-Druckschriften an, ohne dass 


392 


der damit begangene Stilfehler allzusehr auffiele. Dabei 
ist dieser Zug unabhängiger von der Wortlänge als 
irgend ein anderer Federstrich, er hat die besprochenen 
Freiheiten allerdings mit einer gewissen Steifigkeit 
erkauft — ihm fehlt.das Flotte. 

Wie der Anstrich, so hat auch der Auslauf des 
Zuges über die Anwendung desselben mit zu ent- 
scheiden. Der geforderten Vielseitigkeit wird am besten 
entsprochen dureh die Ausläufe der Figuren 41 und 
42, danach 43, an welche sowohl längere wie kürzere 
Schriftzeilen angeschlossen werden können. Alle 
Züge hingegen, die sich stark nach aufwärts krümmen 


Fig. #5. 


Fig. 46. Stark aufwärts gekrümmte Züge. 


(Fig. 45 und 46), setzen voraus, dass die einge- 
schlossene Schrift bis ziemlich an den auslaufenden 
Schweif herangehe, demzufolge eine bestimmte Länge 
habe. 

So ganz frei sind übrigens in dieser Beziehung die 
andern Formen auch nicht, denn, von Fig. 45 und 46 
abgesehen, soll ein Schriftzug entweder länger oder 
kürzer sein als die zugehörige Zeile. 

Ein »Normal-Federzug« könnte nach alledem 
gebildet werden aus dem Anlauf Fig. 43 und dem 
Auslauf Fig. 42. Dabei tritt aber ein, was auch in 
andern Beziehungen nicht selten ist, dass nämlich 
mit dem Abschleifen alles Anstössigen schliesslich 
auch Charakter und Entschiedenheit verloren gehen. 

Wenn auch. was das mehrfache Verwenden 
solcher Satzteile betrifft, die Figuren 42,41 und 44 den 
übrigen Formen vorzuziehen sind, so wird man doch 
leicht eintönig mit der Darstellung nur weniger Arten 
Federzüge. Da die Anfertigung der einfachen Züge 
so überaus leicht ist, so wird man sich dem Zwange, 
den Vorrat gelegentlich durch andere, wenn auch im 
(rebrauch beschränkte Formen zu bereichern, nicht 
wohl entziehen können. 

Das Einfügen eines Zuges in den Schriftsatz 
geschieht durch loses Einsetzen an Ort und Stelle. Die 
zugehörige Zeile wird an beiden Längseiten mit einer 
Reglette bedeckt. Lässt man diese Vorsicht ausser 
Acht, dann fliesst der zur Befestigung verwandte Gyps 
in die Fugen der lockeren Zeile und verhindert das 
spätere Zusammenschliessen. Ferner werden dann 
die Signaturen mit Gyps gefüllt. sodass das Heraus- 
nehmen etwa defekter oder falscher Buchstaben schwer 


oder gar nicht möglich ist. 
23* 


393 


Anleitung zum Linienbiegen. 


394 








Nach geschehenem Gebrauch wird der Zug samt 
anhángendem Gypsblock beiseite gestellt, damit das 
Ausgiessen nicht immer wieder von Neuem nótig 
wird. 

Zusammengesetzte Ziige sind solche, die aus 
mehreren hin- und hergehenden Windungen bestehen. 
Dieselben kónnen aus einer einzigen Linie gebildet 
sein oder aus verschiedenen dafiir vorbereiteten Teilen 
scharfkantig zusammengesetzt werden. 

Die aus einem Stück gefertigten Züge kónnen 
der Dicke und Spródigkeit des dazu verwandten 


Der Punkt im Anstrich von Fig. 42 ist sehr kurz 
herumgebogen. Man würde schrifthohe Linien nur mit 





Fig. 48. Abbiegen des Punktes mittels Verlàngerung. 


grosser Mühe auf so kurzer Strecke abbiegen kónnen 
und lässt daher etwas Material über den Punkt 
hinaus stehen (Fig. 48 bei a), damit man genügenden 




















LEIPZIG 


GRIMMAISCHE STRASSE 38. 


AUSKUNFTSSTELLE FÜR HANDEL 


UND GEWERBE. 


Beispiel C. 


Materials wegen nicht scharfe, sondern sie müssen 
gerundete Knicke erhalten (Fig. 47). Letztere werden 
im Linienbiegapparat vorgebogen. Der Aufzeichnung 
entsprechend, die man sich von dem Zuge gemacht 


Fig. 47. Zusammengesetzter Zug mit runden Biegungen. 


hat, wird das Bild der Linie im geraden Zustande 
möglichst vollständig mit der Feile bearbeitet. Mit 
einem kleinen dreikantigen Schaber, den man in Werk- 
zeughandlungen erhält, werden Feinheiten durch 
ziehendes, nicht durch schiebendes Schaben nachge- 
holt. Dabei muss sich ein feiner Spahn ablösen und 
die bearbeitete Stelle muss glatt, nicht gehackt aus- 
sehen. So lange der Schaber scharf ist, geht dies 
vortrefflich, und ist er stumpf geworden, so muss man 
ihn wieder schleifen lassen. 


Angriff für die Flachzange oder für den Eckbiegapparat 
hat. Dieses überflüssige Material wird schon bei der 
Vorbearbeitung der rohen Linie etwas niedriger gefeilt. 
Manchmal ist es noch besser, die Linie nicht länger 


| | 
a >: Ah 


| 
| 
| 


Fig. 49, Abbiegen des Punktes mittels Unterfeilen bez. Einfeilen. 








zu lassen, dagegen einen Lappen (Fig. 49) entweder 
durch Unterfeilen (a) oder durch Einfeilen (b) herzu- 
stellen, den man sehr leicht selbst in ziemlich scharfem 
Winkel abbiegen kann. Das untere Ende der Linie 
bei b liisst man in gerader Richtung stehen. 
Scharfeckige Züge können ausden entsprechenden 
Teilen mit dickem Dextrin zusammengesetzt und dann 
ausgegossen werden (Fig. 44). Um sehr feinen An- 
schluss zu erzielen, muss man Linien mit vollem Bilde 
dazu nehmen und beim Schaben der vorgefeilten Stellen 


395 


schwachen Grat an der Anschlussseite wenigstens 
einer Linie hervorzurufen suchen. Beim Andrúcken 
verursacht der Grat eine innige Verbindung der beiden 
Linien. 

Sodann kann man eine feine Linie da, wo sie 
mit einer fetten sich verschmelzen soll (Fig. 50 a), 
etwas abfallen lassen. Man bearbeitet ganz wie an- 
gegeben, liisst sie aber eine Cicero liinger, als das Mass 
ist. Gesetzt, in Fig. 50 sollte die feine Linie bei a 
anschliessen, so endet sie in Wirklichkeit bei b. Bei a 
anfangend, nimmt man nach b hin vom Bilde der 








Anleitung zum Linienbiegen. 


Beopold Meiners 


Papiermaaren-Handlung und Vriefdecken · Fabrik 


Am HMarktplat 16, Ecke der Karlſtraße. 


396 


ohne das Material zu zerbrechen. Ist die Arbeit fertig, 
dann feilt oder schabt man die Enden von a bez. b 


a b 
: * 


Fig. 51. 


an nach aussen etwas tiefer und man hat einen scharf- 
eckigen, tadellos schliessenden Federzug aus einem 
Stiick. 


Diterburg 


ege ` 


Telephon Mr. 257. 





Beispiel D. 


Linie eine Wenigkeit herunter, etwa so viel wie ein 
Papierblatt dick ist. Dadurch entsteht ein sehr fein 
verlaufender Anschluss. Man kann das Ende (b) der 
feinen Linie nicht mehr sehen, úberhaupt kein Ende. 


Die Linie hórt unmerklich auf. 
b a 





— 


Fig. 50. Verschmelzen zweier Linien durch Abfallenlassen. 


Scharfeckige Züge kónnen aber auch aus einem 
Stück gefertigt werden. Das »Wie« ersehen wir aus 
Fig. 51. Die Linie wird in bekannter Weise abgemessen. 
Da, wo eine Biegung bez. ein Knick erfolgen soll, gibt 
man etwa 2 Cicero Spielraum zu. Dann wird die 
Linie nach allen Regeln bearbeitet, abgeschabt, mit 
Grat versehen und die feinen Ansätze (nach Fig. 50) 
etwas niedriger gehalten. Darauf biegt man die Linie 
zusammen und es entsteht eine Figur wie 51. Der 
zugegebene Spielraum zeigt sich von a bez. b nach 
aussen hin und dient dazu, guten Anschluss bei diesen 
beiden Punkten herzustellen, den man, wie Figura 
zeigt, an den natürlichen Enden nie erreichen würde 


(Germania-Gotisch von Flinsch.) 


Sollte sich doch einmal infolge fehlerhafter Bear- 
beitung ein Spalt in den Anschlussstellen zeigen, so 
kann man denselben schliessen durch Anfeilen von 
aussen her gegen die Verbindung zu. Der dabei ent- 
stehende leichte Grat wird die Lücke sicher füllen. 


Fig. 52. Scharfeckige Züge aus einem Stück. 


Formen wie Fig. 53 erfordern zu viel Arbeit, 
um noch Empfehlung zu verdienen. Die ange- 
bogene Schleife erscheint zudem gezirkelt und so geht 
die flotte Unregelmässigkeit des Zuges verloren. Will 
man dennoch ähnliche Gebilde herstellen, dann ver- 
suche man, die gewollte Form mit Bleistift in raschen 
Zügen mehrfach auf Papier zu zeichnen. Die beste 
davon wählt man als Vorlage. 

Die Anfertigung einfacher Schriftzüge ist durch- 
aus nicht so zeitraubend, wie es auf den ersten Blick 


397 


Anleitung zum Linienbiegen. — Die Ligaturen. 


398 








erscheinen will. Man ziehe dabei in Betracht, dass 
solehe Formen sehr oft gebraucht werden kónnen 
und ihren Inventarwert haben so gut wie jeder andere 
von der Giesserei bezogene Zierrat. 


— 


EN P 


Fig. 53. 


Wie schon gesagt, wird man alte Messinglinien 
dazu verwenden, die wegen Alter, Höhendifferenz 
u. s. w. ausser Dienst gestellt worden sind und in ver- 
staubten Küsten schlummern. Wo solche Linien nicht 
vorhanden sein sollten, da würde ich, als gewissen- 
hafter Faktor, die Benutzung guter Bahnenlinien zu 
gedachtem Zwecke unbedenklich gestatten — voraus- 
gesetzt, dass etwas dabei herauskommt. Denn die ein- 
fache Linie, so teuer sie sein mag. ist doch erst das 
einfache Element, aus dem eine schópferische Hand 
ungleich wertvollere Formen zu bilden vermag. 

Bleilinien sollte man für Züge nicht benutzen, da 
sie scharfes Biegen nicht vertragen, zu schnell schad- 
haft werden — kurz, die darin aufgespeicherte Arbeit 
sehr schlecht lohnen. 

Grössere Züge werden in Messerholzschnitt her- 
gestellt. * a 

Pessimisten behaupten gern, solche Sachen, wie 
der vorliegende Abschnitt sie lehrte. seien nicht mehr 
Aufgabe des Setzers, der sich damit wer weiss wie sehr 
plagen müsse, während ein Lithograph dasselbe im 
Handumdrehen leiste und so weiter. 

Über das Eine lisst sich streiten und das Andere 
ist richtig, aber beides passt nicht zusammen. Kann 
auch der Einzelteil, von dem die Rede ist. im Wege 
des Steindruckes schneller hergestellt werden, wo 
erhált der Buchdrucker die Form? Man kann doch 
deshalb nicht zweifachen Druck anwenden! Die 
ganze Arbeit mittels Umdruck in Steindruck machen 
zu lassen — eines Federzuges wegen — würde mehr 
als thöricht sein. Der Vergleich mit der Lithographie 
wird sehr oft herangezogen und man lässt sich von 
der scheinbaren Richtigkeit solcher Redensarten leicht 
gefangen nehmen. Es genügt, dieselben als wider- 
sinnig zu kennzeichnen. 

Wird eine Drucksache durch die Anwendung 
eines Federzuges, eines Bandes oder Schildes oder 
dergl. um so viel an Ansehen erhöht, als dieselbe an 
Arbeit mehr kostet, und war dieser gute Eindruck auf 
einfachere, billigere Weise nicht zu erreichen, dann 


ist der Mehraufwand gerechtfertigt. (Forts. folgt.) 


Die Ligaturen. 


Tn meinem Handbuche*) S. 108 f. habe ich über 
EIS diesen Gegenstand folgendes geschrieben: 

Die Notwendigkeit der Ligaturen ist schon vielfach 
angefochten worden. Bereits Lord Stanhope hielt deren 
Beseitigung für einen Fortschritt; seine Änsicht fand einen 
eifrigen Vertreter in Benjamin Krebs, und der bekannte 
Stempelschneider Bauer lieferte eine grosse Zahl geschmack- 
voller Frakturschriften, in denen der einzige berechtigte 
Grund für Beibehaltung der Ligaturen: das Überhängen 
des f und j, beseitigt war; diese Buchstaben sind bei ihm 
nicht unterschnitten und können mit jedem anderen Buch- 
staben ohne Störung zusammengesetzt werden. Erwähnens- 
wert ist noch die Thatsache, dass man in keinem Lande 
und zu keiner Zeit eine Ligatur von f und t vorgenommen. 

Trotzdem nun Theorie und Praxis berufener Kunst- 
genossen ein massgebendes Urteil úber Ligaturen gesprochen, 
erhált man nach wie vor dieselben, und einzelne Giessereien 
liefern ausser den E, (E, e, «e, auch noch ffi, ffl, »war- 
scheinlich — wie ein launiger Prinzipal einmal üusserte 
— um das Wort »pfiffig« mit vier Buchstaben zu setzen!« 
Ich halte die Ligaturen für abkómmlich, einmal, weil sie 
keine Notwendigkeit sind; zweitens, weil sie das Arbeits- 
material beschränken; und drittens zur schnelleren 
Defectierung der Schrift beitragen. Bauer hat den Beweis 
geliefert, dass das f und j herzustellen ist ohne Überhang: 
damit sind jj, fi, ft, fi, jl, ff unnötig geworden; für d, d 
p und [[ spricht weiter nichts, als »dass es immer so ge- 
wesen«, und selbst das B, welches einen bestimmten Laut 
reprüsentiert, muss sich in der Antiqua die Umwandelung 
in ss gefallen lassen, und es hat dabeı das Verständnis noch 
keinen Schaden erlitten, denn sonst würde man schon 
längst, bei der grossen Anwendung der Antiqua in Deutsch- 
land, ein & dafür haben herstellen lassen. Der Ersatz 
der $, it, d u. s. w. durch ihre einzelnen Buchstaben 
kostet auch keine zu grosse Überwindung; es ist in dieser 
Beziehung mehr geleistet worden. Ich erinnere mich aus 
meiner Lehrzeit, dass die damals gebräuchliche Pariser 
Gotisch nicht nur fast aller Ligaturen, sondern sogar des 
langen j entbehrte, und man sich statt seiner des runden 
3 bediente. — Die nachfolgende Schriftgattung: 


Stammbuch  Wallnüsse 


stammt aus Amerika und hat keine dh, d, ii, it, ji, 5, 6, U; 
dahingegen besitzt sie o», æ, fi, fl, jf, fil fii. 

Es ist dies aber doch ein zutreffender Beweis, dass manin 
Deutschland Frakturschriften ohne die üblichen Ligaturen 
giesst; und dass es ohne diese recht gut geht, kundet 
wohl am besten vorstehende Schriftart, die fast alle 
Giessereien besitzen und die meisten Druckereien gekauft 
haben. Das einzige Beklagenswerte hierbei bleibt, dass 
ein so nahe liegender Vorteil erst von den praktischen 
Amerikanern vorgeführt werden muss, wührend wir Deutsche 
bei einigermassen gutem Willen lüngst darauf hütten ver- 
fallen müssen. Ganz ohne Nachahmung sind die Amerikaner 


*) Praktisches Handbuch für Buchdrucker im Verkehr 
mit Schriftgiessereien. 2. Auflage. Leipzig 1878. Verlag von 
Alexander Waldow. 


399 


in dieser Hinsicht aber doch nicht geblieben. Die Woellmer- 
sche Giesserei in Berlin hat ihre sogenannten Favorit- 
Schriften : 


Provinsial-Singertelt Rinigsherg 


fast ohne alle Ligaturen schneiden lassen (ich sah nur dj 
und d) Und trotzdem hat nicht nur diese Giesserei, 
sondern auch die andern, die die Matern erwarben oder 


galvanisierten, brillante Geschäfte gemacht. Also gehen 
thuts schon, wenn man nur will. — 
Die Beschränkung des Arbeitsmaterials durch die 


Ligaturen ergiebt sich aus Folgendem: Es kommt oft vor, 
dass man einzelne Worte vielmal zu setzen hat, z. B. bei 
Tabellenképfen, Etiquettes, Coupons etc.. und es nicht ver- 
meiden kann, eine Zierschrift anzuwenden. Ich will bei- 
spielsweise die Coupons zu Pfandbriefen anfiihren, Im 
Minimum sind ca. 12 f, 4 fi, 4 ff und 4 fl vorhanden; man 
besitzt als nominell 28 f, von denen jedoch nur 12 zur 
freien Verfügung stehen, wührend die úbrigen 16 blos be- 
dingungsweise verwandt werden kónnen. Um den Coupon- 
bogen mit 10 Coupons und dem Talon herzustellen, muss 
ich das Wort Pfandbrief 11 Mal setzen, brauche also 22 
einzelne f, kann es aber nicht, trotzdem ich reichlich diese 
Zahl in der Schrift habe. Dieses Beispiel geniigt fiir viele. 
Zu diesen Übelständen kommt nun noch die schnellere Defek- 
tierung. In der Regel wird nur einer der ligierten Buch- 
staben durch einen Ahlstich etc. verletzt; mit ihm muss 
aber der andere noch brauchbare ins Zeug geworfen 
werden, blos weil er mit jenem unzertrennlich verbunden 
ist.« — 

In den »Typographischen Mitteilungen« der 
Herren J. G. Schelter & Giesecke, 3. Band, 4. Heft, 
1890, wird nun auch eine Lanze fiir die Beseitigung 
der Ligaturen eingelegt unter Vorführung ganz ähn- 
licher Beispiele und Begründungen, wie die meinigen. 

»Warum nun sollen wir, heisst es in dem betreffenden 
Hefte, da eine Notwendigkeit für Beibehaltung der Ligaturen 
auf keine Weise begründet werden kann, den nur durch 
die Tradition uns überkommenen unmotivierten Ballast nicht 
über Bord werfen?. . . .. Wie sind deshalb in Erkenntnis 
der dargelegten Vorteile seit einiger Zeit bestrebt, den 
Hebel da anzusetzen, wo es am nótigsten ist: So haben 
wir zufórderst bei allen denjenigen Buch-, Titel- und 
Accidenz-Zierschriften, deren Charakter es erlaubt, die f und 
zum Teil auch die j so geformt, dass der Kopf dieser beiden 
Charaktere leicht nach rückwürts gebogen ist, so dass ein 
Überhängen ausgeschlossen bleibt, ein Stossen also nicht 
mehr stattfinden kann und dieselben als bewegliche Typen 
beliebig verwendet werden kónnen.« 


Diese Verbesserung der f wird wohl von allen 
Giessereien, welche Original-Erzeugnisse liefern, vor- 
genommen. Die fette Grotesque z. B., welche ich 
Mitte siebziger Jahre schneiden liess, hat keine ff, fi 
fl. Eine mir neuerer Zeit zu Gesicht gekommene, 
halbfette Egyptienne der Schriftgiesserei Benjamin 
Krebs Nachfolger hat ebenfalls den Kopf des f in 
sehr gefalliger Weise zuriickgebogen, so dass ff, fi, 
fl unótig sind. 


Die Ligaturen. — Die Zeitungs-Provision der Post. 


400 


Es handelt sich also bei diesen Bestrebungen 
um einen wirklichen Vorteil fiir alle Beteiligten, der 
so schnell wie möglich eingeführt zu werden verdient. 
Damit dies aber der Fall, ist ein gemeinsames Vor- 
sehen nötig, denn wenn dieselbe Schriftgarnitur von 
der einen Giesserei mit, von der anderen ohne Liga- 
turen geliefert wird, hören die Reklamationen nicht 
auf, weil man naturgemäss die Ligaturen auch für die 
Grade resp. Garnituren verlangen wird, in denen sie 
fehlen. H. Smalian. 


Die Zeitungs-Provision der Post. 


T Verleger des »Hamburger Fremdenblatt«, 
%5 Gustav Diedrich & Co. in Hamburg, richteten 
die folgende Eingabe betreff Reform der Zeitungs- 
Provisionen an das Kaiserl. Reichs-Postamt in Berlin: 


Nach den Bestimmungen des Reichs-Postgesetzes vom 
28. Oktober 1871, $ 10, ist festgesetzt: 

»Die Provision für Zeitungen beträgt 25 °/o des Ein- 
kaufspreises — mit der Ermássigung von 12!/»?/o bei 
Zeitungen, die seltener als monatlich viermal erscheinen. 
Mindestens ist jedoch für jede abonnierte Zeitung jährlich 
der Betrag von 40 Pf. zu entrichten.« 

Wir erachten diese gesetzliche Normierung der Zeitungs- 

Provision als eine nicht ganz gerechte, nach beiden Seiten 


hin, — sowohl nach der des finanziellen Interesses der 
Kaiserl. Postverwaltung, wie auch nach der Seite der 
Zeitungsverleger. 


Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, dass der vom 
Postgesetze als Grundlage erwählte Einkaufspreis gerechter- 
weise keine Norm für die Festsetzung der Provision des 
Zeitungsvertriebes bieten kann. Für die Post kann eine 
solche Grundlage nur durch die wirkliche Leistung im 
Beförderungsdienst genommen werden, wie jeder Transport- 
führer seine Tarife nach Massgabe der Mühwaltung fest- 
stellt. 

Die Post erhebt für eine ganz gleiche Mühwaltung, 
welche ihr aus dem Vertriebe verschiedener Zeitungen 
erwächst, ganz verschiedene Reichsabgaben, ein Fall, der 
sich in dieser Weise bei keinem Reichsinstitut wiederholt. 

Wir führen aus den uns nächstliegenden Kreisen 
folgende Beispiele an: 

Der Einkaufspreis berägt für 


jährlich die Postprovision 
1) Hamb. Börsenhalle....M. 48.— ....M. 12.— 
2) Hamb. Correspondent... ., 28.80.... „7.20 
BEC. ir aria sd 1344 .... , 3.36 
4) Hamb. Fremdenblatt... ,, 19.20.... ., 480 
5) General-Anzeiger . A. MA asa AO 
6) Hamb. Nachrichten. ... , 2880 .... . 7.20 
7) Hamb. Reform ...... vd estie Ge c BUND 


Von diesen Hamburger Zeitungen erscheinen »Correspon- 


‘dente drei Mal, »Börsenhalle« und »Nachriehten« zwei Mal, 


alle übrigen Blätter ein Mal täglich. 

Vergleicht man diese verschiedenen Provisionen, so 
ergibt sich nach ausgeführter Reduktion, dass für eine ein- 
malige Beförderung täglich, also für dieselbe Mühwaltung, 
von der Post nach der oben angegebenen Reihenfolge der 


Schmale Medieval-Clarendon yon der Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. 


Die elektrische Minenzündung in der Sprengtechnik 
Der Rheinfall bei Schaffhausen 


No. 1675. Nonpareille. — No. 1676. Petit. 
Die Fabrikation ätherischer Stoffe und Öle | Die Beschreibung der Anilin-Färberei 
Vorlagen und Anleitung für die polychrome Flachornamentik | Wirkungsgesetz der dynamo-elektrischen Maschine 
| 


Fürst Bismarck als Volkswirt. > a 
Die Mönche von Johannisberg 


No. 1682. Doppelmittel. 


Die technische Verwertung des Kohlenteers 
Der AE des Fora - 


No. 1677. Korpus No. 1678. Cic 
Die Festspiele auf der Luisenburg Die Schlacht Ner Mockern 
Chlorkalk und die Ammoniakverbindungen | Die Leim- und Gelatinefabrikation 


Richard Wagners Parsifal | Webers Tonplatten 


No. 1683. Doppeltertia. 


Internationale merkantile Arbeiten 
Deutsche Renaissanceformen 


No. 1679. Mittel. | No. 1680. Tertia. 
Alpenlandschaft und Alpensage Lehrbuch der Navigation 
Germanisches Museum | Die hohe Tatra 


No. 1684. Doppeltext. 


Grundriss der Naturgeschichte 


403 


bez. 6 M, 2.40 M, 3.36 M, 4.80 M, 1.20 M, 3.60 M, 2.40 M, 
d.h. wenn man den geringsten Satz als Einheit -: 100°% 
annimmt, nach derselben Reihenfolge 500, 200, 280, 400, 
100, 300, 200°/o an Provision erhoben werden, ein ganz 
verschiedener Betrag also, sei es zu Ungunsten der Zeitungen, 
sei es zum Nachteil der Postverwaltung. 


dr dee de dr de de 


EU 





‚Jahreswechsel! 


Hersfeld. 


und Familie. 


Vignette von J. G. Schelter & Giesecke. 


Dass dieses System — die Provision nach dem Einkaufs- 
preise zu normieren — einer richtigen Grundlage entbehrt, 
erhellt auch aus dem Tarifsatze fiir das Zeitungs-Bestellgeld. 
Fiir die Erhebung des Bestellgeldes im Orte macht die 
Postverwaltung einen genauen Unterschied, ob die Zeitung 
táglich ein oder mehrere Mal erscheint und abgetragen 


wird. Der Preis für die Bestellung ist bekanntlich bei 
táglich 1 maligem Erscheinen pr. Quartal 40 Pf. 

2 5 e k " DU. sa 

3 h ; o 4D 5 


Eine gleiche Tarifirung músste naturgemáss auch auf die 
Zeitungs- Provision Anwendung finden. 


Die Zeitungs-Provision der Post. — Schriftprobenschau. 


dNMMAMMAN ? Y 
J i 


Georg Winterberg 





404 


Wir gestatten uns, unter Bezugnahme auf die obigen 
Ausführungen, 

Das Kaiserliche Reichs-Postamt ganz ergebenst zu ersuchen, 
baldmöglichst eine Gesetzesvorlage veranlassen zu wollen, 
welche betreffs der Festsetzung der Gebühr für die Zeitungs- 
vermittlung durch die Post besser der Gerechtigkeit ent- 

spricht. insofern künftighin nicht mehr der Einkaufs- 
preis der Zeitungen massgebend sein möge, sondern 
vielmehr das tägliche ein- oder mehrmalige Erscheinen 
der Zeitung resp. Zeitschrift.« 

Darauf ist der genannten Firma unter 
dem 4. September 1891 folgender, ja auch 
für unsere Leser interessanter und wichtiger 
Bescheid zugegangen: 

»Euer Wohlgeboren wird auf das gefällige, 
am 19. August hier eingegangene Schreiben 
ergebenst erwidert, dass die Frage, ob die Sätze, 
nach welchen auf Grund des Posttaxgesetzes 
vom 28. Oktober 1871 die Gebühr für Besorgung 
von Zeitungen durch die Post zur Erhebung 
gelangt, den bestehenden Verhältnissen noch 
entsprechen, wiederholt den Gegenstand von 
Erwägungen beim Reichs-Postamt gebildet hat. 

Eine Änderung in diesen Sätzen kann in- 
dessen für die nächste Zeit nicht in Aussicht 
gestellt werden.« 

Wir glauben, dass diese wichtige Frage 
wohl verdient, von dem Reichs-Postamt, 
wenn auch nicht gerade in nächster Zeit, 
so doch kurz über lang in ernste Erwägung 
gezogen zu werden. 


Schriftprobenschau. 
DK Novitát der Schriftgiesserei Flinsch 


drucken wir im vorliegenden Heft eine 
schmale Mediaeval-Clarendon in zehn Gra- 
den ab. Bei der heutigen, dem Mediaeval- 
Schriftcharakter ganz besonders geneigten 
Geschmacksrichtung wird diese Schrift fiir 
viele Druckereien eine angenehme Ergán- 
zung des Materials sein ; der elegante Schnitt 
lässt sie sowohl für Accidenzien wie für 
jeden andern Zweck aufs beste geeignet 
erscheinen. 
Für Glückwunschkarten zum Jahreswechsel hat 
die Firma J. G. Schelter & Giesecke wieder wie in 
vergangenen Jahren eine grosse Anzahl vorzüglich 
gezeichneter Vignetten geschaffen. Wir bringen vor- 
stehend eine derselben als Satzbeispiel zum Abdruck 
und werden auch in dem noch zeitig vor Neujahr 
erscheinenden ersten Heft unseres nächsten Bandes 
noch einige vorführen, um unsere Leser mit diesen 
neuesten Erzeugnissen der genannten Firma bekannt 


zu machen. 
24 





Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblátter. 


406 





Eine in jeder Beziehung moderne Zierschrift ist 
die Circular-Italienne von J. G. Schelter «€ Giesecke, 
welche wir auf dieser Seite abdrucken. Wie schon 
der Name sagt, zunächst für elegante Circulare 
geeignet, wird diese Schrift auch andern Accidenzien 
der verschiedensten Art eine ganz besondere Zierde 
sein. Durch die schwungsvoll gezeichneten Initiale 
unterscheidet sich die Schrift vorteilhaft von manchem 
ähnlichen Erzeugnis; sie ist Jedenfalls eine der schön- 
sten ihrer Art. 

Die Vignette, welche unsere Abonnements-Ein- 
ladung auf den Titelseiten des 11. und 12. Heftes 


Satzes, sowie ganz besonders der Druck. und hier 
wieder speziell derjenige des hiibschen Bildes, verdienen 
rúckhaltlose Anerkennung. Es ist uns ein Vergniigen, 
unsern Lesern in dem vorliegenden Blatte eine muster- 
giiltige Probe farbigen Illustrationsdruckes bieten zu 
kónnen und danken wir der genannten Offizin, sowie 
insbesondere Herrn Faktor Müller, dem das schóne 
Gelingen des Blattes hauptsiichlich zuzuschreiben, 
bestens für die Gefülligkeit, mit welcher sie unsere 
Bestrebungen unterstützen. 

Die Sätze zu den auf Blatt Z abgedruckten Satz- 
beispielen überliess uns auf unser Ersuchen mit 


Circular-Italienne von J. G. Schelter & Giesecke in Leipzig. 


No. 6000. 
j ^ a f A 4 ; E ^ 


Se 


No. 6001. 


schmiickt, erhielten wir von Paul Leutemann; dieselbe 
dürfte sich für Drucksachen zum eigenen Gebrauch 
des Buchdruckers, sowie für solche allgemein kunst- 
gewerblichen Inhalts, ganz vorzüglich eignen. 

Die Beilage zum heutigen Heft von Wilhelm 
Woellmers Schriftgiesserei versetzt uns schon ins 
neue Jahr hinein, nämlich in die Karnevalszeit. Die 
auf dem Blatt vorgeführte grosse Auswahl wirkungs- 
voll gezeichneter Vignetten wird für die zu jener Zeit 
zahlreichen Drucksachen für Maskenfeste u. dergl. ein 
zweckentsprechender Schmuck sein. Wir empfehlen 
die Beilage der Beachtung unserer Leser. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


as erste unserer dem heutigen Heft beigegebenen 
der Probeblütter, Blatt Gg. ist eine vorzügliche 
Leistung der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig. Das 
Arrangement des ganzen Blattes, die Ausführung des 


Cicero. 


. . $ pf, € 
d A ^-^ "om Za "enk Anen em am ` a A mg an ja 
LLiiS.ciecies WN —veC eC AEs — V € isc 


Tertia, Min. 6,8 kg. 


CnVcIC ac 


No. 6003. 3 Cicero. 





Min. 5,2 kg. 


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mow CZ ansic ung vetwana.cm CL séit eg E 


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No. 6002, 2 Cicero. sm. 9.1 kg. 


Le EE 
und de: Much von Jandéa len) 


G 


JS —— 


Min. 11 kg. 
: /2 
AC Ze omen 


dankenswerter Bereitwilligkeit die Buchdruckerei 
Fischer & Wittig in Leipzig. Diese Arbeiten, ein Brief- 
kopf, eine verzierte Titelzeile und eine Geschäftskarte 
beweisen, dass die genannte Firma nicht nur, wie 
allgemein bekannt, auf dem Gebiete des Prachtwerk- 
druckes Hervorragendes leistet, sondern auch muster- 
gültige Accidenzien schaffen kann. 

Die Beilage Ee druckte uns die Pierersche Hof- 
buchdruckerei in Altenburg. Es ist wieder eine der 
originellen Arbeiten unseres geschätzten Mitarbeiters, 
Herrn Watzulik, welcher im Erfinden interessanter und 
auffälliger Arrangements schier unerschöpflich ist. Der 
vorliegende Umschlag kann sowohl im Ganzen, wie 
auch in seinen einzelnen Teilen als Vorlage und 
Muster für andere Arbeiten verwendet werden. Für 
die gefällige Überlassung dieses Blattes sagen wir der 
genannten Firma, deren gediegene Erzeugnisse schon 
so oft die Hefte unseres Archiv schmückten, unsern 
besten Dank. 


407 Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


— * Wegweiser durch die Stereotypie und Galvanoplastik. 
Von Carl Kempe in Nürnberg. Selbstverlag des Verfassers. 
Das in dritter Auflage vorliegende Werkchen bietet zunächst 
einen praktischen Lehrgang der Papierstereotypie in er- 
schöpfender Darstellung und bringt ausserdem Belehrungen 
über die Behandlung der Rotationsmaschine mit besonderer 
Berücksichtigung der Trichterfalzmaschine, Auch das Ver- 
fahren der Rundstereotypie wird ausführlich geschildert. Den 
Schluss bildet ein Lehrgang durch die Galvanoplastik. Das 
zum Preise von 1 Mark zu beziehende Werkchen kann 
Stereotypeuren und Buchdruckern. welche mit Stereotypen- 
und Rotationsdruck zu thun haben, nur bestens empfohlen 
werden. 

— * Die Vorzüge der deutschen Sprache. Ein Wort an 
Lehrer und Laien von Prof. Dr. med. Hegewald. Verlag 
des Litterarischen Instituts Dr. M. Huttler, Konrad Fischer, 
München. Die uns unter diesem Titel vorliegende Schrift 
ist, wie ein beigegebenes, in gotischem Stil ausgeführtes 
Circular ersehen lásst, von der herausgebenden Firma mit 
der Bestimmung versendet, als Probe der Leistungsfähigkeit 
der Huttlerschen Offizin in eigenartig gediegener Buch- 
ausstattung zu dienen. Und diese Aufgabe wird das Buch 
unstreitig aufs beste erfüllen. Aber auch der Inhalt ist 
ganz interessant zu lesen und so recht geeignet, die Vor- 
züge unserer deutschen Sprache in ein sehr günstiges Licht 
zu stellen. 


Mannigfaltiges. 


— * Zu der Feier ihres 75jührigen Bestehens hat 
J. M. Richters Buch- und Kunstdruckerei in Würzburg eine 
Festschrift herausgegeben, welche auf 6!/s sauber gedruckten 
Oktavbogen und zahlreichen Illustrations - Beilagen die 
Geschichte des genannten Hauses vorführt, den technischen 
Betrieb desselben beschreibt und für Laien berechnete 
Belehrungen über alle graphischen Reproduktionsverfahren 
enthält. Das von Stephan Richter im Januar 1815 
begründete Geschäft hat sich aus bescheidenen Anfängen 
zu einem sehr ansehnlichen Umfange entwickelt und seine 
technischen und baulichen Einrichtungen können in jeder 
Beziehung hervorragend genannt werden. Die hübsch ge- 
bundene Festschrift ist jedenfalls eine wirksame Empfehlung 
der herausgebenden Firma, welcher wir zu ihrem Jubiläum 
auch ferneres Gedeihen wünschen. 

— Ein aylographisches Kunstblatt ersten Ranges ver- 
öffentlichte in ihrer zum 1. Oktober erschienenen Nummer 
die illustrierte Stuttgarter Zeitschrift Ȇber Land und Meere. 
Es ist ein Bild Anton von Werners: Kronprinz Friedrich 
Wilhelm an der Leiche des in der Schlacht bei Weissenburg 
gefallenen französischen Generals Abel Douay. Wie Werner, 
dieser hervorragende Künstler hier ein herrliches lebens- 
wahres und zu Herzen sprechendes Bild aus jener glorreichen 
Zeit gab, so bemühten sich auch die Holzschneider Heuer 
& Kirmse in Berlin alles Das mit wahrer Meisterschaft wieder- 
zugeben, was dieses Bild so ansprechend und wertvoll 
macht. Der Ausdruck in den Gesichtern der den Kronprinzen 
begleitenden Generale, der feierliche Ernst in dem Gesicht 
des Kronprinzen selbst, die Haltung aller Personen, die 
Schärfe und Feinheit des Schnittes und der satte, dabei doch 
in allen Teilen reine Druck desselben stellen dieser berühmten 


408 


Berliner xylographischen Anstalt, wie auch der Druckerei 
von »Über Land und Meer« ein Ehrenzeugnis aus, wie man 
es schöner nicht denken und wünschen kann. Wir beglück- 
wünschen die genannte Zeitung zu diesem prächtigen Bilde 
und sprechen die Überzeugung aus. dass das Blatt gewiss 
allgemeine Bewunderung unter den Lesern von Ȇber Land 
und Meer« finden wird. 

— $ Im vorigen Jahrgange hatten wir bereits Gelegen- 
heit ein neues Verfahren für den Musiknotensatz zu erwähnen. 
Abermals begegnen wir einer solchen Neuerung und zwar 
in einem französischen Fachblatte. Dieses System weicht 
in der Hauptsache von den bisher üblichen dadurch ab, dass 
es fast durchgängig aus horizontal geteilten Stücken besteht, 
entgegen der bisherigen vertikalen Teilung. Der Satz wird 
infolgedessen ebenfalls in einer vom bisher gewohnten ab- 
weichenden Weise hergestellt und zwar dergestalt, dass 
nach der erfolgter Takteinteilung zunächst das über dem 
System Befindliche zeilenweise abgesetzt und ausgeschlossen 
wird. Nachdem folgt abwechselnd das zwischen die Linie 
und auf der Linie Stehende. Bei letzterem liegt der eigent- 
liche Kernpunkt der ganzen Neuerung, denn die Systemlinien 
werden nicht mehr geteilt, sondern sie bestehen aus einem 





Stück, wie aus beistehendem Beispiel zu ersehen ist. Noten- 
köpfe, Schlüssel, Vorzeichnungen und viele andere Zeichen 
sind mitten geteilt, so dass die.Systemlinien durch dieselben 
hindurch gehen. Auch diese Neuerung, die sich in der 
Theorie besser auszunehmen scheint, als in der Praxis, von 
welcher wir übrigens nur der Kuriosität halber Notiz nehmen, 
dürfte noch nicht berufen sein, das Endziel des Notensatzes 
zu bilden. 

— $ Zur Erneuerung der Zugkraft bei Buchdruckwalzen 
empfiehlt die »Ost. B.-Ztg.< eine nach erfolgter Reinigung 
vorzunehmende Waschung mit Wasser, dem etwas Honig 
und Gummi arabicum zugesetzt wurde. Ein mehrstündliches 
Trocknen hat dem zu folgen. Ist die Abgabe der Farbe 
durch zu feuchte Walzen eine unvollkommene, so bestreiche 
man letztere mit etwas Spiritus oder füge dem Wasser 
etwas Alaun zu. Dieses Verfahren gibt den Walzen erhöhte 
Widerstandsfähigkeit gegen jedwede Temperatureinwirkung. 

— Zeitungsdruck mit elektrischer Kraftübertragung. Das 
in Insbruck erscheinende »>Tiroler Tagblatt« zeigt an, dass 
seit dem 12. September die Schnellpresse, auf der es 
gedruckt wird, mit elektrischem Kraftbetriebe in Bewegung 
gesetzt sei, Es sei dies daserste deutsche Zeitungsunternehmen, 
dass sich zu seiner technischen Herstellung der elektrischen 
Kraftübertragung bediene. Diese letztere Angabe trifft nicht 
zu wie uns die in Berlin erscheinende »Deutsche Warte« 
mitteilt; die erste deutsche Zeitung, welche unter Verwen- 
dung der elektrischen Kraft hergestellt wurde, ist die 
»Deutsche Warte«. Dieses Blatt wird bereits seit seinem 
Bestehen (erscheint jetzt im zweiten Jahrgange) auf einer 

24* 


409 Mannigfaltiges. — Briefkasten. 410 








mit allen Verbesserungen der Neuzeit gebauten Rotations- 
maschine, die durch elektrische Kraft betrieben wird, ge- 
druckt. In Italien werden bereits drei bis vier Druckereien, 
in Frankreich erst eine elektrisch betrieben. 

— $ Häufig macht sich die Fixierung einer Leiste, Vig- 
nette oder sonstigen Gegenstandes auf eine grössere Papier- 
fläche notwendig, z. B. beim Skizzieren etc. Am häufigsten 
geschah das bisher durch Aufkleben oder aber es wurde 
ein Abzug mit provisorischer Anlage gemacht, wobei jedoch 
selten und was die Hauptsache ist, schnell auf Genauigkeit 
gerechnet werden konnte. Ein praktisches Fixieren kann 
dadurch erfolgen, dass man auf das Fundament der Presse 
eine starke Lage Papier legt, auf diese den betreffenden 
Bogen, Skizze etc. und dann den abzudruckenden Gegenstand 
entsprechend einwalzt und mit der Bildfläche auf das 
bereits daliegende Papier bringt. Sodann erfolgt das Zu- 
klappen des Deckels und das Herüberziehen des Bengels 
in üblicher Weise und der Abdruck ist äusserst genau auf 
der betreffenden Stelle des Bogens erfolgt. — 

— $ Von allen Blättern kann sich das Pariser »Petit 
Journal« wohl der höchsten Auflage rühmen. Seine Auflage 
übersteigt diejenige der verbreitetsten Blätter durchschnitt- 
lich um 6— 700,000 Exemplare. An den Sonntagen erscheint 
dasselbe in 8seitigem Umfange sowie in einer Gesamt- 
auflage von 1,100,000 Exemplaren, Da eine solche 8seitige 
Nummer ca. 38 Gramm wiegt. erfordert diese Königin 
aller Zeitungen ca. 41,000 Kilogramm Papier pro Nummer, 
um in der obigen Auflage erscheinen zu können. Berück- 
sichtigt man, dass diese 1,100,000 Exemplare in wenigen 
Stunden gesetzt, stereotypiert, gedruckt und in der ganzen 
Welt verbreitet sind, so hat man alle Ursache über die 
in den letzten Jahren gemachten Fortschritte in der Technik 
erstaunt zu sein. 

— $ Über den bedeutenden Aufschwung der ameri- 
kanischen Papierindustrie gibt am besten die gewaltige 
Zunahme der Holzstofffabrikation dortselbst Aufschluss: 
Vor etwa 10 Jahren produzierte man jährlich ca. 240 
Tonnen Holzschliff und 180 Tonnen Cellulose; im vorigen 
Jahr war die Produktion des Holsschliffes bereits auf 
1500 Tonnen gestiegen, während sich die Cellulosefabrikation 
auf ca. 700 Tonnen belaufen mochte. Dies ergibt eine 
Steigerung von ungefähr 500 p. Ct.; die heurige Produktion 
wird vorstehende Zahlen sicherlich bei weitem übertreffen. 
Die hauptsächlichsten Holzarten. welche zur Verarbeitung 
gelangen, sind die Fichte und die Tanne, ferner das Espen- 
und Birkenholz. auch Pappel und Lindenstümme eignen 
sich zu diesem Zwecke durch ihre besondere Weisse sehr 
gut und werden häufig verwandt. 

— * Als Rohstoff für die Papierfabrikation verwendet 
man seit einiger Zeit in Amerika unter anderm mit Erfolg 
auch die sehr viel Faserstoffe enthaltenden Stengel der 
Bananen. Da die Banane zu den sich von selbst fort- 
während erneuernden Pflanzen gehört, indem nach der 
Fruchtreife die Pflanze abstirbt, gleich darauf aber neue 
Triebe hervorbringt, so haben die Amerikaner einen sehr 
billigen Rohstoff entdeckt. 

— $ Der unlängst verstorbene Buchdrucker-Bibliograph 
W. Blades hat eine ausserordentlich umfängliche Fach- 
bibliothek hinterlassen, deren reeller Wert selbstverständlicher- 
weise ein schwer bestimmbarer ist. Hervorragende Kunst- 
mäcen trugen sich mit dem zeitgemässen Gedanken, die 
Gesamtbibliothek zu erwerben, dieselbe dem kürzlich be- 
gründeten fachtechnischen Institut in London einzuverleiben 
und so den Schülern Gelegenheit zu geben, Einblick in die 


gesamte Fachlitteratur thun zu können. Leider ist man 
über den Wert dieser ca. 20,000 M. kostenden Erwerbung 
geteilter Meinung, so dass eine Zersplitterung des mit 
eisernem Fleiss zusammengetragenen Bücherschatzes zu 
befürchten ist. W. Blades war schriftstellerische Autorität 
auf jedem Gebiete der graphischen Künste und ein wahrer 
Bücherfreund, dessen Leben fast nur dem Studium und 
der Litteratur gewidmet war. 

— $ Die »Pap.-Ztg.« berichtet über folgendes gelungene 
Reklamemittel: Amerikanische Löschpapierfabriken unter- 
halten eine eigene Anzeigen-Sammelstelle, deren Aufgabe 
es ist, in den verschiedensten Geschäftskreisen Anzeigen 
zu sammeln. Namentlich sind es Versicherungsgesell- 
schaften, Schreibwarenhandlungen und Bahngesellschaften, 
deren Anzeigen man allenthalben begegnet. Die Verteilung 
der Löschblätter übernimmt die Papierfabrik, welche immer 
noch ein gutes Geschäft dabei macht. 

— $ Die Verwendung von Chromokarten als Reklame- 
mittel nimmt in England ganz gewaltige Dimensionen an. 
Eine einzige Firma erhielt den Auftrag eine Million von 
einem bestimmten Motive zu drucken. Ausserdem eine 
Million Karten mit dem Bildnis der Schauspielerin Mary 
Anderson und 15 Millionen ebenfalls mehrfarbige Kalender- 
umschläge. Alle diese Drucksachen haben die Bestimmung 
den Warenumsatz zu erleichtern. 


Briefkasten. 


Dr. W.sche Buchdruckerei, Gebr. P., in München. Wir danken 
Ihnen verbindlichst für Zusendung der in jeder Beziehung gefälligen 
und mustergiltigen Arbeiten und würden uns freuen, auch ferner 
mit so ansprechenden Mustern Ihrer Offizin bedacht zu werden. — 
G. D. in Berlin. Das 3. Heft der Lehre vom Accidenzsatz erscheint im 
Lauf des Oktober, das 4. im November. — D. M. in Berlin. Wir sind 
in dieser Frage ganz Ihrer Ansicht. — V. M. in Köln. Sehr geschmack- 
volles Kolorit, beste Satzausführung und vorzüglicher Druck zeichnen 
auch diese Arbeiten aus. 





Inhalt des 12. Heftes. 


Anleitung zum Linienbiegen. — Die Ligaturen. — Die Zeitungs- 
Provision der Post. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer 
Probeblütter. — Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — 
Briefkasten. — Annoncen. — Aceidenzmuster im Text: 2 Adresskarten, 
1 Neujahrskarte. — Beilagen: — Gescháftsempfehlung-1 Blatt 
mit Briefkopf, Titel und Karte” 1 Blatt Umschlag../1 Beilage von 
Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei in Berlin,/ 


Das Heft enthält im Ganzen 4 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 





Bezugsbedingungen für das Archiv, 


Erscheinen: In 12 Monatsheften, (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) jedesmal in 
der ersten Monatswoche. Fir komplette Lieferung, insbesondere voll- 
stándige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjiihrig Abon- 
nierenden garantiert werden. 

— ——— Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M.12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach ausserdeutschen Ländern 
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zahlen, andernfalls 235 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
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Beilagen: Quartblatt M, 20, umfangreichere je nach Gewicht M.25 etc... ` 

Novitüten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschiidigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

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Weisert. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von J. G. Schelter & 
Giesecke, Leipzig. Doppelfeine Linien zu den Schriftproben von Hermann 
Berthold, Berlin. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig, auf einer 
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beim Einlegen resp. Anlegen, sowie 
der sichere ruhige Gang der Presse 
garantiren genaues Register auch ohne 
Zuhilfenahme von Punkturen. — Be- 
seitigung der Tiegelfedern und Er- 
satz durch eine Führungskurve. — 
Die Schnelligkeit des Druckes hängt 
lediglich von der Befähigung des Ein- 
legers ab und verträgt die kräftige, 
durchaus widerstandsfähig gebaute 
Presse den schnellsten Gang. 

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Originalsatz und Druck der Pierer'schen Hofbuchdruckerei Stephan Geibel & Co., Altenburg i. S. 
Ee. Archiv für Buchdruckerkunst. 28. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


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No. 26. 


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No. 937. 





Mk. 8,—. 


No. 938, 


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No. 904. 


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No. 939, 

















Blatt No. 27. 


Schriftgiesserei, Berlin. 





No. 900. Mk. 4,—. 


No. 909. Mk. 4,50. 





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